Das Beste von heute

Ja, das Beste von heute fand ich in meinem Briefkasten.

Die Ankündigung zum Ablesen von Wasser und Heizung.
Und ich habe mich erinnert.
Als ich im Januar 2017 gerade in diese Wohnung eingezogen war, völlig fertig und verstört, kündigten sich ebenfalls  die Ableser an.
Jener Mitarbeiter von der Firma „ista“ hat mich völlig irritiert.
Er sprach mich in einem ganz normalen Ton an: Guten Tag, wir kommen von …. usw.
Ich habe ihn ganz verdutzt angeschaut.
Da sprach ein Mensch mit mir, ohne mich aggressiv anzubrüllen, ohne zu toben, ohne mich verbal niederzumachen.
Ich war es nicht mehr gewohnt.
Es war so fremd.
So kann man mit mir reden?
Ich kannte es nicht mehr.

Und heute, ein Jahr später, war ich im Offenen Treff und habe mit anderen Phase 10 gespielt, mich ganz normal mit anderen unterhalten.
Es war voll, es waren bestimmt 30 Leute da und keiner hat irgendetwas Negatives an mir gesehen.
Ich war einfach da und es war gut so, wie ich war.
Ich war nichts besonderes, sondern nur eine von vielen.

Zwischen Januar 2017 und heute liegen Welten.

Und deshalb hier und jetzt das dicke Dankeschön an alle, die mir dabei geholfen haben.

Danke

 

*     *      *      *

Das Beste von gestern …

Ich habe mich getraut.
Ich habe mich getraut und seit dem Tod meines Mannes im Jahr 2009 den ersten Weihnachtsbaum angeschafft.
Auch wenn es nur ein ganz kleiner ist, es ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Denke ich.

 

Ein Dankeschön an den, der das Bäumchen einst gepflanzt hat, damit es nun in meinem Wohnzimmer stehen kann.
Es ist noch im Topf und kann dann im nächsten Jahr in den zukünftigen Garten meiner Tochter ziehen.

Und ich habe gestern Vormittag noch Kuchen gebacken.
Nein, keinen Weihnachtskuchen, bewusst keinen solchen, sondern Kirschkuchen.
Denn für den Nachmittag hat sich der Autistenfreund mit einem neuen Spiel angekündigt.
Er mag Kirschkuchen.
Ich habe mir eine Backmischung gekauft.
Ich mag diese Backmischungen, weil man da alle Zutaten dabei hat.
Man muss also nicht eine Riesentüte von irgendwas kaufen, von dem man nur ein paar Gramm braucht.
In diesem Fall ein Dankeschön an Dr. Oetker.

Er wirklich richtig gut geschmeckt
Ich kann ihn für alle Backmischungen-Liebhaber empfehlen.
(Eigentlich mag ich ja lieber die Backmischungen von Kathi als von Dr. Oetker, weil erstere weniger süß sind)

Das Spiel, was er mit hatte heißt „Malefiz“.
Alle Nicht-Ossis werden es kennen, denn er meinte, dass es ein sehr bekanntes Spiel ist und seit 1970 zu haben ist.
Ja, also ich kannte es nicht, aber es ist ziemlich einfach zu lernen und machte irren Spaß.

Und noch ein Dankeschön an den Erfinder des Spiels und an den Autistenfreund, dass er das Spiel mitgebracht hat.
Er hatte noch einen Gutschein für das Sozialkaufhaus und hat ihn für dieses Spiel eingelöst.
Nun darf ich es behalten. Danke.
Wir haben 3 Stunden gespielt und die Zeit verging wie im Flug.

Ja, es war ein guter Tag, ich habe zwar am Vormittag auch meine Kleiderschranktür geärgert, weil ich an den Scharnierschauben gedreht habe, damit sie nicht mehr klemmt. Das Ergebnis war, dass ich versehentlich die Schraube ganz herausgedreht habe, sie runter fiel und ich sie beim besten Willen nicht wieder finden kann.

Aber was ist das schon gegen eine kleinen leuchtenden Weihnachtbaum, leckeren Kuchen, angenehmen Besuch und drei schöne Spielstunden.

