Das Beste von gestern 23.04.2018

Das Beste von gestern war eindeutig: Dass es mir etwas besser ging.

Ich habe soetwas wie bisschen Alltag hinbekommen.
Routine üben.
Struktur geben.
Die größte Hilfe sind ganz klar meine Hundis.
4x am Tag ein Anker, wo ich MUSS.

Vor einiger Zeit habe ich von dem „Projekt Magische Spüle“ geschrieben, habe den Crashkurs begonnen.
Aber es dann doch nicht durchgehalten.
Gestern hat ein neues Projekt auf dieser Seite begonnen.
Das ist dann nicht das Ordnungs- und Ausmistendings, sondern der Frühjahrsputz.
Ich versuche es einfach nochmal.
Jetzt in meiner Situation passiert nichts im Selbstlauf, ich brauch jetzt eine Krücke.
Mir ist bewusst, dass das von vielen nicht verstanden werden kann.
Es geht nicht mit „Reiß dich zusammen und mach“.

Also jetzt mit Putzen.
In der gestrigen Mail hieß es dann kurz gefasst:

1. Küchenspüle frei und glänzend. JETZT!
(Wer hier die gesamte Zeit verbraucht, lässt das Schlafzimmmer heute weg).

2. Im Schlafzimmer, 15 Minuten:
* Das Bett machen
* Spinnweben an der Decke entfernen

Die Küchenspüle ist bei mir frei und glänzend, da ich noch (oder wieder) mit der Hand spüle. Folgedessen muss sie frei sein(wo sollte ich sonst das Wasser einlassen?)

Mein Bett mache ich auch immer. Immer.
Nach Spinnenweben habe ich gesucht, aber keine gefunden.
Später am Tag habe ich dann doch wenigstens eine Spinne entdeckt.

Nein, ich habe keine Spinnenphobie. Ich entferne sie mit den Handfeger und dann in die Freiheit über den Balkon.

Am Abend habe ich dann meine ersten Sprossen geerntet.
Ja, ich halte mich tapfer weiter an meine Trennkost.
Es tut mir gut.

Aber was auf die Stulle, wenn die Kohlenhydrate des Brotes nur Gemüse gestatten?
Radieschen, Gurke, Tomate, Paprika etc.   … und Kresse?

Nur Kresse aus dem Supermarkt?
Mit Wildkräuter kenne ich mich nicht wirklich aus.
Also habe ich wieder mit eigenen Sprossen begonnen, Samen gekauft und im Glas auf die Fensterbank gestellt.
Gestern nun die erste Ernte.
Sieht doch lecker aus. Oder?

 

Wenn ich mir so durchlese, was ich hier so zusammen geschrieben habe … Mein Gott, das interessiert keinen Menschen.

Und wieder muss ich mir sagen: Es ist mein Blog, es spiegelt meine jeweilige Lebenssituation im Kampf gegen die blöde Depression. Es zeigt die kleinen Schrittchen, das wieder Hinfallen und das wieder Aufstehen.

Jeder Tag ist ein neuer Tag.

*      *      *     *

 

 

Die Geschichte mit dem Radieschen

Die Pause zum letzten Blogbeitrag zeigt doch ganz deutlich, dass sich nichts verbessert hat an meinen Blockaden im Kopf.
Sch …
Selbst mein Therapeut, der immer einen guten Ansatz gefunden hat, ist ratlos.
Und zum ersten Mal bin ich aus der Praxis gegangen und hatte kein positives Gefühl.
Jeden Tag nehme ich mir soviel vor.
Jeden Abend sage ich mir, aber morgen… morgen wird es besser.
Meine Ärztin (nicht der Therapeut) sagte, ich solle mich nicht so sehr unter Druck setzen.
Stimmt.
Aber ich möchte, dass es mir jetzt und gleich besser geht.
Meine Ungeduld lässt grüßen.

Aber davon wollte ich gar nicht schreiben, sondern nur Positives, kein Gejammere.
Und hier schlage ich den Bogen zu dem Radieschen aus der Überschrift.

