Die Geschichte zum Mittwoch #31

pixabay.com

Der Hase und die Frösche

Ein Hase saß im Unterschlupf und dachte nach.

„Wer ängstlich ist“, dachte er, „ist eigentlich unglücklich dran! Nichts kann er etwas ungestört und in Ruhe genießen, immer gibt es neue Aufregung für ihn. Ich schlafe vor Angst schon mit offenen Augen. Das muss anders werden, aber was kann ich nur tun?“

So überlegte er. Dabei war er aber immerwährend auf der Hut, denn er war nun einmal misstrauisch und furchtsam. Ein leises Geräusch, ein dunkler Schatten – alles erschreckte ihn schon.

Plötzlich hörte er ein leichtes Säuseln. Sofort sprang er auf und rannte davon. Er hetzte bis an das Ufer eines Teiches. Da sprangen die aufgescheuchten Frösche alle ins Wasser.

„Oh“, sagte der Hase, „sie fürchten sich vor mir! Da gibt es also Tiere, die vor mir zittern, dem Hasen! Was bin ich für ein Held!“

Da kann doch einer noch so feige sein, er findet immer einen, der ein noch größerer Feigling ist.

Jean de La Fontaine

*     *     *     *     *

Ich bin auch so ein bekennender Angsthase.
Wer sich wohl vor mir fürchtet?
Oder besser, wer ist ein noch größerer Angsthase als ich???
Bitte melden!!!

*     *    *     *      *

 

Die Geschichte zum Mittwoch #30

Ja, ja, ich weiß, heute ist Sonntag und nicht Mittwoch!
Aber das ist doch egal, oder?

pixabay.com

Die ganz kleine Quelle

Ein afrikanisches Märchen erzählt, dass eines Tages eine große Trockenheit über das ganze Land fiel.
Zuerst verdorrte Gras.
Es wurde braun und grau.
Dann welkten die Büsche und verloren traurig ihre Blätter.
Kleinere Bäume starben ab und ragten wie knöcherne Besen  in den wolkenlosen Himmel.
Der Regen blieb immer noch aus, und das Land wurde zu einer staubigen Einöde.
Selbst  der Morgen erwachte ohne die Erfrischung des Taus..
Tiere verdursteten.
Nur wenige hatte die Kraft, aus der tödlichen Wüste zu fliehe.

Die Dürre dauerte an.
Nun waren auch die alten und starken Bäume, deren Wurzeln tief genug in die Erde hinabreichten, bedroht.
Langsam verloren sie ihre Blätter und das schattenspendende Kleid.
Brunnen und Flüsse, Quellen und Bäche trockneten aus.
Eine einzige Blume war am Leben geblieben, weil eine ganz kleine Quelle immer noch ein paar Tropfen Wasser für sie bereithielt.
Doch die kleine Quelle mitten in der Einöde war ganz verzweifelt: „Alles vertrocknet und verdurstet, verdirbt und stirbt. Was hat es noch für einen Sinn, dass ich noch ein paar Tropfen Wasser aus der Erde für sie hole, um eine einzige  Blume zu erhalten?“
Ein alter, ehemals kräftiger Baum stand in der Nähe.
Er hörte die Klage und sagte zu Quelle: „Niemand erwartet von dir, dass du die ganze Wüste zum Blühe bringst. Deine Aufgabe ist es, einer Blume das Leben zu erhalten. Mehr nicht!“

Quelle: „Überlebensgeschichten für jeden Tag“ Axel Kühner

*     *     *     *     *

Und wo ist bitte mein Blümchen?

*     *     *     *     *

 

Mal wieder: Die Geschichte zum Mittwoch #29

Nur ein Sperling

Auf der Heimkehr von der Jagd schritt ich durch die Gartenallee, die von dem großen, schmiedeeisernen Tor zum Haus führte. Mein Hund lief vor mir her.

Plötzlich hörte er zu laufen auf und bewegte sich mit jenem eigentümlichen, halb geduckten, lautlosen Gang vorwärts, den Hunde stets annehmen, wenn sie irgendein lebendes Wesen anschleichen.

Ich schaute die Allee hinunter und sah einen jungen Sperling mit gelb umrandeten Schnabel und Flaum auf dem winzigen Köpfchen. Es war aus dem Nest gefallen – ein heftiger Wind schüttelte die Birken der Allee -, hockte unbeweglich auf dem Kies und streckte hilflos seine kaum hervorgesprossenen Flügel aus.

