Das Beste von vorgestern, gestern und heute … 05./06./07.03.2018

Nun stand er herum, dieser halbfertige oder besser der fast fertige Schreibtisch.
T. wollte am Dienstag (also gestern) mit mir den Rest zusammenschrauben.
Montagfrüh kam eine Nachricht: Komme schon heute, gegen 15 Uhr.

Oh, große Freude, bin noch zum Bäcker und habe zu 15 Uhr die Kaffeemaschine angestellt und schaue nochmal auf mein Handy: „Tut mir leid, aber nach meinem Absturz vom Samstag ist mein Kreislauf noch nicht fit genug, komme morgen“.

Oh oh, dachte ich. Einen Absturz bedeutet bei ihr, dass sie irgendetwas so sehr getriggert hat, dass sie keine andere Möglichkeit sieht, aus der Situation herauszukommen, als sich medikamentös zuzudröhnen… Ich weiß, dass sie am Samstag zu ihrer Freundin putzen gehen wollte. Das macht sie jeden Samstag.

Also gut, kein Schreibtisch bauen.

Dann Dienstagfrüh: „Kann nicht kommen, liege heulend im Bett. Ich dachte, sie ist meine Freundin, war aber doch nur ihre Putzfrau…“ Sicher, jeder kennt das. Manchmal täuscht man sich in einem Menschen und ist traurig, wenn es anders kommt. Aber bei psychisch Kranken ist das nicht mehr zu kontrollieren. Manchmal bricht man auch schon nach noch so scheinbar harmlosen Sprüchen zusammen und landet in einer schweren depressiven Phase.

Ich wusste nicht, ob ich mich nun ärgern sollte, sie überhaupt gefragt zu haben wegen des Schreibtischs, wenn sie denn so labil ist und ich nicht wirklich lange zwischen einen halbfertigen Schreibtisch im Wohnzimmer leben mag.

Nein, ich ärgerte mich nicht wirklich über sie, sondern über mich, dass ICH das allein nicht hinbekomme und tröstete mein Gewissen, dass in der Aufbauanleitung  2 Personen stand.

Aber es war wie es war.

Cut.

Gestern Abend fiel mir schlagartig ein, als ich am Samstag im Botanischen Volkspark total vergessen hatte, J. den Kaffee zu bezahlen, so wie ich es vor gefühlten halben Jahr J. versprochen hatte. Als Dankeschön für etwas, was ich schon wieder vergessen hatte. Und da ich weiß, wie empfindlich er in solchen Dingen ist, schrieb ich ihn noch kurz vor Mitternacht eine sms und bat um Entschuldigung. Keine 2 Minuten später klingelte das Telefon: Alles nicht so schlimm.

Nun unterhielten wir uns so über dies und jenes und ich erzählte von meinem Schreibtisch und er bot sich an, am Donnerstag das Teil wenigstens richtig auf die Füße zu stellen und in die richtige Ecke zu schieben, er sei am Donnerstag eh in der Hauptstadt.

Ja, das wäre super, wenigstens weg aus der Mitte des Raumes.

Und was soll ich sagen, rief er heute Vormittag an: Komme schon heute Nachmittag, Donnerstag ist es alles zeitmäßig zu knapp.

Kam, sah und baute fix den Rest zusammen, dreht ihn mit mir von der Platte auf die Füße und dann in die Ecke ….

So schnell, so einfach!

Man kann aus dem Aufbau eines Schreibtisches auch eine Wissenschaft machen, ein Buch drüber schreiben oder wenigstens einen Blogbeitrag…

Nun muss ich ihn nur noch einräumen.

DANKE

 

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