Der Tunnelblick

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Gestern war so ein schöner Nachmittag.
Ich war so happy, wieder so ein befreiendes Gefühl zu haben.
Das war gestern.
Heute sieht es schon wieder anders aus.
Es fing die Nacht schon an, Durchfall, richtig Durchfall, Wasser.
Nein, ich habe nix komisches gegessen.
Ich tippe eher auf mein ramponiertes Nervenkostüm.
Und heute früh nun zog sich wieder alles um mich zusammen.

Der Tunnelblick.

Alle Sinne konzentrieren sich auf einen Punkt, ein Geschehen, auf einen Gedanken.
Alles andere herum wird ausgeblendet, wahr oder unwahr ist maximal nur ein neblige Gefühl, alles verzerrt.
Da ist nur der eine Punkt, der weh tut, furchtbar weh.

Da müsste jemand kommen, mich packen und schütteln, kräftig schütteln: Hey, wach sofort auf, es ist nicht so wie du denkst, nicht so, auch nicht so ähnlich, es stimmt nicht….
Aber es ist keiner da, der schüttelt.

Ich bleibe sitzen und quäle mich und warte, dass es vorbei geht.
Bisher ist es immer vorbei gegangen.
Vielleicht morgen schon.

Bestimmt morgen.

 

*     *     *     *     *

 

 

 

Hitzegeschädigt …

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30° draußen. Jetzt schon. Und kein Wind. Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel runter. Dem jetzigen Wetterbericht nach soll nun doch nicht ab DI die große Abkühlung kommen.

Ich will Winter.
Jetzt.
Sofort.

 

 

 

Depression und die Außenwirkung …

Ich war doch ein bisschen blauäugig.

Hatte ich doch gedacht, dass man nach der Geschichte mit Robert Enke, dem Torwart, der wegen seiner Depression seinen Leben ein Ende setzte, die Leute doch ein bisschen sensibliserter sind, dass die Diagnose „Depression“ nicht mehr in der Schmuddelecke liegt.
„Die Leute sich doch einfach mal ein bisschen zusammenreißen müssen“,
„Hat doch jeder mal ’ne Depri-Phase“,
bei geselligen Runden „Spaßverderber“ sind,
wenn man kein Lust mehr hat zu arbeiten, einfach einen auf „Macke“ macht und schon bekommt man die Erwerbsminderungsrente,
mit den Leuten schwer auszukommen ist, weil sie alles dunkelschwarz sehen,
soviele Stimmungsschwankungen haben und sie im besten Fall mitleidig beäugt werden,
ratlos ist, wie man denen begegnen soll.

Ja, und genau diese Erfahrungen mache ich immer wieder.
Ich hatte eine Phase, wo ich offen damit umgegangen bin.
Ja, ich bin an Depressionen erkrankt.
Ja, mir geht es deswegen oft nicht gut.
Ja, ich kann deshalb vieles nicht.
Ja, meine große Herausforderung ist es, meinen Alltag strukturiert zu bekommen, wenn ich das schaffe, geht es mir gut. Das ist mein Empfinden. Meine Umwelt sieht die Bewältigung des Alltags als etwas selbstverständliches an. Ich nicht. Mich kostet es viel Kraft.

Auf Grund meiner Erfahrungen, sage ich jetzt nichts mehr. Was aber auch zur Folge hat, dass man sich weiter zurückzieht, sich einigelt, dicht macht. Und damit hätten wir wieder die Spirale nach unten.

Neustes Beispiel:

Das große Enkelkind hatte Jugendweihe.
Bis zum Februar dieses Jahres wohnte die „Tochterfamilie“ in der gleichen Straße gegenüber.
Sie haben gebaut und sind weggezogen.
Weit weg.
Für mich öffentlich nicht mehr erreichbar.
Mit dieser Tatsache habe sich wirklich sehr zu knappern.

