Nun doch …

… kommt Weihnachten auch bei mir an.

Noch vor einer Woche hatte ich mit einer dicken Erkältung keinen Plan, wie diese Weihnachtstage für mich aussehen sollen.
Von den Geschenken mal ganz abgesehen.
Ich hatte keine Idee, was ich denen schenken kann, denen ich gern ein Geschenk geben mag.

Aber nun heute 7 Tage später, aber ich alle Geschenke beisammen (ja, auch dank des oft verteufelten Amazon).

Ich habe auch ein Geschenk für den Autisten-Freund.
Ich habe keine Ahnung, ob er sich darüber freut.
Ich kenne ihn nun seit einem halben Jahr und weiß immer noch nicht, wie es in seinem Kopf „tickt“, was ihn freut, was ihn ärgert.
Schaue ich ihn an, strahlt er immer.
Also nicht nur bei mir, sondern bei allen, die ihn anschauen.
Mein Therapeut meinte, dass er das gelernt hat, dass man lächeln muss, um sein Gegenüber freundlich zu stimmen.
Das hat er in einer Therapie gelernt (davon hat er mir erzählt)
Macht es aber für mich schwer, hinter die Fassade zu gucken.
Na egal, ich werde es ja sehen, wie er reagiert.

In der Gemeinde wurde dagegen die ganze Woche fleißig geprobt.

Die offizielle Einladung für alle Kinder, die mitmachen möchten.

Jedes Jahr wird dort ein Weihnachtsmusical aufgeführt.
Eine ganze Woche ein riesen Kraftakt für alle.
Ganz, ganz viele Kinder wollten mitmachen, von 3-13 Jahre.
Ich weiß nicht, wie viele Kinder es dann waren, ich schätze 30-40?
Am Freitag war die Generalprobe, da lief alles gründlich schief, auch die Kulisse fiel in sich zusammen.
Aber gestern, zur Aufführung  hat alles super geklappt. Der Gemeinderaum war so voll, dass keine Nadel mehr zu Boden ging.
Zum Schluss standen alle und es gab Beifall ohne Ende!

Die nächste Aufführung ist in einer anderen Kirche am 24.12., eine tolle Alternative als das obligatorische und für mich eher langweilige Krippenspiel.

Ja, Weihnachten ist in meinem Kopf angekommen.

Für heute ein dickes Dankeschön an alle Paketfahrer, die die vielen vielen Weihnachtsgeschenke von A nach B fahren….

und an die Organisatoren des Weihnachtsmusical (19 Erwachsene), für die tolle Arbeit und auch für die vielen Kuchenbäcker, die für das anschließende Kaffeetrinken sorgten.

DANKESCHÖN

 

*      *       *      *      *

 

Geradeso am Polizeieinsatz vorbeigeschrammt …

Donnerstag war es.
Ich wollte zur Selbsthilfegruppe und war schon fix und fertig angezogen mit Mütze auf dem Kopf und so.
Da stand mein Hundeopi von seinem Kissen auf und benahm sich so, als ob er pullern müsste.
Also ganz schnell beide Hunde an die Leine, rein in den Aufzug, Hunde vor die Haustür, Hundmädchen abgeleint, damit sie dahin gehen konnte, wo ihr „Chef“ der Hundeopi nicht hinkam.
2 Minuten gepullert, rein ins Haus, in den Aufzug, Wohnungsür auf, Hundopi auch abgeleint, Tür zu, und ab zur Straßenbahnhaltestelle.

Als ich dann  2,5 Stunden später wieder zurück war, versammelten sich 3 Hausbewohner aus drei Etagen vor meiner Wohnungstür, mit Telefon in der Hand und wollten gerade die Polizei rufen.
Sie vermuteten, dass ich irgendwo in meiner Wohnung lag und nicht mehr bei Bewusstsein sei….

Folgendes war passiert:

Mein Hundemädchen

Als ich mit meinen beiden Hunden vom Blitz-pullern kam und mit dem Aufzug wieder oben war, habe ich nicht bemerkt, dass mein abgeleintes Hundmädchen nicht mit AUS dem Aufzug gekommen ist.
Sie war also noch drin, als ich meine Wohnungstür schloss und die Treppen nach unten nahm auf dem Weg zur Haltestelle.
Irgendwann hat sich wohl die Aufzugstür geöffnet, sie kam raus und setzte sich vor die Wohnungstür.
Die Nachbarin klingelte, weil sie meinte, ich wäre drin, weil Radio ging und Licht an war (mache ich immer in der dunklen Jahreszeit, damit die beiden nicht im Dunklen sitzen).

Ich war aber halt bei der Selbsthilfegruppe.

