Die Geschichte zum Mittwoch

Die Krähe und der Wasserkrug

Einmal, es war im heißesten Monat des Sommers, vertrockneten viele Bäche, und auch viele Quellen versiegten.
Eine durstige Krähe irrte einen ganzen Tag lang umher auf der Suche nach Wasser.

Abends als sie erschöpft war, dass sie kaum noch fliegen konnte, entdeckte sie endlich einen Krug mit Wasser am Eingang eines Hauses stehen.

Sie flog hinab, steckte den Kopf in den Krug und wollte daraus trinken.

Aber der Krug war nur halb voll, und die Krähe mochte ihren  Hals noch so lang strecken, sie erreichte das verlockende Nass nicht mit ihren Schnabel.

Enttäuscht flatterte sie auf, hüpfte flügelschlagend um den Krug und versuchte, ihn umzuwerfen.

Doch es war ein großer schwerer Tonkrug, den sie nicht kippen konnte.

Als die Krähe niedergeschlagen neben den Krug hocken blieb, erblickte sie neben sich auf der Schwelle des Hauses einen Haufen kleiner Steine

Die Krähe pickte einen Stein nach dem anderen auf und warf ihn in den Krug hinein, bis das Wasser den oberen Rand erreichte und sie ihren Durst stillen konnte.

(Aesop)

 

                                   

PS: Was bin  ich froh, dass ich nur den Wasserhahn aufmachen muss! DANKE an den Erfinder der Wasserleitung, an die Bauer, die sie bis hier ins Haus gelegt haben und an den, der für das immer frische Wasser sorgt.

DANKE

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Das Foto von heute – für die Haufrauen

Heute Vormittag habe ich eine kleine Flickstunde eingeschoben.
Da ich mit meinen komischen Händen und die nur schlecht vorhandene Feinmotorik zum Einfädeln ein Einfädeldingsbums benutze, habe ich heute (erstmalig mit 60 Jahren!!!) entdeckt, dass da Köpfe drauf sind.

Sozusagen Kultur für die Hausfrau!

Also nix mit dummer Hausfrau und so.
Wir kriegen’s beim Stopfen serviert!
Und vielleicht,ja vielleicht wird auch mal mein Kopf dort abgebildet sein, wenn ich fleißig weiterstopfe…

 

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Was wurde aus … meinen Zauberglöckchen?

Irgendwann im April kaufte ich für meinen Balkon Zauberglöckchen.
Sie hatten für mich einen unglaublichen Wert in diesen Wochen.
Damals war ich den Tod näher als dem Leben.
Ich wollte überhaupt nichts mehr kaufen, gar nichts, ich wollte weg aus diesem Leben.
Die Zauberglöcken symbolisierten dann der erste leise Hoffnung, dass ich es vielleicht doch irgendwie schaffe.

Und so sahen sie damals aus:

Dann wurden sie krank und ich war sehr unglücklich drüber.
Ich hatte sie in meinem Kopf derart mit meinem Schicksal verbunden, so dachte ich, wenn sie es nicht schaffen, dann …

Aber sie haben es geschafft.

Und ich auch!
Inzwischen kann ich auch wieder gerade aus denken und mich mental von den Balkonblumen trennen.
Mag für manchen völlig unverständlich klingen, wieso und warum mein Kopf mein Leben mit diesen kleinen Blümchen so derart verknüpft hat, aber wenn man so einen psychischen Dachschaden abgekriegt hat, ist vieles für Außenstehende nicht nachzuvollziehen.

Nun aber sehen die Zauberglöckchen mittlerweile ganz fürchterlich aus.

Ich weiß nicht, woran es lag.
Sie sehen aus wie vertrocknet.
Waren sie aber nicht.
Ich habe immer gegossen und auch gedüngt.
Vielleicht haben sie den Wechsel zwischen heißer Sonne und dauernder Platzregen nicht verkraftet.
Keine Ahnung.

Für mich ist es aber jetzt ein stimmiges Bild.
Ich brauche sie nicht mehr, die Verknüpfung mit meinem Leben.
Jetzt kann ich sie auch getrost in die Kompost-Tonne um- und drei neue Pflanzen einziehen lassen.

Bei Rossmann habe ich kleine Gießkegel entdeckt.
Ich weiß nicht, ob das nützlich ist und etwas bringt, aber ich werde es ausprobieren.

Und jetzt kann ich nur noch Danke sagen.
Danke dafür, dass wer auch immer dafür verantwortlich ist, ich nenne es Gott, dass sich letztendlich alles so gefügt hat und es ein rundes sinnvolles  Bild gibt.

Krank im Kopf suchte ich nach einem Strohhalm und hatte meine Gedanken auf die Zauberglöckchen projiziert.
Nun, da ich jetzt diese „Krücke“ nicht mehr brauche, konnten sie eingehen und Neues einziehen, an das mein Herz sich nicht mehr so zu klammern braucht, weil es mir viel viel viel besser geht und ich nun glaube, das dunkelschwärzeste Kapitel nun endgültig und dauerhaft verlassen zu haben.
Ja, es wird wieder Tage geben, an denen es mir nicht gut geht, aber es sind dann nur „Tage“ und keine Abwärtsspirale ins dunkle Loch.

Danke, dass es diese Zauberglöckchen gab.

Ein bisschen haben sie auch mich verzaubert.

Danke.
 

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Das Foto am Morgen …

 

Es war einmal ein Vogel und eine Katze …

 

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Haltstellen-Romantik #4

Einmal einkaufen und zurück …

Der Rest des Tages wurde verbummelt …
Es tat gut, obwohl ich mich jetzt am Ende des Tages darüber geärgert habe.
Nix geschafft.
Aber morgen, ja morgen geht’s ganz früh gleich los!!!

