Ja, ja, mich gibt es noch …

… irgendwie.

Die Tagen zogen sich hin wie Kaugummi, mit mir war nix los, wie so oft in den letzen Monaten.
Ich sitze da und sitze da und sitze da.
Alles wirklich Wichtige habe ich hinbekommen, das Unwichtige schiebe ich vor mir her, was langsam sich zu einem  riesigen Berg sich anhäuft.
Mit einfach mal Zusammenreißen – das funktioniert nicht.
Man ist taub, stumpf.
Aber die Hunde versorge ich, hab sogar jetzt ein tägliches Hundebürsten eingeführt.
Das genießen die Beiden sehr.
Für mich hat es etwas Meditatives, Beruhigendes, auch genießend.
Aber die Gassi-Runden sind dann wieder schwierig, wie schwimmen in klebrigen Sirup.
Das alles kenne ich, es ist nicht neu.
Jedesmal, wenn es vorbei ist, bin ich mir sicher, ich schaffe es, es kommt nicht zurück.
Es kommt trotzdem.
Abends nehme ich mir meistens vor, morgen, ja morgen ist es besser, du stehst gleich 6 Uhr auf, dann schaffst du auch noch einiges, was liegen geblieben ist.
Es bleibt weiter liegen.
Ein irgendetwas hält mich fest, ganz fest.
Aber morgen, das nehme ich mir ganz dolle vor, dann stehe ich wirklich um 6 Uhr auf.
Es ist Freitag, ich möchte ein bissel putzen.
Ob es mir gelingt?
Erwarte ich zuviel von mir?
Diese verflixten Botenstoffe in meinem Kopf, können die nicht ganz normal ihren Dienst tun, wie bei allen anderen Menschen auch?
Ich hadere.
Ich höre schon andere sagen, hey Weena, setz‘ dich nicht unter Druck, mach, was dir gut tut….
Ich könnte tausend „aber“ dagegensetzen….

Vielleicht fange ich mit kleinen Schritten an?
Ein Foto jeden Tag?

Gestern Abend habe ich eins vom Sonnenuntergang  auf meinem Balkon gemacht, heute wieder.
24 Stunden liegen dazuwischen.
Nur 24 Stunden und so anders.

Beide wieder unbearbeitet, nur Rahmen drum und „Weena“ drauf, kein Filter.
Selbst die Kameraeinstellung ist die gleiche.

Hm. Wenn sich innerhalb von 24 Stunden die Stimmung in meinem Kameraobjektiv so verwandeln kann, dann muss es doch auch in meinem Kopf möglich sein. Immerhin habe ich ja noch den Vorteil lebende Zellen im Kopf zu haben und nicht nur „hardware“, ein bisschen Elektronik, totes Zeugs.

Also werde ich nachher wieder in mein Bett gehen mit der ganz festen Überzeugung.
Morgen, ja morgen ist alles viel besser, lichter, heller, vielleicht im umgekehrten Sinn der Fotos.
Hier das rötliche, das hellere zuerst und dann das dunklere, düstere.
Und im Kopf umgekehrt?
Wie in der Bibel steht, die Letzten werden die Ersten sein?

Ja, ich weiß, jetzt schreibe ich wirklich Schrott und höre sofort auf.
Punkt.

 

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6 Gedanken zu “Ja, ja, mich gibt es noch …

    • Ach, liebe Julia, vielen Dank für deine lieben Worte. Ich habe mir auch den link angeschaut, finde ihn sehr interessant, muss mich aber noch näher damit befassen.
      Aber es ist schon irre, dein „schön, dass es dich gibt“, hat bei mir genau das Gegenteil bewirkt. Ich weiß, dass du aus ganz ehrlich meintest, aber mein inneres Nervenkostüm hat folgendes draus gemacht: „Was soll denn schön daran sein, dass es mich gibt? Es interessiert doch keinen. Wenn ich plötzlich nicht mehr da wäre, mich würde keiner vermissen. Ob ich nun da bin oder nicht, ist doch wurscht“
      Die Depressionen lassen grüßen. Ob ich jemals aus diesen Teufelskreis herauskommen? Mich wieder wertschätzen kann?

  1. Ach liebe Weena, bitte nicht verzweifeln, nicht so viel nachdenken. Das Leben mag nicht immer schön sein, aber es kann schön werden. Du schreibst übrigens keinen Schrott, Du schreibst von Dir, von Gefühlen. Das ist gut. Und – ich lese es! Also Kopf hoch, ich möchte gern auch mal was Positives lesen!

    Liebe Grüße
    Jobst (stresemann)

    Nur zur Info: Mich hat eine Depression 18 Monate außer Gefecht gesetzt und die meldet sich auch heute noch ab und an. Aber ich geh da jetzt durch. Das Leben kann nämlich sehr schön sein.

    • Vielen Dank für deine lieben Worte, ich würde es mir auch so sehr wünschen, das das Leben wieder lebenswert ist, also das ich es auch so empfinde. Irgendwann.

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