Das Wort zum Montag #8

Ich habe ein neues Buch von  Joyce Meyer entdeckt. Unter dem Titel „100 Dinge, die das Leben leichter machen“  fragt sie anhand von Bibelversen und ihrem eigenen Leben, ob das Leben möglicherweise gar nicht kompliziert ist, sondern es erst kompliziert wird durch die Art wie wir es anpacken.
Und genau diese 100 Dinge möchte ich jetzt in meinem Leben reflektieren.
Mal schauen, ob mir das gelingt und ich die nötige Ausdauer habe *seufz*

pixabay.com, bearbeitet

Sie selbst sein

„Ganz ich selbst zu sein, in einer Welt, die einen ständig zu etwas anderen machen möchte, ist das Größte, was man erreichen kann.“
Ralph Waldo Emerson, amerikanischer Philosoph

„Jeder achte genau auf sein eigenes Leben und Handeln, ohne sich mit anderen zu vergleichen.“
Galater 6:4

Jahrelang habe ich versucht, so zu sein wie andere. Ich habe versucht, wie sie zu beten, mich wie sie zu verhalten, ja sogar wie sie auszusehen. Die ganze Zeit war ich unglücklich und mühte mich ab, bis ich schließlich erkannte, dass Gott mir niemals helfen wird, jemand anderes sein als ich selbst. Es gibt einen Grund, warum er mich so gemacht hat, wie ich bin, und nicht so wie jemand anderen. Das Leben ist sehr kompliziert, wenn man ständig versucht, jemand anderes zu sein. Wir sind nicht darauf programmiert, wie andere zu sein. Und Gott zeigt uns auch wie das geht, denn das ist sein Wille.

Sie müssen sich mit nichts und niemanden messen, und das bedeutet echte Freiheit. Jesus ist gekommen, um Menschen auf vielerlei Weise zu befreien, und das ist eine davon.  Ich möchte es noch einmal wiederholen: Sie müssen weder sich noch irgendeinen Aspekt von sich mit anderen vergleichen. Sie müssen auch nicht wetteifern, um genauso gut oder besser zu sein (2. Korinther 10:12). Gott erwartet lediglich von uns, dass wir so wie wir sind unser Bestes geben. Ich sage immer: „Er will, dass ich die beste Joyce Meyer bin, die ich sein kann.“ Seit mir das klar ist, habe ich mich in riesigen Schritten entwickelt.

Andere Menschen können uns ein Vorbild sein oder uns anregen, uns in einem bestimmten Bereich unseres Verhaltens noch mehr Mühe zu geben. Aber. niemand außer Jesus selbst sollte unser Maßstab sein. Paulus schrieb an die Christen in Korinth, sie sollten seinem Beispiel folgen, wie er Christus folgte. Er schrieb ihnen, er sei ihr Vorbild, aber er sagte niemals, dass sie so werden müssten wie er.

Lernen Sie, sich in der Gegenwart anderer zu entspannen und einfach Sie selbst zu sein. Wenn andere Sie ablehnen, so lehnen Sie Gottes Schöpfung ab. Natürlich haben wir alle Bereiche, an denen wir noch arbeiten müssen, aber nur Gott kann diese Änderung bewirken. Er tut es auf seine Art und zu seiner Zeit. Manchmal gefällt uns, wer wir sind so wenig, dass wie eine Scheinpersönlichkeit aufbauen, die wir der Welt zeigen. Dadurch entstehen meistens Beziehungsprobleme. Aber wenn wir uns dazu befreien lassen, einfach so zu sein, wie Gott uns geschaffen hat, dann liegt Gottes Segen spürbar auf uns und wir werden akzeptiert. Ich habe aufgehört, zu versuchen. Menschen dazu zu bewegen, mich zu mögen, uns vertraue darauf, dass Gott mir gute Beziehungen schenkt.

