Geranienbabys und noch 22 Tage

Im Frühjahr hatte mir Dora eine Geranie mitgebracht, die sie überwintert hatte.
Sie ist wunderbar und kräftig geworden.

Vor 2 Wochen nun habe ich nun meine einjährigen Balkonpflanzen entsorgt.
Aber was mit der schönen Geranie machen?

Und hallo, ich versuche, dass sie überlebt!
Habe auf youtube mir tutorials angeschaut und sie kurz geschnitten.
Leider habe ich nur einen warmen Keller, keinen Schuppen oder sonstwas.
Ich habe den Topf dann in einen Aldi-Stoffbeutel (natürlich haben auch alle anderen Supermärkte gleichwertige Einkaufstüten) gesetzt und ringsherum mir Knüllpapier ausgestopft.
Nun steht er so auf dem Balkon und ich werde sehen, ob er es überlebt.

Im Video habe ich auch gesehen, wie man von dieser Pflanze Stecklinge macht.
Die Pflanze aber hatte nur sehr verholzte und verknöcherte Stiele, wahrscheinlich ist die Pflanze schon ein paar Jahre alt.
Ich habs trotzdem versucht, zwei kleine Stiele in einen Topf mit Erde gesetzt und siehe Tataaaasmilie_girl_014.gif nach 2 Wochen sieht es bereits so aus:

Nun weiß ich gerade nicht, wie ich dieses Stecklinge über den Winter bekomme.
Soll ich sie im Wohnzimmer lassen?
Was ist dann mit der Winterruhe für die Pflanzen?

Weiß jemand das?

 

 

      

 

 

 

Männergrippe und noch 23 Tage

Ich habe immer noch meine Erkältung.
Seit Donnerstag nun schon.
Dabei hatte ich gleich mit meiner Weena-ist-erkältet-Therapie begonnen.
Das heißt, 3x täglich ein Tablettchen schlucken. Fängt mit „B“ an und ist, nein „war“ in der DDR sehr verbreitet und wirksam.
Namen darf man ja nun nicht mehr nennen wegen Werbung und so.
Bei der Weena-Erkältungs-Therapie wird auch mehrmals am Tag mit Kamille inhaliert.
Die Kamille ist nicht selbst angebaut, nicht von mir gepflückt, nicht von mir getrocknet.
Aber ich habe sie selbst gekauft und bezahlt.

Jedenfalls ist dann (bisher) die Erkältung nach 3 Tagen locker, diesmal nicht.
Mein Kopf dröhnt und alles tut mir weh.
Zum Arzt gehen?
Nein.
Was könnte er denn machen?
Antibiotika?
Will ich das?
Nein.
Also gebe ich mir noch ein paar Tage.

Weihnachten kommt auch mit riesen Schritten auf uns zu.
Ich weiß immernoch nicht, was ich mache.
Einladen, so ein armes einsames Seelchen, möchte ich nicht.
Mir fehlt die Kraft dazu.
Am liebsten würde ich mit meinem Hundemädchen  unter die Decke krabbeln und dort warten bis es der 1.1. ist.
JANUAR – Resetknopf, alles neu, alles wieder in den Startlöchern ..
Aber gute Idee: ich werde die Tage rückwärts zählen.
Hilft ein bisschen
Ab jetzt sind es noch 23 Tage.

 

      

 

PS: Was hat das alles mit einer Männergrippe zu tun? Naja, es sind ja die Männer, die wegen ein bisschen Husten und Schnupfen herumjammern. Frauen machen das nicht. Da gehts einfach weiter. „Schublade zu“

 

 

 

 

Ein Sofa-Tag …

Ich bin sooo müde, den ganzen Tag schön.
Ob es an der Erkältung liegt?
Wisst ihr wieviele Muskeln man zum Husten braucht?
Nein?
Ganz viele, ich spüre sie alle…..

Und ehe ich jetzt ganz tief und fest einschlafe, es ist die Zeit der netten Vorweihnachtsgeschichten:

 

pixabay.com

Erinnerung

Sie standen gemeinsam im Stall: ein Pferd, ein Ochse, ein Rennauto und ein kleiner Esel.

