Huuuuhuuu, ich bin wieder da!

Na, das war ja wieder ein Ding.
Hat es mir doch tatsächlich so hinweggerafft, dass gar nichts mehr ging.
Eine schlimme depressive Episode, wie es fachmännlich heißt.
Mit Suizid-Druck vom Feinsten.

Aber ich habe es geschafft!
Ich habe es wiedermal geschafft und bin doch gestärkt daraus hervor gegangen.
Gestärkt insofern, dass ich nun weiß, das es eben nur eine „Episode“, eine „Phase“ ist, die vergeht, in der nur die Botenstoffe in meinem Hirn verrückt spielen, dass es nicht mal von irgendetwas Äußerlichen getriggert sein muss, sondern dass es kommt und geht.
Das es immer wieder kommen kann, ist nicht schön, absolut nicht, aber es geht auch wieder.
Immer wieder.
Und meine Lebensversicherung ist mein Hundemädchen.
Sie ist eine Tierschutzhündin und ich habe ihr ganz fest versprochen, dass sie nie wieder ins Hundegefängnis braucht.
Also muss ich mich um sie kümmern, muss sie füttern, muss mindestens 3x am Tag mit ihr raus, egal wie es mir geht, egal ob ich lieber im Bett bleiben würde und Löcher in die Wand gucken mag.
Und nur das.
Also aufstehen, jeden Morgen.
Anziehen, jeden Morgen.
Rausgehen, jeden Morgen.

Aber nun geht es mir wieder besser, ich hab sogar heute auf meinem Balkon die Weihnachtsbeleuchtung abgebaut (ausgeschaltet hatte ich sie dann aber schon länger) und ein paar Stiefmütterchen gepflanzt.
Ich hatte sie irgendwann auf dem Rückweg vom Therapeuten bei Aldi gekauft (selbstverständlich haben auch andere Discounter solche Blümchen) und erstmal auf den Balkon gestellt.

Ein bisschen traurig sahen sie mittlerweile auch aus, aber vielleicht schaffen sie es ja, genauso wie ich.

Auf der anderen Seite … Vor ziemlich genau 10 Jahren habe ich schon einmal traurige Stiefmütterchen gepflanzt.
In dieser Zeit lang mein Mann im künstlichen Koma.
Ich dachte mir, wenn die Blümchen es schaffen, schafft es mein Mann auch.
Die Stiefmütterchen hatten es geschafft.
Mein Mann nicht.
Da muss Gott etwas verwechselt haben …

Achja, und mit dem Bibellesen fange ich nun doch nochmal von vorn an.
Habe mir neue Bibelstifte gekauft zum Markieren und eine neue Bibel mit Schreibrand.
Soll heißen, ich mache wieder Pläne, die Kamera habe ich heute auch wieder herausgeholt (siehe Foto) und meine Baumserie geht nun auch weiter. (siehe oben)

Und eine kleine Kätzchenweide durfte auch auf meinen Balkon einziehen.

Kurz gesagt, ich bin wieder unter den Lebenden und blogge weiter.
Halleluja!

* * * * *






Ja, ich nun auch. Fastenzeit

Ich weiß nicht, ob es mir nur so vor kommt, aber ich habe das Gefühl, die Fastenzeit ist zu so einem großen Lifestyle-Ding mutiert.
Es ist irgendwie „in“, die 40 Tage vor Ostern mit irgendetwas zu fasten.
Sei es kein Fleisch, kein Alkohol, keine Schoki, kein Handy, kein Internet, kein Auto, kein Sonst-irgendetwas.
Nix materialistischen.
Der biblische Hintergrund ist, dass Jesus 40 Tage ohne Essen durch die Wüste lief.
Die Zahl 40 kommt in der Bibel häufiger vor, 40 Tage war die Sintflut, 40 Jahre zog das Volk Israel durch die Wüste (Beachte 40 Jahre! Sie liefen im Kreis), Mose war 40 Tage auf dem Berg Sinai kam mit den 10 Geboten zurück und 40 Tage hatte Jona Zeit, die Leuten von Ninive dazu zu bewegen, wieder ein gottgefälliges Leben zu führen. Jona ist der, der von einem Fisch verschluckt wurde.

Nunja, und wir machen nun auch mit, 40 Tage auf irgendetwas zu verzichten, um dann wieder voll zuzuschlagen.
Oder auch nicht.