Wem auch immer das zu verdanken haben …

Danke

 

*     *     *      *      *

 

 

Das Beste von heute …

Das Beste von heute ist der Film, den ich gerade sehe:


Ich sehe diesen Film jedes Jahr und finde ihn immer wieder sooo schön.

*seufz*

An alle Produzenten, allen Schauspielern, Drehbuchschreibern und allen, die sonst irgendwie am Film beteiligt waren (einschließlich Maskenbildnern, Kameramännern, Putzfrauen etc.) ein dickes

Dankeschön…

 

*     *     *     * 

Upps, wieder 2 Tage nix geschrieben

Ich nehme es mir aber jeden Tag vor.
Wirklichwirklichwirklich.

Ich bin zur Zeit dem Spielewahnsinn verfallen.
Am Donnerstag hat wieder „meine“ Spielegruppe getagt.

Und gestern habe ich geübt.
Skip bo.
Es gibt ja inzwischen für alles und nix eine App.
Also habe ich gestern Skip bo geübt, um ein Gefühl für das Spiel zu bekommen.
Mit dieser App spielt man praktisch als Einzelmensch gegen diese Bits und Bytes.
Das hat Suchtcharakter.
Und heute kommt M. wieder zu mir nach Hause und wir spielen wieder Mensch mit Mensch.
Wie letzten Samstag. Vielleicht wieder Kniffel… ?
Da fand ich so schön.

Aber dann, dann ist erstmal gut mit den Würfeln, Karten und sonstigen Spielfiguren.
Der nächste Spieletreff ist dann erst am 6.12….
Und ich kann mich wieder ganz meinen Alltag widmen.
Und den Blogbeiträgen 😀

Achso, ein Foto habe ich gestern auch noch so „zwischendurch“ gemacht.
Noch vor diesem Regen.
Und heute schüttet es ganz schön und meine Hundis wollen nicht vor die Tür.
Wenn das alles Schnee wäre…
Ich liebe es, wenn alles zugeschneit ist.
Dann sieht alles so schön weiß und sauber aus.
Leider bleibt das in einer Großstadt selten länger als ein paar Stunden.
Aber jetzt ist erstmal Schmuddelwetter angesagt, nass, grau und kalt.

Achso, das Foto:

Ja, ja, ich weiß selbst, dass das ein Beitrag ist, den ich lieber weglassen sollte.
Aber dann hätte ich 3 Tage nichts geschrieben.
Und das ist auch doof.
Nun ist Ende von etwas, was völlig überflüssig ist.

 

*      *     *     *     *

Das Beste vom Tag …

Heute war es ein eklig-trüber-nasser Novembertag und ich habe Kuchen gebacken.
Ja, ja, ich backe sehr gern, aber seit ich allein bin, lasse ich es.
Für wen auch.

Aber heute hatte ich mich wieder mit M., dem Autisten, verabredet.
Endlich mal wieder eine Gelegenheit zu backen.

Nur, ich habe hier in dieser Wohnung einen Herd aus dem vorigen Jahrhundert.
Beim Backofen kann man nur „Aus“, „Ein“ und die Gradzahl einstellen.
Keine Ober- oder Unterhitze und schon gar nicht die Zeit oder gar Umluft.
Wie haben es eigentlich unsere Vorfahren mit den Küchenmaschinen gemacht, die man nur mit Holz befeuern kann?
Ich kann mich noch an eine Tante erinnern, die das noch genauso machte.
Bei ihr habe ich als Kind oft die Sommerferien verbracht.
Lang, lang ist’s her …

Um eine Gelinggarantie zu bekommen, habe ich eine Backmischung gekauft.
„Zitronen-Mandarinen-Schnitte“.

Letztens wollte ich einen Kuchen nach Rezept backen.
Er war dann nur für die Tonne gut.
Er war nicht durch und oben und unten verbrannt.
Ich habs nicht hinbekommen, ohne den Herd richtig einstellen zu können.