Unser Verhältnis war sehr eng.
Wir konnten uns sehr auf einander verlassen.
Waren immer gegenseitig füreinander da.
Ich immer dann, wenn eins oder beide Enkelkinder notfallmäßig zu betreuen war (wer Kinder hat, weiß, dass das sehr häufig ist)
Sie immer dann, wenn ich Hilfe bei den Dingen bräuchte, wo es mit Auto besser zu machen ist oder auch bei handwerklichen Sachen.

Nun sind sie weggezogen und jeder muss sehen, wie er die Lücke schließen kann.
Bei ihr ist es einfacher, weil besagte Enkelkinder nun schon 12 und 14 Jahre sind.
Und für mich schwerer, weil mitzunehmenden Alter mehr Hilfe benötige und durch die Depressionen auch klitzekleine Kleinigkeiten von mir oftmals als riesengroße Berge wahrgenommen werden.

Nun also diese Jugendweihe.

Nicht hier, sondern in Potsdam.
Für die allermeisten wäre das kein Problem. In die S-Bahn setzen oder eben Auto und fertig. Ganz einfach.
Nur für mich nicht.
Ich habe es vor mir her geschoben wie einen riesigen Berg, der immer größer wurde.
Schon allein die Fahrt dorthin ist für mich Würstchen anstrengend, dann die Feierstunde, dann noch ein nettes Kaffeetrinken.
Jedes für sich ist für mich schon Leistungsgrenze (nur für die Nichtwisser: ich hab nicht nur diesen Dachschaden „Depression“, sondern auch das Sjögren Syndrom mit ner ausgeprägten Leistungsinsuffizenz).
Das Hundeunterbringungproblem dazu.

Also Augen zu und durch, dachte ich.

Um 9 Uhr bin ich los, 11 Uhr in Potsdam, 11:30 Feierstunde und ich am Ende meiner Kräfte.
Zur Zeit äußerst sich das darin, dass ich ganz furchtbar anfange zu schwitzen und die Luftröhre brennt ganz doll.
Weiter Augen zu und durch 13:30 Uhr Kuchen, Kaffee oder Eis in einem nahe gelegenen Cafè.

Und ich schwitze so sehr, dass ich nur noch das Handtuch in der Hand habe. Oh, war mir das peinlich. Hochsommerliche Temperaturen waren es nicht, 24º, eigentlich perfekt. Und dick bin ich auch nicht, 55kg bei einer Größe von 160cm.

Und dann saß ich da, vor mir ein Stück Torte, nass geschwitzt, am liebsten im Boden verkriechend, und mit einem mal schoss mir der Gedanke durch den Kopf: Alle, aber auch alle waren mit Partner und Auto da. Ich allein, mit mir kämpfend, noch die gesamte Heimfahrt vor mir und mir schossen die Tränen in die Augen. Alle waren fröhlich und die meistens würden anschließend noch bei Tochter &Co. zu Hause nett grillen. Ich stand auf und lief hinaus. Ich wollte die Stimmung nicht verderben. Ich wollte nicht die Aufmerksamkeit auf mich ziehen, „die mit ihren Depressionen „… Ich setzte mich vor dem Raum auf einen Stuhl, mir ging es besch…., weinend wollte ich mich am liebsten in ein großes Loch verschwinden lassen. Bloß nicht weiter die Blicke der anderen ertragend.

Das Kaffeetrinken war beendet und einer nach dem anderen kam heraus. Und was soll ich sagen: Keiner, nicht einer, fragte mich, was los ist, warum ich da weinend hocke….

Ja, so ist das mit den Depressionen und der Außenwahrnehmung.

Man soll es nicht glauben, dann kam Gott oder wie auch immer man das nennen mag, mir zu Hilfe. Einer, der nicht mit zum Grillen eingeladen war, fragte mich, ob er mich mit nach Berlin nehmen kann …. Das war so nicht zu erwarten, denn normalerweise wohnt er in A.

Und so bin ich noch von Potsdam bis vor meine Haustüre gebracht worden. Ich war so froh, so dankbar. Nun brauchte ich nur noch meine Hunde wieder vom Hundesitter abholen.

Völlig fertig habe ich mich auf meine grüne Couch fallen lassen.

