Das Beste von gestern und heute 03./04.03.2018

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Da sitze ich nun hier, müde und kaputt und überlege, was denn nun „das Beste“ an diesen beiden Tagen war. Und es passiert etwas, was mir bisher nicht passiert ist, solange ich diesen Blog schreibe, mir fällt nichts ein.

Gibt es das? War wirklich an diesen beiden Tagen nichts, was schön und erzählenswert ist? Vorhin musste ich sogar sehr lange überlegen, was ich denn gestern Nachmittag überhaupt gemacht habe.

Und da ist auch auch schon: das Beste!

Vorgestern rief mich nämlich J. an, ob ich Lust hätte auf einen Samstagnachmittagskaffee im Botanischen Volkspark. Ich habe zugesagt. Für alle, die hier J. noch  nicht kennen, es ist jener, der ein mittleres Erdbeben bei und in mir ausgelöst hat, jener, dessen Aggressivität mich so tief verletzt hat, mein Selbstwertgefühl ins Minus rutschte, ich dieses nur noch danach definierte, was ich für J. leisten konnte oder nicht. Jener, bei dem ich sooft verletzt und heulend in der Ecke saß, der mich zerstört hat und ich nur noch den Suizid als Ausweg sah.

Warum ich am Samstag zugesagt habe? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich hören wollte, wie schlecht es ihm jetzt geht (und das tut es wirklich), dass ich so etwas wie Genugtuung fühlen wollte? Weil ich hören wollte, dass meine „Nachfolgerin“ ihm auch wieder schreiend davongelaufen ist? Ich weiß es nicht.

Und das es mir vorhin völlig aus dem Kopf gefallen war, was ich am Samstagnachmittag gemacht habe, heißt doch nichts anderes, als das es mir egal ist, dass es mich nicht mehr tangiert, was dieser Mann tut, der einmal soviel Macht über mich hatte und ich mich heute frage, wie konnte es soweit überhaupt kommen. Wo war mein starkes Ich geblieben?

Ja, das ist das Beste, was ich heute schreiben kann.

Ich habe mich innerlich befreit.

Klingt das gut?

 

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4 Gedanken zu “Das Beste von gestern und heute 03./04.03.2018

  1. Hallo Weena.
    Ich weiß nicht warum, aber ich könnte mich mit so einem Menschen nicht mehr treffen.
    Auch wenn es ihn schlecht geht, das wäre mir egal.

    • Ja, verstehe ich. Aber es ist einfach auch so, dass er nicht nur diese scheußliche Seite hat, sondern eben auch eine liebenswerte. Und ich hatte damals begriffen, warum so viele Frauen, die einmal im Frauenhaus gelandet sind, dann doch wieder zu ihren wütenden Männern zurück gingen. Kann man real nicht verstehen. Aber ich verstehe es jetzt, weil es mir genauso gegangen ist. Sich wirklich zu lösen ist ein langer Prozess, wenn man sein Selbstwert nur noch darüber definiert hat, was man für ihn zu leisten mag.
      Nichtdestotrotz ist er ein ganz armes Würstchen, der immer rastlos auf der Suche ist und einfach nicht ankommt. Nirgendwo.

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