Ich bin auf jeden Fall kein Freund, von solch aufgesetzten Sachen.
Ich mag nicht, mir Silvester irgendetwas vornehmen, was ich eh nicht halten werde.
Ich mochte nicht, am Muttertag Verrenkungen zu machen, weil irgendjemand meinte, genau an diesem Tag sollen alle Mütter ganz dolle geehrt werden.
Ich mag nicht, wenn Leute nur zu Weihnachten in die Kirche gehen, weil es doch so schön ist und der kleine Jesu in der Krippe – hach wir sind doch alle so christlich.
Ich mag auch keine „Weltgebtstage“, an dem alle auf dieser Erde beten für etwas, was sich auch wieder ein Kirchenfunktionär ausgedacht hat.
Nein, ich mag dieses alles nicht.

Entweder es kommt aus meinem Herzen und findet dann den Weg nach außen, wann es für mich gut ist und nicht an einem vorgeschriebenen Tag oder gar nicht.
Manche mögen das für sich anders sehen und das ist für sie dann ok.

Nun nun komme ich zum Punkt, zum krassen Gegensatz zu dem, was ich gerade geschrieben habe: ich mache ab morgen Zuckerfasten!

Runzelt da etwa jemand die Stirn?
Ich mache das natürlich nicht, weil alle Welt jetzt glaubt, bis Ostern auf irgendetwas zu verzichten zu wollen, sondern weil ich echt schokoladen- und eis-süchtig bin.
Ich komme einfach an den Süßkram nicht vorbei.
Und dann esse ich nicht nur so ein Stückchen Schoki, sondern tafelweise.
Wenn ich nichts zu Hause laufe ich wie ein Tiger im Käfig auf und ab und suchen in allen Verstecken, ob sich nicht irgendwo noch ein Krümelchen versteckt hat.
Und dagegen möchte ich jetzt etwas tun.
Kein Industriezucker mehr.
Ich möchte es aber nicht militant machen, d.h. wenn ich irgendwo zu Besuch bin, möchte ich schon ein Stück Kuchen essen, auch wenn mir jemand etwas schenkt, möchte ich es dann genießen, nur kaufen will ich es nicht mehr.

Und das nicht nur 40 Tage lang, sondern solange es gut geht, open end sozusagen.
Mal sehen, ob mir das gelingt.
Aber das, was ich noch zu Hause hatte, habe ich heute vernichtet, habe das Eis aufgegessen (siehe oben) und auch das Glas mit der Schokocreme ausgelöffelt.
Und ab morgen kein Geld mehr für den Zuckerkram.
Man darf gespannt sein.

Achja, wäre noch interessant, ob sich an meinem Gewicht etwas ändert.
Muss aber nicht.

* * * * *



Mein Seelenfutter 08.03.2019

Ein Mann stürzte bei einer Bergwanderung in eine tiefe Schlucht.
Beim Absturz konnte er sich gerade noch an einem Zweig festhalten.
Dort hing er nun über dem dreihundert Meter tiefen Abgrund.
Voller Angst sah er den winzigen Zweig und die tiefe Schlucht und spürte, wie seine Kräfte schwanden.
In seiner Todesangst schrie er zu Gott: „Gott, wenn es dich gibt, rette mich, dann will ich auch immer an dich glauben!“
Nach einer Weile tönte eine mächtige Stimme durch die Schlucht: „Das sagen alle Menschen, wenn sie in großer Not sind!“ —
„Nein, Gott, ich bin nicht wie die anderen, ich will wirklich an dich glauben, hilf mir doch bitte!“ —
„Gut, ich werde dich retten“, ertönte die Stimme, „lass den Zweig los, ich werde dich auffangen und bewahren!“ —
„Den Zweig loslassen, bin ich denn verrückt!“, schrie der verzweifelte Mann.

Es ist dem Menschen ein Fallstrick,
unbedacht Gelübde zu tun und erst nach
dem Geloben zu überlegen
Sprüche 20:25

(Quelle: „Ein Lächeln macht die Runde“, Axel Kühner)

* * * * *

Mein Seelenfutter 06.03.2019

Drei Jungen toben auf einem Spielplatz.
‚Als sie müde sind, hocken sie auf der Bank und unterhalten sich.
Einer will wichtiger und witziger sein als der andere.
Ein Junge legt los: „Mein Onkel ist Pfarrer. Wenn der durch sein Dörfchen geht, nehmen die Leute die Hände aus den Taschen und sagen ‚Hochwürden'“
Der zweite Junge antwortet: „Ich habe einen Onkel, der ist Kardinal. Wenn der durch sein Städtchen geht, dann reißen die Leute die Mützen vom Kopf und sagen ‚Eminenz‘.“
Der dritte Junge wirft ein: „Das ist doch gar nichts. Ich habe einen Onkel,der ist sooo dick. Wenn der über die Straße geht, dann schlagen die Leute die Hände über den Kopf zusammen und rufen: ‚Allmächtiger‘.“

