Du fehlst mir …

… seit fast 9 Jahren bist du nicht mehr da.

Ich weiß nicht, wo diese 9 Jahre hin sind.
Sie sind wie ein Wimpernschlag.

Es ist, als sei es gestern gewesen, als ich an deinem Krankenhausbett auf der Intenivstation stand, wir uns in den Armen lagen, weil wir dachten, dass du es geschafft hast, dass es nun wieder alles gut wird und du die drauffolgende Nacht nicht überlebt hast.

… seit fast 9 Jahren bin ich allein. Der Versuch, eine neue Beziehung einzugehen, scheiterte jämmerlich und waren die reinste Katastrophe.

… seit fast 9 Jahren ist die Hecke weg, die Gott um unsere Ehe gezogen hatte, das nichts, aber auch gar nichts Böses durchdringen konnte.

Es ist so viel passiert, so viel Unschönes in diesen letzten 9 Jahren ohne dich und ohne die Hecke.
Und nun sitze ich hier.

Ja, ich lebe.
Irgendwie.
Immer noch.

Ich weiß nicht, was nach dem Tod passiert.
Ich weiß nicht, wo du bist.
Ob du noch da bist oder ob du es erst wieder sein wirst am Ende dieser Welt.
Ich habe keinen Zugang zu dieser deiner jetzigen Welt.

Und so bitte ich meinen großen Gott, dir zu sagen, dir das Gefühl zu geben, dass ich dich immer noch liebe.
Auch noch nach diesen 9 Jahren.
Und die nächsten 9 Jahre.

Und ich warte, ich warte bis eines Tages die Tür aufgeht und du mir entgegen kommst.
Für immer.

Ist es albern, dass ich immer noch Klamotten für dich habe, einmal komplett zum Anziehen?
Griffbereit.
Denn vielleicht öffnet sich die Tür schon morgen.
Wer will das schon wissen?
Wer kennt Zeit?

9 Jahre, die nicht existiert haben.

*     *     *     *     * 

13 Gedanken zu “Du fehlst mir …

  1. ich schwanke ob ich hier auf den „gefällt mir“ Knopf drücken soll oder nicht.
    Einerseits sind es berührende Worte, aber anderseits stimmt es mich doch ein wenig traurig.
    Ich hoffe dein Blog gibt dir ein wenig Kraft, ich schicke dir auf alle Fälle ein wenig Kraft. Auch wenn ich sie selbst brauche, aber es wird genug für mich übrig bleiben.
    GLG
    Martina

    • Ich danke dir, ja, die Liebe ist tief und ist auf der einen Seite auch etwas sehr schönes, sie hilft mir im Moment sehr, auch wenn es sich traurig anhört. Ich bin 100% überzeugt, dass wir uns wiederfinden werden, auch wenn dann dort eine Ehe so wie wir sie jetzt kennen, nicht mehr sein wird. Es wird dann sicher anders sein,aber auf keinen Fall schlechter, sondern besser, schöner. Daran glaube ich.

  2. So lange er in deinem Herzen ist, lebt er weiter.
    Ist zumindest meine Einstellung dazu und ich hoffe, es gibt dir etwas Kraft für die nächsten Jahre.
    Viele Grüße
    Dieter

    • Dass er in meinem Herzen weiterlebt, hilft mir nicht wirklich weiter. Ich brauche den Gedanken, dass ich ihn irgendwann wiedersehe.
      Und daran glaube ich. Muss ich.

  3. Es muss eine sehr schöne Liebe gewesen sein, die du erleben durftest.
    Deine Worte berühren mich sehr, so voller Liebe und Traurigkeit.
    Ich finde es schön das du weißt das ihr euch wieder sehen werdet.

    • Ja, es war die Liebe meines Lebens. Es ist nicht zu glauben, aber es stimmt wirklich: in den 20 Jahren, die wir zusammen waren, ist nie ein böses Wort gefallen, kein Streit, nichts Lautes, Frieden und Liebe pur. Natürlich hatten wir auch Meinungsverschiedenheiten, aber die wurden ganz sachlich und ruhig geklärt.
      Ja, das gibt es wirklich.

  4. Daß eine solche Liebe für Dich existiert hat, muß doch Kraft geben. Denke ich.

    Vielleicht tust Du ihm den besten Gefallen, wenn Du dein jetziges Leben mit Kraft und Zuversicht lebst. Dann würde er sich freuen!

    • Es ist wie bei so vielen, erst wenn man es nicht mehr hat, weiß man wie viel man verloren hat. Mir wird es fast jeden Tag bewusst, wenn man in die so vielen kaputten Beziehungen schaut, die um uns herum existieren. Es war uns schon damals bewusst, dass wir etwas besonderes haben. Manchmal saßen wir uns gegenüber und hatten einfach Angst, dass doch irgendwann mal etwas Schlimmes passieren muss, weil immer nur Harmonie und Frieden geht doch gar nicht.
      Und ja, ich bin sehr dankbar, dass ich das erleben durfte, trotzdem oder gerade deswegen komme ich doch so schwer allein zurecht (hat mein Therapeut gesagt).
      Ich weiß, das er sich wünscht, dass ich glücklich bin. Das hat er auch zu Lebzeiten immer gewollt und war seine größte Sorge.
      Ich werde mir Mühe geben, auch wenn ich schon mal soweit war, ihm aus eigenen Entschluss zu folgen.
      Ich weiß aber auch, dass er dafür wenig Verständnis hätte.
      Es ist wie es ist und ich kämpfe, denn das gefiel ihm wirklich am besten, wenn ich mich nicht unterkriegen lasse.
      In diesem Sinne mach ich weiter …

  5. Es ist wie bei so vielen, erst wenn man es nicht mehr hat, weiß man wie viel man verloren hat. Mir wird es fast jeden Tag bewusst, wenn man in die so vielen kaputten Beziehungen schaut, die um uns herum existieren. Es war uns schon damals bewusst, dass wir etwas besonderes haben. Manchmal saßen wir uns gegenüber und hatten einfach Angst, dass doch irgendwann mal etwas Schlimmes passieren muss, weil immer nur Harmonie und Frieden geht doch gar nicht.
    Und ja, ich bin sehr dankbar, dass ich das erleben durfte, trotzdem oder gerade deswegen komme ich doch so schwer allein zurecht (hat mein Therapeut gesagt).
    Ich weiß, das er sich wünscht, dass ich glücklich bin. Das hat er auch zu Lebzeiten immer gewollt und war seine größte Sorge.
    Ich werde mir Mühe geben, auch wenn ich schon mal soweit war, ihm aus eigenen Entschluss zu folgen.
    Ich weiß aber auch, dass er dafür wenig Verständnis hätte.
    Es ist wie es ist und ich kämpfe, denn das gefiel ihm wirklich am besten, wenn ich mich nicht unterkriegen lasse.
    In diesem Sinne mach ich weiter …

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