Aber der Kuchen heute war einfach oberlecker!
Kann ich nur empfehlen!
Wirklich.

Anschließend habe wir Kniffel gespielt.
Kniffel kann er gut.
Ich habe ihm die Freude angesehen.
Einfach schööön.
Dass ich gerne spiele, weiß ja nun mittlerweile jeder, der meinen Blog ab und an liest.
Aber heute hat es ganz besonderen Spaß gemacht.
Mir ging einfach das Herz auf, wenn ich sehe, wie sich ein erwachsener Mensch über fünf Würfel so derart freuen kann.

18 Uhr haben meine beiden Hunde und ich ihn wieder zum Bus gebracht.
Es war ein so schöner Nachmittag.

D A N K E

*     *     *     *     *

Ja, ja, mich gibt es noch …

Zuerst habe ich überlegt, wie ich es am Besten schreiben soll.
Warum diese plötzliche Pause.
Warum nicht mal eine Notiz.
Wie es mir ging oder geht.
Was passiert ist.

Doch dann habe ich mich entschlossen, nix von dem zu schreiben.
Ich habe mich daran erinnert, was ich in meinem „About“ geschrieben habe.
Es sollte kein „Jammer-Blog“ werden, sondern ein Dankbarsein für die positiven Dinge, die mir tagtäglich passieren.

Mir fiel ein, wie ich mich gefühlt habe, als es mir so schlecht ging und ich jeden Tag auf die Suche nach einem schönen Foto gegangen bin.
Wie mir diese Achtsamkeit gut tat.
Wie ich wieder gelernt habe, mich an kleinen Dingen zu erfreuen.

Und genau daran möchte ich wieder anknüpfen.
Und ich habe auch ein sehr guten Einstieg gefunden.

Nämlich: Ich habe mein selbstgebautes Vogelhäuschen umgestellt, nachdem Dieter mir diesen Tipp gegeben hat.
Und das ist das Ergebnis:

Ist das nicht ein mega-toller Wiedereinstieg??

Na, denn, von nun an wieder (fast) jeden Tag!

 

*      *     *      *     *

Ich bin ja sowas von stolz auf mich!

Hatte ich mir doch in den Kopf gesetzt, mir eine Vogelhäuschen auch dem Balkon aufzustellen.
Hier im Innenhof gibt es sehr viele Vögel, ich höre es immer ganz doll zwitschern, wenn ich mit meinen Hundis draußen bin.
Kein Mensch weiß, wie dieses Jahr der Winter wird.
Und ich hatte auch den Hintergedanken, dann hin und wieder ein Vögelchen vor meine Kamera zu bekommen.

Nun gut, da ich nicht weiß, wie ich das Vögelhäuschen befestigen soll, habe ich mir eins mit Standfuß bestellt.
Bekommen habe ich einen Karton mit Bretter und einer kleinen Tüte mit Nägeln.
Wo nun welches Hölzchen und wie herum wo angeschraubt werden musste, konnte ich nur erraten.
Die Beschreibung war so miserabel, dass sie nur für die Tonne gut war.
So musste ich so manches an- und abschrauben, bis ich herausgefunden habe, wie es denn eigentlich sein soll.
Zwar war gekennzeichnet, wo ein Schraube hineinzudrehen war, aber nicht mit welchem Teil an welche Stelle.

Ich finde ja diese Akku-Schrauber genial.
Früher, ja früher musste man dies mühselig mit der Hand hineinschrauben.
Jetzt geht das rux fix zusammen und im Rückwärtsgang wieder auseinander.
Solange, bis es ungefähr passt.

Und: Juuuchuu! Ich habs geschafft.
Es sieht zwar alles reichlich schief und krumm aus, aber das macht nichts.
Im Wald sind die Bäume auch nicht nach DIN gewachsen.

Tja, nun habe ich seit heute eben ein Vögelhäuschen.
Nun muss ich nur noch Futter kaufen und dann können sie kommen, die Vögel!

 

*     *     *     *     *

 

Was war das doch gleich mal „DISCO“ ???

Wie nun inzwischen jeder weiß, ich bin mittlerweile 60 Jahre.
Das letzte Mal war ich irgendwann in den `80er Jahren zu einer Disco.
[Wer jetzt schnell nachrechnen kann: das war vor 30 (!) Jahren]
Es lag auch mit daran, dass mein weltbester Ehemann im Rollstuhl saß und Tanzen mit Rollstuhl so gar nicht sein Ding war.)

Und gestern hat mich mein Lieblings-Autist in die Disco eingeladen.
Ja, ja. MICH.

Punkt 18 Uhr kam er mit seinem Auto vorgefahren und hat mich abgeholt.
Wenn man ihn ansieht, traut man ihm nie und nimmer zu, dass er das kann.
Aber er kann das. Auch richtig gut.  Nach Autisten-Art.

Wenn 50km/h erlaubt ist, dann fährt er 50. Und nicht vielleicht 51.
Wenn mitten in der Nacht 30 erlaubt sind und nirgendwo auch nur ein einziges Auto zu sehen ist, alles wegen Sturm-Angst menschenleer ist (Der Sturm kam erst viel später) fährt er 30, auf keinen Fall 31km/h.
Aufmerksam wie er ist, erkennt er sofort die Fahrfehler anderer und erklärt, was der Bußgeldkatalog dazu sagt.

Nein, mich nervt das nicht.
Ich lächle auch nicht drüber.
Ich bin immer noch fassungslos, was er alles weiß und kann.

Gut, bei der Disco angekommen, war ich erstmal etwas angepisst.
Es entpuppte sich nämlich als Halloween-Party.
Nun mag ich dieses amerikanische Grusel-Kürbis-Geister-Fest so gar nicht.
Mein christliches Gewissen sagt mir, dass man mit Geistern und Teufeln nicht spaßen sollte und alles sowieso nur ein reines Commerz-Denken ist.
Man soll kaufen.
Teure Kostüme, teure Deko, überall gruselt es.
Es gibt ja inzwischen alles auf Geister-Basis.

Aber nun war ich schon mal da, habe meine Geister-Augen zugedrückt und gesehen, wie viel Mühe sich der Träger gemacht hat, diesen Raum auszugestalten.
Es war eine Party für geistig Behinderte.
Der größte Teil waren Leute mit Down-Syndrom (Sagt man das so noch?)

Und getanzt wurde sie verrückt, egal ob es zu der Musik passte oder nicht.
Ich fand sie (die Musik) nicht so besonders gut tanzbar, aber das störte keinen weiter.
Und so habe ich mich 3 Stunden von der besonderen Stimmung tragen lassen und fand es (abgesehen von den vielen blinkenden Gerippen und Todenschädeln) sehr gelungen.

22:30 Uhr, lange vor dem Sturm war ich dann wieder zu Hause und eine große Erfahrung reicher.

 

 

*      *      *     *     *

 

Ich gründe eine Gruppe …

Wie hört sich denn diese Überschrift an?
Soetwas habe ich noch nie gemacht.
Nicht mal  als von Depressionen weit und breit nix zu sehen war.
Ich weiß nicht, ob ich das hinkriege.
Ich weiß nicht, ob ich das durchhalte.
Ich weiß nicht, ob ich das bereue.
Ich weiß gar nichts.

Das ist passiert:
Ich gehe ja oft montags in den Offenen Treff zum Spielen.
Es treffen sich dort Leute so wie ich mit einem psychischen Knacks im Kopf.
Gespielt wird vieles, Rommè, MauMau oder Phase 10.
Ich spiele furchtbar gern, wenn es nicht um komplizierte strategische Spiele handelt wie Siedler, Monopoli usw.
Würfeln und gucken, was raus kommt.
Da geht es nicht um Leistung, dass man irgendetwas perfekt kann, sondern um Spaß und Freude.
Einfach so.

