Das Foto von heute …

Schattenspiele

 

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Was macht man eigentlich …

… mit den Zwiebeln der Hyazinthen, wenn sie verblüht sind?
Zwei solch Töpfchen habe ich nämlich.

Es lebe das Internet, es lebe Google.
(Was haben wir eigentlich noch vor wenigen Jahren gemacht, als es die Jungs von Google und Wiki noch nicht gab???)

Und dort fand ich nämlich:

Ideal ist es, wenn er dunkel, kalt und trocken ist. Garagen, Kellerräume oder Gartenhäuser sind gut geeignet.

Legen Sie die trockenen und sauberen Zwiebeln nicht zu dicht nebeneinander in einen Korb. Sie können die Knollen ganz ohne Substrat lagern. Besser ist es aber, wenn Sie etwas

  • Trockene Erde
  • Torf
  • Holzwolle
  • Stroh

zwischen den Knollen verteilen. Manche Gärtner wickeln die Zwiebeln in Zeitungspapier ein.

Quelle: https://www.gartenjournal.net/hyazinthen-zwiebeln-lagern

Nunja, ich lebe in einer kleinen Wohnung, 2. Etage mit Fußbodenheizung. Da ist nix mit dunkel und kalt. Ja, Keller habe ich. So eine kleine Box mit einer Lattentür davor. Darin stapeln sich noch einige Umzugskartons. Aber richtig kalt ist es dort auch nicht.

Und so habe ich den Inhalt der Töpfchen schweren Herzens entsorgt.  Vielleicht landen sie irgendwo im Hyazinthen-Himmel, wo sie im nächsten Jahr wieder austreiben können.

*Seufz*

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Das Foto vom Tag …

Gestern auf einem Mauerpfosten entdeckt:

Veganer Igel?

 

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Die Geschichte zum Mittwoch

Ja, ja, ich weiß, heute ist schon Donnerstag. Aber ich lebe zur Zeit irgendwie außerhalb jedes Zeitgefühls…

Zu hoch hinaus

Ein Sperling flog zu einer Schafherde, setzte sich auf den Plankenzaun und betrachtete die Tiere, die fetten Widder, die Schafe mit den dicken Wollnacken und die kleinen, munteren Lämmer. Plötzlich stieß ein Adler herab, packte ein junges Lamm mit seinen Fängen und flog mit der Beute davon.

Der Sperling schlug aufgeregt mit den Flügeln und rief: „Was dieser kann, kann ich auch! Habe ich nicht auch Schwingen wie er? Kann ich nicht wie er durch die Luft fliegen?“

Und der kleine Sperling breitete seine Flügel aus und fühlte sich so mächtig und stark wie der Adler. Er beschloss, es dem königlichen Vogel gleichzutun.

„Aber ich will mir nicht ein kleines Lamm aussuchen wie dieser Räuber“, dachte er verächtlich,“sondern den stärksten und größten Widder.“

Er flatterte auf und suchte den fettesten Widder in der Schafherde.

Das Wollkleid des Widders war verfilzt und klebrig, denn dieser Widder pflegte sich immer in der nassen Erde und Dung zu wälzen. Als der Sperling sich auf dem Rücken des Tieres niedergelassen hatte, schlug er stolz mit seinen kleinen Flügeln und wollte wie der Adler mit seiner Beute in die Luft aufsteigen. Aber die verfilzte Wolle des Widders hielt ihn fest. Der Sperling mochte noch so sehr mit den Flügeln schlagen, seine schwachen Krallen verwickelten sich immer mehr im wolligen Schafsnacken.

Bei jener Herde aber wachte ein Hirte. Er hatte gesehen, wie der Adler das kleine Lamm geraubt hatte, und nun sah er, wie der Sperling es dem Raubvogel gleichtun wollte. Der Hirte wurde sehr zornig und eilte zu dem hilflosen Sperling, der gefangen auf den Rücken des Widders saß. Er packte den Sperling, riss ihm die Flügelfedern aus und band ihm die Füße mit einer Schnur zusammen. Dann brachte er den Sperling zu seinen Kindern.

„Wer ist das?“, fragte eines der Kinder. Der Hirte antwortete: „Das ist einer, der es einem Höheren gleichtun wollte und dadurch ins Verderben geriet.“

aus Tausend und eine Nacht

 

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Ohje, bei Vögeln ist das wohl klar, aber bei Menschen? Wer ist höher, wer niedriger?

