About

Ich bin Weena, schon 60 Jahre alt und wohne mit meinen beiden kleinen Hunden in der Hauptstadt.

Vor einem halben Jahr  hat es mich kalt erwischt. Ich bin aus einer gewaltbesetzten Beziehung mit viel Wut, Aggression, Hass, Demütigungen und mit einem Selbstwertgefühl im Minusbereich  geflohen und bin in eine schwere Depression und massiven Suiziddruck abgerutscht.

Seitdem kämpfe ich und versuche mein Leben neu zuordnen und zu sortieren.

Medikamente helfen mir, so einigermaßen geradeaus zu denken, das Schlimmste zu verhindern.

Einen Therapieplatz habe ich leider noch nicht gefunden, nach einem halben Jahr immer noch nicht.

Und so versuche ich im Hier und Jetzt zu leben und nach Dingen zu suchen, die mir gut tun. Ich habe einiges ausprobiert und dann doch wieder sein lassen.

Alles ist in Bewegung, alles auf der Suche nach dem Sinn.

Kann man mit 60 seinem Leben eine neue Richtung geben? Neu beginnen? Nur noch den Blick nach vorn richten und keinen zurück? Vergangenes vergangen sein lassen? Viele Verletzungen, Schmerzen und Narben müssen heilen, manche Wunde ist noch offen, das Selbstwertgefühl im Eimer.

Ja,  es gibt auch Schritte nach vorn. Ich habe zum Beispiel eine Selbshilfegruppe gefunden, die zu mir passt, habe die Natur für mich entdeckt und mir eine eine Jahreskarte für Botanischen Volkspark gekauft.  Freude macht mir auch das Fotografieren, was man bei mir aber so noch nicht nennen kann, eher ein „knipsen“. Aber egal.

Hätte ich nie von mir gedacht.

Geholfen hat mir auch das „Blog-schreiben“. Seit einem halben Jahr hilft mir das Bloggen Gedanken zu ordnen und zu reflektieren. Leider habe ich diesen Blog bei einem backup zerschossen und beginne nun wieder neu mit diesem.

Meine beiden Hunde geben meinem Alltag Struktur, trotz so mancher auch schlechten Tage habe ich nun das Gefühl, dass ich es schaffen kann, dieses neue Leben, dass es auch mit 60 möglich ist,  neu anzufangen, neue Prioritäten zu setzen, neu zu leben.

Ich bin dabei, auch das Schöne und Dankbare in meinem Leben auf eine neue Art zu sehen und das zu reflektieren.

Darüber möchte ich schreiben.

Update

Heute, 2 Jahre später möchte ich dieses „about“ ergänzen.

Es ist anders geworden, mein Leben.
Die Depressionen sind da, haben sich hier in meinem Kopf fest eingenistet.
Trotz Medikamente und Therapie.
Die hoffnungsvolle Idee, meinem Leben neuen Sinn zu geben, wird immer wieder durch depressive Episoden ausgebremst.
Das fühlt sich an wie Achterbahnfahren.
Achterbahnfahren als Alltag.
Das kostet Kraft, die ich oft nicht habe.
Ich fühle mich allein, kämpfe  mich immer wieder raus, um am Ende des Tages erschöpft mich fallen zu lassen.
Ein Kreislauf.
Hamsterrad.
Und trotzdem gibt es immer wieder Lichtpunkte, schöne Dinge, die mich lächeln lassen, wo ich durchatmen kann.
Ja,es gab sogar schon Phasen, wo ich meinte, keine Therapie mehr zu brauchen, um mich dann Tage später weinend auf meinem grünen Sofa wiederzufinden.

Es fällt mir unsagbar schwer, dieses Leben als jetzt MEIN Leben so anzunehmen, bin immer noch am Suchen, um etwas zu finden, was man Sinn nennen kann.
Beginne viel, um noch mehr wieder zu beenden, weil ich es falsch eingeschätzt habe, weil es zu schwer ist, weil es zuviel Kraft kostet, weil ich noch nicht akzeptiert habe, dass  ich mich nicht mehr konzentrieren kann und ganz viel einfach vergesse. So schlimm, dass ich sogar schon an Alzheimer dachte.
Ehrlich.
Mein Psychiater meinte aber, ist es nicht.
Das ist die Depression, das sind die Medikamente.
Und so hoffe ich weiter.
Auf irgendetwas.
Auf einen Knall, dass ich wach werde und denke: Uff, war alles nur ein Traum.
Und ein neuer Traum beginnt, ein besserer, ein schönerer …

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