Blitzlicht #12

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Ja, gestern war wieder so eine Therapiestunde.

Ich habe dem Therapeuten meine Advents- und Weihnachtsphobie vor die Füße geworfen.

Habe ihm erzählt, dass ich am liebsten mich für die nächsten 4 Wochen unter die Bettdecke verkriechen würde.

Ich habe Angst, dass es bei mir wieder abwärts geht bei den ganzen Weihnachtsdruck, überall geschmückte Bäume, dudelnde Musik, Lichterketten in Unmengen, Kaufwerbung ohne Ende, Adventsveranstaltungen in jeder Gruppe, alles ganz feierlich, es lebe die Familie, es lebe die Liebe … und ich sitze allein zu Hause und getraue mich nicht mal den Fernseher anzuschalten.

Was soll ich tun?

Für einen Therapeuten sicherlich der Klassiker.

Er hat mir zuerst erklärt, dass dieses schwarz-weiß-Denken absolut schädlich ist, weil es schwarz weiß nicht gibt.

Nie.

Dann haben wir alles aufgedröselt und ich bin erleichtert nach Hause gegangen mit den Gedanken, dort alles in Päckchen zu verpacken.

Zum Beispiel das Päckchen „Weihnachtsdekoration zu Hause“ oder „Adventsveranstaltungen“ oder „Kirchenbesuche“ oder „Fernsehsendungen“ oder „Geschenke kaufen“ oder oder oder.

Zu jeden Päckchen kann ich dann ja oder nein sagen. Tun oder lassen.

Das kommt dann meinem Bedürfnis nahe, in „alles oder nichts“ zu denken, hat aber nicht die Generalverweigerung.

Ich kann ggf. so ein Päckchen auch noch mal aufschnüren und einzeln mit Ja oder Nein bewerten.

Dieses Bild der Päckchen ist perfekt für mich und hilft mir sehr, deshalb bekommt mein Therapeut wieder ein dickes

DANKESCHÖN

von mir.

*     *     *     *     *

1 Gedanke zu “Blitzlicht #12

  1. Ich habe ein „Gefällt “ gedrückt, dabei gefällt es mir nicht, wenn ein Mensch unter dem Druck Weihnachten zu leiden hat. Dabei ist es doch nicht das Weihnachtsfest,worunter Menschen zu leiden haben. Ist es nicht viel mehr das, was der Mensch davon gemacht hat? Vielleicht ist es hilftrich, sich einfach einmal darauf zu besinnen, was Weihnachten wirklich einmal war. In diesem Sinne, wünsche ich dir eine besinnliche Adventszeit.
    LG Werner

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