Als vor Wochen der Autistenfreund hier bei mir zu Besuch war, kullerte der Würfel vom Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel unters Sofa.
Er bückte sich danach, um ihn wieder hervor zu holen.
Ohje, war mir das peinlich.
Unter dem Sofa waren jede Menge Staubflusen, Krümel und Hundhaare.
Mit meinem Staubsauger komme ich nicht drunter.
Und weil ich es nicht sehe (ich gucke nicht tagtäglich unter die Couch), ist es auch aus meinem Kopf raus.
Der Autistenfreund ist ein absoluter Pedant. Bei ihm hat jeder angespitzte Bleistift seinen sauberen, staubfreien Platz.
Er meinte, er ziehe einmal im Monat seine Couch vor und macht drunter sauber.
Aber ich kriege meine grüne Eckcouch nicht allein vor.
Und schon gar nicht monatlich.
Also bleibt es wie es ist.
Punkt.

Kürzlich war T. hier und wieder kullerte etwas runter.
Bei T. ist es mir nicht peinlich.
In ihrer Wohnung ist alles etwas chaotisch.
Nicht „etwas“, sondern sehrsehrsehr.

Sie meinte, sie mache unter Couch und Schränken mit dem „Swiffer“ sauber, wenn sie es tut.
Der ist so flach und gelenkig.

Das habe ich in meinem Kopf abgespeichert.

Vor drei Tagen nun rollte mir ein Radieschen drunter.
Und wieder sah ich die ganzen toten Flusen.
Oh, mein Gott!
Das Radischen konnte ich nicht hervorholen, es war zu weit gerollt.

Nun kam die Stunde der Wahrheit.

Ich kaufte mir einen Swiffer.
Und eins-drei-fix war alles sauber unter meiner Couch und das zwei Tage alte Radischen war auch wieder da.

Und von nun an können alle wieder zu mir kommen und mir ist nix peinlich, wenn wieder einmal irgendetwas unter meine Couch rollt.
Denn da ist es jetzt immer blitzeblank.

 

*    *     *     *     *

Das Beste von gestern … 28.03.2018

Es hat mir geholfen, meinen Tag hier mit Bildern aufzuschreiben.
Nun versuche ich es noch einmal.
Nein,nein, keine Angst, das passiert jetzt nicht jeden Tag.
Wen interessiert schon, was ein depressiver Mensch so alles banales anstellt, um abgelenkt nicht frustierend in der Sofaecke stundenlang auf dem Tablet spielt?

Aufgestanden bin ich doch recht früh.

Draußen begann es gerade hell zu werden.

Anziehen und ab zur ersten Runde mit den Hunden …

Dann Bad und endlich Frühstück! Kaffeeeee …

Damit trödle ich immer so mindestens eine halbe Stunde herum.

Gestern nicht so, schließlich, wollte ich ja hier im Blog alles dokumentieren, raus aus meiner Sofaecke.Da macht es sich nicht gut, zu schreiben, ich saß ne Stunde dort und habe Löcher in die Luft geguckt.

Also, ran an die Arbeit und mein Bett frisch bezogen und die Wäsche rein in die Maschine .

Die Maschine wäscht und ich habe den Wäschetrockner leer gebügelt-

Nach dem Bügeln habe ich Yoga-CD ins Notebook geworfen und ja, ja, ich habe mit Yoga begonnen. Ich kann kein Yoga und habe mir eine CD für Senioren (mit 60 ist man das ja) und Späteinsteiger gekauft. Yoga wird dort auf dem Stuhl gemacht. Also wirklich für ÄLTERE Leute. Einen Lehrer habe ich nicht. Ich hatte in früheren Jahren schon 2x einen Yoga-Kurs begonnen, aber beide Male abgbrochen, weil die Kursteilnehmer immer schon mit Yoga-Erfahrungen ankamen (auch bei Anfängerkursen) und sich die Leiter dann doch mehr auf diese konzentriert haben. Das macht keinen Spaß, dieses „Kann-ich-noch-nicht-und-geht-irgendwie-nicht“.