„Eins will ich euch sagen“, begann das Pferd, „meine Vergangenheit lässt euch vor Neid erblassen. Eine Linie meiner Vorfahren lässt sich auf die berühmten Stuten des Propheten zurückführen, eine andere Linie reicht bis zu den Lipizzanern, eine dritte führt zu den Trakehnern, und schließlich habe ich das Blut der Kavallerie Napoleons in mir.“

„Als ich noch Stier war“, begann der Ochse, „war ich stolz darauf, dass sie mich als Goldenes Kalb gossen. Als ich Ochse wurde,verband ich mit meiner Tradition den Aufstand der Nubier.“

„Typisch Ochse“, wieherte das Pferd.

„Ich fuhr die großen Rennen“, begann das Auto. „Auf dem Nürnburgring, in La Panne und überall in der Welt. In mir saß der große Manuel Fangio. Könnt ihr euch das vorstellen?“

Und so fuhren sie fort, sich ihrer Vorfahren zu rühmen,  obwohl das Pferd hinkte, der Ochse auf einem Auge blind war und das Rennauto keinen Motor mehr hatte.

„Was ist mit dir, Esel?, wandte sich das Pferd an den Grauen.

„Nichts weiter“, antwortete der leise, „aber einer meiner Vorfahren trug das Christkind“

(Peter Spangenber)

 

      

 

 

 

Ja, gestern war so schönes Wetter …

… blauer Himmel pur.

Mich rappelte es und ich habe im Wohnzimmer Fenster putzen wollen.

In Anbetracht der Tatsache, dass es nun doch bald Weihnachten ist, wollte ich gleich mal noch die 6 Schmetterlinge, die ich an die Scheibe geklebt hatte (natürlich aus Papier und in  weiß. Keine Ahnung, warum meine Kamera schwarze daraus gemacht hat. Und sie sehen auch nicht aus wie Fledermäuse oder so sondern nette kleine süße Schmetterlinge…).

Da hatte ich wirklich die Klebekraft unterschätzt.
Mir blieb nichts anderes übrig, sie mühsam mit der Rasierklinge ganz vorsichtig abzukratzen.

Merke: Nie wieder Aufkleber an die Scheibe, die kleben wie Ast.

Geputzt habe ich die Fenster auch, aber meine ganze Kraft wir dahin und es blieben nur Scheiben mit schmierigen Streifen zurück.
Rangeklebt habe ich nun Schneeflocken.
Nein, nein, ich habe gelernt!
Es sind nur solche Folienteilchen, die von selbst statisch haften.

 

Ruxfix kriegt man die wieder ab.
Warum ich mein Fenster derart verunstalte und nicht stinknormale Gardinen anhänge?
Ich habe rechts und links Vorhänge, aber ich möchte den Blick nach draußen haben.
Ich gucke nämlich nicht auf eine stark befahrene Berliner Großstadtstraße mit Abgasen, Feinstaub, Lärm und sonstigen umweltschädlichen Dingen, sondern eine Gartenanlage mit ganz viel Grün, vielen Bäumen und zwitschernden Vögeln.
Und ja, das gibt es in der Hauptstadt.

So kann man auch seinen Mittwochvormittag verbringen.

Nachmittag war nur ausruhen angesagt, ich entwickle gerade eine dicke Erkältung (kommt nicht vom Fensterputzen).
Ich hatte dann lange überlegt, ob ich am Abend zur Bibelstunde gehe.
Aus vergangenen Tagen fiel mir mein Spruch ein:

„Krankheit ist Gottes verordnete Ruhezeit“

(von mir erfunden, wenn ich Husten und Schnupfen habe)
Hatte ich gerade herumgetönt, ab jetzt alles nur noch mit Gott und so und dann bleibe ich wegen Schnupfen zu Hause?
Ging irgendwie auch nicht.
Also ging ich.
Super!
Wirklich.
Ich habs  nicht bereut.
Der Prediger macht es einfach richtig gut.
Hatte ich nicht schon  erwähnt, dass sein Verständnis der Bibel, seine Ansicht übers Christsein sich mit meinen doch sehr decken?
Die Stunde war sehr entspannt, wir haben viel gelacht.
Geht auch in der Kirche.

Juhuuu ich bin angekommen!

Heute Vormittag hatte ich wieder eine Therapiestunde.

Es war die allererste Stunde  in den 1 3/4 Jahren, in der ich mich vor ihm (den Therapeuten) setzte und sagte: „Keine Katastrophen, mir geht es gut“ Zum Buchstabieren: MIR GEHT ES GUT!

