Blitzlicht #12

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Ja, gestern war wieder so eine Therapiestunde.

Ich habe dem Therapeuten meine Advents- und Weihnachtsphobie vor die Füße geworfen.

Habe ihm erzählt, dass ich am liebsten mich für die nächsten 4 Wochen unter die Bettdecke verkriechen würde.

Ich habe Angst, dass es bei mir wieder abwärts geht bei den ganzen Weihnachtsdruck, überall geschmückte Bäume, dudelnde Musik, Lichterketten in Unmengen, Kaufwerbung ohne Ende, Adventsveranstaltungen in jeder Gruppe, alles ganz feierlich, es lebe die Familie, es lebe die Liebe … und ich sitze allein zu Hause und getraue mich nicht mal den Fernseher anzuschalten.

Was soll ich tun?

Für einen Therapeuten sicherlich der Klassiker.

Er hat mir zuerst erklärt, dass dieses schwarz-weiß-Denken absolut schädlich ist, weil es schwarz weiß nicht gibt.

Nie.

Dann haben wir alles aufgedröselt und ich bin erleichtert nach Hause gegangen mit den Gedanken, dort alles in Päckchen zu verpacken.

Zum Beispiel das Päckchen „Weihnachtsdekoration zu Hause“ oder „Adventsveranstaltungen“ oder „Kirchenbesuche“ oder „Fernsehsendungen“ oder „Geschenke kaufen“ oder oder oder.

Zu jeden Päckchen kann ich dann ja oder nein sagen. Tun oder lassen.

Das kommt dann meinem Bedürfnis nahe, in „alles oder nichts“ zu denken, hat aber nicht die Generalverweigerung.

Ich kann ggf. so ein Päckchen auch noch mal aufschnüren und einzeln mit Ja oder Nein bewerten.

Dieses Bild der Päckchen ist perfekt für mich und hilft mir sehr, deshalb bekommt mein Therapeut wieder ein dickes

DANKESCHÖN

von mir.

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Rostparade #7

Heute am Ende des Monats hab ich wieder ein Foto für die Rostparade von Frau Tonari:

Schrotteule

entdeckt am 4. November im Tierpark.

 

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Die Geschichte zum Mittwoch

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Der Hirtenjunge und der Wolf

Es war einmal ein Hirtenjunge, der hütete jeden Tag eine Schafherde. Jeden Morgen holte er die Tiere von ihren Besitzern ab und trieb sie in die Berge, wo die Schafe frisches Gras fressen sollten. Und an jeden Abend brachte der Junge die Schafe wieder zurück ins Dorf. Doch manchmal langweilte sich der Hirtenjunge, weil er den ganzen langen Tag nichts anderes sah, als nur Schafe.

Daher wollte er sich einmal einen Spaß erlauben und rief: „Der Wolf! Der Wolf! Der Wolf will sich ein Schaf holen!“

Da kamen die Leute mit ihren Mistgabeln und Dreschflegeln aus dem Dorf gelaufen, um dem Wolf zu verjagen. Doch es war gar kein Wolf da! Der Hirtenjunge musste über seinen Streich und die verdutzten  Gesichter der Bauern herzlich lachen. Die Bauern fanden es nicht lustig.

Dem Jungen gefiel sein Streich so gut, dass er ihn nach einigen Tagen wiederholte. Und wieder rief er: „Der Wolf! Der Wolf will sich ein Schaf holen!“

Wieder kamen alle Bewohner des Dorfes gerannt, um den Wolf zu verscheuchen, doch es war kein Wolf zu sehen.

Eines Abends, als sich der Hirtenjunge mit den Schafen auf den Heimweg  machen wollte, kam wirklich ein Wolf.

Der Junge schrie voller Angst: „Der Wolf! Der Wolf will eines der Schafe holen!“ Doch diesmal kam nicht ein einziger Bauer, um ihm zu helfen. Und so trieb der Wolf die Schafe in die Berge und fraß sie alle auf. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht!

Aesop

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Tja, das ist dann wohl selbstredend und braucht meinen Senf dazu nicht, auch wenn ich dazu viele Beispiele aus meinen ach so langen Leben dazu fügen könnte. Wenn das Vertrauen weg ist, isses weg.

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Mein Freund der Baum #2

Es tut mir einfach wieder gut, achtsam durch die Gegend zu laufen.
Leute, die mich  beobachtet haben, müssen denken, ich bin  bekloppt.
Wer steht schon im Dunkeln mit dem Handy (hatte natürlich mal wieder die Kamera nicht dabei) vor einem Baum und knipst den Stamm gefühlte 100x.

Mir doch egal….

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Mein Freund der Baum #1

Den Winter über, in dem so wenig blühendes zu finden ist, möchte ich einfach Baumstämme fotografieren.

Sicherlich ist das für die meisten langweilig, aber ich bin schon ein bisschen neugierig, was mir dabei so alles einfällt und vor die Linse läuft.

Heute ist es nix weiter wie ein Baumstamm, etwas was schon für so viele Jahre immer an dem gleichen Ort gestanden hat, Wind und Wetter ihn gezeichnet haben.

