Blitzlicht #21

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Lange habe ich hier nichts geschrieben.
Die Therapiestunden liefen aber weiter, in der Regel eine Stunde pro Woche.
Jede Woche habe ich meine Konflikte und Zerrissenheit dort ausgekippt.
Und jedes Mal, wirklich jedes Mal hat mir der Psychologe helfen können, bin ich besser aus seiner Tür herausgekommen als hineingegangen.
Und das nun schon seit Mai 2017.
Wo ist die Zeit hin?
Der Mann ist der absolute Glücksgriff für mich, besser geht einfach nicht.

Heute nun gab es eine Premiere.
Ich bin das erste Mal in seine Sprechstunde gegangen OHNE akuten Konflikt, OHNE dass sich seit der letzten Woche etwas so angestaut hat, dass ich es ihm vor die Füße werfen musste.
Ist das nicht großartig?
Und rückblickend bin ich erstaunt, was ich so schleichend mit ihm alles geschafft habe.
Nein, das heißt jetzt nicht, dass ich von jetzt ab stabil meinen Weg allein gehen kann, dass nun alles wieder gut ist.
Aber es zeigt mir, dass es wieder so sein kann.
Das hatte ich vor 1,5 Jahren noch nicht für möglich gehalten.
Da trennte mich von dem Suizid nur ein winziges Stückchen, bezweifelte, dass ich das Jahr 2017 überleben werde.

Nun haben wir 2019 und das Gefühl: Ja, ich werde es schaffen.
Und das, weil ich einen großartigen Therapeuten habe!

Ein ganz dickes Dankeschön an ihn!

 

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Mein Seelenfutter 15.1.19

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Ehrlich und klug

In der Not- und Hungerzeit nach dem Zweiten Weltkrieg fuhren Nonnen aus einem Kloster in Trier ab und an in das nahe gelegene Luxemburg, um für sich und die Bedürftigen Lebensmittel zu besorgen, die es damals in Deutschland nicht gab.
Neben den Grundnahrungsmitteln besorgten sie sich hin und wieder auch Bohnenkaffee, der einen besonderen Wert im Tauschhandel hatte.
Diesen Schatz verstauten sie in ihrer weiten Ordenstracht, indem sie die Päckchen unter die Arme klemmten.
Einmal gerieten sie in eine Zollkontrolle und der Zöllner fragte die Nonnen streng, ob sie etwas eingekauft und zu verzollen hätten.
Eine der Nonnen sagte ganz offen: „Ja, wir haben mehrere Pfund Kaffee eingekauft. Den haben wir unter den Armen verteilt!“
Die Nonnen durften ungehindert weiterreisen.

*   *   *   *  *

Denn Jahwe hat die Wege des Menschen im Blick,
auf seine Pfade gibt er Acht.

Sprüche 5:21

(Quelle: „Ein Lächeln macht die Runde“, Axel Kühner)

 

 

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Körniger Frischkäse selbst machen?

Das ist DAS Bild des Tages für mich:

Ich weiß jetzt gar nicht mehr wie ich auf die Idee gekommen bin, körnigen Frischkäse selbst zu machen.
Dieser in den Plastikbechern aus dem Supermarkt tun es doch auch.
Nun, ich hatte es mir in den Kopf gesetzt und wollte es unbedingt probieren.
Ich muss dazu sagen, dass ich jeden Abend Salat esse.
Richtig viel Salat.
Richtig, richtig viel.
Das heißt, 1/4 Gurke, 1/4 Bund Radieschen, 1 Paprika, 1/4 Kohlrabi, mehrere Coktailtomaten und 1/4 Eisbergsalat.  Bis vor Kurzem noch fertige Kräutercroutons und einen halben Becher Frischkäse eben.
Die Kräutercroutons habe ich inzwischen durch eine Handvoll Walnüsse ersetzt.
Warum ich das mache?
Ganz einfach, weil es mir schmeckt.
Nun hat mich heute wer weiß was geritten und ich wollte unbedingt den Frischkäse selbst machen.
Tja, im Zeitalter der Netzwelt findet man ja für alles und jedes eine Tutorial bei youtube.
Ja, auch für Frischkäse.
Man braucht dazu nicht viel, 1L Milch und 1 Zitrone.
Und da ich es nun ganz gut machen wollte, habe ich einen Liter frische Bio-Milch von glücklichen Kühen und eine Bio-Zitrone gekauft.
Sagt jetzt jemand: das schmeckt doch dann zitronig!
Nein, das sollte es nicht tun.
Tut es aber doch!
Aber … in Verbindung mit dem Salat und den Nüssen schmeckt es einfach hervorragend.
Also, wer gerade mal nix anderes zu tun hat: es lohnt sich!