Es ist einfach unglaublich.
Und erst jetzt merke ich, wie schlecht es mir wirklich ging, wie wenig gefehlt hatte, und ich wäre nicht mehr da.
Oh manno, es war echt knapp.

Nur ein klitzekleines Problemchen habe ich zur Zeit, was so einen klitzekleinen Druck macht.

W E I H N A C H T E N.

Es gruselt mich davor.
Wie wahrscheinlich jeden, der allein lebt.
Ich weiß nicht, was ich die vielen freien Tage mache.
Am liebsten würde ich mich unter die Decke verkriechen und erst wieder hervor kommen, wenn der Januar beginnt.
Geht nicht, weiß ich.
Warum hat das so eine Macht über mich?
Die Millionen von Moslems in unserem Lande ignorieren das doch auch einfach?
Und so versuche ich mir klarzumachen, dass Jesus ja gar nicht am 24. Dezember geboren wurde, dass Weihnachten eine Erfindung von König Augustin im 3. Jahrhundert ist, einfach dieses Sonnenwendefest mit Jesus zusammengepappt.
Und außerdem, es steht nirgendwo in der Bibel, dass wir die Geburt Jesu feiern sollen.
Nichts davon.
Auch Ostern nicht.
Keine Kreuzigung, keine Auferstehung, keine bunten Ostereier, nichts.
Und warum geht es mir dann nicht gut, wenn ich an Weihnachten denke?
Darüber habe ich mit dem Therapeuten gesprochen.
Habe ihm meine ganzen „Weihnachts-Gegenargumete“ erzählt.
Als Pfarrerssohn wusste er genau, wovon ich spreche und das war heute das „Hauptthema“.
Sind das nun Sorgen oder ein „Luxus-Problem“?

Nicht desto trotz fiel mir vorhin ein Lied ein, dass in meinem früheren Leben eines meiner Lieblingslieder war.
Mit diesen Lied auf den Lippen beende ich das Geschreibsel für heute und den ganzen Tag sowieso.


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Wen interessiert’s?

Gestern Abend als ich den letzten Blogbeitrag schrieb und ich ihn online stellte, fragte ich mich ernsthaft, wenn interessiert das eigentlich?
Wen interessiert es, was in meinem Hirn vor sich geht?
Beinahe hätte ich den Beitrag wieder rausgenommen.
Bis ich mich gefragt habe, für wen ich denn schreibe?
Bin ich auf der Suche nach tollen und vielen Lesern, die mir Honig in die Kommentare schreiben?
Oder sollte ich es einfach wie bisher halten: Ich schreibe für mich, meine Gedanken, meine Gefühle, authentisch, ICH?
Für mich? Für MICH.

MEIN SPURWECHSEL.

Es soll wieder ein richtiges TAGEBUCH werden. Ein Jeden-Tag-Tagebuch.
Keine Eventberichte, so wie sie gerade anfallen oder auch nicht.
Ich will mich spiegeln, mich reflektieren, auch aus der vermeintlichen Sicht Gottes.
Mal gucken, was daraus wird, aus dem Spurwechsel.

 

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Spurwechsel …

Nein, ich möchte nichts über Politik schreiben.
Auch nichts über Flüchtlinge, nichts über demografischen Wandel, nichts über den Arbeitsmarkt, über Asyl und Ausbildung.
Nur über mich.

Es hat ein Weilchen gedauert,3 Wochen bis ich es in meinem Kopf klar bekommen habe, wohin die Reise führt.
Nein, ich fahre nirgendwohin.
Ich gebe nur meinem Leben eine neue Richtung.

Ganz so plötzlich war es dann doch nicht.
Es kam ein Puzzle-Teil zum nächsten.

Wer hier schon eine Weile mitliest, weiß, dass ich jeden Donnerstag zur Selbsthilfegruppe gehe.
Sie war in den ganz schlimmen Zeiten eine wirklich große Hilfe.
Dort sind Menschen, die mich verstehen.
Wenn ich sage, mir geht es nicht gut, dann wird das verstanden.
Ich musste nichts erklären, mich nicht rechtfertigen.
Das war sooo gut, es tat sooo gut.
Ich fühlte mich nur noch unter diesen Menschen wohl.
Vermeintlich „Gesunde“ überforderten mich.