Ich mag mich, weil ich ich bin, und deshalb mögen mich auch die anderen – vielleicht nicht alle, aber es gibt genug Menschen, die mich mögen, und mit ihnen bin ich beschäftigt genug. Wenn Sie beschließen, sich selbst so anzunehmen und zu mögen, wie Sie sind und wie Gott Sie geschaffen hat, dann erfahren Sie mehr Annahme und weniger Ablehnung.

*     *     *     *     *

Ooooooh, das kenne ich zu gut.
Die ganze Kindheit und auch, was dann danach kam, wurde mir das Gefühl gegeben, nicht gut genug zu sein.
Ich sollte immer anders sein.
Ich war ein sehr ruhig Kind und ich war gut in der Schule.

Für meine Mutter aber viel zu ruhig, nicht gut genug.
Jede der ganz seltenen „Dreien“ löste Diskussionen aus.
Ich solle mehr aus mir heraus gehen, sollte mehr aus mir machen, sollte unbedingt studieren, sollte dies und jenes sein.
Sie wollte stolz auf mich sein.
Auf ihre Art.
Sie war Kaderleiterin in ihrem Betrieb (für alle Nicht-Ossis, Personachefin).
Sie war verantwortlich dafür, welche Leute eingestellt und welche Lehrlinge (Azubis) ausgebildet worden.
Sie hatte ihren Wertmaßstab.
Da kam ich nicht ran.

Meine Schwester gelang das besser.
Sie wurde Lehrerin.
Ich blieb das mickrige Ding.

Das zog sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
Es gipfelte dann in der Beziehung mit J.
Für ihn war ich ein „Fehler“.

Der endgültige Zusammenbruch kam dann im April dieses Jahres.
Nun buddle ich mich so langsam wieder nach oben.
Ganz langsam.

Ich hoffe, dass ich das irgendwann mal sagen kann:

Ich mag mich, weil ich bin wie ich bin.

Nein, es gab nicht nur Ablehnung in meinem Leben.
Mein Nest, wo ich mich wohl fühlte, war meine Ehe mit dem weltbesten Ehemann.
20 Jahre lang.
Bis er 2009 an den Folgen eines Magendurchbruchs starb.

Dann bin ich wieder rausgefallen aus dem Nest.

Aufgesammelt von J.
Fallengelassen von J.
Geflüchtet von J.

Und  nun  mit 60 noch einmal neu angefangen, auf dem Weg, dass ich mich so annehmen kann wie ich nun mal bin.

Einzigartig und kein Fehler.

*     *     *     *     *

  1. Regel: Eins nach dem anderen tun
  2. Regel: Lernen Sie Zufriedenheit
  3. Regel: Setzen Sie Gott an die erste Stelle
  4. Regel: Leben Sie zur Ehre Gottes
  5. Regel: Sorgen Sie sich nicht um Morgen
  6. Regel: Lassen Sie die Vergangenheit los
  7. Regel: Lernen Sie Nein zu sagen

*     *    *     *     *

Rostparade #4 Bildbearbeitungskuddelmuddelknäuel

Heute habe ich dieses Bild gezaubert:

 

Fragt mich bitte nicht, wie ich das gemacht habe.

ICH WEISS ES NICHT.

Es ist ein Mix aus photoscape und GIMP.
Bin von einem zum anderen gehopst und wieder zurück.
Und das mehrfach.
3 Stunden lang.
Ursprünglich hatte ich vor, einen scharfen Briefkasten vor einem unscharfen Hintergrund zu basteln.
Und ich habe NICHT die Knöpfe gefunden, wo man dies einstellen kann.
Macht aber nüscht.
Habe ich eben einen bunten Briefkasten auf schwarz-weißem Hintergrund.
Und man könnte denken, ich hätte das mit Absicht genauso gemacht.

Bestimmt lachen sich jetzt alle Bildbearbeitungsspezialisten schlapp.
Aber lacht mal nur, jeder hat mal klein  angefangen.
Auch ihr.

*     *     *     *     *

Vielen Dank an Vetch!
Durch ihren Tipp hatte ich es in 5 Minuten so, wie ich es eigentlich wollte.