Hier nun das Foto Nr. 1

 

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Totensonntag und die Sache mit dem Lazarus

Juan de Flandes 001
Juan de Flandes [Public domain], via Wikimedia Commons
Heute ist Totensonntag.
Ich persönlich habe keine innere Beziehung zu diese Art von „Gedenktagen“.
Aber die Predigten haben an diesen Sonntagen immer einen ähnlichen Inhalt.
Im Gottesdienst heute es die Geschichte von Lazarus.

Lazarus war ein Freund Jesu und wurde schwer krank.
Es wurde nach Jesu geschickt, damit dieser ihn wieder heilen  möge.
Aber Jesus ließ sich Zeit.
Als er dann schließlich kam, war Lazarus bereits 4 Tage tot und alle weinten um ihn.

Und was macht Jesus?
Er weckte ihn von den Toten wieder auf.
Von jetzt auf gleich.
Einfach mit dem Spruch: „Lazarus komm heraus.“
Jener kam dann völlig genesen aus seiner Grabhöhle, noch mit den ganzen Grabtüchern eingewickelt.

Das ist so ungefähr die Geschichte und steht im Johannesevangelium, Kapitel 11.
Und mit genau dieser Geschichte habe ich so meine Bauschmerzen.

WO war denn Lazarus in diesen vier Tagen?
War er nun bei Gott?
So wie es immer wieder gesagt wird in den Kirchen?
Wenn man stirbt ist man bei Gott und es geht einem dann so richtig gut, dann ist alles Friede – Freude – Eierkuchen?
Dann hat man diese chaotische Welt überwunden?

Aber wenn es denn alles so wunderbar ist, ist es dann nicht von Jesus eher mies, ihn von dieser Herrlichkeit zurückzuholen, zurück in den harten Alltag der damaligen Zeit?
Wieder schuften bis zum Umfallen, Schmerzen, Tränen und das ganz Programm?
Das wäre dann doch nicht sehr liebevoll von Jesus? Oder?

Oder war er noch gar nicht bei Gott?
Wo war er dann?
Einfach nur tot?
Sozusagen „nichtexistent“.
Wartet er eventuell auf die Auferstehung am Ende aller Tage, wenn alle zusammen wiederauferstehen?
Warum beten dann die Katholiken zum Beispiel zu Maria, wenn die Toten zur Zeit noch tot sind und erst später wieder auferstehen in eine neue Welt wie es die Offenbarung im 21. Kapitel sagt?

Oder war vielleicht Lazarus gar nicht tot?
Dem würde widersprechen, dass er bereits „müffelte“, wie es in dem Bibelbericht zu lesen ist.

Und … wäre er schon bei „Gott“ gewesen, hätte er dann nicht sofort allen freudestrahlend erzählt, was er erlebt hat in den vier Tagen? Würde doch jeder so machen.
Lazarus tat das nicht.

Also, die ganze Geschichte kann ich drehen und wenden wie ich will, ich finde keine schlüssige Erklärung.

Kommt jetzt eventuell der Einwand: Na, dann stimmt die Geschichte einfach nicht, ist nix anderes als ein nettes Märchen, um die Leute bei Laune zu halten.
Und genau das glaube ich nun wieder nicht.
Die Bibel ist die Bibel und sie ist Gottes Wort und kein Märchenbuch.

Wenn jetzt noch jemand meint, da wären doch so viele Übersetzungen und Abschriften und ganz bestimmt viele Fehler …
Glaubt ihr wirklich, Gott würde an dieser so wichtigen Geschichte Fehler beim Abschreiben zulassen?
Dann wäre Gott nicht Gott.

Nur … verstehen kann ich die Geschichte nicht.

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Upps, wieder 2 Tage nix geschrieben

Ich nehme es mir aber jeden Tag vor.
Wirklichwirklichwirklich.

Ich bin zur Zeit dem Spielewahnsinn verfallen.
Am Donnerstag hat wieder „meine“ Spielegruppe getagt.

Und gestern habe ich geübt.
Skip bo.
Es gibt ja inzwischen für alles und nix eine App.
Also habe ich gestern Skip bo geübt, um ein Gefühl für das Spiel zu bekommen.
Mit dieser App spielt man praktisch als Einzelmensch gegen diese Bits und Bytes.
Das hat Suchtcharakter.
Und heute kommt M. wieder zu mir nach Hause und wir spielen wieder Mensch mit Mensch.
Wie letzten Samstag. Vielleicht wieder Kniffel… ?
Da fand ich so schön.

Aber dann, dann ist erstmal gut mit den Würfeln, Karten und sonstigen Spielfiguren.
Der nächste Spieletreff ist dann erst am 6.12….
Und ich kann mich wieder ganz meinen Alltag widmen.
Und den Blogbeiträgen 😀

Achso, ein Foto habe ich gestern auch noch so „zwischendurch“ gemacht.
Noch vor diesem Regen.
Und heute schüttet es ganz schön und meine Hundis wollen nicht vor die Tür.
Wenn das alles Schnee wäre…
Ich liebe es, wenn alles zugeschneit ist.
Dann sieht alles so schön weiß und sauber aus.
Leider bleibt das in einer Großstadt selten länger als ein paar Stunden.
Aber jetzt ist erstmal Schmuddelwetter angesagt, nass, grau und kalt.