Vor einem halben Jahr verließ der Leiter die Gruppe, er hatte neue und andere Aufgaben.
Von da an begann die Gruppe zu bröckeln.
Nach und nach verließen 4 weitere die Gruppe bis nun vor 3 Wochen auch die neue Leiterin aufhörte.
Ich glaube, sie ist nicht damit klargekommen, das alles zerbröselt.
Statt ihrer sind zwei neue Herren gekommen, die die Gruppe weiterführen möchten und jede Menge neuen Wind mitbrachten.
Das war aber sogar nichts für mich. Die beiden Herren.
Beide sind HartzIV-Empfänger.
Das ist völlig ok.
Aber mit dieser Tatsache nahmen sie Raum ein, ließen für nichts anderes mehr Platz.
Nein, sie suchen keine Arbeit.
Sie wollen nicht arbeiten.
Der Staat ist doch sowieso kacke, da sehen sie nicht ein, dass sie Steuern zahlen sollen.
Und wenn arbeiten, dann schwarz.
Jeder kann so leben wie er möchte.
Aber diese private Einstellung dominant in den Raum zu stellen und das nicht nur einmal, sondern immer.
Nein, das ist nicht mein Ding.
Da fühle ich mich nicht wohl.

Und ich begann zu überlegen, was ich mache, was wichtig für mich ist, was mir gut tut.

Parallel dazu begann ich wieder regelmäßig zur Gemeinde zu gehen.
Mit jeder neuen Predigt, gefiel mir der Prediger besser.
Das, was er sagte, passte fast 1:1 dem Verständnis, was ich habe.
Ich begann, mich dort wohlzufühlen.
Ich ging zu den Gottesdiensten, zur Seniorengruppe (haha) und zur Bibelstunde.
Überall hatte ich den Eindruck herzlich willkommen zu sein.
Es waren Themen wie in der Offenbarung die Schreiben an die Gemeinden, wo eindringlich gefordert wurde „kehrt zu eurer ersten Liebe zurück“. (Soll heißen, denkt daran, wie es war, als man zum Glauben gekommen ist).
Und das war bei mir wirklich grandios.
Genauso soll es wieder werden.
Ich möchte wieder diesen bedingungslosen Glauben haben, möchte meinen Gott zu 100% vertrauen, möchte wieder jeden Tag in seine Hände legen, möchte mich wieder beschützt fühlen.
Ist das naiv?
Dann bin ich es gern.

Ich habe meinen Therapeuten davon erzählt und bin bei ihm offenen Türen eingerannt.
Hatte ich schon erwähnt, dass er der Sohn eines Pfarrers ist?
Wenn ich bei ihm etwas von Gott, der Bibel und dergleichen erzähle, dann weiß er, wovon ich spreche.
In der der letzten Sitzung schwärmte er mir etwas von dem wunderbaren Buch der Bibel vor.
Das hatte schon etwas Komisches.
Aber das Beste kommt noch:

Mir geht es gut!
Ja, richtig gelesen, mir geht es gut!
Ihr glaubt gar nicht, was für ein großartiges Gefühl das ist!

Nun stellt sich die Frage, wie ich diesen Blog hier weiter schreiben möchte, ob überhaupt.

Ich denke, ich werde es versuchen, werde versuchen zu beschreiben, was wichtig für mich ist und wie neue Gedanken in meinen Kopf einziehen und alte verdrängen.

Ob das einfach so geht.
Ob die dunklen pechschwarzen  sich dagegen zur Wehr setzen.
Ob es anhält.
Ob das eine Schnapsidee ist.
Oder ob es mir wirklich gelingt, eine Kehrtwende hinzulegen.

Vielleicht runzelt jetzt jemand mit der Stirn und sagt: Hallo Weena, man kann sich die Welt nicht schön denken, sie ist nicht schön. Sie ist kalt, grausam, erbarmungslos.

Komm runter von deiner rosaroten religiösen Fantasiewolke.
Wie sagte doch Karl Marx: „Religion ist das Opium des Volkes“
Von diesem Opium wäre ich sehr gern abhängig, wenn sie mir ein Leben schenkt, dass lebenswert und völlig umsonst ist.

Wer mag, kann ab jetzt weiterlesen, wie es mir damit geht… ob es geht …

 

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Mein Hunde-Opi hat seine Flügel ausgebreitet

und ist in den Hundehimmel gereist.

