Mein Seelenfutter 05.03.2019

An einem heißen Augusttag hatte der Fuchs großen Durst.
Da kam er zu einem Ziehbrunnen, sprang in einem Wassereimer und verschwand unten im Brunnen.
Er trank und trank, dann aber sagte er plötzlich: „Oh, ich Narr, wenn jetzt der Bauer kommt, verprügelt er mich nach Noten.“
Er dachte nach und dachte nach, er war nämlich ein großer Schlaumeier und Schelm. „Den ersten Esel, der hier vorbeikommt, den überrede, in den anderen Eimer zu springen. So kommt er hinunter und ich hinauf.“
Bald darauf kam sein Freund, der Wolf, vorbei.
Da rief der Fuchs von unten: „He, Freund, ich bin in den Brunnen gestiegen, um zu trinken, jetzt bin ich hier ganz allein. Komm doch auch herunter, dann leisten wir uns Gesellschaft. Hier unten ist es schön kühl. Es ist einem richtig wohl!“
„Aber wie komme ich denn hinab?“, fragte der Wolf. —
„Schau, dort ist ein Eimer, spring hinein und komme zu mir.“
Der arme Wolf – er war schon immer naiv gewesen – sprang in dem Eimer, und während er in den Brunnen hinunterfuhr, fuhr der Fuchs hinauf.
Als der Wolf alleine unten saß, fragte er: „Was soll ich jetzt hier?“
Der Fuchs antwortete: „Schau selbst,wie du zurechtkommst. Ich bin frei. Mir ist jetzt kühl genug, bleib du ruhig dort!“
Nun begriff der arme Wolf, dass man sich auf schlechte Freunde nie verlassen soll.

Ein Freund täuscht den anderen,
sie reden kein wahres Wort;
sie haben sich daran gewöhnt,
dass einer den anderen betrügt.
Jeremia 9:4

(Quelle: „Ein Lächeln macht die Runde“, Axel Kühner)

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