 

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Mein Seelenfutter 15.1.19

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Ein Unglück kommt selten allein

Manche Tage beginnen so schön, und dann geht alles schief. Eine Familie macht sich auf, um ihr neues Auto direkt vom Werk abzuholen. Der Vater freut sich auf den großen Wagen, die Mutter freut sich auf den Einkaufsbummel, die Kinder freuen sich auf den Besuch in einem Freizeitpark. Das Auto ist wunderbar, die Einkäufe günstig, der Tierpark ist erreicht. Alle sind gut drauf.

Im riesigen Tierpark laufen die wilden Tiere frei herum, und die Menschen sind zur Abwechslung  mal eingesperrt in ihren Blechkisten. Es ist heiß, die Kinder lassen die Scheiben herunter, um die Elefanten besser sehen und vielleicht sogar berühren zu können. Eine Elefantendame steckt neugierig ihren Rüssel in das Auto. Plötzlich bekommen die Kinder Angst. Der Vater drückt auf den elektrischen Fensterheber. Die Scheibe saust nach oben und klemmt den Rüssel ein. Das tut dem Elefanten weh und er drückt verärgert mit seinem massigen Körper die ganze Seite des Autos ein. Die Kinder schreien, der Vater schimpft, die Mutter weint. Entnervt verlassen sie den Park und müssen nun zur Kenntnis nehmen, dass der Betreiber für den Schaden nicht haftet, da überall die Hinweistafeln das Öffnen der Fenster verbietet.

Die Familie kehrt im Gasthaus ein und bei einem guten Essen mit einigen kühlen Bieren für den Vater beruhigt man sich allmählich. Auf der Heimfahrt geraten sie in einen Stau, an dessen Ende mehrere Wagen aufeinander aufgefahren sind. Der Vater kann gerade noch bremsen und kommt direkt hinter dem letzten verunfallten Wagen zum Stehen.

Die Polizei trifft ein und nimmt den Schaden auf. Die Beamten wollen auch den Wagen der Familie mit in den Unfall einbeziehen. Der Vater bestreitet, am Unfall beteiligt zu sein. Der Vater entgegnete: „Das hat ein Elefant getan!“ Der Polizist holt sofort die Tüte und lässt den Vater blasen. Er hat etwas zuviel Alkohol im Blut, bekommt den Führerschein abgenommen, und die Familie darf nach endlosen Schwierigkeiten schließlich mit der Bahn die Heimreise fortsetzen.

*  *  *   *   *

Am Tag des Glücks sei guter Dinge, und am Tag
des Unglücks bedenke: Auch diesen hat Gott
ebenso wie jenen gemacht. Und was nach ihm kommt,
kann der Mensch nicht wissen.

Prediger 7:14

 

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Mein Freund der Baum #7

Heute Mittag hatte es tatsächlich 2 Stunden nicht geregnet und ich bin mit meinem Hundemädchen eine richtig große Tour gelaufen.

Und zum ersten Mal seit gefühlt 100 Monaten bin ich wieder bewusst gelaufen im Jetzt und Hier.
Ich habe meine Hosentaschenkamera mitgenommen und habe gezielt nach Baummotiven ausgeschaut.

Das habe ich sooo lange nicht gemacht und mir wurde bewusst, wie schlecht es mir in den letzten Monaten wirklich ging.
Ich habe irgendwie nur funktioniert.
Habe alles gemacht, weil es eben gemacht werden musste, ohne wirklich dabei zu sein.
Irgendwie.
Richtig erklären kann ich es auch nicht.
Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich es bemerkt habe.
Hey, es wird besser!
Ja, ich hatte auch geknipst, aber ohne innere Beteiligung, ohne diese Freude am Detail.
Wie abgestumpft
Es ist schon komisch, dass ich das erst im Rückblick erkenne.
Und ich erinnere mich an die Zeiten von etwa 2 (?) Jahren, als ich bewusst loszog mit den Hunden auf der Suche nach Motiven, wie gut es mir getan hat.
So gut, dass ich einen Fotokurs machen wollte.
Wo bin ich abgebrochen?
Mit dem Wegzug meiner Tochter?
Ich kann es nicht sagen.
Aber jetzt, wo ich erkenne, hilft es mir auch vielleicht auch wieder, mich herauszubuddeln.
Vielleicht, ja vielleicht, werde ich meine „Baumserie“ weiterführen.
Vielleicht.

