Was für ein verrückter Tag …

Für heute Vormittag hatte ich mir eigentlich Kücheputzen vorgenommen.
Eigentlich.
Ich wollte nur noch ganz fix die nächste Fotoaufgabe erledigen.
Nr. 3 von den 52 Aufgaben.
Es hörte sich auch ganz leicht an.
Ein Motiv in verschiedenen Modis fotografieren.
Fix die Kamera genommen und  ….
Es dauerte ewig bis ich herausgefunden hatte, wie die Blenden und Verschlusszeiten manuell in dem entsprechenden Modi einzustellen ist.
Fast zufällig bin ich dann auf ein zusätzliches Modi-Rädchen gestoßen.

Aha.

Aber lief nicht so, wie ich es mir gedacht hatte.
Mal abgesehen davon, dass die Kamera mich jedes Mal aufforderte das Blitzlicht dazuzuschalten (in meiner wirklich sehr hellen Wohnung –  bei meiner alte Bridge-Kamera braucht ich das nie) sah ich keine Veränderung auf den verschiedenen Fotos.
Und schon gar nicht, wie es in dem Buch beschrieben ist.
Vielleicht ist in den Grundeinstellungen etwas zu verändern?
Keine Ahnung.
Ich habe so den ganzen Vormittag verbummelt.
Also nix mit Küche putzen.

Am Nachmitttag wollte ich, oder besser bin ich zum Botanischen Volkspark gefahren.
Ich habe dieses Mal beide Hunde mitgenommen.
Also auch meinen Hundeopi samt Hundebuggy.
Meine Kamera habe ich auch eingepackt, vielleicht klappt es ja im Freien, wenn er nicht immerzu nach dem Blitz fragt?
Außerdem noch Persipanschnecken und einen Kaffeebecher to go.
Mit Inhalt versteht sich.
Ich habe mich denn auf eine einsame Bank gesetzt und habe die Zeit unendlich genossen.
Es tat sosososo gut!

Mit den Kamera-Aufgaben wurde es wieder nix.
Ich bin echt knautschig.
Was mache ich bloß falsch?
Ja, es gibt eine Bedienungsanleitung, aber nur als PDF-Datei auf dem Rechner.
Das ist mir zu doof.
Aber 184 Seiten ausdrucken, ich weiß nicht…

Ich hatte aber trotzdem ein Lächeln im Gesicht, als ich mich wieder mit den beiden Hunden auf den Rückweg machte.
Hatte ich doch neulich im Fernsehen einen Molekular-Biologen gesehen, der über den Wald forscht, wie dieser auf die Gesundheit des Menschen wirkt.
Er soll helfen bei Depression, Burnout, Bluthochdruck, alle möglichen Infektionskrankheiten und sogar gegen Krebs.
Er forscht darüber, wie sich die Pflanzen untereinander austauschen und wie die Menschen dazwischen davon profitieren.
Das war echt interessant.
Wie auch immer, mir ging es dort auf der Bank richtig gut.
Vom Baum fiel eine Blüte auf meine himmelblaue Hose.

Auch den Seerosenteich konnte ich von dort aus sehen.

Als ich wieder zu Hause war, immer noch das Lächeln im Gesicht, sah ich auf meinem Handy 7 WhatsApp-Nachrichten von T.
Sie ist sowas von verzweifelt, hat panische Angst und sieht keinen Ausweg.
In ihrem Haus ziehen neue Mieter ein.
Flüchtlinge.
Nun sind sie nur noch 2 Deutsche in diesem Haus.
(Sarrazin hat ein neues Buch geschrieben: Feindliche Übernahme – so fühlt es sich jetzt für sie an)
Die neuen Mieter würden sich dermaßen arrogant verhalten, als sie sie ansprach, weil sie allen Müll einfach auf die Straße kippen und sich nun schon ein beachtlicher Berg angesammelt hat.
Sie will nur noch weg.
Aber wer die Wohnungssituation in der Hauptstadt kennt, weiß dass es sehr sehr sehr schwierig ist, eine neue preiswerte Wohnung für jemand mit kleiner Erwerbsminderungsrente und zwei Katzen zu finden.

Ich hatte echt zu tun, ihr gut zuzureden, ihr Hoffnung zu machen, dass vielleicht doch alles nicht so schlimm ist, wenn sich die Neuen erst eingelebt haben und jetzt erstmal Stunden runterzählen bis Montag.
Stunden runterzählen hilft.
Einatmen, ausatmen.
Montag hat sie eine Termin bei ihrer Therapeutin.
Sie findet bestimmt die richtigen Worte und hat Lösungsansätze.

Dann hab ich zu meiner Kamera gegriffen und wollte die Speicherkarte herausnehmen und….Der Objektivdeckel war nicht drauf!
Ich habe überall nachgeschaut.
Nichts.
Nein, nicht schon wieder.
Es ist erst das 2. Mal, dass ich die Kamera mit draußen habe und schon den Objektivdeckel verloren.

Ich habe nun neue bestellt, gleich im 5er Pack.
Ich hoffe, dass sie passen.

Und so ist der Tag zu Ende gegangen mit lauter Dingen, die nicht geplant waren.
Und morgen wird das vielleicht auch etwas mit der Küche…

 

 

2 Gedanken zu “Was für ein verrückter Tag …

  1. Hast du ein Smartphone? Da kannst du vielleicht auch pdf öffnen, wäre vielleicht eine alternative?

    Objektivdeckel verloren das ist Miss noch nicht passiert. Steck denn immer in die Hosen_Tasche und vergesse ihn wieder drauf zu stecken um ihn dann beim nächsten mal zu suchen.

    …mit blauen Grüßen

  2. Hallo Weena,
    ich glaube Du machst dir zu viel Druck mit diesen Aufgaben. Fotografie soll doch Spaß machen. Wie mit so vielem im Leben, heißt es auch hierbei, probieren geht über studieren. Ein Foto kann technisch perfekt sein und doch ist der eingefangene Moment vielleicht trotzdem nichtssagend oder langweilig. Dagegen kann auch ein leicht unscharfes oder verwackeltes Motiv trotzdem spannend und schön sein.
    Als ich begann zu knipsen, damals gabs die Bedienungsanleitung noch in Papierform, habe ich mir die eins zwei mal zur Hand genommen und dann die grundlegenden Funktionen gemerkt. Vieles findet man im Menü der Kamera auch ohne Anleitung, sicher auch wie man den Blitz dauerhaft deaktiviert.

    Ich hatte mir auch zu meiner ersten Kamera mal ein Buch gekauft und muss sagen, das dies nur eine buntbebilderte bessere Bedienungsanleitung war, viele wirkliche Tipps und Kniffe verriet es mir nicht. Aber vielleicht würde dir so ein Buch zu deiner Kamera helfen, einfach mal googeln ob’s für deine eins gibt.

    Mein Tipp: Probier Dich aus, ohne Vorgaben. Schau was Dir am besten gefällt und am meisten Freude macht. Wenn es dann anderen auch gefällt, ist das schön, aber es sollte nicht entscheidend dafür sein, wie oder was in welcher Weise du fotografierst.

    LG

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