Obwohl ….
Jetzt gefällt mir das obige doch besser.
Es hat was…
Wenn ich nur noch wüsste, wie ich es gemacht habe???

 

*      *      *      *      *

Das Foto von heute – so schön kann man im Oktober blühen

Ich hatte heute wieder so ein richtiges Tief, ausgelöst durch eine Nichtigkeit.
Warum bin ich verdammt nochmal so dünnhäutig geworden?
Aber immerhin habe ich nun gelernt, wie ich gegensteuern kann, gegen diese „AlleshatjadochkeinenSinn-Grübelei“.

Rausgehen, immer rausgehen mit Hund und Kamera.
Und wenn einem dann zwischen all dem verwelktem Laub so ein schönes Blümchen anstrahlt, ist die Welt schon fast wieder in Ordnung.
Fast.

 

 

*     *     *     *     *

Not-to-do-Liste

Ein Mutter schreibt an ihre Tochter 13 Dinge, die Mädchen niemals tun sollten und veröffentlicht es auf facebook:

(Hier an dieser Stelle habe ich die url der facebookseite eingetippt und staune: es erscheint eine Vorschau auf diese Seite, sozusagen ein kleines wordpress-Wunder 😉

Hier die Übersetzung (von t-online.de)

„An meine Tochter,

  • entschuldige dich nicht, wenn jemand anderes dich anrempelt.
  • Sag nicht ‚Entschuldigung, dass ich so eine Nervensäge bin‘. Das bist du nicht. Du bist eine Person mit Gedanken und Gefühlen, die Respekt verdient.
  • Erfinde keine Ausreden, warum du nicht mit einem Jungen ausgehen kannst, mit dem du nicht ausgehen möchtest. Du schuldest niemandem eine Entschuldigung. Ein einfaches ‚Nein, danke‘ sollte ausreichen.
  • Denk nicht darüber nach, was du in Anwesenheit anderer Leute isst. Wenn du Hunger hast, iss – und iss, was du möchtest. Wenn du Lust auf Pizza hast, bestell dir keinen Salat, nur weil andere Menschen dabei sind. Bestell die verdammte Pizza.
  • Trage deine Haare nicht lang, nur um jemand anderen glücklich zu machen.
  • Trage kein Kleid, wenn du nicht möchtest.
  • Bleibe nicht zuhause, nur weil du niemanden hast, der mit dir ausgeht. Geh mit dir selbst aus. Mache Erfahrungen mit dir selbst und für dich selbst.
  • Halte deine Tränen nicht zurück. Weinen bedeutet, dass du etwas fühlst, das raus muss. Es ist keine Schwäche zu weinen. Es ist menschlich.
  • Lächle nicht, nur weil jemand zu dir sagt, du sollst lächeln.
  • Hab keine Angst, über deine eigenen Witze zu lachen.
  • Sag nicht ‚ja‘ nur um höflich zu sein. Sag ’nein‘, weil es dein Leben ist.
  • Halt mit deiner Meinung nicht hinter dem Berg. Sprich sie aus, und zwar laut. Du sollst gehört werden.
  • Entschuldige dich nicht dafür, wer du bist. Sei mutig und unerschrocken und wundervoll. Sei kompromisslos du selbst.“
*     *     *     *    *
Die Mama hat diesen Brief geschrieben, als ihre Tochter in den Kindergarten kam.
Ich denke aber, diese 13 Punkte gehen auch mit 60J. noch.

 

Die wichtige Botschaft ist: Bleibe du selbst!

*     *     *     *     *

See the bigger picture J02 + W27 – Ich lerne fotografieren

See the bigger picture“ ist ein Kartenspiel mit Lernaufgaben für das Fotografieren.
Pro Karte gibt es eine Aufgabe, was und wie man fotografieren soll.
Die Aufgaben sind aber mehr an die gerichtet, die schon mit dem Fotoapparat in der Wiege lagen.
Also meilenweit von mir und meiner Knipserei entfernt.
Aber ich habe entdeckt, dass es dieses Spiel auch für Kinder gibt.
Ich habe es mir gekauft und ziehe nun jede Woche eine Karte.
Und ja, es macht mir Spaß und bin jede Woche total neugierig auf das neue „Wochenprogramm“
Gestartet bin ich hier.