Vielleicht.

 

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Zoo und soo …

Und wieder war ich gestern Nachmittag im Tierpark …
Und wieder tat es mir soo gut…
Und wieder konnte ich alles um mich herum vergessen …

 

 

 

 

 

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Das Foto von gestern …

 

 

Heute im Park entdeckt, der Herbst schickt seine ersten Boten …

 

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See the bigger picture J37

See the bigger picture“ ist ein Kartenspiel mit Lernaufgaben für das Fotografieren.
Pro Karte gibt es eine Aufgabe, was und wie man fotografieren soll.
Die Aufgaben sind aber mehr an die gerichtet, die schon mit dem Fotoapparat in der Wiege lagen.
Also meilenweit von mir und meiner Knipserei entfernt.
Aber ich habe entdeckt, dass es dieses Spiel auch für Kinder gibt.
Ich habe es mir gekauft und ziehe nun jede Woche eine Karte.
Und ja, es macht mir Spaß und bin jede Woche total neugierig auf das neue „Wochenprogramm“
Gestartet bin ich hier.

Die Aufgabe der letzten Woche war:
Fotografiere ein Objekt oder Motiv, das nicht ein Teil einer Gruppe ist.
Die Gruppe sollte ebenfalls Teil der Aufnahme sein.
TIPP:  Es reichen bereits 3 (2+1) Objekte zum Lösen dieser Aufgabe.

Und das ist mein Foto dazu:

 

Und ja, die Aufnahme entstand letzten Samstag im Tierpark.
Auch wenn „man“ jetzt denkt, dass es im Tierpark ein leichtes ist, eine Aufnahme 2+1 zu finden … So einfach war es gar nicht.
Es sollte ja der Abstand von 2 und 1 doch deutlich sein.
Musste dann doch ziemlich weit weg vom Motiv sein, dann sind die Tiere doch sehr klein oder es passt nicht beides aufs Foto.
Okay, ich weiß, es ist mein „Luxus-Problem“.
Aber Freude hat es doch gemacht.
Und das ist mir derzeit das Wichtigste, Freude an etwas zu empfinden.
Letzteres habe ich dann doch definitiv erfüllt.

Und nun die neue Aufgabe:

 

Ja denn, nächste Woche  am Donnerstag gibt es das zu sehen, was mir eingefallen ist.
Eine Idee habe ich noch nicht.

 

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Blitzlicht #5

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Und weiter geht es mit der nächsten Therapiestunde …
Heute haben wir den Deckel, der über einem sehr großen psychischen Druck liegt, etwas angehoben, damit Herr M. darunter schauen kann, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
Meine Angst, dass ich mit geöffneten Deckel nach Hause gehe und kopflos über die nächste Suizid-Lösung nachdenke, hat sich zerstreut.
Nix mit Suizid.
Im Gegenteil.
Ich bin nach Hause gegangen mit dem Gefühl, dass wir das geregelt bekommen, dass es Lösungsansätze gibt.
Ja, das ist ein verdammt gutes Gefühl.
Auch wenn Herr M. hier nicht mitliest … ein großes dickes Dankeschön!
Irgendwie ist das doch auch sein Job, oder?

 

Die Geschichte zum Mittwoch

pixabay.de

Die Schildkröte im Schlamm

Der Kaiser von China hörte von der Weisheit eines Eremiten, der in den Bergen im Norden lebte.
Er schickte Boten zu ihm, die ihm das Amt des Premierministers in seinem Reich antragen sollten.
Die kaiserlichen Gesandten waren tagelang unterwegs, ehe sie die Eremitenklause erreichten.
Den Eremiten fanden sie halbnackt auf einen Felsen sitzen beim Fischen.
Zuerst bezweifelten sie, dass das der Mann sein sollte, von dem der Kaiser so große Stücke hielt, aber Erkundigungen im nächsten Dorf ergaben, dass er es tatsächlich war.
So riefen sie ihn vom Ufer aus höflich an.

Der Eremit watete ans Ufer, nahm die reichen Geschenke der Gesandten entgegen und vernahm ihr seltsames Begehren.
Als ihm schließlich klar wurde, dass der Kaiser ihn, den Eremiten, zum Premierminister des Reiches machen wollte, warf er den Kopf zurück und brüllte vor Lachen.
Als er sich schließlich beruhigt hatte, sagte er zu den bestürzten Gesandten: „Seht ihr diese Schildkröte hier, wie sie im Schmutz mit ihren Schwanz wippt?“

„Ja, geehrter Herr“, sagten die Abgesandten.

„Nun sagt mir, stimmt es, dass sich der kaiserliche Haushalt jeden Tag in der Palastkapelle versammelt und eine ausgestopfte Schildkröte verehrt, die sich in einem Schrein über den Hauptaltar befindet, eine göttliche Schildkröte, deren Rückenschild mit Diamanten, Rubinen und anderen Edelsteinen inkrustiert ist?“

„So ist es in der Tat, geehrter Herr“, sagten  die Abgesagten.

„Glaubt ihr wohl, dass dieser kleine Bursche hier, der im Schmutz mit seinem Schwanz wackelt, den Platz mit der göttlichen Schildkröte tauschen würde?“

„Nein, verehrter Herr“, sagten die Gesandten.

„Dann geht und sagt dem Kaiser, dass auch ich das nicht will.
Ich möchte lieber lebendig in diesen Bergen als tot in seinem Palast sein.
Niemand kann in einem Palast wohnen und lebendig bleiben.“

(Quelle: 365 Geschichten, die gut tun von Anthony de Mello)

 

                                  

 

PS: Heißt das jetzt: Lieber Hartz IV als den Job von Frau Merkel?

 

 

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