 

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Ich will das alles nicht …

Nun ist es wirklich richtig bei mir angekommen.

Nächste Woche ist der 4. Advent, soll heißen, Weihnachten kommt mit Riesenschritten.

Ich könnte heulen.

Ich will das nicht, ich mache NICHTS. Ich werde auch meine Telefone auf stumm schalten, vielleicht auch ganz aus.

Ich will nicht, dass mich jemand fragt, was ich denn mache, wo ich ich denn hübsch besinnlich herum sitze und mit zerknautschten Geschenkpapier um mich werfe.

Ich will das nicht am Telefon sagen müssen, weil ich dann anfange zu heulen.

Ich will nicht die Betroffenheit des Gegenüber spüren.

Ich will nicht die Frage nach meiner Tochter. Sie habe ich gefühlte 100x gefragt, was sie in ihrer veränderten Situation machen wird. Mich hat sie nicht gefragt.

Ich will nicht, dass andere versuchen, mir etwas Tröstliches sagen zu wollen, weil das nicht geht. Ich habe panische Angst, dann abzurutschen.

Kack-Depression, ich will sie nicht. Es geht nicht, sich einfach zusammenzureißen und irgendetwas zu organisieren. Es geht einfach nicht.

Am Donnerstag habe ich noch einen Therapeuten-Termin, vielleicht kann er noch etwas die Spitze nehmen.

Ich will nicht meiner Tochter den schwarzen Peter zuschieben. Auf keinen Fall. Sie kann nichts für meine Krankheit, sie ist selbst in einer so schwierigen Situation. Viel, viel schwieriger als meine. Es ist so wahnsinnig schwer für sie, da ist dieses Mama-Weihnachten pippifax.

Weihnachten allein ist für alle Kranken mit Depressionen der Horror.

Ich will das nicht. Ich will diese Krankheit nicht.

Und ich will dieses Thema nicht die nächsten 2 Wochen hier beschreiben.

Deshalb schließe ich diesen Blog bis zum 1.1., weil ich nicht anders kann.

 

*   *   *   *   *

 

 

 

Geranienbabys und noch 22 Tage

Im Frühjahr hatte mir Dora eine Geranie mitgebracht, die sie überwintert hatte.
Sie ist wunderbar und kräftig geworden.

Vor 2 Wochen nun habe ich nun meine einjährigen Balkonpflanzen entsorgt.
Aber was mit der schönen Geranie machen?

Und hallo, ich versuche, dass sie überlebt!
Habe auf youtube mir tutorials angeschaut und sie kurz geschnitten.
Leider habe ich nur einen warmen Keller, keinen Schuppen oder sonstwas.
Ich habe den Topf dann in einen Aldi-Stoffbeutel (natürlich haben auch alle anderen Supermärkte gleichwertige Einkaufstüten) gesetzt und ringsherum mir Knüllpapier ausgestopft.
Nun steht er so auf dem Balkon und ich werde sehen, ob er es überlebt.

Im Video habe ich auch gesehen, wie man von dieser Pflanze Stecklinge macht.
Die Pflanze aber hatte nur sehr verholzte und verknöcherte Stiele, wahrscheinlich ist die Pflanze schon ein paar Jahre alt.
Ich habs trotzdem versucht, zwei kleine Stiele in einen Topf mit Erde gesetzt und siehe Tataaaasmilie_girl_014.gif nach 2 Wochen sieht es bereits so aus:

Nun weiß ich gerade nicht, wie ich dieses Stecklinge über den Winter bekomme.
Soll ich sie im Wohnzimmer lassen?
Was ist dann mit der Winterruhe für die Pflanzen?

Weiß jemand das?