Für diese Woche war es folgende Aufgabe:

J02:     Finde den Mindestabstand deiner Kamera heraus und fotografiere ein beliebiges Objekt, so nah wie möglich.

W27:   Wähle für deine Aufnahme die Perspektive so, dass die Aufmerksamkeit des Betrachters in die Mitte des Bildes geführt wird.

Mein Motiv: Ein Kuchenkrümel auf meiner Jeans mit zwei verschiedenen Kameras

Ist schon komisch, zwei verschiedene Kameras, das gleiche Motiv, zur gleichen Zeit, mit gleichen Lichtverhältnissen und doch so unterschiedlich.

Gut, Aufgabe gelöst, es geht zur nächsten:

Dazu wieder eine Aktionskarte:

Das ist schon etwas schwieriger für mich. Na, mal sehen …

*      *      *      *      *

 

Blitzlicht #10

pixabay.com

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Nach 3 Wochen Urlaubspause  hatte ich heute Vormittag wieder einen Therapie-Termin.

Und ich konnte darüber berichten, was aus meiner Spielrunden-Idee geworden ist.
Er war schlichtweg begeistert von meiner Aktion.
Es ist auch völlig in Ordnung, dass es beim ersten Mal nicht alles 100% passte.
Er fragte mich, ob ich möchte, dass er mir ein Kartenspiel zeigt für 2-6 Personen.
Ich nickte und er lief sogleich zu seinem Spieleregal und kam Skip-Bo zurück.
Er erklärte mir kurz die Spielregel und wir spielten 2 Runden damit.
Ich fand das total in Ordnung und habe mich gefreut.
Vermutlich spielt er genauso gern wie ich.
Heute halt mal für 10 Minuten auf Kosten der Krankenkasse.
Ein Dankeschön an die Krankenkasse!

Ich habe Herrn M. auch von meinen Lieblingsautisten erzählt, dass wir gestern im Tierpark waren.
Daraufhin hat er mir ganz viel über Autismus erklärt, was sich da im Kopf abspielt.
Das hat mir echt geholfen, manche Reaktionen nachträglich zu verstehen, was mir gestern irgendwie rätselhaft erschien.
Auch dass vieles angelernte Reaktionen sind, die er selbst nicht empfindet, aber für ihn wichtig sind für soziale Kontakte.
Gut für mich zu wissen, dass ich nicht dauernd dumm nachfragen muss, was er gar nicht verstehen kann.
Er weiß es schlichtweg einfach nicht.

Ein Beispiel ist, dass ich mal erwähnt habe, dass der jüngste Kelly-Family-Spross seine eigene Kelly-Family gegründet hat und nun mit dieser genau wie sein Vater Straßenmusik macht.
Abends hat er sich dann an den Rechner gesetzt und alle Geburtsdaten und Namen dieser neuen Kelly-Family auswendig gelernt.
Mit diesem Wissen kam er dann wieder zu mir und ich habe gar nicht weiter darauf reagiert, weil, sowas muss ich nicht wissen.
Neee.
Aber nun weiß ich, dass das seine Art ist mit Menschen zu kommunizieren, weil er dann gelobt wird, weil das genau seine Stärken sind.
Dann wird er wahr genommen.

Wieder zu Hause, habe ich mir das Kartenspiel Skip-Bo bestellt und gleichzeitig den Film „Rain Man“.
Ich hatte ihn ja schon einmal gesehen, kann mich aber an Einzelheiten nicht mehr erinnern.
Bei Amazon gab es die DVD für nur 4,45€.
Nun also nochmal mit ganz anderen Augen anschauen.

Kurz gesagt, mein Therapeut bekommt heute zwei ganz große, dicke Dankeschön-Sternchen.
Auch so kann Hilfe aussehen.