Also nun die CD und den Selbstversuch.
Ziel ist nicht, dass ich irgendwann mal verknotet in einer Ecke sitze und meditiere, sondern einfach nur beweglich zu bleiben. Mal gucken, wie ich das hinbekomme.
15 Minuten.
Nur 15 Minuten.

Und dann, ja dann habe ich Hammer und Nägel genommen und ein paar kleine Bilder über meinen neuen Schreibtisch genagelt.

Es sind Fotos, die ich selbst gemacht habe und von Rossmann auf Leinen gezogen wurde. Habe ich trotz zweier linker Daumen doch geschafft.

Danach Mittagessen.

Dazu gibt es kein Foto, weil es so ein Fertigessen-Mikrowellen-Ding ist.

Ja, ich weiß, dass das ungesund ist.

Fertigessen ist ungesund.

Mikrowelle ist ungesund.

Aber seit ich in den Depressionen feststecke und das ist jetzt bereits über ein Jahr, schaffe ich es nicht, mir Essen zu kochen.
Überhaupt ist das Essen ein Problem.
Es gibt immer nur das gleiche. Morgens, mittags, abends.
Mein Kopf kriegt es nicht hin, da flexibel zu sein.
Ich hatte schon mal befürchtet, dass ich autistische Züge entwickelt habe, aber inzwischen weiß ich, dass das den meisten Menschen mit Depressionen geht.
Nur Kuchen, Kuchen geht gut und mit Kuchen kann ich mich belohnen.
Aber das andere … das ist schlecht.
Obwohl, ich habe schon eine Idee im Kopf, wie ich das verbessern kann.
Und das ich dieses Idee im Kopf habe, ist schon sowas von erstaunlich und super und gut und zeigt mir, dass noch nicht alles hoffnungslos mit mir ist.
Aber erstmal esse ich meinen Kühlschrank leer.

Nach dem Essen ist IMMER bei mir autogenes Training angesagt.
IMMER.
Das klappt bei mir richtig gut.
In letzter Zeit schlafe ich dabei aber immer ein.
Das tut mir gut und bleibt auch so der „Tagesteiler“.

Danach laufe ich die Hunderunde Nr. 2 des Tages.
Gestern bei Schneegestöber und Matsch.

Wieder zu Hause erledige ich meinen Mini-Abwasch. Da ich nicht koche, hält sich das in Grenzen. Einen Geschirrspüler habe ich in dieser Wohnung nicht. Ich sehe für mich allein nicht die Notwendigkeit. Da in der Küche das „Loch“ für den Geschirrspüler nur ein großer (60cm) infrage käme, ist das im Moment gar kein Thema.

Danach habe ich mir für den Spielenachmittag bei K.  fertiggemacht.
Fotos von diesen Stunden habe ich nicht.
Ich habe es schlechtweg vergessen.
Es war schön, es war unterhaltsam und es war wichtig für mich, nicht nur im eigenen Saft zu Hause zu schmoren.

Gegen 19 Uhr war ich wieder zu Hause.

Hunderunde Nr. 3

Abendbrot (wieder die stupiden Stullen wie all die 300 Tage zuvor auch)

Fotos auf den Rechner laden – das dauerte länger als ich dachte, deshalb habe ich dieses Post gestern Abend nicht mehr geschafft.

22:30 Uhr das letzte Mal mit den Hunden raus.

Und dann, dann war mein Tag zuende.

Und nein, ich mache das jetzt nicht jeden Tag.
Ich habe es wieder einmal geschafft, nicht mehr in der Sofaecke sitzen zu bleiben.
Dank diesem Blog.
Und das ist das Wichtigste für mich, egal wie langweilig es für andere sein sollte …

ufff

*     *      *      *

 

Das Beste von vorgestern und gestern

Ich kriege es einfach nicht hin. Immer wieder nehme ich mir vor, nicht in der Sofaecke mit dem Spiele-Tablet  und Fernseher zu landen.

Immer wieder nehme ich mir vor.