Langsam näherte sich ihm mein Hund, als plötzlich von der nächsten Birke der alte schwarzköpfige Sperling herabstürzte und wie ein Stein gerade vor seiner Schnauze zu Boden fiel. Zerzaust, verstört und mit verzweifeltem, kläglichem Gezeter flatterte er gegen den Hunderachen mit den spitzen Zähnen. Er warf sich über sein Junges, um es zu beschützen, doch sein ganzer kleiner Körper bebte vor Schrecken, das dünne Vogelstimmchen klang wild und aufgebracht.

Als welch riesengroßes Untier musste ihm der Hund erscheinen! Und dennoch hatte er nicht auf seinem hohen, sicheren Ast zu bleiben vermocht.

Eine Macht, stärker als sein eigener Wille, hatte ihn von dort herabgerissen, geradewegs vor den Hund!

Mein Hund blieb starr stehen, wich zurück, als könnte er diese Macht begreifen. Ich rief den Verdutzten zu mir zurück und entfernte mich, Ehrfurcht im Herzen. Ja, ich lächelte nicht darüber! Ehrfurcht empfand ich vor diesem kleinen, heldenmütigen Vogel, vor der überströmenden Kraft seiner Liebe.

Die Liebe, dachte ich, ist stärker als der Tod und die Schrecken des Todes. Sie allein, allein die Liebe erhält und bewegt unser Leben.

Iwan Turgenjew

*     *     *     *     *

Ja, das ist so eine herzzerreißende Taschentuchgeschichte. Nachdem meine Tränen getrocknet waren, habe ich überlegt, ob Spatzen überhaupt „Liebe“ empfinden können. Ich habe herumgegoogelt und nichts dazu gefunden. Ja, über Säugetiere findet man etwas oder auch über die Fortpflanzung von Vögeln, aber „Liebe“, so wie sie  der Iwan Turgenjew beschreibt???

Ja, gut, es soll sicherlich ein übertragenes Bild sein. Aber er beschreibt hier keine Fabel als solches, sondern eigenes Erleben.

Kann jemand etwas dazu sagen?

*    *     *     *     *

Die Geschichte zum Mittwoch #28

Nein, mir geht es nicht gut.
Und ich ärgere ich wahnsinnig darüber.
Immer wieder ziehen mich unbedachte, nebenbei gesagte, unbedeutende Halbsätze andere mich derart nach unten, dass ich wieder in meiner grünen Safaecke sitze und mir wünsche, es täte sich ein großes Loch vor mir auf, in das ich graues Mäuslein mich verflüchtigen könnte.

Das große Loch ist nicht da, nicht in meinem Wohnzimmer, und so flüchte ich mich mit meinem Gedankenkarussell in die „Geschichte zum Mittwoch“.

Das Pferd und der Esel

Ein Bauer trieb ein Pferd und einen Esel zu Markte. Beide waren mit der gleichen Last beladen.

Als sie schon eine gute Strecke vorwärts gegangen waren, merkte der Esel, wie seine Kräfte nachließen.

„Ach“, bat  er das Pferd kläglich, „du bist viel größer und stärker als ich, und doch hast du nicht schwerer zu tragen, nimm mir einen Teil meiner Last ab, sonst erliege ich.“

Hartherzig schlug ihm das Pferd seine Bitte jedoch ab: „Ich habe selbst meinen Teil und daran genug zu tragen.“

Der Esel schleppte sich weiter, bis er endlich erschöpft zusammenstürzte.

Vergeblich schlug der Bauer auf ihn ein, der Esel war tot. Es blieb nun nichts weiter übrig, als die ganze Last des Esels dem Pferde aufzupacken, und um doch etwas von dem Esel zu retten, zog ihm der Besitzer das Fell ab und legte auch dieses noch dem Pferd oben auf.

Zu spät bereute das Pferd seine Hartherzigkeit.

„Mit leichter Mühe“, so klagte es, „hätte ich dem Esel einen kleinen Teil seiner Last abnehmen und ihm vor dem Tod retten können. Jetzt muss ich seine ganze Last und dazu noch seine Haut tragen.“

Aesop

*     *     *     *     *

Wo ist mein Pferd?

*     *     *     *     *

Die Geschichte zum Mittwoch #27

Der Wolf als Schäfer

pixabay

Dem alten Wolf war es nun schwer geworden,
die Lämmer von den Weiden zu rauben.
So dachte er nun, auf leicht’re Art zu morden –
seiner List und Kunst konnte man glauben.