Auch die ganze Woche, vom Samstag bis heute hat keiner mich gefragt, was los war. Ich weiß nicht, was die anderen gedacht haben, ob es ein „wir-wissen-nicht-was-wir-tun-sollen“ war oder ein „jetzt-zieht-die-hier-auch-noch-ne-show-ab“ – keine Ahnung. Ich habe nichts mehr dazu gesagt. Warum sollte ich auch?

Aber zwei Dinge habe ich doch gelernt.

Zum einen, was meine derzeitigen Leistungsgrenzen sind und zum anderen, wenn gar nix mehr geht, kommt doch von irgendwoher doch Hilfe. Und wenn es „nur“ in Form eines Autos samt Fahrer ist. Ein großes fettes

Dankeschön.

*     *     *      *     *

Rückwärtsgang ….

https://pxhere.com/de/photo/495774

Gestern wars, da rief J. an.
Gerade jetzt, wo ich wieder in einer Phase des Kämpfens bin.
Locker und frei erzählte er von seinem Geburtstagsfest, wie viele da waren und wie schön es war.
Rums.
Dann kam das, was jeder kennt, der an Depressionen erkrankt ist.
Es reicht ein Wort, ein daher gesagter Nebensatz und es triggert.
Es triggert so sehr, dass sofort die Abwärtsspirale einsetzt.
Da hilft kein vernünftiges Denken mehr, kein „es war doch nicht so gemeint“, kein besseres Wissen … es geht abwärts.
Wut machte sich breit in etwa so:  „Während ich hier ums Leben kämpfe, macht der Herr fröhlich Party“
Und man kommt nicht wieder raus aus diesem Kopfkino.
Es war sofort alles wieder da, die schönen glücklichen Zeiten, aber auch die ganz schlimmen, die aggressiven.
Ich musste gestern Abend zu eine „Notfalltablette“ greifen, damit sich der Knoten im Kopf wieder löst.

Heute Vormittag hatte ich dann die medikamentösen Nebenwirkungen: Ich war schlapp, ich war müde, ich fühlte mich Sch …, war zu nix fähig.

Nachmittag dann der Termin beim Zahnarzt.
Ich habe keine Angst vorm Zahnarzt.
Ich habe schon alles, was ein Zahnarzt zu bieten hat, mitgemacht.
Nun steht wahrscheinlich wieder etwas größeres an.
Er hat entdeckt, dass es unter einer 25 Jahre alten Krone Zersetzungserscheinungen gibt.
Aber das ist nicht schlimm, muss halt eine neue drauf, wenn die Wurzel in Ordnung ist, kommt ein Stift rein.
Kenne ich schon alles gefühlte 100x.

Später zu Hause, ach du Schreck, keine Internetverbindung und kein Fernsehen. Bei letzterem kann ich gut verzichten.
Aber ohne Internet?
Was haben wir nur früher gemacht?

Wie sehr haben wir uns daran gewöhnt, schnell mal etwas zu googeln, oder nach dem Fahrplan der Bahn zu schauen.
Oder nach einer Telefonnummer.
Wann das Paket von Amazon kommt.
Oder eine nette Nachricht an T. zu senden.

Früher hatten wir Duden, Lexikon, Stadtpläne,Telefonbücher, Schreibmaschinen, Postkarten und Telegramme.
Heute haben wir für alles eine App.
Online.
Und stehen völlig hilflos da, wenn irgendeiner auf dieser Leitung steht.
Vier Stunden später war es wieder da, das Internet und die Welt wieder in Ordnung.

Und nochetwas.
Noch eine Rolle rückwärts.
Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ich mit einem Foto-Lehrgang begonnen.
Nach 4 Wochen habe ich es abgebrochen.
Zu schwierig für mich fand ich.
Außer „Knipsen“ kann ich ja nichts.
Zwischenzeitlich hatte ich noch probiert, mit GIMP allein mir ein bissel Bildbearbeitung beizubringen.
Das klappt auch nicht so richtig.
Ich brauche schon eine Anleitung, die mich systematisch führt.