Dann kommt eine WhatsApp-Nachricht, ein Anruf, eine Bemerkung von irgendjemand, eine Sendung im Fernsehen – alles kann ein Trigger sein, um wieder alle guten Vorsätze zu vergessen.

Seit meine Tochter weggezogen ist, ist das gaanz schlimm geworden.

Und ich wünsche mir nichts mehr, als wieder stabiler zu werden.

Vorgestern war also wieder so ein Tag, an dem ich mir vorgenommen habe, ab heute lässt du dich nicht mehr unterkriegen.

Und … Fernseher bleibt aus, tablet weggepackt.

Dafür Fotos vom Tag, was ich alles geschafft und gemacht habe.

Und ich habe ganz viel geschafft. Die Fotos sind als solches nicht wirklich der Hingucker, sondern eher für mich: Schau mal, wie es gehen kann.

  • Meine kleinen Hornveilchen habe ich in die Töpfe gepflanzt. Ja, sie sehen sehr mickrig aus und ich habe keine Ahnung, ob sie es schaffen. Aber ich hatte ja 10 Stück für 49ct gekauft, also 4,9ct pro Stück. Und dafür haben sie eine Chance verdient.

Traurig, nicht wahr? Aber heute am Montag sehen sie ein kleines bissel besser aus.

  • An der Klinke meiner Badtür sind die Manschetten abgegangen. Schon oft habe ich sie angeklebt, was nur ganz kurz geholfen hat. Nun habe ich gesehen, dass sich die Schrauben etwas herausgedreht haben und die Manschetten gar nicht halten konnten. Also wieder fest geschraubt und die Manschetten wieder angeklebt. (Ich weiß, dass das Kleben nicht richtig ist, weiß aber keine andere Lösung, also Kleben)

 

  • Standspiegel reparieren. Bei Bettaufbau hat J. die Schlafzimmer so sehr aufgedrückt, dass bei dem dahinter stehenden Standspiegel eine Schraube heraus gebrochen ist. Also wieder kleben und die Schraube wieder herein. Alles zusammen mit Gummis zusammen gedrückt. Mal sehen,ob es hält.

  1. Dann ging es ans Putzen. Ich habe die ganze Wohnung gesaugt, Staub gewischt und das Bad geputzt. Für die Küche hat meine Kraft nicht mehr gereicht.

  • Nebenbau noch meine beiden neuen Blusen kurz mit dem 15-Minuten-Programm durchgewaschen.

  • Am Nachmittag bin ich noch zu Netto gefahren, weil sich T. für Sonntag angesagt hat und beim letzten Mal augenzwinkernd gesagt hat, ein Handwerker braucht auch eine Flasche Bier. Alsohabe ich 2 Flaschen Bier gekauft (zwei verschiedene zur Auswahl), Kuchen und Eis.
  • Wieder zu Hause habe ich Kaffee gekocht, das Stück Kuchen,was ich mir mitgebracht hatte, genossen und natürlich musste ich auch das Eis testen.

  • Tja, und dann kam auch noch der Lieferservice von Real und hat mir die schweren Sachen vom Wochen kauf geliefert. Ich habe zum ersten Mal den Lieferservice von Real genutzt. Das gibt es hier erst seit Kurzem und ich wollte testen. Nein, das mache ich nicht wieder. Es kamen zwei nicht deutschsprechende junge Männer, die nicht wussten, was ich den bestellt hatte. Durch die mangelnden Sprachkenntnisse war das etwas doof. Gut mache ich halt nicht wieder.