Ich hatte es schon lange geahnt.
Mein Willi wurde seit Wochen immer dünner.
Aber er fraß ganz normal, eigentlich mehr als normal, weil ich 3x am Tag fütterte, auch Trockenfutter hatte ich immer zu stehen. (Was ich sonst nicht mag, aber in Anbetracht seines Gewichtsverlustes, habe ich es so gemacht.)
Willi hörte schon lange nichts mehr, weil seine  Ohren durch chronische Entzündungen völlig vernarbt waren.
Seit einem Jahr muss ich ihn in der Wohnung windeln, weil er inkontinent geworden war.
Seine Augen ließen nach, so dass er kaum noch etwas sah.
Manchmal stand er mit der Schnauze zur Wand, weil er meinte, dort müsste die Tür aufgehen.
Bei Leckerlies schnappt er immer erstmal daneben, weil er nicht genau sah, wo ich sie hinhielt.
Wenn er von seinem Kissen morgens aufstand, fiel er erstmal um, er konnte das Gleichgewicht beim Schütteln nicht mehr halten.
Und trotz alldem hatte ich den Eindruck, dass er nicht litt. Dass er sich freute, wenn er auf seinen Kissen lag. Er freute sich, wenn mich wahrnahm oder wenn er draußen seinen Hundefreund traf. Dann konnte er nochmal richtig aufdrehen.
Sein Napf war immer ganz leer geputzt.

Nur heute, heute Morgen war es anders. Er fraß sein Lieblings-Morgenfutter nicht. Zum Bürsten, was er liebte und genoss, musste ich ihn tragen.
Er lag apathisch da und wollte auch nicht das immer anschließende Hunde-Kokos-Keks.
Er drehte den Kopf weg.
Ich ahnte, was das bedeutet.
Am Nachmittag bin ich dann zum Tierarzt mit ihm.
Hab gesagt, dass mein Willi nicht mehr mag.

Er wog sonst immer 8,5kg. Jetzt gerademal 6kg. Die Tierärztin überredete mich noch, dass ein Blutbild von ihm gemacht wurde. „Ja, wenn er Diabetes hätte, was sie vermutete, könnte man doch …“ Nein, ich wollte es nicht. Weil ich längst ahnte, dass das nichts mehr bringt und irgendwelche lebensverlängernden Maßnahmen mit täglich Spritzen, Tropf und Tabletten. Nein, das will ich nicht. Das ist für einen alten Hund, der nicht mehr mag,einfach nur noch viel Stress.
Ich habe der Blutuntersuchung zugestimmt, weil ich nicht in der Lage war, ein lautes NEIN zu sagen.
Wir haben 30 Minuten auf die Laborergebnisse gewartet.

Die Ärztin kam und sagte: Ihr Willi hat ein Nierenversagen, wir können nichts mehr für ihn tun …………..

 

 

 

 

Hauptziel … Durchhalten …

Foto ist nicht von heute, soll nur sinnbildlich sein – Licht im Dunkeln –

Lange nix geschrieben, mich hat die Depression wieder voll erwischt.
Zumindest habe ich heute schon mal im Kopf, nur nicht weiter reinfallen, nicht sitzen bleiben, raus gehen. Irgendwie.
Das kostet mich die ganze Kraft.
Nachher will ich mir Tagespläne schreiben und diese abarbeiten.
Nein, nichts Großartiges.

Hunde Gassi,
Abspülen,
Hunde bürsten,
Kartoffeln kochen,
Willis Windeln waschen,



Eben so was.
Und  ich habe mir ganz fest vorgenommen, heute Nachmittag zum Gottesdienst zu gehen…
Unter Menschen.

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Türe auf … oder doch nicht?

Ich habe lange überlegt, ob ich DAS schreiben sollte.
Oder lieber doch nicht?
Vielleicht ist es ja in meinem depressiven Hirn einfach nur ein manischer Ausreißer?
Vielleicht entwickle ich mich nun zu manisch-depressiv?

ODER es stimmt tatsächlich, dass ich die Ursache und Ausweg aus meinen Kopfchaos gefunden habe.

Der Knaller dazu war letzten Sonntag die Predigt beim Gottesdienst.
Es ging um Dankbarkeit.
Der Prediger begann damit:

5:30 Uhr klingelt der Wecker und er sieht seine Frau neben sich und ist dankbar. Dankbar, dass sie immer noch da ist, es noch mit ihm aushält.