*     *     *     *     *

 

Zoo und soo #2

Musste ich doch das schöne Wetter nochmal ausnutzen und fuhr mit meinem Hundemädchen und (staune, staune mit meinem Lieblings-Autist, den ich mutig ganz spontan dazu eingeladen habe) wieder in den Tierpark.

Und das ist hängengeblieben:

 

*     *     *     *     *

Die Geschichte zum Mittwoch #14

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Der Wolf und das kleine Lamm

Ein Wolf  und ein kleines Lamm kamen einmal zur gleichen Zeit an einem Bach und tranken. Der Wolf trank  weiter oben, das Lamm weiter unten. Als der Wolf das weiß flockige Lamm erblickte, hörte er auf zu trinken, lief zu ihm und sprach: „Warum trübst du mir das Wasser, dass ich nicht trinken kann?“

Das Lämmlein antwortete: „Wie kann ich dir das Wasser trüben? Du trinkst doch weiter oben. Viel eher könnte ich sagen, dass du mir das Wasser trübst.“

Der Wolf rief: „Wie? Du trübst mir das Wasser und fluchst und gibst mir noch dazu böse Worte!“

Das kleine Lamm entgegnete friedlich: „Ich fluche nicht.“

Der Wolf zeigte aber zornig seine Zähne und grollte: „Vor sechs Monaten  fluchte mir dein Vater, und nun tust du es! Du bist ganz wie dein Vater.“

„Wie kann ich etwas an Schuld tragen, dass mein Vater vor sechs Monaten getan hat“, verteidigte sich das Lamm, „damals war ich ja noch nicht geboren.“

Der Wolf aber, der entschlossen war, das kleine Lamm zu fressen, redete sich immer mehr in Wut: „Du bist es, der mir Wiesen und Äcker abgenagt und verdorben hat!“

„Wie ist das möglich“, sagte das Lamm, „ich habe doch noch keine Zähne!“

„Ha“, knurrte der Wolf und duckte sich, „finde nur so viele Ausreden, als du magst, es hilft dir nichts! Ich werde dich noch heute fressen!“

Und er sprang das unschuldige Lamm an und tötete es, um es zu fressen.

Martin Luther

 

                                

 

Die Moral der Geschichte: Der Mächtige hat immer Recht? Oder: Der Mächtige kann sein böses Vorhaben immer irgendwie rechtfertigen?

Habe auch was Wissenschaftliches gefunden: Dissonanzvorbeugung.  Der Wolf beugt einem schlechten Gewissen vor.

Aha.

Ein bisschen erinnert mich das an meine Vergangenheit:

„Du bist schuld, wenn ich mein Leben nicht so leben kann, wie ich möchte. Du bist schuld, weil du nicht den ganzen Tag durchhältst und dich mittags hinlegen musst. Du bist schuld … Und deshalb werde ich wütend, deshalb tobe ich rum, deshalb verletze ich … Ich kann nichts dafür, du bist schuld“

*     *     *     *     *

Hilflos und einsam … :(

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Gestern auf dem Heimweg vom Offenen Treff stand die Bahn plötzlich.
Und stand und stand und stand.

Der Fahrer sagte, dass in der vor ihm fahrenden Tram ein Notarzteinsatz wäre und es ginge bestimmt gleich weiter.
Machte es aber nicht.
Meine Bahn war inzwischen fast leer, die Leute machten sich zu Fuß auf den weiteren Heimweg.

Ich hatte dazu keine Lust und dachte mir, ich könne in die davorstehende Notarzt-Bahn steigen, die würde ja sowieso eher fahren und ich könne gleich mal gucken, ob es denn noch lange dauern würde.
Ich stieg dort ein und sah … die Sanitäter kümmerten sich um einen, der noch kurz zuvor mit mir für 2 Stunden im Offenen Treff Phase10 gespielt hatte.
Er war bei einer  Notbremsung der Bahn schwer gestürzt.