So, das war mein Samstag. Zwischendrin kam auch noch meine Tochter für 15 Minuten vorbei, weil ich für sie noch Briefe hatte, die die Post eben nicht nachgesandt hatte. Und sie hat mir erzählt, dass ihr Auto kaputt ist. Es ist erst 5 Jahre und der Kredit dafür läuft noch. Die Reparatur soll ca. 2500€ (!) kosten. Nun  wird es sicher wieder ein neues werden. Vielleicht. Das wäre dann Kredit Nr. 8. Sie haben durch ihr Hausbau 4 Kredite, 2 Autokredite und einen Konsumentenkredit für Möbel, die sie schon gar nicht mehr hat. Es ist unglaublich. Ein paar Mal habe ich versucht, ihr klar zumachen, wie risikohaft das ist. Sie hat es trotzdem gemacht. Ja, sie sind beide Beamte und haben einen sicheren Arbeitsplatz, aber das Leben stellt auch noch andere Fallen. Ich hoffe sehr, dass alles bei den beiden glatt läuft ….#

Am Samstagabend wollte ich dann alles in meinen Blog packen, aber ich war einfach zu müde, aber ich habe mich gut gefühlt, bei all dem, was ich geschafft hatte. Ohne Fernsehen und tablet.

Gestern nun, am Sonntagnachmittag, kam T. und wir haben zusammen eine Seitenmarkise für meinen Balkon aufgebaut, damit sich meine Wohnung im Sommer so stark aufheizt. Geplant war eine halbe Stunde … Aber die Aufbauanleitung war wieder sowas von unverständlich, dass wir ganz viel probieren mussten …aber wir haben es geschafft und hoffen, dass auch ein potentieller Sturm mir das Teil nicht vom Balkon pustet.

Es sieht ziemlich schief aus, ist es aber nicht …

Und heute? Mache ich weiter mit „ohne Fernsehen und ohne tablet“ …
Ich weiß, dass das alles kein Mensch interessiert, aber es ist wichtig für MICH.
Und als nächstes poste ich wider einen Postkasten.

Jetzt bin ich so unsagbar müde, es ist gerade mal 10 Uhr.  Ich drücke jetzt einfach auf den „veröffentlichen“ Knopf, wer Fehler hier entdeckt, möge darüber hinwegsehen. Achwas, bis hierher hat es eh keiner gelesen… Es ist mein Blog, eine Dokumentation wie ich durch die Zeit der Depression komme und heute war dieser komische Post dran.

Punkt.

*     *     *     *     *

 

 

 

Hornveilchen für 49ct …

Vergangenem Dienstag hatte ich wieder eine Therapiestunde.
Auf dem Weg dahin komme ich immer bei Aldi vorbei.
Am Dienstag gab es dort Hornveilchen … für 0,49€, 8 Stück.
Sie guckten schon bisschen traurig, aber für 49ct?

Ja, ich wusste, dass wieder Frost kommen würde.
Ja, ich weiß, dass ihnen so ein ganz kleines bisschen Frost nichts ausmacht, aber weit unter 0°?

Ich habe sie gekauft und auf meinen Balkon gestellt.
In den letzten Tagen habe ich in einer Ratgebersendung gehört, dass man die Pflanzen bei drohenden Frost mit Wasser besprühen soll.
Weil Frost schützt vor Erfrieren.
Klingt paradox.
Ich habe sie besprüht und gestern Abend vergessen, sie vom Balkon reinzunehmen.
Heute früh waren die Blätter gefroren und sahen sehr traurig aus.
Ich habe sie nun erstmal ins Wohnzimmer gestellt und siehe da, nach ein paar Stunden haben sie sich etwas erholt, meine Hornveilchen für 49ct.

 

Die nächsten Tage wird der Frost bleiben, auf jeden Fall nachts.
Ich werde sie noch nicht in die Balkonkästen setzen, sondern fleißig einsprühen und nachts hereinnehmen.
Ich bin echt gespannt, ob sie es schaffen.

Und nun können sich alle Hobbygärtner scheckig lachen…
Stört mich gar nicht.

*     *     *     *     *      *

 

Das Beste von gestern und heute 11./12.03.2018

Gestern Nachmittag war T. wieder hier.
Zum Kaffeetrinken und zum Quatschen.

Wir verstehen uns wirklich gut, obwohl wir doch unterschiedlich sind. Sie hilft mir in den praktischen Dingen, von denen ich keine Ahnung habe.