Er zog sich an einen Hirtenrock,
nahm Ranzen, Flöte und einen langen Stock
und hätte zur Vollmacht seiner List
noch gern auf seine Stirn geschrieben,
er sei der Herde Hirt.

Der falsche Hirte ging,
indem er den Stab auf die Pfoten legte,
zum echten Hirten hin,
der gerade seine Ruhe pflegte
und dessen müdes Haupt das Gras umfing.

Es schliefen auch die Flöte, die Hunde
und selbst die meisten Schafe in der Runde.
Der Schurke ließ die Schläfer gerne ruhn,
und er ergriff, um einige Schafe fort
in Richtung Wald zu treiben, schon bald das Wort,
im Glauben, nötig sei es, das zu tun –
doch gerade verdarb er seine Sache nun.

Zu schlecht gelang sein Lockruf in die Runde
aus diesem räuberischen Munde.
Laut scholl der Stimme Widerhall
vom Wald zurück. Bei solchem Schall
erwachten gleich der Hirt und Hunde
und alle Schafe in der Runde.

Der Wolf kam auf der Flucht zu Fall
durch seinem Umhang und die Last –
und wurde wehrlos abgefasst.

Mag sich ein Heuchler auch verwandeln
um Unschuld und Güte herauszustreichen,
so bleiben doch die Erkennungszeichen:
Wer Wolf ist, wird auch als Wolf auch handeln.

Jean de Fontaine

*     *      *      *      *

Warum erinnert mich das an die Plagiate von Doktorarbeiten, die vor ein paar Jahren die Runde machten?
Und wie viele mag es davon noch geben?

*     *     *     *     *

Die Geschichte zum Mittwoch #26

pixabay.com

Der Löwe und die Stiere

Eine zärtliche und enge Freundschaft verband vier junge kräftige Stiere. Ein Löwe, der in einem nahem Wald seinen Schlupfwinkel hatte, beobachtete aus sicherer Entfernung, und seine Begierde nach ihnen wuchs von Tag zu Tag.

„Vor diesen acht spitzen Hörnern“, sagte er sich aber, „müsste ich fliehen! Ja, diese vier Stiere könnten mich sogar töten, wenn sie sich gemeinsam angreifen. Aber ich weiß,was ich tun muss!“

Er verbarg sich am Rand der grünen, saftigen Wiese, auf der die Stiere weideten, und wartete geduldig, bis sich einer von den anderen ein wenig entfernte. Dann schlich der Löwe hin und flüsterte dem Stier zu: „Ah, du bist es, den die anderen drei verspotten!“

Dem nächsten Stier erzählte er: „Die anderen drei sind eifersüchtig auf dich, weil du größer und schöner bist als sie.“

Am Anfang hörten die Stiere nicht auf den Löwen, aber bald fingen sie an, sich gegenseitig zu misstrauen. Sie gingen nicht mehr gemeinsam auf die Weide, und nachts rückten sie voneinander ab. Das alles machte sie noch viel misstrauischer, und jeder dachte von den anderen: Sie warten auf eine Gelegenheit, mir etwas anzutun.

Als der Löwe schließlich die Nachricht verbreitete, die vier Stiere wollten sich gegenseitig bekämpfen, weil jeder der Stärkste sein und die anderen von der Weide verjagen wolle, da fielen sie einander sofort in heller Wut an. Bald sahen die vier prächtigen jungen Stiere nicht mehr prächtig aus. Sie schlugen mit ihren Hufen aufeinander ein und zerfetzten sich mit ihren Hörnern.

Als der Löwe einen von ihnen anfiel und fortschleppte, kamen die anderen ihren Gefährten nicht zu Hilfe. Der Löwe zerriss bald danach den zweiten, dann verschlang er den dritten, und auch der vierte Stier wurde einige Tage später, als der Löwe wieder hungrig, dessen Opfer.

Johann Gottfried von Herder

*     *      *      *      *

Tja, so kriegt man Gruppen auseinander….

Funktioniert bei Menschen auch heute noch so.

