Die Geschichte zum Mittwoch

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Der Hirtenjunge und der Wolf

Es war einmal ein Hirtenjunge, der hütete jeden Tag eine Schafherde. Jeden Morgen holte er die Tiere von ihren Besitzern ab und trieb sie in die Berge, wo die Schafe frisches Gras fressen sollten. Und an jeden Abend brachte der Junge die Schafe wieder zurück ins Dorf. Doch manchmal langweilte sich der Hirtenjunge, weil er den ganzen langen Tag nichts anderes sah, als nur Schafe.

Daher wollte er sich einmal einen Spaß erlauben und rief: „Der Wolf! Der Wolf! Der Wolf will sich ein Schaf holen!“

Da kamen die Leute mit ihren Mistgabeln und Dreschflegeln aus dem Dorf gelaufen, um dem Wolf zu verjagen. Doch es war gar kein Wolf da! Der Hirtenjunge musste über seinen Streich und die verdutzten  Gesichter der Bauern herzlich lachen. Die Bauern fanden es nicht lustig.

Dem Jungen gefiel sein Streich so gut, dass er ihn nach einigen Tagen wiederholte. Und wieder rief er: „Der Wolf! Der Wolf will sich ein Schaf holen!“

Wieder kamen alle Bewohner des Dorfes gerannt, um den Wolf zu verscheuchen, doch es war kein Wolf zu sehen.

Eines Abends, als sich der Hirtenjunge mit den Schafen auf den Heimweg  machen wollte, kam wirklich ein Wolf.

Der Junge schrie voller Angst: „Der Wolf! Der Wolf will eines der Schafe holen!“ Doch diesmal kam nicht ein einziger Bauer, um ihm zu helfen. Und so trieb der Wolf die Schafe in die Berge und fraß sie alle auf. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht!

Aesop

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Tja, das ist dann wohl selbstredend und braucht meinen Senf dazu nicht, auch wenn ich dazu viele Beispiele aus meinen ach so langen Leben dazu fügen könnte. Wenn das Vertrauen weg ist, isses weg.

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2 Gedanken zu “Die Geschichte zum Mittwoch

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