Das Beste von gestern … 28.03.2018

Es hat mir geholfen, meinen Tag hier mit Bildern aufzuschreiben.
Nun versuche ich es noch einmal.
Nein,nein, keine Angst, das passiert jetzt nicht jeden Tag.
Wen interessiert schon, was ein depressiver Mensch so alles banales anstellt, um abgelenkt nicht frustierend in der Sofaecke stundenlang auf dem Tablet spielt?

Aufgestanden bin ich doch recht früh.

Draußen begann es gerade hell zu werden.

Anziehen und ab zur ersten Runde mit den Hunden …

Dann Bad und endlich Frühstück! Kaffeeeee …

Damit trödle ich immer so mindestens eine halbe Stunde herum.

Gestern nicht so, schließlich, wollte ich ja hier im Blog alles dokumentieren, raus aus meiner Sofaecke.Da macht es sich nicht gut, zu schreiben, ich saß ne Stunde dort und habe Löcher in die Luft geguckt.

Also, ran an die Arbeit und mein Bett frisch bezogen und die Wäsche rein in die Maschine .

Die Maschine wäscht und ich habe den Wäschetrockner leer gebügelt-

Nach dem Bügeln habe ich Yoga-CD ins Notebook geworfen und ja, ja, ich habe mit Yoga begonnen. Ich kann kein Yoga und habe mir eine CD für Senioren (mit 60 ist man das ja) und Späteinsteiger gekauft. Yoga wird dort auf dem Stuhl gemacht. Also wirklich für ÄLTERE Leute. Einen Lehrer habe ich nicht. Ich hatte in früheren Jahren schon 2x einen Yoga-Kurs begonnen, aber beide Male abgbrochen, weil die Kursteilnehmer immer schon mit Yoga-Erfahrungen ankamen (auch bei Anfängerkursen) und sich die Leiter dann doch mehr auf diese konzentriert haben. Das macht keinen Spaß, dieses „Kann-ich-noch-nicht-und-geht-irgendwie-nicht“.

Also nun die CD und den Selbstversuch.
Ziel ist nicht, dass ich irgendwann mal verknotet in einer Ecke sitze und meditiere, sondern einfach nur beweglich zu bleiben. Mal gucken, wie ich das hinbekomme.
15 Minuten.
Nur 15 Minuten.

Und dann, ja dann habe ich Hammer und Nägel genommen und ein paar kleine Bilder über meinen neuen Schreibtisch genagelt.

Es sind Fotos, die ich selbst gemacht habe und von Rossmann auf Leinen gezogen wurde. Habe ich trotz zweier linker Daumen doch geschafft.

Danach Mittagessen.

Dazu gibt es kein Foto, weil es so ein Fertigessen-Mikrowellen-Ding ist.

Ja, ich weiß, dass das ungesund ist.

Fertigessen ist ungesund.

Mikrowelle ist ungesund.

Aber seit ich in den Depressionen feststecke und das ist jetzt bereits über ein Jahr, schaffe ich es nicht, mir Essen zu kochen.
Überhaupt ist das Essen ein Problem.
Es gibt immer nur das gleiche. Morgens, mittags, abends.
Mein Kopf kriegt es nicht hin, da flexibel zu sein.
Ich hatte schon mal befürchtet, dass ich autistische Züge entwickelt habe, aber inzwischen weiß ich, dass das den meisten Menschen mit Depressionen geht.
Nur Kuchen, Kuchen geht gut und mit Kuchen kann ich mich belohnen.
Aber das andere … das ist schlecht.
Obwohl, ich habe schon eine Idee im Kopf, wie ich das verbessern kann.
Und das ich dieses Idee im Kopf habe, ist schon sowas von erstaunlich und super und gut und zeigt mir, dass noch nicht alles hoffnungslos mit mir ist.
Aber erstmal esse ich meinen Kühlschrank leer.

Nach dem Essen ist IMMER bei mir autogenes Training angesagt.
IMMER.
Das klappt bei mir richtig gut.
In letzter Zeit schlafe ich dabei aber immer ein.
Das tut mir gut und bleibt auch so der „Tagesteiler“.

Danach laufe ich die Hunderunde Nr. 2 des Tages.
Gestern bei Schneegestöber und Matsch.

Wieder zu Hause erledige ich meinen Mini-Abwasch. Da ich nicht koche, hält sich das in Grenzen. Einen Geschirrspüler habe ich in dieser Wohnung nicht. Ich sehe für mich allein nicht die Notwendigkeit. Da in der Küche das „Loch“ für den Geschirrspüler nur ein großer (60cm) infrage käme, ist das im Moment gar kein Thema.

Danach habe ich mir für den Spielenachmittag bei K.  fertiggemacht.
Fotos von diesen Stunden habe ich nicht.
Ich habe es schlechtweg vergessen.
Es war schön, es war unterhaltsam und es war wichtig für mich, nicht nur im eigenen Saft zu Hause zu schmoren.

Gegen 19 Uhr war ich wieder zu Hause.

Hunderunde Nr. 3

Abendbrot (wieder die stupiden Stullen wie all die 300 Tage zuvor auch)

Fotos auf den Rechner laden – das dauerte länger als ich dachte, deshalb habe ich dieses Post gestern Abend nicht mehr geschafft.

22:30 Uhr das letzte Mal mit den Hunden raus.

Und dann, dann war mein Tag zuende.

Und nein, ich mache das jetzt nicht jeden Tag.
Ich habe es wieder einmal geschafft, nicht mehr in der Sofaecke sitzen zu bleiben.
Dank diesem Blog.
Und das ist das Wichtigste für mich, egal wie langweilig es für andere sein sollte …

ufff

*     *      *      *

 

5 Gedanken zu “Das Beste von gestern … 28.03.2018

  1. Also von mir aus darfst Du das sehr gerne beibehalten – Du hast wirklich tolle Lösungsansätze für Dein „Rauskommen-aus-dem-Loch“
    Respekt!
    Und kochen: ich denke, das braucht alles „seine Zeit“ – es wird sich ändern, wenn die Zeit DA ist.
    Vertraue
    Alles Gute Dir
    Beate

  2. Die DVD habe ich auch und ich liebe sie! Übrigens wohnt und arbeitet Willem Wittstamm in meinem Landkreis!
    Von mir aus kannst Du das jeden Tag machen, ich fand Deinen Beitrag sehr unterhaltsam. Manchmal dachte ich, das ist ja fast wie bei mir, nur mit Hund. Dein Tag war sehr ausgefüllt, so viel schaffe ich selten. Weiter so und liebe Grüße! Regine

  3. Hallo Weena.
    Ich finde es gut das dein Tag eine Struktur hat, schon allein wegen den Hunden bekommt er doch einen gewissen Rythmus.
    Gerade für Menschen mit Depressionen ist ein strukturierter Tag sehr wichtig.
    Mach weiter so. Und das mit dem Essen schaffst du auch noch. 😉
    LG, Nati

  4. Super mit den Fotos, inkl. die an deiner Wand! <3

    Was ‚ungesund‘ angeht: Am Ungesundesten ist es, sich immer nen Kopp und Sorgen zu machen. Klar, es geht immer alles besser, gesünder und toller – und hier&jetzt machen wir das Beste aus dem, was IST und was wir können.
    Ich hab mir mal mit ekligen ungesunden versüßstofften Vitamintabletten nen Haustausschlag geheilt. Sowas lass ich normalerweise nicht in meinen Astralleib… und ja, frisches Obst wär besser gewesen. Und doch war das viel besser als gar nix Vitaminiges. =)

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