In den Botanischen Volkspark mit einer Psyche im Minusbereich …

Ablenken, ablenken, ablenken und die Tage runterzählen bis zur nächsten Therapiestunde – noch 10 Tage!

Gestern war ich mit beiden Hunden im Botanischen Volkspark, ich habe auch meinen Hunde-Opi im Buggy mitgenommen.

Das will ich jetzt wieder öfter tun, denn es ging recht gut. Es hatte sich wahrscheinlich schon in seinem Hundekopf festgesetzt: Wir fahren Buggy und es geht zum Tierarzt, ergo puhlt da so ein fremder Mensch in meinen entzündeten Ohren rum. Und das tut seeeehr weh.

Wenn ich ihn jetzt in den Buggy setze, gibt es immer wieder etwas aus der Hunde-Leberwurst-Tube. Kein böser Mann, der in den Ohren bohrt. Nur Leberwurst.

Ich habe auch wieder meine schwerere Kamera mitgenommen und wollte jetzt 2 Wochen nach dem letzten Fotos vom Eingangsbereich (mein Motiv für 12 von 12) schauen, was sich verändert. Diese beiden Bilder gibt es in einem gesonderten Beitrag.

Zum Botanischen Volkspark muss ich zur Zeit komplett laufen. Die Straße, auf die sonst der Bus fuhr, ist komplett gesperrt. Alles wird dort neu, schick und schön gemacht. Das war dringend nötig.

Also laufe ich schon mal mit beiden Hunden und Buggy eine halbe Stunde bis hin. Auch für mein 14jähriges Hundemädchen, die ja die ganze Strecke läuft, ist das ganz schön weit. Gleiches wieder zurück. Deshalb sind wir dort nicht großartig herumgelaufen, sondern habe mich mit Kaffee und Erdbeerkuchen auf den Rasen gesetzt und mit der Kamera herumgespielt.

Mein Hundeopi
Das Hundemädchen
Rosen, Rosen, Rosen


Ananas – da soll mal einer sagen, wir können das nicht …

Wer krabbelt denn da?
Die Rückwärtstour …

Tja, es war ein Nachmittag, an dem es mir eigentlich gut gehen müsste.
Eigentlich…

 

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Der Tunnelblick

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Gestern war so ein schöner Nachmittag.
Ich war so happy, wieder so ein befreiendes Gefühl zu haben.
Das war gestern.
Heute sieht es schon wieder anders aus.
Es fing die Nacht schon an, Durchfall, richtig Durchfall, Wasser.
Nein, ich habe nix komisches gegessen.
Ich tippe eher auf mein ramponiertes Nervenkostüm.
Und heute früh nun zog sich wieder alles um mich zusammen.

Der Tunnelblick.

Alle Sinne konzentrieren sich auf einen Punkt, ein Geschehen, auf einen Gedanken.
Alles andere herum wird ausgeblendet, wahr oder unwahr ist maximal nur ein neblige Gefühl, alles verzerrt.
Da ist nur der eine Punkt, der weh tut, furchtbar weh.

Da müsste jemand kommen, mich packen und schütteln, kräftig schütteln: Hey, wach sofort auf, es ist nicht so wie du denkst, nicht so, auch nicht so ähnlich, es stimmt nicht….
Aber es ist keiner da, der schüttelt.

Ich bleibe sitzen und quäle mich und warte, dass es vorbei geht.
Bisher ist es immer vorbei gegangen.
Vielleicht morgen schon.

Bestimmt morgen.

 

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Zoo und soo #5

Ach, tat das gut! Heute war es endlich wieder einmal kühler und ich merke, wie sehr die heißen Temperaturen mir zu schaffen machen.
Seit vielen Monaten war ich nun schon nicht mehr im Tierpark.
Ich hatte dieses Gefühl in den letzten Wochen schon fast vergessen: mit der Kamera und meinem Hundemädchen auf der Suche nach Foto-Motiven.
Es tat einfach nur gut.
So gut.

Ich hatte wieder meine alte Kamera herausgeholt und startklar gemacht.
Es ist auch so ein einfaches Dings für 100€,ich mag sie sehr, wenn sie denn nicht im Vergleich zu der kleinen Kompaktkamera (Hosentaschenformat) so schwer und groß wäre…

Stachelschwein-Zärtlichkeit?