Eine Nachbarin nahm mein Hundemädchen mit zu sich in die Wohnung auf die Couch.
Als ich dann 20 Uhr immer noch nicht zurück war, entschlossen sie sich, die Polizei zu rufen, glaubten, dass mein Hundemädchen „irgendwie“ aus der Wohnung gekommen sei, während ich bewusstlos drinnen war.

Allen fiel ein riesengroßer Stein vom Herzen, als plötzlich putzmunter auftauchte.
Als ich hörte, was ich angerichtet habe, war mir das so peinlich.
Am liebsten wäre ich im Boden versunken.

Und ich bin sooo dankbar, dass ich so umsichtige Nachbarn habe.

DANKE

PS: Und ich werde ganz bestimmt nun immer aufpassen, dass BEIDE Hunde in der Wohnung sind und ich keinen vergesse…

 

*      *     *     *     *

 

Geburtstagsfeier oder doch nicht?

pixabay

Von M. hatte ich erfahren, dass eine Sozialarbeiterin des Offenen Treffs am Sonntag Geburtstag hatte. Sie ist eine ganz, ganz Liebe und man merkt ihr sowas von an, dass für sie ihre Arbeit nicht das bloße Geldverdienen ist.
Eine Berufung eben.
Glaubt mir, Deutschland bräuchte dringend ein paar mehr von ihr.

Nun bin ich am Montag zum Offenen Treff gefahren und bin vorher noch am Blumenladen vorbei und habe für sie eine Hyazinthe in einem kleinen roten Töpfchen für ganze 3 Euro gekauft.

Ich bin also zu ihr hin und habe ihr gratuliert. Sie freute sich so sehr, dass sie mich umarmte.
Das ist dort nicht üblich, weil manche psychisch kranke Menschen Nähe nicht ertragen können.

Sie hatte zwei Bleche Kuchen gebacken und schnitt ihn gerade auf.
Es gab Kaffee und Kuchen für umsonst (Sonst kostet der Kaffee 30ct.)

Drei Stunden bin ich geblieben, also bis zum Ende, aber ich habe in dieser Zeit keinen einzigen gesehen, der ihr eine klitzkleine Kleinigkeit mitgebracht  hätte.

Ich will niemand Unrecht tun, vielleicht hat sie am Vormittag von jemand etwas bekommen, aber kaum einer ist den ganzen Tag da. Also entweder Vormittag oder Nachmittag.

Ich schätze jetzt mal, aber so 20 waren es am Nachmittag.

Es macht mich nur sehr traurig.
Oder ich habe es einfach nur nicht mitbekommen.
Hoffe ich.

*     *     *     *     *

Wie viel deutsch bist du?

pixabay

Ich habe den Einbürgerungstest entdeckt, den alle bestehen müssen, die „deutsch“ werden wollen.
Er besteht aus 33 Fragen
Ich habe ihn gemacht …. und nicht alles richtig.
Wer es auch einmal versuchen möchte, hier ist der Link dazu:

http://www.deutsch-werden.de/einbuergerungstest

Gescheitert bin ich an:

Aus welchem Land kamen die ersten Gastarbeiter / Gastarbeiterinnen nach Deutschland? (Muss man das denn wissen?)

Wer kann Gerichtsschöffe / Gerichtsschöffin in Deutschland werden? (Asche auf mein Haupt)

Ab welchem Alter darf man in Berlin bei Kommunalwahlen (Wahl der Bezirksverordnetenversammlung) wählen? (Ich wohne in Berlin, aber mit 60 habe ich eine solche Frage verdrängt 😉 )

Fazit: Nach diesem Test bin ich nicht ganz deutsch, aber meistens.

*      *      *      *     *

Mist, wieder diese Trauer- ,Grübel- und Negativgedanken

pixabay.com

Nun sitze ich wieder so fest, wo ich meinte, da bin ich längst durch.
Auslöser war oder ist der Geburtstag von Beinahe-Schwiegersohn.
Am 10.
Ich fragte meine Tochter, über was er sich denn freuen würde und ob sie den Geburtstag feiern (bei ihren am 15.9. haben sie eine Feier ausfallen lassen, weil sie „keinen Nerv“ dafür hatte.)
Antwort: Einen Tipp habe ich bekommen und feiern, ja, aber sie wüssten noch nicht wie sie es machen sollen.

Das wars.

In meinen grauen Gehirnzellen machte sich nämlich breit: Wenn ICH nicht wäre, würden sie genau wissen, wie sie feiern würden, nämlich bei den Beinahe-Schwiegersohn-Eltern.
Sie haben Platz, sie haben ein Haus, Großeltern und Schwester sind auch in der Nähe.
Nur ich kann da nicht mit.
Sie wohnen in einem kleinen Dörfchen in Brandenburg, das öffentlich nicht so leicht zu erreichen ist.
Mit dem Auto geht auch nicht.
Das ist schon voll mit 4 Personen, da passe ich mit 2 Hunden nicht mehr hinein.
Außerdem verträgt mein Hunde-Opi das Autofahren nicht.

