Totensonntag und die Sache mit dem Lazarus

Juan de Flandes 001
Juan de Flandes [Public domain], via Wikimedia Commons
Heute ist Totensonntag.
Ich persönlich habe keine innere Beziehung zu diese Art von „Gedenktagen“.
Aber die Predigten haben an diesen Sonntagen immer einen ähnlichen Inhalt.
Im Gottesdienst heute es die Geschichte von Lazarus.

Lazarus war ein Freund Jesu und wurde schwer krank.
Es wurde nach Jesu geschickt, damit dieser ihn wieder heilen  möge.
Aber Jesus ließ sich Zeit.
Als er dann schließlich kam, war Lazarus bereits 4 Tage tot und alle weinten um ihn.

Und was macht Jesus?
Er weckte ihn von den Toten wieder auf.
Von jetzt auf gleich.
Einfach mit dem Spruch: „Lazarus komm heraus.“
Jener kam dann völlig genesen aus seiner Grabhöhle, noch mit den ganzen Grabtüchern eingewickelt.

Das ist so ungefähr die Geschichte und steht im Johannesevangelium, Kapitel 11.
Und mit genau dieser Geschichte habe ich so meine Bauschmerzen.

WO war denn Lazarus in diesen vier Tagen?
War er nun bei Gott?
So wie es immer wieder gesagt wird in den Kirchen?
Wenn man stirbt ist man bei Gott und es geht einem dann so richtig gut, dann ist alles Friede – Freude – Eierkuchen?
Dann hat man diese chaotische Welt überwunden?

Aber wenn es denn alles so wunderbar ist, ist es dann nicht von Jesus eher mies, ihn von dieser Herrlichkeit zurückzuholen, zurück in den harten Alltag der damaligen Zeit?
Wieder schuften bis zum Umfallen, Schmerzen, Tränen und das ganz Programm?
Das wäre dann doch nicht sehr liebevoll von Jesus? Oder?

Oder war er noch gar nicht bei Gott?
Wo war er dann?
Einfach nur tot?
Sozusagen „nichtexistent“.
Wartet er eventuell auf die Auferstehung am Ende aller Tage, wenn alle zusammen wiederauferstehen?
Warum beten dann die Katholiken zum Beispiel zu Maria, wenn die Toten zur Zeit noch tot sind und erst später wieder auferstehen in eine neue Welt wie es die Offenbarung im 21. Kapitel sagt?

Oder war vielleicht Lazarus gar nicht tot?
Dem würde widersprechen, dass er bereits „müffelte“, wie es in dem Bibelbericht zu lesen ist.

Und … wäre er schon bei „Gott“ gewesen, hätte er dann nicht sofort allen freudestrahlend erzählt, was er erlebt hat in den vier Tagen? Würde doch jeder so machen.
Lazarus tat das nicht.

Also, die ganze Geschichte kann ich drehen und wenden wie ich will, ich finde keine schlüssige Erklärung.

Kommt jetzt eventuell der Einwand: Na, dann stimmt die Geschichte einfach nicht, ist nix anderes als ein nettes Märchen, um die Leute bei Laune zu halten.
Und genau das glaube ich nun wieder nicht.
Die Bibel ist die Bibel und sie ist Gottes Wort und kein Märchenbuch.

Wenn jetzt noch jemand meint, da wären doch so viele Übersetzungen und Abschriften und ganz bestimmt viele Fehler …
Glaubt ihr wirklich, Gott würde an dieser so wichtigen Geschichte Fehler beim Abschreiben zulassen?
Dann wäre Gott nicht Gott.

Nur … verstehen kann ich die Geschichte nicht.

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