 

Wer darf zuerst?

 

Frisch gefönt?

 

Hinter Gittern …

 

Die schlecht Frisierten …

 

Genießer?

 

Guckt nicht so, kriegt nix ab …

 

Achja, eine Ente gab es auch noch. Das Foto sieht ein bisschen so aus, als ob es eine Fotomontage wäre. Ich schwöre: Nein! – Das Foto ist genauso und echt!

 

Nicht ganz so bunt, aber ein harmonischer Abschluss für heute ….

 

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Blitzlicht #17 – Familienhierachie

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Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Gestern Vormittag hatte ich wieder eine Therapiestunde.
Dieses Mal ging es um die „Familien-Hierarchie“.

Eine Hierarchie, hält man sie ein, schafft einen gesunden Familien-Verband, wenn jeder seinen Platz kennt und akzeptiert.

Die Prioritätensetzung ist wichtig. Ganz wichtig.
Die Priorität Nr. 1 soll immer der jeweilige Partner haben, uneingeschränkt.
Dann kommen die Kinder, sie besetzen die Nr. 2, 3, …..
Danach ist es variabel, es können die Eltern sein, es können Freunde, Kollegen oder sonstwer sein.

Als Mutter ist es viel und normal, wenn man unter den ersten 10 dabei ist.

Er sagt nun: Mein Problem ist, dass ich keine Priorität Nr. 1 habe, auch keine 2 oder 3 ….
Partner weg, Kinder weg.

Und jeder ist auf der Suche nach seiner Nr. 1, sagte er weiter.
Diese Theorie habe ich kopfmäßig verstanden.

Gestern Nachmittag und heute früh hat sich aber das Bauchgefühl breitgemacht: Ich bin verdammt nochmal ALLEIN.  Der Gedanke daran, zieht mir den Boden unter den Füßen weg.

Und genau das wollte der Therapeut damit nicht sagen, sondern einfach nur, dass meine Tochter  und ihr Mann alles richtig machen. Mein krankes Hirn schlägt Purzelbäume.

Das es bei mir so nach hinten losgeht…

Wo findet man seine Nr. 1, wenn man keinen Partner mehr möchte?`Freunde?

Freundschaften sind auch schwierig, sagt man doch „Depressionen fressen Beziehungen auf“. Und außerdem, wenn der Freund oder Freundin eine eigene Familie hat, sind die ersteren Plätze auch belegt.

Wo ist sie, meine Nr. 1? Es wäre so wichtig, jemanden zu haben, der uneingeschränkt da ist?

Ich weiß im Moment gerade nicht, wie es weitergehen soll und kann…

 

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52 Fotoaufgaben – Fotografieren lernen in 52 Schritten – #1

Ich habe ein neues Buch entdeckt.
Das bisher beste für meine Anfänger-Knipserei:

Das Foto ist ziemlich krumm schief, aber ich habe darin herum geschmökert und der Buchdeckel ließ sich einfach nicht mehr „entbiegen“

Autor ist Alexander Trost (besserefotos.wordpress.com)

52 Aufgaben – für jede Woche eine und dann bin ich Spezialist für meine Digitalkamera. Gleiche Bücher gibt es auch für andere Kameras, einfach mal auf seinem Blog vorbeischauen.

Es beginnt mit dem Kennenlernen der Digitalkamera.

Die erste Aufgabe war, ein Objekt in 50 bis 70 cm Entfernung zu fotografieren

  1. AUTO-Modus
  2. Porträt-Modus mit deaktivierter Makro-Funktion
  3. Porträt-Modus mit aktiver Makro-Funktion
  4.  Landschafts-Modus
  5. Porträt-Modus mit aktiver Makro-Funktion (dabei näher an das Objekt herangehen)

Und bei mir sah das so aus (ich habe die Fotos nicht in einem Bildbearbeitungsprogramm aufgehübscht, sondern einfach nur Rahmen drum und gut – will ja lernen).