 

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12 von 12 — #1

Beliebt bei vielen Bloggern ist, zu Beginn eines Jahres ein Motiv auszuwählen und dies über 12 Monate zu beobachten, das heißt, am Ende jeden Monats wird dieses Motiv vom gleichen Standort aus fotografiert, so dass man am Ende eines Jahres 12 Fotos von 12 Monaten hat, die den Wechsel der Jahreszeiten nachvollziehen. (Ohwei, was ist das für ein Satz. Ich habe ein halbes Glas Wermut getrunken).

Ich habe mich für den Eingang des Botanischen Volksparks entschieden. Und das ist er:

Januar 2018

Bin echt gespannt, zumal ich ja nun auch weiß, wie das im Sommer ausschaut. Ich freue mich auf die Bilder.

Uff, das Januar-Bild hab ich gerade noch geschafft, in knapp 2 Stunden haben wir Februar…

 

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Rostparade #9

Heute am Ende des Monats hab ich wieder ein Foto für die Rostparade von Frau Tonari:

Rostglocke

 

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PS: Upps, da bin ich wohl etwas vorschnell. Bei Frau Tonari hat sich die Rostgemeinde noch gar nicht versammelt. Iss also noch nix mit dem Verlinken.

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Blitzlicht #14

pixabay.com

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Gestern Nachmittag war ich wieder „drüben“.
„Drüben“ heißt über die Straße.
Dort wo meine Tochter mit ihrer Familie nun noch 13 Tage wohnt.
Noch 13 Tage, dann sind sie weg und ich weiß nicht, wann ich sie wieder sehen werde.

Nein, sie bevölkern nicht den Mars.
Aber für mich ist es mars-ähnlich in dem Sinne, dass sie für mich mit 2 Hunden mit den Öffis nicht zu erreichen ist.

Und es war so ganz anders geplant. Ich hier in der kleinen Wohnung, sie gegenüber, immer als Sicherheit im Kopf, falls der andere Hilfe benötigt. So wie im vergangenen Jahr mit meinem doppelten Beckenbruch.

So die Idee, so die Absprache.
Und falls Hausbau, dann mit Einliegerwohnung für mich.Das war klar.

Und nun?
Nun ziehen sie weg. Und ich trage schwer damit.
Sie weiß es.

Mittlerweile kann ich zu hören, wenn sie von Wandfarbe reden oder wo der Kamin hin soll, dass eines der Kinderzimmer nur noch 8qm groß ist und die Küche nur aus Unterteilen besteht, weil das Geld für Hängeschränke fehlt.
Ich kann das alles hören, ohne in Tränen auszubrechen.

Aber wenn ich dann wieder in meiner kleinen Wohnung bin, dann bricht es über mir zusammen.

Ja, ich weiß, dass das für Außenstehende schwer verständlich ist.

Im Kopf ist mir auch alles klar, aber wenn man mitten in Depressionen steckt, Psycho-Pillen schluckt und gerade eine Psychotherapie macht, dann sind solche Ereignisse das pure Gift, dann zieht einen das wieder ins Bodenlose.
Dann kann man damit nicht umgehen.
Gar nicht.
Da hilft kein „Reiß dich zusammen, das ist der Lauf der Welt“, „Hab dich nicht so, es gibt wirklich Schlimmeres.“
Weiß ich, hilft aber nicht.
Schafft man nicht. Schaffe ICH nicht.

Das erinnert mich an eine Frau aus der Selbsthilfegruppe. Sie hat ein Grundstück von 3000qm und muss nun nach einer neuen Vermessung 200qm an den Nachbarn abgeben. Sie braucht die 200qm nicht, es ist nur ein kleiner Streifen. Und trotzdem ist es für sie so schlimm, dass sie nur aufgelöst und weinend in der Gruppe sitzt.

Depressionen haben nichts mit den objektiven Dingen zu tun.
Gar nichts.

Das vegetative Nervensystem spielt verrückt, es ist nicht zu kontrollieren.

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Und heute hat ich wieder eine Therapiestunde.
Natürlich war das wieder DAS Thema, MEIN Thema.
Und wieder fand mein Therapeut Worte, die mich aufgerichtet haben, nachdem ich all das, worüber ich mir Sorgen mache, ihm vor die Füße geworfen habe.
Er trifft es bei mir immer auf DEN Punkt, dass ich wieder zuversichtlich seine Räume verlasse.

Nein, es ist nicht allein sein Uni-Wissen, sondern auch seine menschliche Erfahrung und im konkreten Fall haben seine Kinder vor einem dreiviertel Jahr genau das gleiche gemacht.

