Ich bin wie ein Gummiball

Nein, ich komme wirklich noch nicht damit zurecht.

Ostern war gelinde gesagt: Mist
Ich saß hier allein zu Hause und war selbst schuld.
Ich hatte zweimal ein Angebot, dass ich besucht werde.

Einmal M., eine frühere Freundin.
Sie wollte Karfreitag kommen, weil da ihr Freund Nachtschicht hatte.
Ich habe abgesagt.
Empfindlich wie ich zur Zeit bin, wollte ich nicht  besucht werden, wenn es gerade mal besser ist, nicht zu Hause zu sein, weil der Partner schlafen möchte.
(Das Gefühl, Lückenbüßer zu sein)
Ich weiß, das ist idiotisch.
In unserer verrückten Zeit, muss man ja schauen, wie man alles am besten organisiert bekommt.
Blöd wie ich bin, wollte ich also nicht.

Der zweite Besucher war der Autistenfreund.
Ja, jener, der vor ein paar Wochen mir gesagt hat, dass seine Mutter meinte … ich wäre „nur“ eine Bekannte und keine Freundin.
Und er wollte eine richtige Freundin haben.
Eine richtige Freundin ist nach seiner Aussage eine, die man an die Hand nimmt und mit der man schläft.
Nungut, das wollte ich nicht, also hat er den Kontakt abgebrochen.
Aber bereits 4 Wochen später kam dann wieder die eine oder andere WhatsApp-Nachricht, die ich freundlich beantwortet habe.
Dann kam er mal zum Gottesdienst mit, dann auch zur Spielegruppe.
Zwei Tage vor Ostern meinte er, er kommt mich Oster-SA besuchen, weil er ein Geschenk für mich hat. (Nicht gefragt, ob ich es gut finden würde, sondern bestimmt: er kommt)
Nein, ihn hier bei mir zu Hause wollte ich ihn nicht haben, wollte nicht, dass er sich Hoffnungen macht.
Er meinte nämlich, ich sei zwar nur eine Bekannte, aber am Anfang ist man immer erst „Bekannte“ und manchmal dauert es eben etwas länger…. Ob ihn das seine Mama gesagt hat?
Jedenfalls habe ich auch abgesagt.

Dann wollte T.  am Ostersonntag mich besuchen, darauf habe ich mich gefreut, habe auch Schokoladenbecher für den Eierlikör gekauft.
Nur … hier hat T. abgesagt, es ginge ihr nicht gut.

Und so saß ich Ostern allein hier und draußen schneite es.
Ich war zerknautscht und habe an alles jedem gezweifelt.

Einen Tag nach Ostern sind bei mir alle Lebensgeister wieder erwacht.
Ich fing an zu putzen und zu saugen und puhlte nun endlich die aufgeklebten Schneeflocken von meinen Fensterscheiben ab.
Ich ging wieder raus mit den Hunden auf große Runden mit der Kamera in der Tasche.

Der Frühling war da.

Nun schmiedete ich wieder Pläne.

Das mit der „magischen Spüle“ wollte ich unbedingt nochmal beginnen, und  mich wieder auf Motivsuche mit meiner Kamera machen.
Ich habe sogar überlegt, ob ich den Fotokurs weitermache, den ich vor einem Jahr begonnen hatte, mir jedoch zu schwierig war und ihn gekündigt hatte.
Aber jetzt, nach einem Jahr Knipserei schaffe ich es vielleicht?

Von meinen Yoga für Ältere und Anfänger hatte ich ja schon berichtet.
Diese Übungen sind alle im Sitzen.
Deshalb habe ich mir überlegt, ob ich nicht wenigstens den „Sonnengruß“ richtig hinbekommen könnte.
Mit ein bisschen Übung?
Ich habe auch bei youtube ein passendes Video gefunden.
Und siehe da, ich kriege es hin.

Juhuu!

….

Nein, ich komme nicht wirklich damit klar, diese Auf und Ab’s, dieses Pläneschmieden und am nächsten Tag wieder in der Sofaecke hängenbleiben.
Das war doch früher nicht so.
Soll das jetzt mein Leben sein?
Soll ich damit lernen umzugehen?
Bleibt das so?
Oder wird das wieder besser?

Ich fühle mich wie ein Gummiball.
Mal auf den Boden schlagen und im nächsten Moment wieder gen Himmel zu fliegen.

Bleibt das wirklich so?

 

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