Die andere Variante:

5:30 Uhr klingelt der Wecker und er sieht seine Frau neben sich und denkt: sie ist jetzt über 40 und die Wechseljahre werden nicht mehr lange auf sich warten lassen und damit die Zipperlein. Vielleicht sollte er sich nach etwas Jüngeren umsehen …

Gleiche Situation, unterschiedliche Einstellung dazu.

Und mir fiel es wie Schuppen von den Augen.
Ja, genauso war ich!
Ich suchte in jeder Situation immer das Positive, das Gute.
Wenn mir zum Beispiel ein Bus vor der Nase weg fuhr und ich 20 Minuten auf den nächsten Warten musste, war ich nicht sauer, sondern dachte, vielleicht war ja jemand in dem Bus, mit dem ich ein Problem hatte oder vielleicht kein Sitzplatz mehr frei oder sonstwas.
Ich musste mir es nicht jedesmal vornehmen, es geschah automatisch.
Das macht ein gutes Gefühl, man ist zufrieden und ausgeglichen.

Und wo ist das alles hin?
Wer meine „about-Seite“ gelesen hat, weiß, dass ich drei Jahre mit einem Mann zusammengelebt habe, dass alles andere als gut ausging.
Und dort ist diese positive dankbare Seite erstickt.
Immer, wenn ich so dachte und es sagte, dann wurde er wütend, aggressiv und fing an zu toben.
Ich würde ihm in den Rücken fallen, ich würde für „DIE“ sein, wäre genauso schlimm wie „DIE“ mit dem Ergebnis, dass ich dann irgendwo heulend in der Ecke saß.
Unbemerkt habe ich mir diese Art zu denken, abtrainiert.

Genauso mein Glauben.
Ich bin ein gläubiger Mensch.
Ich hatte eine Standleitung nach oben.
Nein, ich war kein regelmäßiger Kirchgänger, aber ich brauche keine „Kirche“ für ein gottgefälliges Leben.
Ich hatte einen bedingungslosen Glauben.
Jeden Morgen betete ich zu Gott, er möge den Tag in seine Hände nehmen, Kummer und Schmerz von mir fern halten. Er möge diesen Tag genau für mich planen und so werde ich dann alles was der Tag bringen möge, es so annehmen als käme es von ihm. Egal was. Auch das, was ich vielleicht als negativ empfinde, aber aus Gottes Sicht Sinn macht, ich aber noch nicht verstehen kann.
Ich weiß, dass jetzt so mancher die Stirn runzelt.
Kinderglauben.
Vielleicht.
Aber für mich war das Vertrauen zu Gott grenzenlos.
Wie gesagt, ich hatte eine Standleitung nach oben, spürte wie er mich führte, wie er mir antwortete.

Das war dann weg.
Ich habe Gott nicht mehr spüren können.
Als wäre die Leitung gekappt.
Funkstille.

Stattdessen aggressive, wütende und lautstarke Worte, die mir um die Ohren flogen: „Mein Gott wäre ein Arschloch, wenn er mich nicht endlich gesundmachen würde (habe ja dieses Sjögren Syndrom). Und überhaupt fehle es mir an Nächstenliebe, da würde mir Gott sowieso nicht helfen.
Nächstenliebe bestand bei ihm darin, große Partys zu feiern mit ganz viel Alkohol. Dann tut man ja was für seine Mitmenschen.
Anderen Menschen durch seine handwerklichen Fähigkeiten zu helfen, das zählte nicht unter Nächstenliebe, da hielt er die Hand auf und verlangte einen Stundenlohn.

Also Funkstille für mich nach oben.

Und der dritte Punkt, der mir klar wurde:
Durch meine Grunderkrankung habe ich u.a. eine ausgeprägte Leistungsinsuffizienz.
Aber ich war zufrieden mit mir.
Solange ich mich innerhalb meiner Grenzen bewegte, war alles gut.
Ich habe mich so angenommen und fand mich okay.
Lebte einfach so wie es zu mir passte.

Bis damals 2013.
Von da ab zählte nur noch Leistung. Ich spürte sehr schnell, wo meine Grenzen waren und bin sooft darüber hinausgegangen, bin immer wieder erschöpft zusammengebrochen und als „Spielverderber“ betitelt worden.
Letztendlich habe ich mich dann auch nur noch über meine körperliche Leistung definiert.
Also irgendwie Ausschuss, den niemand haben will.