Achso, das Foto:

Ja, ja, ich weiß selbst, dass das ein Beitrag ist, den ich lieber weglassen sollte.
Aber dann hätte ich 3 Tage nichts geschrieben.
Und das ist auch doof.
Nun ist Ende von etwas, was völlig überflüssig ist.

 

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Die Geschichte zum Mittwoch #17

Ameisendank

An einem heißen Sommertag eilte eine durstige Ameise zu einem Brunnen und krabbelte eilig über die Randsteine. Als sie aber das Wasser erreichte und trinken  wollte, verlor sie das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in den Brunnen hinein. Sie strampelte verzweifelt mit den Beinen, aber da brachte sie dem Randstein nicht näher.

Der Brunnen wurde von einem hohen Baum überschattet, in dem eine Taube saß. Sie sah die Ameise sich vergeblich im Wasser abmühen, brach mit ihrem Schnabel einen dünnen Zweig ab und warf ihn der Ameise im Wasser zu. Die Ameise krabbelte auf den Zweig, vom Zweig auf den Brunnenrand und von dort mühelos aus den Brunnen heraus.

Die Taube steckte den Kopf unter die Flügel, um weiter in der Hitze zu dösen, und sah nicht, dass ein Vogelfänger zum Brunnen kam. Der Vogelfänger entdeckte die Taube oben im Baum, steckte seine Kleberute an einen lange Stange und wollte sie fangen. Als die Ameise das bemerkte, biss sie den Vogelfänger in den nackten Fuß. Der Vogelfänger zuckte zusammen, und die Stange fiel klappernd aus seiner Hand auf die Brunnensteine. Der Lärm weckte die Taube auf, sie breitete schnell die Flügel aus und flog davon.

So rettete zuerst die Taube der Ameise das Leben, und dann bewahrte die Ameise die Taube vor dem Tod. Und diese Geschichte erzählt man sich, damit der Mensch, der vernünftiger ist als die Tiere, nie vergessen möge, Gutes mit Gutem zu vergelten.

Heinrich Steinhoed

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Und sofort schoss mir mein Lieblingsthema wieder in den Kopf: Das Dankesagen.

Wie oft sagen wir danke für etwas?
Ja gut, wenn wir etwas geschenkt bekommen oder jemand etwas außergewöhnliches für uns tut.
Aber oftmals auch nicht mal da, weil wir meinen, der andere müsse das für uns tun, das wäre doch seine Pflicht.
Oder weil er ja dafür bezahlt wird.

In diesem Zusammenhang fällt mir die Geschichte aus der Bibel ein, wo Jesus 10 Samaritern (also die, die die Juden nicht mögen) half gesund zu werden.
Aber nur ein einziger kam zurück und bedankte sich.
Vielleicht weil die anderen es für selbstverständlich hielten?

Und wir?
Halten wir auch alles für selbstverständlich, was Gott für uns tut?
Wir meckern doch nur, wenn wir denken, Gott müsste doch endlich hier und da mal eingreifen.

Nee, muss er nicht.
Er ist der Souverän, er muss schon mal gar nicht und auch uns keine Rechenschaft ablegen, wann er was zu welcher Zeit den zu tun gedenkt.
Er ist Gott.
Nicht wir.
Wir haben im Vergleich nur den Verstand einer Ameise, um die Geschichte hier wieder zum Anfang zu bringen.

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„The present“ from Jacob Frey – Ein Reblog-Beitrag

Heute habe ich bei Babara ein kleines Video in einem Blogbeitrag entdeckt, dass mir so gut gefiel, dass ich es gern rebloggen würde, wenn ich es denn mit meinem selbstgehosteten Blog könnte.

Aber ein Link dorthin, das geht…

„The present“ from Jacob Frey

Hey, das stimmt wirklich, ein Hund kann sich mit drei Beinen ohne Einschränkungen fortbewegen.

Ich habe ja jetzt Hund Nr. 3 und 4 und bei diesen vier Hunden hatte immer mal einer etwas an der Pfote, dass sie auf drei Beinen losgehopst sind.

Besonders mein derzeitiges Hundmädchen sind die absolute Mimose.
Gerade im Winter, wenn in der Hauptstadt mit Splitt gestreut ist, ein klitzekleines Steinchen in die Pfote piekst, dann läuft sie laut schreiend auf drei Beinchen weiter.
Dann muss ich mich vor sie hinhocken, die Pfote streicheln und pusten.
Die kleine Hundewelt ist nun wieder in Ordnung und es kann weiter gehen.

Hachja, der Winter steht vor der Tür…

 

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Das Foto vom Tag

Novembertag

Keine Sonne,
keine Schatten,
keine Wärme,
keine Blüten,
keine Bienen,
keine Sonnenbrille,

nur grau und trüb
und Gummistiefel…

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