Wo sind die Ameisen geblieben? #2

Habe ich doch letztens gefragt, wo die Ameisen geblieben sind?
Auf der Suche nach „Materialen“ für mein Mini-mini-mini-Terrarium fiel mir auf, dass ich nirgendwo eine einzige Ameise gesehen habe.

Ich hätte gern 1 oder 2 für dieses kleine Terrarium gehabt.
Mittlerweile weiß ich nun, dass das gar nichts genützt hätte.
Isoliert von der Königin sind sie gar nicht überlebensfähig.
Sie brauchen sie, um ihr dienen zu können.
Das sollten wir mal auf uns Menschen übertragen.
Alle 80.000 Menschen dienen nur einer einzigen – Frau Merkel!

Nunja, ich spielte dann mit der bekloppten Idee, mir ein Ameisenvolk zuzulegen, um sie zu beobachten, einfach aus Neugierde.
Was damals noch als Idee in meinem Kopf herumspukte, ist inzwischen real geworden.
Tagelang habe ich mir Videos auf youtube über Ameisenfarmen angeschaut.
Nun habe ich auch eine.
Bekommen habe ich sie in einem Reagenzglas, ein paar Ameisen mit ihrer Königin.
Das ist die übliche Versandart.

Ich habe sie dann 2 Tage auf meinem Schreibtisch im Fast-Dunklen zur Ruhe kommen lassen und zwischenzeitlich ein Häuschen, ein Formicarium (so heißen die Dinger) eingerichtet.
Dann legt man einfach das geöffnete Röhrchen in die Farm und wartet.
Es soll mehrere Wochen dauern, bis sie in ihr neues Zuhause umziehen.

Und so sah es dann bei mir gestern Nachmittag aus:

Kaum das ich das Röhrchen abgelegt hatte, rannten die Ameisen los und erkundeten ihr neues Heim.
In dem kleinen Napf habe ich einen Tropfen Honigsirup getan, als Futter.
Ein paar guckten sich das auch an, aber die Mehrzahl fing gleich mit der Arbeit an.
Zuerst wurden die Toten herausgebracht (3) und dann gleich begonnen, ihre Wohnung zu bauen.
Von wegen es dauert einige Wochen.
Abends traute sich sogar mal die Königin raus, verschwand dann aber wieder im Röhrchen.

Die Arbeiterinnen begannen nun, meine Drainage (Seramis) aus den beiden runden Zugängen zu ihren potentiellen Wohnungen herauszutragen.
Sie hatten wohl andere Vorstellungen als ich.

Der rote Hintergrund ist eine Folie, die vor UV-Licht schützen soll (steht so in der Anleitung), aber ich habe sie sowieso nicht in der Sonne stehen. Der weiße Trog ist die Tränke. Unten ist ein kleiner Schwamm drin, damit das Wasser keine Pfütze bildet, in der die Ameisen ertrinken können. Ein bisschen überdimensional, aber mal sehen, ob ich mir noch etwas anderes einfallen lasse.

Ich hätte gestern Abend Stunden davor verbringen können, um den Ameisen beim arbeiten zuzuschauen…

Heute früh sah es dann so aus:

Sie hatten über Nacht die gesamte Drainage nach außen befördert!

Von hinten sieht man dann ihr Schlafzimmer, wo sie sich alle zusammen ausruhten.
Das Foto ging absolut nicht besser.

Mal sehen, was sie als nächstes tun… … … ???

Neben der Ameisenfarm steht das Mini-mini-mini-Terrarium.
Ich habe es mal geöffnet, weil die Scheiben so sehr angelaufen waren, dass ich von außen nichts mehr erkennen konnte.

Und … kaum zu glauben, da rannte eine Ameise gerade weg!

Also hatte ich doch mit samt der Erde eine schlafende Ameise mit ins Terrarium gesetzt.
Ist nun schade, dass sie keine Chance hat, ohne König eine Kolonie zu bilden.
So habe ich wenigsten ein Tropfen Honigsirup auf den Stein gesetzt, als Nahrung.
Zu den anderen kann ich sie nicht lassen, weil es eine ganz andere Art ist.

Es ist spannend.

Und so sieht es dort jetzt aus (die Ameise hat sich gleich wieder versteckt, sie mag wohl keine Kameras):

Fortsetzung folgt …

 

*     *      *     *      *

 

Wo sind die Ameisen geblieben?

So ganz durch Zufall (?) bin ich auf youtube auf ein Video gestoßen, dass erklärt, wie man ein klitzekleines ewiges Terrarium bastelt.

Das wollte ich unbedingt mal probieren.

Also bin ich heute mit meinen Hundemädchen in den Botanischen Volkspark gezogen.
Ich wollte außerdem gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Wir haben Monatsende und das Monatsbild vom Eingang ist fällig.
In den letzten Tagen ist überall das Grün derart explodiert, dass sich bestimmt dort auch viel getan hat.

In dem Park gibt es auch ein kleines Wäldchen.
Dort finden sich bestimmt alle Zutaten.
Ich wollte alles am gleichen Fleck suchen, damit sich alles untereinander gut verträgt.

Ganz wichtig ist Moos.
Das dürfte doch kein Problem sein.
Dachte ich.
Aber ich bin das ganze Wäldchen abgelaufen – NIX.
Kein Moos.
Kein kleines Bissel.
Frustrierend.
Ich hatte es mir so schön vorgestellt.

Na, dann eben nicht.

Zurück bin ich am Nordgraben entlang gelaufen und siehe da, ich bin dann doch noch fündig geworden.
Ich habe alles vorsichtig in meine Dose gepackt und nach Hause getragen und vorhin in mein vorbereitetes Glas gesetzt.

Sehr gerne hätte ich noch ein/zwei Ameisen dabei gehabt oder ein kleines Würmchen.
Ich konnte es kaum glauben, weder im Volkspark noch die lange Strecke am Nordgraben habe ich eine einzige Ameise entdeckt.
Wo sind die denn alle geblieben???
Es kann doch nicht sein, dass es keine Ameisen mehr gibt???

Vielleicht ist es aber auch besser so.
Jetzt, nachdem ich alles „eingebaut“ habe, Moos, 2 kleine Pflänzchen, ein Stöckchen, ein Stein, ein leeres Schneckengehäuse und ein kleines Gänseblümchen, sieht es bei weitem nicht so schön aus, wie im Video.

Naja, muss ich vielleicht noch üben, erstmal abwarten, was überhaupt passiert. Und die Ameisen wären vielleicht elendiglich an meinem Unvermögen zugrunde gegangen.
Mal schauen.

Ein Foto von meinen Künsten zu machen, war dann auch schwierig.
Obwohl ich den „Innenwände“ geputzt“ habe, spiegelt das Glas ungemein und so richtig erkennt man auch nicht mein „Kunstwerk“.

Es gibt dann jetzt genau 2 Möglichkeiten.
Entweder ich werfe es in ein paar Tagen in die Bio-Tonne, weil alles darin verwest oder falls irgendetwas darin wächst, ich es nochmal probiere, vielleicht mit anderen „Zutaten“.

Und … vielleicht sind die Ameisen dann auch vom Winterschlaf erwacht und wünschen sich nichts mehr, als in mein Hotel einzuziehen.
Wer weiß?

 

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