Und so habe ich gestern angerufen und gefragt, ob ich es denn doch machen kann.
Ja, es ist schwierig für mich.
Aber ich hoffe und wünsche mir so sehr, wieder aufmerksam mit der Kamera nach Motiven zu suchen.
Vielleicht hilft mir das dabei.
Wille, Hoffnung, Motivation – alles da.

Vielleicht bin ich aber auch schon  zu alt für so einen Lehrgang, vielleicht geht es auch nicht mit meinem Dachschaden im Kopf (Durch die Depression kann ich mich nur sehr sehr schwer zu konzentrieren), aber ich möchte es nochmal versuchen.

Und ab jetzt wieder den Vorwärtsgang, wenn auch nur mit Tempo 10.

 

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Hilfe gesucht

Am Ende meiner Beiträge wird seit jetzt der „gefällt mir“-Button einschließlich der Bildchen nur noch rudimentär angezeigt (auf meinem Notebook).

Tablet und Handy ist alles richtig. Weiß jemand, woran das liegt? Ist es eventuell nur bei mir?

Kann mir jemand helfen?

 

 

 

Das Foto vom Tag – Ostseesonnenuntergang am 23.05.2018

Exklusiv vom Autistenfreund per WhatsApp aus Kühlungsborn bekommen:

 

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Und wieder: DSGVO

Wie ein Lauffeuer verbreitet sich dieser Blogbeitrag von Arno:

1. Nachtrag DSGVO

Vielen Dank!

 

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In eigener Sache

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Ich habe jetzt Stunden damit verbracht, alle Plugins und das Theme zu aktualisieren.
Es ist deshalb soviel, weil ich diese Aktualisierungen nur äußerst ungern tue.

Mit Recht, hatte mich ja letztens bei einer solchen Aktion, also samt Blog, ins Aus befördert. Was bedeutet, stundenlanges Suchen und Wiederherstellen.
Muss ich nicht dauernd haben.

Aber nun musste es ein, weil sicher in dem einen oder anderen Plugin etwas steckt, was diese ominöse DSGVO betreffen könnte.

Da ich aber wp-technisch fast gar nicht durchsehe, habe ich es nach besten Wissen und Gewissen gemacht.

Meine Bitte also an die Leser dieses Blogs und die Kommentatoren: Falls euch irgendetwas komisch vorkommt, blöd aussieht, vollkommen unlogisch oder dergleichen ist, bitte schreibt es mir einfach, ich werde dann versuchen, es in den Eingeweiden dieses Blog abzustellen.

Wenn es mir gelingen sollte.

So. Das wollte ich noch sagen.

 

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Gerade von Julia gelesen:

Danke Julia für diesen Link (für alle DSGVO-Verunsicherten):

https://www.heise.de/newsticker/meldung/DSGVO-WordPress-mit-neuen-Datenschutzfunktionen-4052091.html

 

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Ich schaffe es zur Zeit nicht …

… wirklich, ich nehme es mir jeden Tag vor, ein bisschen hier zu schreiben oder ein Foto vom Tag zu posten.

Ich kriege es nicht hin.

Ich fühle mich derzeit wie ein Maus vor einem riesigen Berg.
Alles zu viel, zu groß, zu laut, zu schnell.
Es scheint, dass mich alles erdrückt.
Gehe ich aus dem Haus (ja, ja, das mache ich, ich zwinge mich dazu), mag ich kaum die Menschen, die Bahn, die Umweltgeräuche ertragen und ich wohne schon in einer sehr ruhigen Gegend.
Ich möchte mich verkriechen, Decke drüber und nix sehen, nix hören, nix sagen.
Fernseher aus.

Und … es gibt keinen wirklichen Grund dafür.

Kein Negativ-Ereignis, kein wirkliches Problem, keine schlimmen Sachen, nicht mal das Wetter kann schuld sein.
Wo ist die Leichtigkeit geblieben, mit der ich jeden Tag auf der Suche nach Fotomotiven gegangen bin?

Und so kämpfe ich weiter und nehme mir wieder ganz fest vor, morgen, ja morgen, schreibe ich wieder.

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