Ich fragte, ob ich helfen kann.
Etwas aus seiner Wohnung holen, ein paar Sachen oder so.
Nein, sagte er.
Ob ich jemand anrufen, informieren sollte.
Nein, sagte er.
Er lebt allein.
Hat niemand.

Und ich fühlte mich so schrecklos hilflos.
Hätte gern irgendetwas getan, irgendetwas geholfen und wusste nicht was.
Er wurde dann ins Krankenhaus gefahren.
Genau in das Krankenhaus, in dem mein weltbester Ehemann 2009 gestorben ist.
Ich bin nicht in der Lage, auch nur einen Fuß in dieses Krankenhaus zu setzen.

Zu Hause angekommen, hätte ich nur noch heulen können.
Ich rief dann noch eine Mitspielerin an, um es irgendwie rauszulassen.
Es ging mir mies.
Nein, nicht „ging“, sondern es „geht“ mir immer noch mies.

Spät abends bekam ich noch eine WhatsApp Nachricht von dem Autisten, er habe seine Arbeit verloren, Ende Dezember schließt das Werk.
Er hat dort 32 Jahre gearbeitet.
Es geht ihm psychisch schlecht.
Er ist einsam und allein.

Und ich?
Sitze auch zu Hause.
Einsam und allein.

Da waren wir schon drei am gestrigen Abend.
Und wie viele Menschen in dieser 3,5-Millionen-Stadt werden es auch gewesen sein.

Shit.

*     *     *     *     *

Das Wort zum Montag #7

Ich habe ein neues Buch von  Joyce Meyer entdeckt. Unter dem Titel „100 Dinge, die das Leben leichter machen“  fragt sie anhand von Bibelversen und ihrem eigenen Leben, ob das Leben möglicherweise gar nicht kompliziert ist, sondern es erst kompliziert wird durch die Art wie wir es anpacken.
Und genau diese 100 Dinge möchte ich jetzt in meinem Leben reflektieren.
Mal schauen, ob mir das gelingt und ich die nötige Ausdauer habe *seufz*

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Lernen Sie Nein zu sagen

„Die Kunst zu leiten besteht darin, Nein zu sagen, nicht Ja zu sagen. Es ist sehr einfach, Ja zu sagen.“
Tony Blair

„Sagt einfach klar Ja oder Nein, damit ihr euch nicht schuldig macht und dafür verurteilt werdet.
Jakobus 5:12b

Niemand mag das Wort Nein wirklich. Wenn Sie Ja zu etwas sagen, grinsen die Menschen freudig, aber wenn Sie Nein sagen, werden Sire selten freundliche Gesichter sehen. Es ist ganz natürlich, dass wir geliebt und anerkannt werden möchten, aber dieses Verlangen birgt die Gefahr, dass wir versuchen, es allen recht zu machen. Das macht das Leben jedoch sehr kompliziert, denn die Menschen um uns herum erwarten alles Mögliche von uns.  Haben Sie schon einmal den Satz „Man kann es nicht allen recht machen“ gehört? Menschen, die es allen recht machen wollen, stellen sehr schnell fest, dass man einen hohen Preis dafür bezahlen muss, wenn man versucht, allen  das zu geben, was sie gern hätten, um sie glücklich zu machen. Man verliert sich selbst dabei.

Gott hat jeden Menschen einzigartig erschaffen. Wir sind Individualisten, die das Recht haben, ihr eigenes Leben zu leben. Das heißt nicht, dass wir uns nie anpassen oder unsere Wünsche zurückstellen, um anderen zu helfen oder sie glücklich zu machen. Es bedeutet aber sehr wohl, dass wir es nicht ständig allen recht machen können, denn dabei verlieren wir Gott aus den Augen. Gott freut es überhaupt nicht, wenn wir seinen Plan für unser Leben nicht mehr verwirklichen, weil wir so sehr damit beschäftigt sind, alle anderen zufriedenzustellen, dass wir ein unerfülltes Leben und seine Ziele für uns außer Acht lassen.