Also wäre es doch gut, wenn es mich gar nicht gäbe.

Natürlich hätten sie noch die Möglichkeit, bei sich zu Hause zu feiern.
Doch dann müsste meine Tochter alles vorbereiten und das schafft sie einfach nicht.
9 Leute – soviel Platz hat sie auch nicht, im Sommer mag das gehen, dann kann die Terrasse mit genutzt werden.
Nun ist aber nicht Sommer und ich bin zuviel, mache ihnen Kopfzerbrechen, die sie nicht hätten, wenn es mich nicht gebe.

Und dann macht sie der bittere Gedanke in mir breit:
Was soll das jetzt? Wenn im März ihr Haus fertig ist, sind sie sowieso weg und für mich nicht zu erreichen.  Dann kann ich nicht mit 2 Hunden 2 Stunden mit diversen öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Gegend fahren.
Hin und zurück an einem Nachmittag.
Das ist für mich nicht zu leisten.

Warum mache ich mir nun soviel Gedanken um diesen kleinen Geburtstag?
Darauf kommt es nun auch nicht mehr an.
Und meine Negativspirale zieht mich immer weiter nach unten, nicht fähig, einen Gedanken zu erfassen, der alles entspannt.
Irgendein Kompromiss.
Eine Lösung.

Ich war gestern Abend zur Selbsthilfegruppe.
Leider hatte alle irgendein Problem, so das nicht mehr die Zeit war, meines anzusprechen.
Spät abends habe ich dann eine Tavor nehmen müssen…

Was ist schon ein Geburtstag vom Beinaheschwiegersohn?
Geht auch ohne.

*     *     *     *     *

Zu viel ist zu viel ….

Zwei Tage bin ich einfach abgetaucht.

Alles war mir viel zu viel.
Zu viel, was ich schreiben wollte.
Zu viel Zeit, die ich dazu brauchen würde.

Zu viel, was ich lesen wollte.
Zu viel, was fotografieren wollte.
Zu viel Bilder, die ich noch zeigen wollte.

Zu viel, wohin ich noch gehen wollte.
Zu viel, was ich hier zu Hause noch machen wollte.
Zu viel, was ich gefühlt habe.

Alles war viel zu viel.
Nichts ging mehr.

Nach zwei Tagen absoluter Ruhe geht es wieder und mein Kopf ist wieder frei für die Dinge, die mir wichtig sind.
Und dazu gehört dieser Blog.

*     *     *     *      *

Hilflos und einsam … :(

pixabay.com

Gestern auf dem Heimweg vom Offenen Treff stand die Bahn plötzlich.
Und stand und stand und stand.

Der Fahrer sagte, dass in der vor ihm fahrenden Tram ein Notarzteinsatz wäre und es ginge bestimmt gleich weiter.
Machte es aber nicht.
Meine Bahn war inzwischen fast leer, die Leute machten sich zu Fuß auf den weiteren Heimweg.

Ich hatte dazu keine Lust und dachte mir, ich könne in die davorstehende Notarzt-Bahn steigen, die würde ja sowieso eher fahren und ich könne gleich mal gucken, ob es denn noch lange dauern würde.
Ich stieg dort ein und sah … die Sanitäter kümmerten sich um einen, der noch kurz zuvor mit mir für 2 Stunden im Offenen Treff Phase10 gespielt hatte.
Er war bei einer  Notbremsung der Bahn schwer gestürzt.

Ich fragte, ob ich helfen kann.
Etwas aus seiner Wohnung holen, ein paar Sachen oder so.
Nein, sagte er.
Ob ich jemand anrufen, informieren sollte.
Nein, sagte er.
Er lebt allein.
Hat niemand.

Und ich fühlte mich so schrecklos hilflos.
Hätte gern irgendetwas getan, irgendetwas geholfen und wusste nicht was.
Er wurde dann ins Krankenhaus gefahren.
Genau in das Krankenhaus, in dem mein weltbester Ehemann 2009 gestorben ist.
Ich bin nicht in der Lage, auch nur einen Fuß in dieses Krankenhaus zu setzen.

Zu Hause angekommen, hätte ich nur noch heulen können.
Ich rief dann noch eine Mitspielerin an, um es irgendwie rauszulassen.
Es ging mir mies.
Nein, nicht „ging“, sondern es „geht“ mir immer noch mies.

Spät abends bekam ich noch eine WhatsApp Nachricht von dem Autisten, er habe seine Arbeit verloren, Ende Dezember schließt das Werk.
Er hat dort 32 Jahre gearbeitet.
Es geht ihm psychisch schlecht.
Er ist einsam und allein.

