Selbsthilfegruppe in Not – Hilfe gesucht

Wer hier schon eine Weile liest weiß, dass ich einmal in der Woche zu einer Selbsthilfegruppe für Depression und Angststörung gehe.

Nun hat sich ein dickes Problem ergeben:

T. (weibl.) kommt schon seit vielen Jahren in die Gruppe. Sie ist schwer traumatisiert und hat gleich die ganze Bandbreite, Depression, Trauma, Angststörung und Borderline mit bisher 5 Suizidversuchen. Der letzte hat nur um eine Haaresbreite nicht geklappt.

Sie kann nicht immer kommen, schafft es nicht, gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit hat sie große Angst im Dunklen.

Nun war sie ein paar Mal nicht. In dieser Zeit haben wir aber einen Neuen bekommen, A. und männl. Er kommt regelmäßig und möchte es auch weiter tun. A. ist ebenfalls psychisch krank, logisch, sonst wäre er ja nicht gekommen.

Nun die Situation gestern. Beide, T. und A., sind gekommen und das erste Mal aufeinander getroffen.

Bei T. gingen sofort alle Alarmglocken an, sie kriegte Panik und musste nach 5 Minuten die Gruppe fluchtartig verlassen. A. hatte sie so sehr getriggert.

Nun hat „man“ T. gesagt, dass sie dann nur noch kommen könne, wenn A. nicht da ist.

Nun fühlt sie sich am Boden zerstört, weil sie sich ausgeschlossen fühlt genau wegen einen Mannes, der sie so sehr an ihr Trauma erinnert.

Es geht ihr wieder richtig, richtig schlecht.

Hat jemand ein Lösungsvorschlag?

 

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14 Gedanken zu “Selbsthilfegruppe in Not – Hilfe gesucht

    • Das scheint mir im Moment das Sinnvollste zu sein. Und es war auch mein erster Gedanke. Ich hab es ihr gesagt und sie meinte, dass sie dafür jetzt nicht die Kraft hat. Nun machen wir es halt so, dass wir uns am Do zu zweit treffen, sozusagen als Minigruppe. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.

  1. Das finde ich aber nicht in Ordnung. Sie ist doch schon viel länger da. Er ist erst ganz neu dabei und muss sich dann eine neue Gruppe suchen. Der Lösungsansatz von der Gruppenleiterin? finde ich nicht ok. Müssen sie doch am Besten wissen wie man mit solchen Situationen umgehen muss.

    • Finde ich auch nicht in Ordnung. Aber es konnte auch keiner ahnen, dass das passiert. Wir haben auch drei andere Männer dabei, mit ihnen hat sie kein Problem.

  2. Da gibt es wahrscheinlich keinen Lösungsvorschlag. Wenn ich diese Situation hier hätte, würde ich mich an eine Beratungsstelle wenden. Meine Idee dazu: T. und A. nehmen Beratung zu diesem Thema in Anspruch. Vielleicht auch so eine Art Mediation? Auf jeden Fall ist es nicht gut, einen von beiden aus der Gruppe auszuschließen, finde ich. Liebe Grüße! Regine

    • A. weiß ja gar nicht, dass er ein Problem ist. Sie ist ja überstürzt losgelaufen. Ich glaube nicht, dass man beide an einen Tisch bekommt. Sie ist derart traumatisiert, dass das selbst mit ihrer Therapeutin nicht möglich ist. Konfrontation mit einem Trauma, das ist eine so schwierige Sache, dass wir als Laien auf keinen Fall probieren sollten.

  3. Hallo Weena,

    erst einmal wünsche ich dir ein frohes neues Jahr 🙂

    Und weißt du was? Ich bin beeindruckt, dass du so regelmäßig zu dieser Gruppe gehst. Sie scheint dir Kraft zu geben bzw. auch die Möglichkeit zu eröffnen, dich selbst besser kennenzulernen und zu reflektieren. Ich finde das ganz wunderbar 🙂

    So – nun aber zu deiner Frage, ich finde diese Situation durchaus interessant.