Und diese drei Punkte, die Dankbarkeit, der Glauben und die Wertlosigkeit haben mich so tief runter gezogen, dass ich diese schweren Depressionen entwickelt habe.

Und wer jetzt den Kopf schüttelt und sich fragt, warum ich das mit mir habe machen lassen und ich nicht gleich schreiend weggelaufen bin, kann ich nur sagen, es war ein Prozess.
Zu Beginn haben wir uns sehr gut verstanden, ja hatten sogar Gemeinsamkeiten. Es hat sich unbemerkt eingeschlichen. Und da ich ein Mensch bin, der die Fehler immer zuerst bei sich sucht, machte es nicht besser.

Und natürlich muss ich auch sagen, Mister X hatte natürlich auch viele gute, liebeswerte Seiten. Klar, sonst wäre ich auch nicht dorthin gezogen.

Und etwas habe ich auch verstanden. Ich habe das Gefühl dafür bekommen, warum Frauen, die von ihren Männern gedemütigt und geschlagen werden, deshalb in ein Frauenhaus flüchten, warum diese Frauen zurückkehren zu diesen aggressiven Männern. Warum es so schwer fällt, sich zu lösen.
Ich verstehe es jetzt.

Jetzt habe ich soviel geschrieben, wie ich mal war und was alles nicht mehr ist. Es ist genau diese Erkenntnis. Nämlich, dort will wieder hin! Jetzt brüllt mich keiner mehr an, ich solle gefälligst die schweren Sachen selbst tragen, ich habe ja keine Pflegestufe. Oder das die Frau nur die Gehilfin des Mannes ist, das steht schließlich auch in meiner Bibel.
Das ist nun vorbei.

Ich möchte wieder beginnen, in der Bibel zu lesen, meinen Tag Gott übergeben, versuchen wieder das Positive zu sehen und dafür zu danken und mich letzendlich wieder so annehmen wie ich bin mit all meinen Unzulänglichkeiten.

Am Dienstag habe ich den nächsten Therapie-Termin, dann will ich das ansprechen und ich glaube, der Therapeut wird mir dabei helfen.

Hm. Was soll ich noch weiter dazu sagen. Sehe ich da zu optimistisch? Werde ich morgen wieder zweifelnd in meiner Sofaecke sitzen, keine Kraft haben und mich als das überflüssigste Wesen des Universums empfinden. Etwas, was allen höchstens allen zur Last fällt und am liebsten tot wäre.

Für heute aber ist der Tag vorüber und ich verabschiede mich mit einem Blick aus meinem Wohnzimmer.

Und nun gehe schlafen. Ich habe es nämlich tatsächlich geschafft, dass seit ein paar Tagen mein Wecker 6 Uhr klingelt und ich spätestens eine halbe Stunde später wirklich aufstehe. Wow!

 

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Ausgebremst ….

Es passiert immer dann, wenn man es nicht erwartet, wenn man denkt, die Technik läuft und läuft und läuft.
Und dann … das Internet weg.
Natürlich nicht richtig weg, nur die Verbindung zum solchen.
Plötzlich  merkt man, wie alltäglich man dieses benutzt.
Mal schnell etwas googeln, schnell mal die emails checken, eine WhatsApp-Nachricht schreiben, ein Rezept suchen …
Geeeeht nicht nicht mehr.
Meine mittägliche Meditationspause mit dem grünen Elefanten auf youtube … geeeht nicht mehr.
Bloggen natürlich auch nicht.

Man wird wieder geerdet.
Früher ging es ja auch irgendwie.
Statt googlemaps, der Stadtplan,
statt Internet-Marke, eine stinknormale Briefmarke,
statt chefkoch.de das Kochbuch von anno Knips.

Ja, das ging alles, kann man sich kaum mehr vorstellen.
Aber stelle sich mal einer vor, es träfe nicht nur mich in meinem kleinen 1-Mann-Universum, sondern die ganze Stadt.
Oder ganz Deutschland.
Oder gar die ganze Welt?
Mittelalterliche Zustände!

Nunja, es traf nicht die Welt, auch nicht die ganze Stadt.
Nur Kabel Deutschland.
Oder nur mich?

Aber nun bin ich wieder unter den Lebenden!

Hach, wie schöööööön.

 

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