*      *      *      *      *

 

Die Geschichte zum Mittwoch #25

Ja, ja, ich weiß, heute ist schon Donnerstag. Aber ich lebe zur Zeit irgendwie außerhalb jedes Zeitgefühls…

Zu hoch hinaus

Ein Sperling flog zu einer Schafherde, setzte sich auf den Plankenzaun und betrachtete die Tiere, die fetten Widder, die Schafe mit den dicken Wollnacken und die kleinen, munteren Lämmer. Plötzlich stieß ein Adler herab, packte ein junges Lamm mit seinen Fängen und flog mit der Beute davon.

Der Sperling schlug aufgeregt mit den Flügeln und rief: „Was dieser kann, kann ich auch! Habe ich nicht auch Schwingen wie er? Kann ich nicht wie er durch die Luft fliegen?“

Und der kleine Sperling breitete seine Flügel aus und fühlte sich so mächtig und stark wie der Adler. Er beschloss, es dem königlichen Vogel gleichzutun.

„Aber ich will mir nicht ein kleines Lamm aussuchen wie dieser Räuber“, dachte er verächtlich,“sondern den stärksten und größten Widder.“

Er flatterte auf und suchte den fettesten Widder in der Schafherde.

Das Wollkleid des Widders war verfilzt und klebrig, denn dieser Widder pflegte sich immer in der nassen Erde und Dung zu wälzen. Als der Sperling sich auf dem Rücken des Tieres niedergelassen hatte, schlug er stolz mit seinen kleinen Flügeln und wollte wie der Adler mit seiner Beute in die Luft aufsteigen. Aber die verfilzte Wolle des Widders hielt ihn fest. Der Sperling mochte noch so sehr mit den Flügeln schlagen, seine schwachen Krallen verwickelten sich immer mehr im wolligen Schafsnacken.

Bei jener Herde aber wachte ein Hirte. Er hatte gesehen, wie der Adler das kleine Lamm geraubt hatte, und nun sah er, wie der Sperling es dem Raubvogel gleichtun wollte. Der Hirte wurde sehr zornig und eilte zu dem hilflosen Sperling, der gefangen auf den Rücken des Widders saß. Er packte den Sperling, riss ihm die Flügelfedern aus und band ihm die Füße mit einer Schnur zusammen. Dann brachte er den Sperling zu seinen Kindern.

„Wer ist das?“, fragte eines der Kinder. Der Hirte antwortete: „Das ist einer, der es einem Höheren gleichtun wollte und dadurch ins Verderben geriet.“

aus Tausend und eine Nacht

 

*     *     *     *     *

Ohje, bei Vögeln ist das wohl klar, aber bei Menschen? Wer ist höher, wer niedriger?

 

*     *     *     *     *

 

Die Geschichte zum Mittwoch #24

pixabay.com

Der Esel und der Fuchs

Ein Esel und ein Fuchs lebten seit langer Zeit zusammen, pflegten eine gute Freundschaft und gingen auch miteinander auf die Jagd.

Auf einem ihrer Streifzüge kam ihnen einmal ein Löwe in den Weg und der Fuchs fürchtete, er könne nicht mehr entfliehen. Da bediente er sich einer List und sprach mit künstlicher Freundlichkeit zum Löwen: „Ich fürchte mich nicht vor dir, großmütiger König! Kann ich dir aber mit dem Fleische meines engstirnigen Gefährten dienen, so will ich das gerne tun.“

Der Löwe versprach ihm Schonung, und der Fuchs führte den Eselin eine Grube, in der dieser sich fing.

Brüllend eilte nun der Löwe auf den Fuchs zu und ergriff ihn mit den Worten: „Der Esel ist mir gewiss, aber dich zerreiße ich wegen deiner Falschheit  zuerst.“

Der Verrat ist einem willkommen – aber den Verräter liebt man dennoch nicht.

Aesop

*     *      *      *      *

Vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber mich erinnert diese Falschheit ein bissel an die heutige Nachricht in den Medien, dass die Rüstungsexporte  in der letzen GroKo um 45% gestiegen sind gegenüber der schwarz/gelben Regierung. (Was jetzt nicht heißen soll, ich fände eine zukünftige Jamaika-Regierung toll)

http://www.tagesschau.de/inland/ruestungsexporte-drittstaaten-101.html

War da noch vor Kurzem der Spruch: Wir müssen Fluchtursachen verhindern!

Und nun steht in dem Sondierungspapier: „Die Bundesregierung wird ab sofort keine Ausfuhren an Länder genehmigen, so lange diese am Jemen-Krieg beteiligt sind.“

Wie jetzt? Auf einmal? Und was ist jetzt mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung?