Gestern Vormittag zum Beispiel.
Ich wollte meine wacklige Toilettenbrille  wieder fest machen. Kennt ihr das? Warum werden diese Dinger bloß immer wieder locker?
Erstmal rausfinden, in welche Richtung man die Schraube drehen muss.
Okay.
Aber ich konnte schrauben und schrauben, sie ließ sich einfach nicht festdrehen.
Schließlich habe ich sie abgeschraubt und mir angeschaut.
Aha, so ein billige Plastikschraube, die eigentlich gar keine richtige Schraube ist, mit Schlitzen! Wie soll man sowas bloß festkriegen, bestimmt hat sich das Teil ausgeleiert.

Im Internet habe ich schon nach einer neuen Klobrille geschaut.
Aber eine neue Klobrille wegen einer Plastikschraube?

Ich habe es T. gezeigt. Sie hat sich unters Klo gelegt und hin- und herprobiert.
Und was soll ich sagen? Nun ist die Brille wieder fest.

Mein Fehler: ich habe sie verkehrt herum angeschraubt ….

So ist das Leben. Mein Leben.

Dann haben wir noch zusammen die neuen Gardinen in meinem winzigen Schlafzimmer angebracht.

Und nein, ich bin kein Bayernfan …
Ob sich die Falten noch aushängen? Sonst muss ich sie nochmal abnehmen und bügeln…
Mal sehen …

Ich mag es gern ordentlich, ohne dass meine Wohnung steril ist. Geht auch gar nicht mit zwei Hunden. Ich bin auch nicht gern in sterilen Wohnungen zu Besuch. Ich hab dann immer Angst, zu krümeln oder zu kleckern.
Trotzdem mag ich schon eine Grundsauberkeit.

T. ist da anders. Sie ist eine absolute Chaotin. Aber sie leidet auch ein bisschen drunter. Sie kriegt ihre Hütte aber einfach nicht in den Griff.

Nun hat sie im Internet einen kostenlosen Crashkurs gefunden, bei dem man in 14 Tagen bei nur 15 Minuten täglich, seine Wohnung in Ordnung bekommt.
Er heißt „Die magische Küchenspüle“ und ist hier zufinden.

Man bekommt jeden Tag eine Mail mit der Tagesaufgabe zugeschickt.

Aus Spaß mache ich einfach mal mit  (obwohl ich meine, ich bräuchte das nicht, aber wer weiß, was sich da noch für Wollmäuse zu finden sind).

Die erste Tagesaufgabe war, die Spüle in der Küche auf Hochglanz zu putzen. (Deshalb wohl die MAGISCHE Spüle).
Na, das ist ja mal eine leichte Übung. Dafür brauche ich auf jeden Fall keine 15 Minuten.

Und so sah sie dann aus:

Bin jetzt mal gespannt, was morgen kommt.

Soll heißen, das Beste von gestern und heute war, eine feste Klobrille, Gardinen an dem Schlafzimmerfenster, eine geputzte Spüle und T., ohne die ich keines dieser Dinge gepackt oder gemacht hätte.

DANKE

 

*      *      *      *      *

Das Beste von vorgestern, gestern und heute 8./9./10.2018

pixabay.com

Eigentlich wollte ich jetzt eine Zusammenfassung schreiben, was in den letzten 3 Tagen so Positives passiert ist, das Beste dieser Tage.
Eigentlich.

Aber gerade eben, hat mir mein Schwesterherz eine Nachricht auf’s Handy geschickt und gefragt, wie es mir denn geht.
Das tun wir so 2x im Jahr.
Eben weil wir Schwestern sind.
Wir sind derart verschieden, dass wir uns aus dem Weg gehen würden, wenn wir nicht zufällig die gleichen Eltern hätten.