 

 

      

 

 

 

Männergrippe und noch 23 Tage

Ich habe immer noch meine Erkältung.
Seit Donnerstag nun schon.
Dabei hatte ich gleich mit meiner Weena-ist-erkältet-Therapie begonnen.
Das heißt, 3x täglich ein Tablettchen schlucken. Fängt mit „B“ an und ist, nein „war“ in der DDR sehr verbreitet und wirksam.
Namen darf man ja nun nicht mehr nennen wegen Werbung und so.
Bei der Weena-Erkältungs-Therapie wird auch mehrmals am Tag mit Kamille inhaliert.
Die Kamille ist nicht selbst angebaut, nicht von mir gepflückt, nicht von mir getrocknet.
Aber ich habe sie selbst gekauft und bezahlt.

Jedenfalls ist dann (bisher) die Erkältung nach 3 Tagen locker, diesmal nicht.
Mein Kopf dröhnt und alles tut mir weh.
Zum Arzt gehen?
Nein.
Was könnte er denn machen?
Antibiotika?
Will ich das?
Nein.
Also gebe ich mir noch ein paar Tage.

Weihnachten kommt auch mit riesen Schritten auf uns zu.
Ich weiß immernoch nicht, was ich mache.
Einladen, so ein armes einsames Seelchen, möchte ich nicht.
Mir fehlt die Kraft dazu.
Am liebsten würde ich mit meinem Hundemädchen  unter die Decke krabbeln und dort warten bis es der 1.1. ist.
JANUAR – Resetknopf, alles neu, alles wieder in den Startlöchern ..
Aber gute Idee: ich werde die Tage rückwärts zählen.
Hilft ein bisschen
Ab jetzt sind es noch 23 Tage.

 

      

 

PS: Was hat das alles mit einer Männergrippe zu tun? Naja, es sind ja die Männer, die wegen ein bisschen Husten und Schnupfen herumjammern. Frauen machen das nicht. Da gehts einfach weiter. „Schublade zu“

 

 

 

 

Ein Sofa-Tag …

Ich bin sooo müde, den ganzen Tag schön.
Ob es an der Erkältung liegt?
Wisst ihr wieviele Muskeln man zum Husten braucht?
Nein?
Ganz viele, ich spüre sie alle…..

Und ehe ich jetzt ganz tief und fest einschlafe, es ist die Zeit der netten Vorweihnachtsgeschichten:

 

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Erinnerung

Sie standen gemeinsam im Stall: ein Pferd, ein Ochse, ein Rennauto und ein kleiner Esel.

„Eins will ich euch sagen“, begann das Pferd, „meine Vergangenheit lässt euch vor Neid erblassen. Eine Linie meiner Vorfahren lässt sich auf die berühmten Stuten des Propheten zurückführen, eine andere Linie reicht bis zu den Lipizzanern, eine dritte führt zu den Trakehnern, und schließlich habe ich das Blut der Kavallerie Napoleons in mir.“

„Als ich noch Stier war“, begann der Ochse, „war ich stolz darauf, dass sie mich als Goldenes Kalb gossen. Als ich Ochse wurde,verband ich mit meiner Tradition den Aufstand der Nubier.“

„Typisch Ochse“, wieherte das Pferd.

„Ich fuhr die großen Rennen“, begann das Auto. „Auf dem Nürnburgring, in La Panne und überall in der Welt. In mir saß der große Manuel Fangio. Könnt ihr euch das vorstellen?“

Und so fuhren sie fort, sich ihrer Vorfahren zu rühmen,  obwohl das Pferd hinkte, der Ochse auf einem Auge blind war und das Rennauto keinen Motor mehr hatte.

„Was ist mit dir, Esel?, wandte sich das Pferd an den Grauen.

„Nichts weiter“, antwortete der leise, „aber einer meiner Vorfahren trug das Christkind“

(Peter Spangenber)

 

      

 

 

 

Ja, gestern war so schönes Wetter …

… blauer Himmel pur.

Mich rappelte es und ich habe im Wohnzimmer Fenster putzen wollen.

In Anbetracht der Tatsache, dass es nun doch bald Weihnachten ist, wollte ich gleich mal noch die 6 Schmetterlinge, die ich an die Scheibe geklebt hatte (natürlich aus Papier und in  weiß. Keine Ahnung, warum meine Kamera schwarze daraus gemacht hat. Und sie sehen auch nicht aus wie Fledermäuse oder so sondern nette kleine süße Schmetterlinge…).

Da hatte ich wirklich die Klebekraft unterschätzt.
Mir blieb nichts anderes übrig, sie mühsam mit der Rasierklinge ganz vorsichtig abzukratzen.

Merke: Nie wieder Aufkleber an die Scheibe, die kleben wie Ast.

