Das Beste von heute

Aufstehen.
Gassi-Gehen.
Bad.
Frühstücken.
Und los geht’s.
Kücheputzen

Wollmäuse jagen.

Mittagessen.
Autogenes Training, wie immer.

Große Gassirunde am herbstlichen Feld entlang.

Ein Himmel wie immer die letzten Tage.

Mit Kleinigkeiten am Wegesrand.
Johanniskraut.

Oder Hagebutten.

Dann.
Einkaufen.

Tochter hat Geburtstag,
Heute.
Sie will nicht feiern.
Zu stressig, sagt sie.
Ich wollte trotzdem für eine halbe Minute ihr das Geschenk geben.
Die einzige Stunde, die sie heute Nachmittag da war, habe ich verpasst.
Bin unendlich traurig darüber.
So wie die Blumen jetzt.
Ich fühle mich getriggert.

Ich fühle mich schlecht.
Fühle mich abgelehnt.
Wie beim letzten Mal, als das Enkelkind Geburtstag hatte.
Bin überflüssig.
Wenn es mich nicht gäbe, kein Mensch, würde es merken.
Gut, den Blog würde es nicht mehr geben.
Auch kein Verlust.
Laufe die Abendrunde gassi.
An der Haustür eine Spinne.

Eklig.

Hunde füttern.
Abendbrot essen.
Der Tag ist gelaufen.

Und morgen ist ein neuer Tag.
Ein besserer.

 

12 Gedanken zu “Das Beste von heute

  1. Lass dich nicht unterkriegen und vor allem, mach dich nicht klein. Töchter und Mütter haben auch ihre Kriegsbeilzeiten, vielleicht lässt sich ein Gespräch mit ihr führen?

    Schöne Fotos hast du gemacht!
    Morgen ist ein hoffentlich besserer Tag für dich.

    Liebe Grüße,
    Anna-Lena

  2. Liebe Weena,

    bis zum Geburtstag deiner Tochter dachte ich: boah, was für eine Power-Frau und welch schöne Bilder!!!
    Und auf einmal zerbröckelte alles zu feinem Staub… Ich kann dich sehr gut verstehen, dass dich das nicht-erreichen deiner Tochter an Ihrem Geburtstag so heruntergezogen hat.
    Versuche trotzdem, so schwer es fallen mag, dich auf dich selbst zu konzentrieren.
    Deinen Selbstwert nicht von den Stimmungen und Bewertungen anderer abhängig zu machen, so nahe sie dir auch stehen mögen.
    Gib deiner Tochter Zeit – vielleicht muss sie ja gerade selbst etwas in Ruhe verarbeiten, worüber sie nicht sprechen möchte…
    Behalte und genieße die Blümchen für dich – und das Geschenk gibst du ihr, wenn ihr euch das nächste mal sehr.

    Du schaffst das! Und ich auch 🙂

    Liebe Grüße und gute Nacht,
    Julia

    PS: liebe Grüße auch an die wunderschöne Spinne ;-)))

    • Liebe Julia,
      du hast ja recht. Guck mal in den nächsten Kommentar, da habe ich noch etwas dazu geschrieben.
      Alles Liebe für dich
      Weena
      (Der „Test“-Kommentar ist auch angekommen)

  3. Liebe Anna-Lena, liebe Julia,
    meine Tochter ist in Ordnung. Sie und ihr Mann haben einen fulltime-job, sie haben 2 Kinder und bauen z.Zt. ein Haus. Also Stress ohne Ende und zeitmäßig ist alles sehr eng gestrickt.
    Ich bin das Problem. Meine Botenstoffe im Kopf spielen eben oft verrückt. Mich triggern Dinge, die vollkommen in Ordnung sind. Aber ich kann dann in dem Moment nichts dagegen tun und die Spirale geht abwärts. Ich muss nur sehr aufpassen, dass ich dann nicht noch ungerecht werde und vielleicht Dinge sage, die noch alles komplizierter machen. Ich darf nicht alles gleich als Ablehnung für mich interpretieren. Ich hoffe, die Therapie bringt mich dahin. Oder wenigstens eine „Gegenstrategie“
    Und heute geht es mir wieder besser. 🙂

    • Ja, genau das ist das Problem. Ich empfinde mich nicht als wertvoll. Ich kann auch nichts wirklich gut und bin für niemanden wichtig. Neben den Depressionskram habe ich durch mein Sjögren Syndrom noch eine ausgeprägte Leistungsinsuffizienz. Wenn ich etwas mache, brauche ich sehr lange Ruhepausen, davon schreibe ich im Blog nichts. Es soll kein Jammerblog sein.
      Es ist schon objektiv so, dass ich für nix zu gebrauchen bin.
      Solange ich mich in meinen enggesteckten Grenzen bewege, klappt es dann schon ganz gut. Nur manchmal eben, wenn ich dann auch noch Ablehnung spüre(und die ist manchmal real und manchmal wie oben nur ein Gefühl), dann geht meine Spirale nach unten.
      Liebe Grüße
      Weena

  4. Liebe Weena,

    Du bist nicht hier auf der Welt, damit Dich etwas oder jemand gebrauchen kann. Du bist hier, um zu leben. Lass Deinen Wert nicht von anderen abhängig sein, finde Dich und erkenne, wie wertvoll Du bist. Gehe viel in die Natur, wenn Du kannst. Das heilt.

    Alles Gute für Dich.

    Liebe Grüße
    Wolkenbeobachterin

    • Ja, Natur ist gut. Ich habe in den letzten Monaten die Natur für mich entdeckt. Ich, die Hunde, die Kamera und die Natur. Diese Dinge zusammengerührt, dann fällt alles von mir ab.
      Es ist so in mir drin, dass ich mich gut fühle, wenn ich gebraucht werde. Aber du hast schon recht.
      Das wäre dann mein Ziel, einfach das Dasein als Sinn zu verstehen.
      Danke für deine Worte.
      Liebe Grüße
      Weena

    • Ja, ich habe es mir einreden lassen. Fast jeden 2. Tag habe ich hören müssen, dass ich ein „Fehler“ sei, dass andere dies oder jenes besser machen. Und „gut“ kann ich gar nicht. Ach, doch, der selbstgemachte Eiersalat soll gut gewesen sein. Dann beißt sich das fest.
      Es wird wohl dauern, bis das raus ist.
      Auch dir danke für deine Antwort.
      Liebe Grüße
      Weena

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