Also sie fragte, ich antwortete „Alles gut“.
Sie fragte, ob denn das Haus meiner Tochter nun fertig ist.
„Ja.“
„Na, dann bist du ja jetzt ganz allein in der Hauptstadt…“

Und abwärts geht es mit mir …

Die letzten 3 Wochen kämpfe ich mich vorwärts, kaufe einen Schreibtisch, kaufe ein neues Bett, kaufe neue Vorhänge für mein winziges Schlafzimmer … alles Dinge, die mir zeigen sollen: mach es dir so, dass du dich wohl fühlst, dass deine Wohnung ein Nest wird, dass ich das letzte Jahr überlebt habe und nur noch vorwärts schauen will, mich nicht in die Trauer fallen lassen möchte, eben dass meine Tochter nicht mehr gegenüber wohnt, sondern nicht mehr für mich mit den Öffis erreichbar ist. Wollte es verdrängen und wollte das tun, was mein Therapeut mir geraten hat, nach Dingen suchen, die positiv sind, seit sie nicht mehr da sind.

Und dann dieser eine Satz meiner Schwester.

Gute Nacht.

Am Dienstag bin ich das nächste Mal bei meinem Therapeuten und er hat wieder zu tun, mich aus meiner Endlosschleife herauszuholen…

 

*     *     *     *      *

 

 

Das Beste von vorgestern, gestern und heute … 05./06./07.03.2018

Nun stand er herum, dieser halbfertige oder besser der fast fertige Schreibtisch.
T. wollte am Dienstag (also gestern) mit mir den Rest zusammenschrauben.
Montagfrüh kam eine Nachricht: Komme schon heute, gegen 15 Uhr.

Oh, große Freude, bin noch zum Bäcker und habe zu 15 Uhr die Kaffeemaschine angestellt und schaue nochmal auf mein Handy: „Tut mir leid, aber nach meinem Absturz vom Samstag ist mein Kreislauf noch nicht fit genug, komme morgen“.

Oh oh, dachte ich. Einen Absturz bedeutet bei ihr, dass sie irgendetwas so sehr getriggert hat, dass sie keine andere Möglichkeit sieht, aus der Situation herauszukommen, als sich medikamentös zuzudröhnen… Ich weiß, dass sie am Samstag zu ihrer Freundin putzen gehen wollte. Das macht sie jeden Samstag.

Also gut, kein Schreibtisch bauen.

Dann Dienstagfrüh: „Kann nicht kommen, liege heulend im Bett. Ich dachte, sie ist meine Freundin, war aber doch nur ihre Putzfrau…“ Sicher, jeder kennt das. Manchmal täuscht man sich in einem Menschen und ist traurig, wenn es anders kommt. Aber bei psychisch Kranken ist das nicht mehr zu kontrollieren. Manchmal bricht man auch schon nach noch so scheinbar harmlosen Sprüchen zusammen und landet in einer schweren depressiven Phase.

Ich wusste nicht, ob ich mich nun ärgern sollte, sie überhaupt gefragt zu haben wegen des Schreibtischs, wenn sie denn so labil ist und ich nicht wirklich lange zwischen einen halbfertigen Schreibtisch im Wohnzimmer leben mag.

Nein, ich ärgerte mich nicht wirklich über sie, sondern über mich, dass ICH das allein nicht hinbekomme und tröstete mein Gewissen, dass in der Aufbauanleitung  2 Personen stand.

Aber es war wie es war.

Cut.

Gestern Abend fiel mir schlagartig ein, als ich am Samstag im Botanischen Volkspark total vergessen hatte, J. den Kaffee zu bezahlen, so wie ich es vor gefühlten halben Jahr J. versprochen hatte. Als Dankeschön für etwas, was ich schon wieder vergessen hatte. Und da ich weiß, wie empfindlich er in solchen Dingen ist, schrieb ich ihn noch kurz vor Mitternacht eine sms und bat um Entschuldigung. Keine 2 Minuten später klingelte das Telefon: Alles nicht so schlimm.

Nun unterhielten wir uns so über dies und jenes und ich erzählte von meinem Schreibtisch und er bot sich an, am Donnerstag das Teil wenigstens richtig auf die Füße zu stellen und in die richtige Ecke zu schieben, er sei am Donnerstag eh in der Hauptstadt.

Ja, das wäre super, wenigstens weg aus der Mitte des Raumes.