Ich selbst hatte sehr damit zu kämpfen. Da ich als Kind sexuell missbraucht wurde, habe ich mich oft als minderwertig und überflüssig empfunden. Ich hasste das Gefühl der Ablehnung und sehnte mich so sehr nach Annahme, dass ich bereit war, jeden Preis dafür zu zahlen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis ich herausfand, dass ich mich um mein eigenes Leben betrog, wenn ich Ja sagte, obwohl ich eigentlich lieber Nein gesagt hätte.. Ich fing an, genau die Menschen zu hassen, die ich glücklich machen wollte und musste auf lange Sicht gesehen erkennen, dass sie keine wahren Freunde waren.

Menschen, mit denen man nur glücklich wird, wenn sie einen kontrollieren dürfen, benutzen einen. Wenn man das zulässt, wird man dabei nicht nur selbst verletzt, sondern die anderen werden auch verletzt. Leider werden die Menschen alles tun, was wir ihnen erlauben.  Das scheint die sündige Natur des Menschen zu sein. Den anderen ehrlich und liebevoll zur Rede zu stellen und sich nicht länger kontrollieren zu lassen, hilft allen Beteiligten und führt langfristig zu ausgeglichenen guten Beziehungen.

Beschließen Sie, es als Erstes Gott recht zu machen. Stellen Sie Seinen Willen über den eigenen und über den anderer.  Wenn Sie dann überzeugt sind, dass Gott möchte, dass Sie zu etwas Ja sagen, sagen Sie Ja und bleiben Sie dabei. Aber wenn Sie den Eindruck haben, dass er möchte, dass Sie Nein sagen, dann sagen Sie Nein und bleiben Sie auch dabei. Gott gibt uns immer die Kraft und alles, was Sie sonst noch brauchen, um seinen Willen zu tun – auch die Kraft, ganz schlicht und einfach Nein zu sagen. Schon allein die Tatsache, dass unser Leben kompliziert ist und wir uns abmühen, kann ein Hinweis darauf sein, dass wir nicht den Willen Gottes tun. Wenn unser Herz Nein sagt, aber unser Mund aus Furcht vor Ablehnung Ja sagt, können wir nicht erwarten, dass Gott uns hilft. Er ist nicht dazu verpflichtet, irgendetwas zu vollenden, das er nicht angeordnet hat.

Sie sind in bester Gesellschaft, wenn Sie lernen müssen, Nein zu sagen.  Bitten Sie Gott um seine übernatürliche Kraft und Weisheit, damit sie lernen, leichter Entscheidungen zu treffen, und vertrauen Sie seiner Wegweisung.

Joyce Meyer, 100 Dinge, die das Leben leichter mache, S. 24

*     *     *      *     *

Hm.

Mein Senf dazu?
Nein sagen kann ich ganz gut.
Ich weiß, was ich leisten kann und was nicht.
Ich habe für mich gelernt, diese Grenzen zu akzeptieren und das dann auch so formulieren.

Würde ich mich dazu quälen, hätte keiner Spaß dran.
Ich nicht, die anderen nicht und die Sache als solches würde auch nicht gelingen.
Dann lieber gleich Nein sagen.

Kompliziert wird es, wenn ich einmal zugesagt hatte.
Dann kriege ich in seltenen Fällen dieses „Nein“ hin.
Ich will zuverlässlich sein, ein Mensch, auf den man sich verlassen kann.
Weil ich genau das an anderen mag.

Fazit: Dieses Problem ist keines, was hohe Priorität hat für mich. Aber es kommen ja noch 93 andere Dinge, die das Leben kompliziert machen können. 7 davon gab es schon, also bleiben noch 93.

*     *     *     *     *

  1. Regel: Eins nach dem anderen tun
  2. Regel: Lernen Sie Zufriedenheit
  3. Regel: Setzen Sie Gott an die erste Stelle
  4. Regel: Leben Sie zur Ehre Gottes
  5. Regel: Sorgen Sie sich nicht um Morgen
  6. Regel: Lassen Sie die Vergangenheit los

*     *    *     *     *

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