Ich war also willkommen im Club.

DANKE Herr M.!

 

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Mein Freund der Baum #4

… mit „ichweißnichtwas“ am Stamm, vielleicht Rosetten-Pilze?

 

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Du fehlst mir …

… seit fast 9 Jahren bist du nicht mehr da.

Ich weiß nicht, wo diese 9 Jahre hin sind.
Sie sind wie ein Wimpernschlag.

Es ist, als sei es gestern gewesen, als ich an deinem Krankenhausbett auf der Intenivstation stand, wir uns in den Armen lagen, weil wir dachten, dass du es geschafft hast, dass es nun wieder alles gut wird und du die drauffolgende Nacht nicht überlebt hast.

… seit fast 9 Jahren bin ich allein. Der Versuch, eine neue Beziehung einzugehen, scheiterte jämmerlich und waren die reinste Katastrophe.

… seit fast 9 Jahren ist die Hecke weg, die Gott um unsere Ehe gezogen hatte, das nichts, aber auch gar nichts Böses durchdringen konnte.

Es ist so viel passiert, so viel Unschönes in diesen letzten 9 Jahren ohne dich und ohne die Hecke.
Und nun sitze ich hier.

Ja, ich lebe.
Irgendwie.
Immer noch.

Ich weiß nicht, was nach dem Tod passiert.
Ich weiß nicht, wo du bist.
Ob du noch da bist oder ob du es erst wieder sein wirst am Ende dieser Welt.
Ich habe keinen Zugang zu dieser deiner jetzigen Welt.

Und so bitte ich meinen großen Gott, dir zu sagen, dir das Gefühl zu geben, dass ich dich immer noch liebe.
Auch noch nach diesen 9 Jahren.
Und die nächsten 9 Jahre.

Und ich warte, ich warte bis eines Tages die Tür aufgeht und du mir entgegen kommst.
Für immer.

Ist es albern, dass ich immer noch Klamotten für dich habe, einmal komplett zum Anziehen?
Griffbereit.
Denn vielleicht öffnet sich die Tür schon morgen.
Wer will das schon wissen?
Wer kennt Zeit?

9 Jahre, die nicht existiert haben.

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Die Geschichte zum Mittwoch

pixabay.com

Der Esel und der Fuchs

Ein Esel und ein Fuchs lebten seit langer Zeit zusammen, pflegten eine gute Freundschaft und gingen auch miteinander auf die Jagd.

Auf einem ihrer Streifzüge kam ihnen einmal ein Löwe in den Weg und der Fuchs fürchtete, er könne nicht mehr entfliehen. Da bediente er sich einer List und sprach mit künstlicher Freundlichkeit zum Löwen: „Ich fürchte mich nicht vor dir, großmütiger König! Kann ich dir aber mit dem Fleische meines engstirnigen Gefährten dienen, so will ich das gerne tun.“

Der Löwe versprach ihm Schonung, und der Fuchs führte den Eselin eine Grube, in der dieser sich fing.

Brüllend eilte nun der Löwe auf den Fuchs zu und ergriff ihn mit den Worten: „Der Esel ist mir gewiss, aber dich zerreiße ich wegen deiner Falschheit  zuerst.“

Der Verrat ist einem willkommen – aber den Verräter liebt man dennoch nicht.

Aesop

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Vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber mich erinnert diese Falschheit ein bissel an die heutige Nachricht in den Medien, dass die Rüstungsexporte  in der letzen GroKo um 45% gestiegen sind gegenüber der schwarz/gelben Regierung. (Was jetzt nicht heißen soll, ich fände eine zukünftige Jamaika-Regierung toll)

http://www.tagesschau.de/inland/ruestungsexporte-drittstaaten-101.html

War da noch vor Kurzem der Spruch: Wir müssen Fluchtursachen verhindern!

Und nun steht in dem Sondierungspapier: „Die Bundesregierung wird ab sofort keine Ausfuhren an Länder genehmigen, so lange diese am Jemen-Krieg beteiligt sind.“

Wie jetzt? Auf einmal? Und was ist jetzt mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung?

Noch eine 180 Grad Drehung?

Ich habe nicht viel Ahnung von Politik, aber den derzeitigen Zirkus muss man auch nicht verstehen.

„Vorwärts Genossen, wir gehen zurück“

Nungut, es sollte nur heißen, der Fuchs aus der Fabel ist nicht das einzige Wesen, das falsch spielt.

 

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