Und was soll ich sagen, rief er heute Vormittag an: Komme schon heute Nachmittag, Donnerstag ist es alles zeitmäßig zu knapp.

Kam, sah und baute fix den Rest zusammen, dreht ihn mit mir von der Platte auf die Füße und dann in die Ecke ….

So schnell, so einfach!

Man kann aus dem Aufbau eines Schreibtisches auch eine Wissenschaft machen, ein Buch drüber schreiben oder wenigstens einen Blogbeitrag…

Nun muss ich ihn nur noch einräumen.

DANKE

 

*     *     *     *      *

 

Das Beste von gestern und heute 03./04.03.2018

pixabay.com

Da sitze ich nun hier, müde und kaputt und überlege, was denn nun „das Beste“ an diesen beiden Tagen war. Und es passiert etwas, was mir bisher nicht passiert ist, solange ich diesen Blog schreibe, mir fällt nichts ein.

Gibt es das? War wirklich an diesen beiden Tagen nichts, was schön und erzählenswert ist? Vorhin musste ich sogar sehr lange überlegen, was ich denn gestern Nachmittag überhaupt gemacht habe.

Und da ist auch auch schon: das Beste!

Vorgestern rief mich nämlich J. an, ob ich Lust hätte auf einen Samstagnachmittagskaffee im Botanischen Volkspark. Ich habe zugesagt. Für alle, die hier J. noch  nicht kennen, es ist jener, der ein mittleres Erdbeben bei und in mir ausgelöst hat, jener, dessen Aggressivität mich so tief verletzt hat, mein Selbstwertgefühl ins Minus rutschte, ich dieses nur noch danach definierte, was ich für J. leisten konnte oder nicht. Jener, bei dem ich sooft verletzt und heulend in der Ecke saß, der mich zerstört hat und ich nur noch den Suizid als Ausweg sah.

Warum ich am Samstag zugesagt habe? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich hören wollte, wie schlecht es ihm jetzt geht (und das tut es wirklich), dass ich so etwas wie Genugtuung fühlen wollte? Weil ich hören wollte, dass meine „Nachfolgerin“ ihm auch wieder schreiend davongelaufen ist? Ich weiß es nicht.

Und das es mir vorhin völlig aus dem Kopf gefallen war, was ich am Samstagnachmittag gemacht habe, heißt doch nichts anderes, als das es mir egal ist, dass es mich nicht mehr tangiert, was dieser Mann tut, der einmal soviel Macht über mich hatte und ich mich heute frage, wie konnte es soweit überhaupt kommen. Wo war mein starkes Ich geblieben?

Ja, das ist das Beste, was ich heute schreiben kann.

Ich habe mich innerlich befreit.

Klingt das gut?

 

*     *     *     *    *

*

 

Das Beste vom Tag 02.03.2018

Das Beste vom Tag war dieses  hier:

Das ist ein Schreibtisch.

Das heißt, es soll einmal einer werden. T. und ich haben heute 3 Stunden versucht, ihn zusammen zuschrauben.
T. kann soetwas, ich nicht.

T. ist auch als Frau handwerklich begabt, hat sogar vor vielen vielen Jahren, Mauer (oder sagt man jetzt besser Maurerin?) mit Abi gelernt und danach Bauingenieur studiert.

Heute ist sie berentet wegen Depression, Trauma, Angsterkrankung, Borderline-Störung und bisher 5 Suizidversuche.
Also das volle Programm.
Was passiert ist, weiß ich nicht, sie mag nicht darüber sprechen.
Hat was mit Männern zu tun, glaube ich.

Sie ist eine ganz liebe und hilft, wo sie kann.
Und das heute mir bei diesem Schreibtisch.
Nach diesen 3 Stunden war sie aber völlig fertig und wir haben den Rest auf später verschoben.

Trotzdem ein dickes Dankeschön an sie, allein hätte ich das nie und nimmer geschafft.
Ich wäre schon an einem Schubkasten gescheitert….

 

*     *     *      *     *

 

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