Eines hat Gott geredet, ein Zweifaches habe
ich gehört: Gott allein ist mächtig!
Psalm 62:12

* * * * *

Mein Seelenfutter 05.03.2019

An einem heißen Augusttag hatte der Fuchs großen Durst.
Da kam er zu einem Ziehbrunnen, sprang in einem Wassereimer und verschwand unten im Brunnen.
Er trank und trank, dann aber sagte er plötzlich: „Oh, ich Narr, wenn jetzt der Bauer kommt, verprügelt er mich nach Noten.“
Er dachte nach und dachte nach, er war nämlich ein großer Schlaumeier und Schelm. „Den ersten Esel, der hier vorbeikommt, den überrede, in den anderen Eimer zu springen. So kommt er hinunter und ich hinauf.“
Bald darauf kam sein Freund, der Wolf, vorbei.
Da rief der Fuchs von unten: „He, Freund, ich bin in den Brunnen gestiegen, um zu trinken, jetzt bin ich hier ganz allein. Komm doch auch herunter, dann leisten wir uns Gesellschaft. Hier unten ist es schön kühl. Es ist einem richtig wohl!“
„Aber wie komme ich denn hinab?“, fragte der Wolf. —
„Schau, dort ist ein Eimer, spring hinein und komme zu mir.“
Der arme Wolf – er war schon immer naiv gewesen – sprang in dem Eimer, und während er in den Brunnen hinunterfuhr, fuhr der Fuchs hinauf.
Als der Wolf alleine unten saß, fragte er: „Was soll ich jetzt hier?“
Der Fuchs antwortete: „Schau selbst,wie du zurechtkommst. Ich bin frei. Mir ist jetzt kühl genug, bleib du ruhig dort!“
Nun begriff der arme Wolf, dass man sich auf schlechte Freunde nie verlassen soll.

Ein Freund täuscht den anderen,
sie reden kein wahres Wort;
sie haben sich daran gewöhnt,
dass einer den anderen betrügt.
Jeremia 9:4

(Quelle: „Ein Lächeln macht die Runde“, Axel Kühner)

* * * * *

Was mache ich nur falsch?

Gestern ist mein Mann 60 Jahre alt geworden.
Wäre er geworden.
Er ist am 17.4.2009 gestorben.
Vor fast 10 Jahren, nach 20 Jahren Ehe und er war der weltbeste Ehemann der Welt.
Wir haben uns diese ganzen 10 Jahre nie gestritten.
NIE.
Wirklich! Ich schwöre, es stimmt, kein einziges lautes Wort gab es.
Die unterschiedlichen Meinungen, die wir manchmal hatten, haben wir einfach im Gespräch geklärt, völlig unaufgeregt.
Harmonie pur.
Gott hatte eine riesengroße Hecke um uns gezogen, so habe ich es gefühlt, haben wir gefühlt.
Keine Katastrophen.
Manchmal sagte mein Mann, er hätte Angst, weil bei uns alles so gut läuft, wann denn mal etwas Schlimmes kommt, es kann doch nicht nur immer alles gut sein.‘
Das gibt es doch nicht, soviel Glück und Harmonie auf einmal.

Die Katastrophe kam dann am 17.4.2009, mein Mann starb an den Folgen eines Magendurchbruchs.
Die Hecke war weg.
Der Schmerz über den Verlust war so groß, dass er kaum zu ertragen war.
Ich wurstelte mich so durch den Alltag, irgendwie.
Meine Tochter war in der Nähe, das war gut, das gab Halt.

Ende 2013 lernte ich einen Mann kennen.
Nein, er suchte mich.
Denn ich wollte keinen neuen, keinen anderen.
Und doch ließ ich mich drauf ein.
Ich zog zu ihm, mitten in den Wald auf ein großes Grundstück.
Natur pur.
Zu Beginn war das sehr heilsam, ich begann ein Landei zu werden, es tat mir gut, mit den Tieren zu leben (3 Hunde, 1 Katze, zeitweise auch Katzenbabays, und ein ein paar Schafen).
Ich begann, dieses ursprüngliche Leben im Wald zu lieben.
Doch das war nur der Anfang, unsere Beziehung wurde zur blanken Katastrophe für mich.
Er entpuppte sich Choleriker mit Aggressionen, Wutausbrüche, Demütigung, Gewalt.
Es war nicht zu ertragen.
Wo Gottes Hecke?