Das war für mich doch sehr enttäuschend.
Bis auf das letzte Foto sahen sich alle doch sehr ähnlich.
Als ich dann weiter las, kam der Aha-Effekt.
Nämlich: genau das wollte der Autor zeigen.

Zitat: „Du wirst feststellen, dass die Unterschiede erst einmal fast nur marginal sind.“

Ergo: Der AUTO-Modus macht an sich schon gute Fotos. Möchte man bewusst etwas anders haben, dafür ist das Portätprogramm mit der Makrofunktion. Es stellt nur das scharf, was ich gerne möchte, das Landschaftsprogramm macht alles scharf.

Was habe ich jetzt gelernt?
Das die ganzen Programme  völlig überflüssig sind. Nur Porträt und AUTO macht den Unterschied.

Oder vielleicht kommt ja noch etwas.
Bin ja erst bei Aufgabe 1.

 

*     *     *     *     *

 

Hitzegeschädigt …

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30° draußen. Jetzt schon. Und kein Wind. Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel runter. Dem jetzigen Wetterbericht nach soll nun doch nicht ab DI die große Abkühlung kommen.

Ich will Winter.
Jetzt.
Sofort.

 

 

 

Depression und die Außenwirkung …

Ich war doch ein bisschen blauäugig.

Hatte ich doch gedacht, dass man nach der Geschichte mit Robert Enke, dem Torwart, der wegen seiner Depression seinen Leben ein Ende setzte, die Leute doch ein bisschen sensibliserter sind, dass die Diagnose „Depression“ nicht mehr in der Schmuddelecke liegt.
„Die Leute sich doch einfach mal ein bisschen zusammenreißen müssen“,
„Hat doch jeder mal ’ne Depri-Phase“,
bei geselligen Runden „Spaßverderber“ sind,
wenn man kein Lust mehr hat zu arbeiten, einfach einen auf „Macke“ macht und schon bekommt man die Erwerbsminderungsrente,
mit den Leuten schwer auszukommen ist, weil sie alles dunkelschwarz sehen,
soviele Stimmungsschwankungen haben und sie im besten Fall mitleidig beäugt werden,
ratlos ist, wie man denen begegnen soll.

Ja, und genau diese Erfahrungen mache ich immer wieder.
Ich hatte eine Phase, wo ich offen damit umgegangen bin.
Ja, ich bin an Depressionen erkrankt.
Ja, mir geht es deswegen oft nicht gut.
Ja, ich kann deshalb vieles nicht.
Ja, meine große Herausforderung ist es, meinen Alltag strukturiert zu bekommen, wenn ich das schaffe, geht es mir gut. Das ist mein Empfinden. Meine Umwelt sieht die Bewältigung des Alltags als etwas selbstverständliches an. Ich nicht. Mich kostet es viel Kraft.

Auf Grund meiner Erfahrungen, sage ich jetzt nichts mehr. Was aber auch zur Folge hat, dass man sich weiter zurückzieht, sich einigelt, dicht macht. Und damit hätten wir wieder die Spirale nach unten.

Neustes Beispiel:

Das große Enkelkind hatte Jugendweihe.
Bis zum Februar dieses Jahres wohnte die „Tochterfamilie“ in der gleichen Straße gegenüber.
Sie haben gebaut und sind weggezogen.
Weit weg.
Für mich öffentlich nicht mehr erreichbar.
Mit dieser Tatsache habe sich wirklich sehr zu knappern.

Unser Verhältnis war sehr eng.
Wir konnten uns sehr auf einander verlassen.
Waren immer gegenseitig füreinander da.
Ich immer dann, wenn eins oder beide Enkelkinder notfallmäßig zu betreuen war (wer Kinder hat, weiß, dass das sehr häufig ist)
Sie immer dann, wenn ich Hilfe bei den Dingen bräuchte, wo es mit Auto besser zu machen ist oder auch bei handwerklichen Sachen.

Nun sind sie weggezogen und jeder muss sehen, wie er die Lücke schließen kann.
Bei ihr ist es einfacher, weil besagte Enkelkinder nun schon 12 und 14 Jahre sind.
Und für mich schwerer, weil mitzunehmenden Alter mehr Hilfe benötige und durch die Depressionen auch klitzekleine Kleinigkeiten von mir oftmals als riesengroße Berge wahrgenommen werden.