Noch eine 180 Grad Drehung?

Ich habe nicht viel Ahnung von Politik, aber den derzeitigen Zirkus muss man auch nicht verstehen.

„Vorwärts Genossen, wir gehen zurück“

Nungut, es sollte nur heißen, der Fuchs aus der Fabel ist nicht das einzige Wesen, das falsch spielt.

 

*      *      *      *     *

 

Die Geschichte zum Mittwoch #23

pixabay.com

Der Affe und der Fuchs

„Nenne mir ein so geschicktes Tier, dem ich nicht nachahmen könnte!“, so prahlte der Affe gegen den Fuchs.

Der Fuchs aber antwortete: „Und du, nenne mir ein so geringschätziges Tier, dem es einfallen könnte, dir nachzuahmen.“

Gotthold Ephraim Lessing

*     *     *     *     *

Und da stehe ich wieder auf dem Schlauch: Was will mir Lessing damit sagen???

Ein bisschen hin und her gegoogelt und folgende Antwort gefunden:

Das ist eine der kürzesten Fabeln von Lessing. Es gibt keine Schilderung der Situation. Die Fabel beginnt mit der Rede des Affen, dann folgt die Gegenrede des Fuchses mit seinem Vorwurf an die deutschen Dichter. Hier spricht eigentlich Lessing und äussert seinen Vorwurf gegen die zeitgenössischen deutschen Dichter. Dieser Vorwurf enthält auch die Moral der Fabel: Schuster bleib bei deinen Leisten! Dichte und schreibe wie ein deutscher Schriftsteller.
Der Affe stellt den Adel dar, der sich auffällig, wichtigtuerisch und angeberisch verhält. Er wird in einigen Fabeln dargestellt als komischer und lächerlicher Typ, der sich dem Hofherrn untertänig zeigen will. Könige und Fürsten kauften sich ja damals Menschen und Tiere aus fremden Ländern einfach zur Belustigung. 
Der Fuchs spielt den Vertreter des Volkes. Er versucht aufzuklären, auf Fehler hinzuweisen und besseres Verhalten zu lehren. 

Quelle: https: //e-hausaufgaben.de/Thema-205752-Lessing-Fabel-Der-Affe-und-der-Fuchs-Moral.php

Okay, klingt alles sehr verschult (logisch, wenn es von  einer Hausaufgabenseite ist) und nichts für Lieschen Müller mit ihren 60 Jahren.
Hat noch jemand eine andere Idee?

*      *      *      *

Die Geschichte am Mittwoch #22

Der Hund und das Stück Fleisch

Ein großer Hund hatte einem kleinen, schwächlichen Hündchen ein großes, saftiges Stück Fleisch abgejagt. Er lief nun mit seiner Beute davon. Als  er über eine schmale Brücke lief, fiel zufällig sein Blick ins Wasser. Wie vom Blitz getroffen blieb er stehen, denn er sah unter sich einen Hund, der gierig seine Beute festhielt.

„Der kommt mir zur rechten Zeit, sagte der Hund auf der Brücke, „heute habe ich wirklich Glück. Sein Stück Fleische scheint noch größer zu sein als meins.“ Gefräßig stürzte sich der <Hund kopfüber in den Bach und biss nach dem Hund, den er von der Brücke aus gesehen hatte. Das Wasser spritze auf. Er ruderte wild im Bach umher und schaute sich nach allen Seiten um. Aber er konnte  den Hund mit dem noch größeren Stück Fleisch nicht mehr entdecken, er war verschwunden.

Da fiel dem Hund sein soeben erbeutetes, eigenes Stück ein. Und soviel er tauchte und suchte,es war und blieb verschwunden. In seiner Gier war ihm auch noch das Stück Fleisch, das er schon sicher gehabt hatte.

Aesop

*      *      *      *      *

Manche kriegen eben den Hals nicht voll.

Das Fazit ist sehr schön: Vor lauter Gier hatte er dann letztendlich gar nix mehr.

Aber übertragen auf unsere menschliche Welt stimmt das oft dann nicht mehr. Die, die soviel haben und ihre Milliönchen horten, bekommen meist immer mehr.
Wie heißt es so schön: Der Teufel sch…. immer auf den größten Haufen.

Ob sie dann auch glücklicher sind in ihrem Run auf immer mehr, ist dahingestellt.
Denke ich …

*      *      *      *       *

%d Bloggern gefällt das: