Blitzlicht #15

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Und wieder war ich ein paar Tage nicht hier. Es ist eingetreten, wovor ich mich so sehr gefürchtet habe.

Ich bin abgestürzt.

Dabei sah es gar nicht so danach aus. Ich war dann doch noch guten Mutes bis mir meine Tochter ein Karton mit alten Fotos gebracht hat.

Das war der Auslöser, der Trigger.

Es ging nichts mehr.

Gott sei Dank hatte ich am Dienstag eine Therapiestunden.
Herr M. hat den Resetknopf bei mir drücken können.
Alles auf Null, ich fange wieder von vorn an.
Was jetzt wie eine Negativnachricht klingt, ist für mich der Ausweg: ich kann von vorn anfangen, ich muss nicht in meinem dunklen schwarzen Loch hocken bleiben.
Das, was mir damals (vor einem halben Jahr) geholfen hat, soll es jetzt wieder tun.

Achtsamkeit.

Ich werde wieder laufen, laufen mit meiner kleinen Kamera und achtsam sein, was mir vor die Linse kommt.
Ich habe mir Briefkästen ausgeguckt.
Ich werde jeden Tag einen Briefkasten suchen, den ich fotografieren kann.
So will ich wieder beginnen.
Ich werde es wieder schaffen-

Ganz bestimmt.

*     *     *     *    *

 

Blitzlicht #14

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Gestern Nachmittag war ich wieder „drüben“.
„Drüben“ heißt über die Straße.
Dort wo meine Tochter mit ihrer Familie nun noch 13 Tage wohnt.
Noch 13 Tage, dann sind sie weg und ich weiß nicht, wann ich sie wieder sehen werde.

Nein, sie bevölkern nicht den Mars.
Aber für mich ist es mars-ähnlich in dem Sinne, dass sie für mich mit 2 Hunden mit den Öffis nicht zu erreichen ist.

Und es war so ganz anders geplant. Ich hier in der kleinen Wohnung, sie gegenüber, immer als Sicherheit im Kopf, falls der andere Hilfe benötigt. So wie im vergangenen Jahr mit meinem doppelten Beckenbruch.

So die Idee, so die Absprache.
Und falls Hausbau, dann mit Einliegerwohnung für mich.Das war klar.

Und nun?
Nun ziehen sie weg. Und ich trage schwer damit.
Sie weiß es.

Mittlerweile kann ich zu hören, wenn sie von Wandfarbe reden oder wo der Kamin hin soll, dass eines der Kinderzimmer nur noch 8qm groß ist und die Küche nur aus Unterteilen besteht, weil das Geld für Hängeschränke fehlt.
Ich kann das alles hören, ohne in Tränen auszubrechen.

Aber wenn ich dann wieder in meiner kleinen Wohnung bin, dann bricht es über mir zusammen.

Ja, ich weiß, dass das für Außenstehende schwer verständlich ist.

Im Kopf ist mir auch alles klar, aber wenn man mitten in Depressionen steckt, Psycho-Pillen schluckt und gerade eine Psychotherapie macht, dann sind solche Ereignisse das pure Gift, dann zieht einen das wieder ins Bodenlose.
Dann kann man damit nicht umgehen.
Gar nicht.
Da hilft kein „Reiß dich zusammen, das ist der Lauf der Welt“, „Hab dich nicht so, es gibt wirklich Schlimmeres.“
Weiß ich, hilft aber nicht.
Schafft man nicht. Schaffe ICH nicht.

Das erinnert mich an eine Frau aus der Selbsthilfegruppe. Sie hat ein Grundstück von 3000qm und muss nun nach einer neuen Vermessung 200qm an den Nachbarn abgeben. Sie braucht die 200qm nicht, es ist nur ein kleiner Streifen. Und trotzdem ist es für sie so schlimm, dass sie nur aufgelöst und weinend in der Gruppe sitzt.

Depressionen haben nichts mit den objektiven Dingen zu tun.
Gar nichts.

Das vegetative Nervensystem spielt verrückt, es ist nicht zu kontrollieren.

*     *      *     *

Und heute hat ich wieder eine Therapiestunde.
Natürlich war das wieder DAS Thema, MEIN Thema.
Und wieder fand mein Therapeut Worte, die mich aufgerichtet haben, nachdem ich all das, worüber ich mir Sorgen mache, ihm vor die Füße geworfen habe.
Er trifft es bei mir immer auf DEN Punkt, dass ich wieder zuversichtlich seine Räume verlasse.

Nein, es ist nicht allein sein Uni-Wissen, sondern auch seine menschliche Erfahrung und im konkreten Fall haben seine Kinder vor einem dreiviertel Jahr genau das gleiche gemacht.

Ich war also willkommen im Club.

DANKE Herr M.!

 

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Blitzlicht #13

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Gestern Vormittag hatte ich wieder so eine Therapiestunde.

Ich habe u.a. das Problem unserer Selbsthilfegruppe angesprochen. Ich war sehr gespannt, was er so als „Spezialist“ dazu zu sagen hat.

Seine Meinung:

  1. Es wäre unfair, wenn sie die Gruppe verlassen müsste.
  2. Schlechteste Lösung: Sie zieht sich zurück und kommt nicht mehr
  3. Zweitschlechteste Lösung (oder zweitbeste?), die ich spontan favorisiert hatte: Wir gründen eine neue Gruppe.
  4. Beste Lösung: Sie kann lernen, dass A, was auch immer an ihm sie getriggert hat, doch ein netter Mensch ist. Auf jeden Fall sollte in der Gruppe drüber gesprochen werden.

Nun bin ich ja relativ neu in der Gruppe und sowas wie der 5. Radiergummi. Ich kann nur ganz vorsichtig anfragen, ob T. damit einverstanden ist, dass darüber gesprochen wird. Mehr liegt nicht in meiner Macht.

Ein Dankeschön an den Therapeuten, der mir somit meine Grübelei genommen hat und es nun in meinem Kopf klarer wird.

DANKE

 

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Blitzlicht #12

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Ja, gestern war wieder so eine Therapiestunde.

Ich habe dem Therapeuten meine Advents- und Weihnachtsphobie vor die Füße geworfen.

Habe ihm erzählt, dass ich am liebsten mich für die nächsten 4 Wochen unter die Bettdecke verkriechen würde.

Ich habe Angst, dass es bei mir wieder abwärts geht bei den ganzen Weihnachtsdruck, überall geschmückte Bäume, dudelnde Musik, Lichterketten in Unmengen, Kaufwerbung ohne Ende, Adventsveranstaltungen in jeder Gruppe, alles ganz feierlich, es lebe die Familie, es lebe die Liebe … und ich sitze allein zu Hause und getraue mich nicht mal den Fernseher anzuschalten.

Was soll ich tun?

Für einen Therapeuten sicherlich der Klassiker.

Er hat mir zuerst erklärt, dass dieses schwarz-weiß-Denken absolut schädlich ist, weil es schwarz weiß nicht gibt.

Nie.

Dann haben wir alles aufgedröselt und ich bin erleichtert nach Hause gegangen mit den Gedanken, dort alles in Päckchen zu verpacken.

Zum Beispiel das Päckchen „Weihnachtsdekoration zu Hause“ oder „Adventsveranstaltungen“ oder „Kirchenbesuche“ oder „Fernsehsendungen“ oder „Geschenke kaufen“ oder oder oder.

Zu jeden Päckchen kann ich dann ja oder nein sagen. Tun oder lassen.

Das kommt dann meinem Bedürfnis nahe, in „alles oder nichts“ zu denken, hat aber nicht die Generalverweigerung.

Ich kann ggf. so ein Päckchen auch noch mal aufschnüren und einzeln mit Ja oder Nein bewerten.

Dieses Bild der Päckchen ist perfekt für mich und hilft mir sehr, deshalb bekommt mein Therapeut wieder ein dickes

DANKESCHÖN

von mir.

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Blitzlicht #11

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Mir ging es in letzter Zeit nicht wirklich gut und habe den heutigen Therapeuten-Termin regelrecht herbeigesehnt.
Nachdem ich meinen ganzen momentanen Seelenmüll vor ihm ausgekippt hatte, nahm er ein weißes Blatt Papier und sagte zu mir: „Aus Sicht der Verhaltenstherapie tröselt man es so auf: (hatte ich doch schon erwähnt, dass er sehr wissenschaftsverliebt ist).

Ich dachte mir: Nein, jetzt nicht irgendwelchen Theorie-Kram.
Was soll ich denn damit?
Er  erzählte mir etwas von einer Mikro- und Makrosituation, von  Zusammenhängen von kognit, Emotionen, Verhalten, Lebenssituationen, Problemverhalten und kurz- und langfristigen Konsequenzen.
Hinter all den Begriffen schrieb er meinen ganzen Müll, den ich vor ihm abgeladen hatte.

Was soll ich sagen?
Es war verdammt nochmal genau der richtige Ansatz für mich.
Ich konnte jetzt auf diesem Blatt Papier alles besser sehen und richtiger einordnen.

Am Ende dieser Stunde hatte ich das großartige Gefühl, dass ich aus dieser von mir ausweglosen Spirale herauskomme.
Irgendwann.
Wenn ich dran bleibe.
Nicht aufgebe.
Dann kann ich es schaffen.
Mit seiner Hilfe.

Dafür bekommt er heute eine dickes

Dankeschön

Und seine Wissenschaftsverliebtheit hat mir heute so sehr geholfen.

Ich bin so froh, ihn als meinen Therapeuten gefunden zu haben.
Danke, an wen auch immer.

 

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Blitzlicht #10

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Nach 3 Wochen Urlaubspause  hatte ich heute Vormittag wieder einen Therapie-Termin.

Und ich konnte darüber berichten, was aus meiner Spielrunden-Idee geworden ist.
Er war schlichtweg begeistert von meiner Aktion.
Es ist auch völlig in Ordnung, dass es beim ersten Mal nicht alles 100% passte.
Er fragte mich, ob ich möchte, dass er mir ein Kartenspiel zeigt für 2-6 Personen.
Ich nickte und er lief sogleich zu seinem Spieleregal und kam Skip-Bo zurück.
Er erklärte mir kurz die Spielregel und wir spielten 2 Runden damit.
Ich fand das total in Ordnung und habe mich gefreut.
Vermutlich spielt er genauso gern wie ich.
Heute halt mal für 10 Minuten auf Kosten der Krankenkasse.
Ein Dankeschön an die Krankenkasse!

Ich habe Herrn M. auch von meinen Lieblingsautisten erzählt, dass wir gestern im Tierpark waren.
Daraufhin hat er mir ganz viel über Autismus erklärt, was sich da im Kopf abspielt.
Das hat mir echt geholfen, manche Reaktionen nachträglich zu verstehen, was mir gestern irgendwie rätselhaft erschien.
Auch dass vieles angelernte Reaktionen sind, die er selbst nicht empfindet, aber für ihn wichtig sind für soziale Kontakte.
Gut für mich zu wissen, dass ich nicht dauernd dumm nachfragen muss, was er gar nicht verstehen kann.
Er weiß es schlichtweg einfach nicht.

Ein Beispiel ist, dass ich mal erwähnt habe, dass der jüngste Kelly-Family-Spross seine eigene Kelly-Family gegründet hat und nun mit dieser genau wie sein Vater Straßenmusik macht.
Abends hat er sich dann an den Rechner gesetzt und alle Geburtsdaten und Namen dieser neuen Kelly-Family auswendig gelernt.
Mit diesem Wissen kam er dann wieder zu mir und ich habe gar nicht weiter darauf reagiert, weil, sowas muss ich nicht wissen.
Neee.
Aber nun weiß ich, dass das seine Art ist mit Menschen zu kommunizieren, weil er dann gelobt wird, weil das genau seine Stärken sind.
Dann wird er wahr genommen.

Wieder zu Hause, habe ich mir das Kartenspiel Skip-Bo bestellt und gleichzeitig den Film „Rain Man“.
Ich hatte ihn ja schon einmal gesehen, kann mich aber an Einzelheiten nicht mehr erinnern.
Bei Amazon gab es die DVD für nur 4,45€.
Nun also nochmal mit ganz anderen Augen anschauen.

Kurz gesagt, mein Therapeut bekommt heute zwei ganz große, dicke Dankeschön-Sternchen.
Auch so kann Hilfe aussehen.

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Blitzlicht #9

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Es war eine Erzähl-Frage-Stunde.
Herr M. lies mich erzählen, erzählen aus meinem Leben, von Gott, von J., von meiner Tochter…
Ab und zu stellte er eine Zwischenfrage.
Es war eine Stunde ohne Aha-Effekt.
Ohne offensichtlichen Therapieplan, jedenfalls für mich nicht zu merken.
Ohne Tränen.
Ohne neue Sichtweisen für mich.
Ohne neue nachdenkenswerte Gedanken.
Nur Erzählen, so wie es rauskam.
Es tat gut.
Ja, es tat mir gut.

 

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Blitzlicht #8

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Heute hatte ich eine richtig gute Stunde.
Wir haben über meinen Glauben und meine Wertevorstellung gesprochen.

Ich bin Christin und denke auch, dass die Bibel Gottes Wort ist und zwar die gesamte Bibel.
Nicht nur einzelne Bibelverse oder raussuchen, was gut zu mir passt, danach richte ich mich, was unangenehm ist, lasse ich unter den Tisch fallen. Nein, die gesamte Bibel, Altes und Neues Testament ist wichtig. Für mich. Jeder Vers.

Genau darüber haben wir gesprochen.
Dabei war der Therapeut ein toller Gesprächspartner, weil in in einer Pfarrersfamilie aufgewachsen ist. Er weiß also, wovon ich spreche, kennt sich aus in der Bibel.

Und deshalb war es heute wirklich richtig gut, weil ich ja sonst keinem habe, mit dem ich darüber reden kann, der sich auskennt, wo ich nichts erklären muss, sondern gegen hält.

DANKE

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Blitzlicht #7 und das Beste vom Tag

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Heute erstmal geklärt, was die letzte Stunde der Risikoforschung mit mir zu tun hat.

Seine Antwort: Er wollte mir sagen, dass die Ängste, die wir wahrnehmen, meist nicht realistisch sind und er mir dies auch an der Risikoforschung zeigen wollte.

Ok, abgehakt.

Während der Therapiestunde hatte ich zwei Anrufe.
Da das Handy lautlos gestellt war, sah ich es erst hinterher.
Es war J.

Er fragte, ob ich Zeit für eine Tasse Kaffee hätte, er sei in der Nähe.
Wir haben uns in einem Cafe in getroffen und es wurde ein sehr, sehr schöner Nachmittag.
J. zeigte sich genau von der Seite, die ich an ihn liebte.

ABER: (Ich bin ganz stolz auf mich) ich konnte es abgrenzen.

Ja, das ist das Beste an diesem Tag, eine schöne Stunde, von der ich wusste, dass es eben nur diese eine Stunde ist, sie genießen und das gute Gefühl mitnehmen konnte.

Keine Träne, keine Zweifel, kein Rückwärtsgang, keine Vorwürfe, kein Streit, keine Tavor nötig.

DANKE

 

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Blitzlicht #6

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Großes Thema heute „Risikoforschung“.

Hatte ich schon erwähnt, dass der Therapeut ein bissel „wissenschaftsverliebt“ ist?
Es gab ja letztens eine ganze Stunde Fragebogenauswertung mit lauter Zahlen, Punkten und Diagrammen.
Mich hatte nicht wirklich interessiert wie meine Fragenbogen-Antworten in Kurven ausgedrückt aussehen.
Aber egal.
Er mag es.
Wenn es ihm hilft, mich zu analysieren, bitteschön.

Heute nun Risikoforschung.
Seine Aussage: Der Mensch ist NICHT in der Lage vernünftig und realistisch mit Angst und den eventuell eintretenden Schaden umzugehen.
Kann er nicht.
Punkt.

Beispiele:

  • In Australien werden jährlich 4 Menschen von Haien getötet, 486 sterben durch defekte Toaster.
    Wovor haben Menschen mehr Angst? Vor Haien oder Toaster?
  • Viele Deutsche halten BSE noch immer für gefährlicher als das Rauchen. (Dieses Beispiel stammt aus der Zeit, als ganz Deutschland Angst hatte, Rindfleisch zu essen, weil sie dann an Alzheimer erkranken können – ist schon eine Weile her) An BSE starben in den letzten 30 Jahren 140 Menschen (gleichviele wie durch versehentliches Trinken von Lampenöl), an Rauchen ca. 140.000 je Jahr plus 3.300 am Passivrauchen. Wovor haben die Menschen mehr Angst, vor BSE oder Rauchen?
  • Statistiken der OECD zeigen, dass Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren in Industrieländern öfter durch Suizid sterben als durch Verkehrsunfälle. Wovor haben wir mehr Angst, dass ein Angehöriger sich das Leben nimmt oder  bei einem Verkehrsunfall stirbt?

Noch eine Tabelle:

Beispiel Schadensgröße Eintrittswahrschein-lichkeit Angst
Kernkraft-GAU besonders verheerend äußerst unwahrscheinlich unverhältnismäßig groß
Terror schätzbar unklar diffus
Klimawandel extrem groß sehr wahrscheinlich erst in ferner Zukunft
 Chemikalieneinsatz in Umwelt (Landwirtschaft) schwer einschätzbar allgegenwärtig wenig

Diese ganzen Daten hat Herr M. aus der Zeitschrift „Geo“.

Was sagt uns das ganze?
Um die Dinge, die uns wirklich Angst machen müssten, scheren wir uns wenig, aber die Sachen, die äußerst unwahrscheinlich sind, machen uns große Angst.

Und was hat das mit mir zu tun?
Nichts. …

Warum bespricht er es mit mir?
Weiß ich nicht.
Ich habe keine Angstproblem.

Fazit: Stunde verschenkt. (Nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand, vielleicht will er etwas darauf aufbauen. Keine Ahnung.)

 

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