Nun also diese Jugendweihe.

Nicht hier, sondern in Potsdam.
Für die allermeisten wäre das kein Problem. In die S-Bahn setzen oder eben Auto und fertig. Ganz einfach.
Nur für mich nicht.
Ich habe es vor mir her geschoben wie einen riesigen Berg, der immer größer wurde.
Schon allein die Fahrt dorthin ist für mich Würstchen anstrengend, dann die Feierstunde, dann noch ein nettes Kaffeetrinken.
Jedes für sich ist für mich schon Leistungsgrenze (nur für die Nichtwisser: ich hab nicht nur diesen Dachschaden „Depression“, sondern auch das Sjögren Syndrom mit ner ausgeprägten Leistungsinsuffizenz).
Das Hundeunterbringungproblem dazu.

Also Augen zu und durch, dachte ich.

Um 9 Uhr bin ich los, 11 Uhr in Potsdam, 11:30 Feierstunde und ich am Ende meiner Kräfte.
Zur Zeit äußerst sich das darin, dass ich ganz furchtbar anfange zu schwitzen und die Luftröhre brennt ganz doll.
Weiter Augen zu und durch 13:30 Uhr Kuchen, Kaffee oder Eis in einem nahe gelegenen Cafè.

Und ich schwitze so sehr, dass ich nur noch das Handtuch in der Hand habe. Oh, war mir das peinlich. Hochsommerliche Temperaturen waren es nicht, 24º, eigentlich perfekt. Und dick bin ich auch nicht, 55kg bei einer Größe von 160cm.

Und dann saß ich da, vor mir ein Stück Torte, nass geschwitzt, am liebsten im Boden verkriechend, und mit einem mal schoss mir der Gedanke durch den Kopf: Alle, aber auch alle waren mit Partner und Auto da. Ich allein, mit mir kämpfend, noch die gesamte Heimfahrt vor mir und mir schossen die Tränen in die Augen. Alle waren fröhlich und die meistens würden anschließend noch bei Tochter &Co. zu Hause nett grillen. Ich stand auf und lief hinaus. Ich wollte die Stimmung nicht verderben. Ich wollte nicht die Aufmerksamkeit auf mich ziehen, „die mit ihren Depressionen „… Ich setzte mich vor dem Raum auf einen Stuhl, mir ging es besch…., weinend wollte ich mich am liebsten in ein großes Loch verschwinden lassen. Bloß nicht weiter die Blicke der anderen ertragend.

Das Kaffeetrinken war beendet und einer nach dem anderen kam heraus. Und was soll ich sagen: Keiner, nicht einer, fragte mich, was los ist, warum ich da weinend hocke….

Ja, so ist das mit den Depressionen und der Außenwahrnehmung.

Man soll es nicht glauben, dann kam Gott oder wie auch immer man das nennen mag, mir zu Hilfe. Einer, der nicht mit zum Grillen eingeladen war, fragte mich, ob er mich mit nach Berlin nehmen kann …. Das war so nicht zu erwarten, denn normalerweise wohnt er in A.

Und so bin ich noch von Potsdam bis vor meine Haustüre gebracht worden. Ich war so froh, so dankbar. Nun brauchte ich nur noch meine Hunde wieder vom Hundesitter abholen.

Völlig fertig habe ich mich auf meine grüne Couch fallen lassen.

Auch die ganze Woche, vom Samstag bis heute hat keiner mich gefragt, was los war. Ich weiß nicht, was die anderen gedacht haben, ob es ein „wir-wissen-nicht-was-wir-tun-sollen“ war oder ein „jetzt-zieht-die-hier-auch-noch-ne-show-ab“ – keine Ahnung. Ich habe nichts mehr dazu gesagt. Warum sollte ich auch?

Aber zwei Dinge habe ich doch gelernt.

Zum einen, was meine derzeitigen Leistungsgrenzen sind und zum anderen, wenn gar nix mehr geht, kommt doch von irgendwoher doch Hilfe. Und wenn es „nur“ in Form eines Autos samt Fahrer ist. Ein großes fettes

Dankeschön.

*     *     *      *     *

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