Mit dem Beginn des Landei-Lebens bröckelte auch meine Standleitung nach oben, musste ich mir doch anhören „Dein Gott ist ein Arschloch (sorry, das ist O-Ton)“ oder „Dein Gott hilft dir eh nicht, du übst keine Nächstenliebe“, weil ich mich weigerte bestimmte Dinge zu tun. Das waren die harmloseren Sachen.
Ich wurde nur nach meiner Leistung bewertet, das ging soweit, dass auch ich mich nur noch über meine Leistung definierte.
Und mit der war es nicht sonderlich weit her.
Ich war ein NICHTS, das heulend in der Ecke hockte.
Ich war soweit unten, ohne Vertrauen zu mir, ohne Vertrauen auf Gott.
Ich liebte mich nicht mehr, ich liebte Gott nicht mehr.

Wieder gefunden habe ich mich dann in einer kleinen Mietswohnung in Berlin.
Meine Tochter hat mich herausgeholt. DANKE!
Neustart.
Allein.
Selbstwertgefühl im Minusbereich, starken Depressionen mit extremen Suiziddruck.
Wo war Gott?
Das ist jetzt 2 Jahre her.
Die Depressionen sind besser geworden, Dank Therapeuten, Dank Medikamente.

Gestern las ich in meinen Lieblingsandachtsbuch, das ich wieder herausgekramt hatte:

„Hat Gott nicht einen Schutzwall um den Gläubigen gesetzt (Hiob 1:10), den zu durchbrechen dem Teufeln unmöglich ist?
Wenn wir dies glauben, bewahrt uns vor vielen nachträglichen Vorwürfen. Wir sagen dann nicht mehr: ‚Wenn der Notarzt nur ein wenig eher gekommen wäre‘ oder ‚wenn mein Mann nur ein anderes Fahrzeug genommen hätte‘. Unser Leben ist von unendlicher Weisheit und in unendlicher Macht geplant. Er hat einen perfekten Zeitplan für jeden von uns, und sein Zug fährt nach eine vollkommenen Fahrplan.“

Genau diesen bedingungslosen Glauben (man nenne ihn auch naiv) hatte ich verinnerlicht, das hatte ich gelebt, mit meinem Mann gelebt, damit war ich glücklich.
Bis ich in den Wald zog.

Aber auch nachdem ich wieder in der Stadt war, habe ich die Standleitung nach „oben“ nicht wieder gefunden.
Ich gehe in den Gottesdienst, lese in der Bibel oder andere christliche Sachen.
Aber es ist Kopf gesteuert.
Das, was mein Kopf weiß, kommt nicht im Bauch an.
Ich wünschte mir so sehr, dass sie wieder da ist, die Standleitung nach oben, dass das Gottvertrauen wieder da ist, dass ich Gott hören und spüren kann.
Ich möchte wieder glücklich sein damit.
Aber Gott bleibt stumm.

Was mache ich falsch?

? ? ? ? ?




Mein Seelenfutter 01.03.2019

Bild von moonzigg auf Pixabay

Ein kleines Kurrierflugzeug gerät in große Schwierigkeiten.
Plötzlich setzen die beiden Triebwerke aus.
An Bord befinden sich neben dem Piloten ein bedeutender Wissenschaftler, ein kleiner Pfadfinder und ein würdiger Bischof. Der Pilot ruft den dreien zu: „Wir müssen mit dem Fallschirm abspringen, um unser Leben zu retten. Das Dilemma ist nur, dass es gerade drei Fallschirme gibt. Einen brauche ich, und ihr drei müsst unter euch ausmachen,welche zwei sich retten können!“
Der Wissenschaftler betont, wie wichtig er für die Welt mit seinen Forschungen ist, und beansprucht Vehemenz einen Fallschirm,greift einfach zu und springt ab.
Der Bischof schaut den kleinen Pfadfinder an und sagt liebevoll: „Du bist jung und hast das Leben noch vor dir, ich bin alt und habe mein Leben gelebt, nimm du den zweiten Fallschirm und rette dich, bevor es zu spät ist!“ –
„Ist nicht nötig“, sagte der Junge, „wir haben beide noch einen Fallschirm. Der Wissenschaftler, der oberkluge, hat sich meinen Rucksack gegriffen und ist abgesprungen!“

Weh denen, die weise sind in ihren eigenen 
Augen und halten sich selbst für klug!
Jesaja 5:21

(Quelle: „Ein Lächeln macht die Runde“, Axel Kühner)

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