Ich hatte schon einmal über M. geschrieben.
Weiß jetzt nicht mehr genau, ob es in diesem Blog hier war oder in dem, den ich zerschossen habe…
Ich finde es nicht mehr.
Als ich M dort zum ersten Mal getroffen habe und wir ins reden kamen, fragte er mich, ob ich eine Tochter habe.
Ich:   „Ja, habe ich. Aber schon groß. 38 Jahre.“
Er:     „Ah, 1979 geboren.“
Ich:   „Nein, 1978, im September.“
Er:     „Ist sie ein Sonntagskind?“
Ich:    „Nein.“
Er:     „Dann ist ist sie Mitte September geboren.“
Ich:    „Ja. Am 15.“
Er:     „Am 15.? Das war  ein Freitag, 21 Grad warm.“

Mir fiel die Kinnlade runter. Denn wenn man ihn sieht und wie er sich so verhält, könne man meinen, er gehört zu den „geistig Behinderten“ und ist in einer Gruppe für Leute mit nem psychischen Knall in der Birne  nicht richtig.
Und so wird er auch behandelt. Keiner will wirklich etwas mit ihm zu tun haben. Ja, er darf mitspielen, versteht er das Spiel nicht, wird man ungeduldig und muffelt rum.

Er tat mir einfach leid und ich beschloss in einem Anflug von Größenwahn, eine eigene Spielegruppe zu gründen.
Bei mir zu Hause.
Mit Kaffee und Kuchen.
Wo er sein darf wie er ist in seiner Andersartigkeit.
Keiner muffelt oder wird ausgegrenzt.
Und ich habe ihn gefragt, ob er mit macht.
Ja, hat er geantwortet.
Und nun?
Wer macht mit?

Aus dem Offenen Treff wollte ich nicht, denn dann hätte ich ja das Gleiche nur bei mir zu Hause.
Hier bei mir im Bezirk gibt es eine Nachbarschaftsseite, eine Art Marktplatz, wo man gebrauchte Dinge verkaufen kann, fragen, ob jemand mit dem Hund spazieren geht, irgendwer Löcher in die Wand bohrt oder sonstwie helfen.
Dort habe ich angefragt, ob jemand mitspielt.

Es haben sich genau 4 Frauen und zwei Männer gemeldet.
Keinen kenne ich davon persönlich und ich habe Null-Ahnung wie man das jetzt organisiert.
Also habe ich erstmal 2 für Samstag eingeladen, kommenden Samstag, 15 Uhr.
Als Test und gucken, was passiert.

Vielleicht schmeiße ich dann alles hin, weil es die blödeste Idee aller Zeiten war.
Vielleicht beginnt aber auch etwas Neues.
Aber das Unglaublichste ist, dass ich mich soetwas getraut habe.

ICH. UNGLAUBLICH. GEHT EIGENTLICH GAR NICHT. ICH.

*     *     *     *     *

Das Beste von heute

Aufstehen.
Gassi-Gehen.
Bad.
Frühstücken.
Und los geht’s.
Kücheputzen

Wollmäuse jagen.

Mittagessen.
Autogenes Training, wie immer.

Große Gassirunde am herbstlichen Feld entlang.

Ein Himmel wie immer die letzten Tage.

Mit Kleinigkeiten am Wegesrand.
Johanniskraut.

Oder Hagebutten.

Dann.
Einkaufen.

Tochter hat Geburtstag,
Heute.
Sie will nicht feiern.
Zu stressig, sagt sie.
Ich wollte trotzdem für eine halbe Minute ihr das Geschenk geben.
Die einzige Stunde, die sie heute Nachmittag da war, habe ich verpasst.
Bin unendlich traurig darüber.
So wie die Blumen jetzt.
Ich fühle mich getriggert.

Ich fühle mich schlecht.
Fühle mich abgelehnt.
Wie beim letzten Mal, als das Enkelkind Geburtstag hatte.
Bin überflüssig.
Wenn es mich nicht gäbe, kein Mensch, würde es merken.
Gut, den Blog würde es nicht mehr geben.
Auch kein Verlust.
Laufe die Abendrunde gassi.
An der Haustür eine Spinne.

Eklig.

Hunde füttern.
Abendbrot essen.
Der Tag ist gelaufen.

Und morgen ist ein neuer Tag.
Ein besserer.

 

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