Geputzt habe ich die Fenster auch, aber meine ganze Kraft wir dahin und es blieben nur Scheiben mit schmierigen Streifen zurück.
Rangeklebt habe ich nun Schneeflocken.
Nein, nein, ich habe gelernt!
Es sind nur solche Folienteilchen, die von selbst statisch haften.

 

Ruxfix kriegt man die wieder ab.
Warum ich mein Fenster derart verunstalte und nicht stinknormale Gardinen anhänge?
Ich habe rechts und links Vorhänge, aber ich möchte den Blick nach draußen haben.
Ich gucke nämlich nicht auf eine stark befahrene Berliner Großstadtstraße mit Abgasen, Feinstaub, Lärm und sonstigen umweltschädlichen Dingen, sondern eine Gartenanlage mit ganz viel Grün, vielen Bäumen und zwitschernden Vögeln.
Und ja, das gibt es in der Hauptstadt.

So kann man auch seinen Mittwochvormittag verbringen.

Nachmittag war nur ausruhen angesagt, ich entwickle gerade eine dicke Erkältung (kommt nicht vom Fensterputzen).
Ich hatte dann lange überlegt, ob ich am Abend zur Bibelstunde gehe.
Aus vergangenen Tagen fiel mir mein Spruch ein:

„Krankheit ist Gottes verordnete Ruhezeit“

(von mir erfunden, wenn ich Husten und Schnupfen habe)
Hatte ich gerade herumgetönt, ab jetzt alles nur noch mit Gott und so und dann bleibe ich wegen Schnupfen zu Hause?
Ging irgendwie auch nicht.
Also ging ich.
Super!
Wirklich.
Ich habs  nicht bereut.
Der Prediger macht es einfach richtig gut.
Hatte ich nicht schon  erwähnt, dass sein Verständnis der Bibel, seine Ansicht übers Christsein sich mit meinen doch sehr decken?
Die Stunde war sehr entspannt, wir haben viel gelacht.
Geht auch in der Kirche.

Juhuuu ich bin angekommen!

Heute Vormittag hatte ich wieder eine Therapiestunde.

Es war die allererste Stunde  in den 1 3/4 Jahren, in der ich mich vor ihm (den Therapeuten) setzte und sagte: „Keine Katastrophen, mir geht es gut“ Zum Buchstabieren: MIR GEHT ES GUT!

Es ist einfach unglaublich.
Und erst jetzt merke ich, wie schlecht es mir wirklich ging, wie wenig gefehlt hatte, und ich wäre nicht mehr da.
Oh manno, es war echt knapp.

Nur ein klitzekleines Problemchen habe ich zur Zeit, was so einen klitzekleinen Druck macht.

W E I H N A C H T E N.

Es gruselt mich davor.
Wie wahrscheinlich jeden, der allein lebt.
Ich weiß nicht, was ich die vielen freien Tage mache.
Am liebsten würde ich mich unter die Decke verkriechen und erst wieder hervor kommen, wenn der Januar beginnt.
Geht nicht, weiß ich.
Warum hat das so eine Macht über mich?
Die Millionen von Moslems in unserem Lande ignorieren das doch auch einfach?
Und so versuche ich mir klarzumachen, dass Jesus ja gar nicht am 24. Dezember geboren wurde, dass Weihnachten eine Erfindung von König Augustin im 3. Jahrhundert ist, einfach dieses Sonnenwendefest mit Jesus zusammengepappt.
Und außerdem, es steht nirgendwo in der Bibel, dass wir die Geburt Jesu feiern sollen.
Nichts davon.
Auch Ostern nicht.
Keine Kreuzigung, keine Auferstehung, keine bunten Ostereier, nichts.
Und warum geht es mir dann nicht gut, wenn ich an Weihnachten denke?
Darüber habe ich mit dem Therapeuten gesprochen.
Habe ihm meine ganzen „Weihnachts-Gegenargumete“ erzählt.
Als Pfarrerssohn wusste er genau, wovon ich spreche und das war heute das „Hauptthema“.
Sind das nun Sorgen oder ein „Luxus-Problem“?

Nicht desto trotz fiel mir vorhin ein Lied ein, dass in meinem früheren Leben eines meiner Lieblingslieder war.
Mit diesen Lied auf den Lippen beende ich das Geschreibsel für heute und den ganzen Tag sowieso.


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