Und ich?
Sitze auch zu Hause.
Einsam und allein.

Da waren wir schon drei am gestrigen Abend.
Und wie viele Menschen in dieser 3,5-Millionen-Stadt werden es auch gewesen sein.

Shit.

*     *     *     *     *

Ich gründe eine Gruppe #2

Nun, gestern  war der Tag und ich war sowas von nervös …

Die beiden eingeladenen Frauen sind tatsächlich gekommen und mein Kuchen war auch gelungen.
Zuerst haben wir ein bissel gequatscht, um uns etwas kennenzulernen.
Haben den Kuchen gegessen und Kaffee getrunken.
Dabei bin ich nicht mal auf die Idee gekommen, dass eine keinen Kaffee mag.
Tat es aber und ich musste fix noch entcoffeinierten kochen.

Natürlich war alles viel zu viel.
Zuviel Kaffee, zuviel Kuchen.
Und ja, wir haben auch gespielt.
Mensch ärgere dich nicht.
Aber irgendwie war noch Anspannung drin, nicht locker genug.

Die eine der beiden Frauen redete und quatschte ununterbrochen, sie war wie aufgezogen und laut.
Die andere war sehr ruhig (was so besser zu mir passte), sie hatte mehr Tiefgang, sie pflegt zu Hause ihren erwachsenen Sohn, während die andere ganz viel über ihre vielen Reisen nach sonstwohin erzählte.
Da kam ich nicht mit.
Da hatte ich nichts zu erzählen.
Bei dem pflegebedürftigen Sohn schon, Muskelathrophie.
Da kenne ich mich aus.
Auch mit Hilfsmitteln und überhaupt die ganze Palette, was das Leben mit Behinderung so mit sich bringt.

Und so haben wir einen Nachmittag verbracht, der  ein Anfang für mich war oder sein könnte. Denn die Viel-Rede-Tante wird nicht wieder kommen.
Sie meinte beim Verabschieden, die „andere“ wäre ihr zu  ruhig, das würde nicht passen.

Um ehrlich zu sein, das ist mir auch ganz lieb so.
Es war unheimlich anstrengend mit ihr.
Ich war hinterher so fertig.

Nun werde ich schauen, ob noch andere dazu kommen würden.
Eine hat schon zugesagt.

Aber das allerwichtigste ist, dass ich mich überhaupt getraut habe.
Egal, ob es nun letztendlich etwas wird oder nicht.
Ich habe mich getraut, auf andere wildfremde Menschen zuzugehen.
Wow!
Vielleicht kriege ich es ja auch noch hin, dies nicht nur aus der Anonymität des Internets heraus zu tun, sondern auch reale Menschen anzusprechen.

Das wäre der nächste Schritt.
Aber an der Stelle bin ich noch nicht.
Ich frage erst noch die, die im Netz noch Interesse signalisiert haben.

Auch wenn sich diese ganze Aktion in Luft auflösen sollte, die Erfahrung dabei war es auf alle Fälle wert.
Und ich bin jetzt nicht mehr so verkrampft, kann locker lassen und sehen, was passiert.
Ob etwas passiert.

 

*     *     *     *     *

Verflixte Technik

Ich schaue heute Morgen in mein Mailkonto (bei gmx) und stelle fest, dass im Postausgang immer noch die Mail an meinem Steuerberater schlummert, in der ich fehlende Belege eingescannt und angehangen habe.

Gleichzeitig bekomme ich den Hinweis, dass ich derzeit keine Mails senden kann und ich mich an meinem Anbieter wenden solle.

Ich hasse soetwas.

Nun sitze ich den ganzen Vormittag dran, schicke gefühlte 100 Testmails hin und her, ändere Passwörter, starte den Laptop immer wieder neu. Gleichzeitig auf Handy und Tablet.

Die Mail ist und bleibt im Postausgang.

Erst als ich versuchen wollte, diese Mail aus der website von gmx heraus zu senden, ahnte mir, woran es liegen könnte. Ich hatte die Belege eingescannt und abgespeichert. Dabei hat sich automatisch das Format .bmp gesetzt mit 11MB pro Bild.  Und da hat gmx gestreikt. Solch riesige Dateien mochte es einfach nicht verschicken.

Hab dann die beiden Belege in .jpg abgespeichert und angehangen.

Und dann endlichendlichendlich ging es ratzfatz, die Mail wurde gesendet, alles andere auch.

Diese ganze Aktion hat mich 3 nervige Stunden mit bestimmt einigen grauen Haaren mehr und einer stinkigen Laune gekostet.

In dieser Zeit hätte  ich die Belege 2x hin und her tragen können.

 

*     *     *      *      *

Haltestellen-Romantik #7

Füße stillhalten, der Bus kommt. Irgendwann …

 

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