    „Nun hat „man“ T. gesagt, dass sie dann nur noch kommen könne, wenn A. nicht da ist.“

    Sollte man diese Entscheidung lieber nicht denjenigen überlassen, die direkt betroffen sind? Also A. und T.? Denn diese Gruppe ist doch auch so etwas wie Heimat – sie gibt normalerweise Halt und Kraft – und lässt einen ausdrücken, was einen bewegt…

    Warum versucht man es nicht aus dem Blickwinkel einer Abgrenzungsübung? Es ist nunmal so, dass solche Gruppen für alle offen sind – was auch gut so ist. Und es lässt sich nicht ausschließen, dass zu euch weitere Menschen kommen, die abermals antriggern. Aber: Wenn ich merke, mich triggert etwas an – dann kann ich doch auch einfach mal für 10 Minuten den Raum verlassen z.B. und eine Achtsamkeitsübung machen. Und wenn es mir wieder besser geht, gehe ich wieder hinein. Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit, wenn man zu dritt – also einer von der Gruppe (mit Einfühlungsvermögen) + A. + T. sich irgendwo anders treffen und sich über die Situation unterhalten. Und was man sich von der Gruppe verspricht. Und wie man das evtl. gemeinsam lösen kann. Das kostet sicherlich Überwindung – aber diese Situation ist eine unglaubliche Chance zur Entwicklung für alle…

    Weena – ich finde es schön, dass du dir darüber Gedanken machst.

    Ich wünsche dir und der Gruppe alles Gute!

    Viele liebe Grüße,
    Julia

    • Ich habe es schon weiter oben geschrieben, eine Konfrontation mit einem Trauma ist eine so schwierige Sache, dass wir das so ohne Therapeuten nicht leisten können. Abgesehen davon, dass sie es gar nicht will. Ich weiß nicht, was bei ihr passiert ist, aber es hat ihr ganzes Leben zerstört. Sie will sich nun schützen und tritt den Rückzug an. Ich kann es auch gut verstehen und nachvollziehen. Was sie zusätzlich schmerzt, ist halt die Reaktion der Gruppensprecherin.

  4. In einer Gruppe ist die direkte Konfrontation anscheinend zu heftig. Vielleicht würde eine Salamitaktik nutzen…Bild ansehen, Stimme hören, aus der Ferne beobachten usw, scheibchenweise eben; ist aber schwierig in einer Gruppe.

  5. Das ist wirklich verzwickt. Ich hoffe nur, eure Zweiertreffen sind nicht zu anstrengend für dich, Probleme verteilen sich in Gruppen doch irgendwie auf mehr Schultern.
    Liebe Grüße,
    Viola.

    • Ein weiteres Problem ist, dass sie es nur mir gesagt hat und der Gruppensprecherin. Es ist wie ein Gesetz, dass das, was im Vertrauen gesagt wird, bleibt da und wird nicht weitererzählt. Soll heißen, 2 wissen, dass sie ein Trauma-Problem mit A. hat, die anderen 8 wissen es nicht. Sie müsste es in der Gruppe „öffentlich“ erzählen und dazu ist sie nicht in der Lage.
      Ja, es ist wirklich verzwickt.

  6. Wirklich schwierig. Mein erster Gedanke war, T und A kommen abwechselnd. Aber das würde für T bedeuten, dass sie noch seltener kommen kann, da sie vielleicht wegen ihrer Angst ja nicht jedes Treffen wahrnehmen kann. Außerdem müsste A dann eine Begründung für dieses Vorgehen bekommen.
    Vom Gefühl her, würde ich jetzt aber sagen, dass T, die ja schon viel länger dabei ist irgendwie doch Vorrechte hat. Gibt es vielleicht einen Lösungsvorschlag von ihrer Seite? Einen Kompromiss? Oder macht sie Therapie und kann das dort besprechen und nach einer für sie guten Lösung suchen? Vielleicht ist diese Situation ja eine Chance. Gruppentherapie bedeutet immer auch Konfrontation mit den eigenen Ängsten – genau deshalb macht man ja u.a. auch Gruppentherapie neben der Einzeltherapie. Vielleicht kann sie sich überwinden und das Problem in der gesamten Gruppe ansprechen (für diese Termin müsste A dann einmal ausgeschlossen werden), so dass ihr alle gemeinsam eine Lösung findet. Dann zeigt ihr, dass ihr sie mit dem Problem ernst nehmt und da seid. Das ist sicher wichtig.

    • Dein Gedanke ist richtig gut. Eigentlich hatte ich vor, am Freitag meinen Therapeuten mal zu fragen, wie man soetwas gelöst bekommt. Aber dein Gedanke ist der viel bessere. Ja, sie ist ja auch in Therapie und könnte es dort ansprechen. Wenn sie will und nicht aus Enttäuschung komplett zugemacht hat und nun gar nicht mehr will.
      Danke für deinen Kommentar!

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