Ich gründe eine Gruppe #2

Nun, gestern  war der Tag und ich war sowas von nervös …

Die beiden eingeladenen Frauen sind tatsächlich gekommen und mein Kuchen war auch gelungen.
Zuerst haben wir ein bissel gequatscht, um uns etwas kennenzulernen.
Haben den Kuchen gegessen und Kaffee getrunken.
Dabei bin ich nicht mal auf die Idee gekommen, dass eine keinen Kaffee mag.
Tat es aber und ich musste fix noch entcoffeinierten kochen.

Natürlich war alles viel zu viel.
Zuviel Kaffee, zuviel Kuchen.
Und ja, wir haben auch gespielt.
Mensch ärgere dich nicht.
Aber irgendwie war noch Anspannung drin, nicht locker genug.

Die eine der beiden Frauen redete und quatschte ununterbrochen, sie war wie aufgezogen und laut.
Die andere war sehr ruhig (was so besser zu mir passte), sie hatte mehr Tiefgang, sie pflegt zu Hause ihren erwachsenen Sohn, während die andere ganz viel über ihre vielen Reisen nach sonstwohin erzählte.
Da kam ich nicht mit.
Da hatte ich nichts zu erzählen.
Bei dem pflegebedürftigen Sohn schon, Muskelathrophie.
Da kenne ich mich aus.
Auch mit Hilfsmitteln und überhaupt die ganze Palette, was das Leben mit Behinderung so mit sich bringt.

Und so haben wir einen Nachmittag verbracht, der  ein Anfang für mich war oder sein könnte. Denn die Viel-Rede-Tante wird nicht wieder kommen.
Sie meinte beim Verabschieden, die „andere“ wäre ihr zu  ruhig, das würde nicht passen.

Um ehrlich zu sein, das ist mir auch ganz lieb so.
Es war unheimlich anstrengend mit ihr.
Ich war hinterher so fertig.

Nun werde ich schauen, ob noch andere dazu kommen würden.
Eine hat schon zugesagt.

Aber das allerwichtigste ist, dass ich mich überhaupt getraut habe.
Egal, ob es nun letztendlich etwas wird oder nicht.
Ich habe mich getraut, auf andere wildfremde Menschen zuzugehen.
Wow!
Vielleicht kriege ich es ja auch noch hin, dies nicht nur aus der Anonymität des Internets heraus zu tun, sondern auch reale Menschen anzusprechen.

Das wäre der nächste Schritt.
Aber an der Stelle bin ich noch nicht.
Ich frage erst noch die, die im Netz noch Interesse signalisiert haben.

Auch wenn sich diese ganze Aktion in Luft auflösen sollte, die Erfahrung dabei war es auf alle Fälle wert.
Und ich bin jetzt nicht mehr so verkrampft, kann locker lassen und sehen, was passiert.
Ob etwas passiert.

 

*     *     *     *     *

4 Gedanken zu “Ich gründe eine Gruppe #2

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