Die Geschichte mit dem Radieschen

Die Pause zum letzten Blogbeitrag zeigt doch ganz deutlich, dass sich nichts verbessert hat an meinen Blockaden im Kopf.
Sch …
Selbst mein Therapeut, der immer einen guten Ansatz gefunden hat, ist ratlos.
Und zum ersten Mal bin ich aus der Praxis gegangen und hatte kein positives Gefühl.
Jeden Tag nehme ich mir soviel vor.
Jeden Abend sage ich mir, aber morgen… morgen wird es besser.
Meine Ärztin (nicht der Therapeut) sagte, ich solle mich nicht so sehr unter Druck setzen.
Stimmt.
Aber ich möchte, dass es mir jetzt und gleich besser geht.
Meine Ungeduld lässt grüßen.

Aber davon wollte ich gar nicht schreiben, sondern nur Positives, kein Gejammere.
Und hier schlage ich den Bogen zu dem Radieschen aus der Überschrift.

Als vor Wochen der Autistenfreund hier bei mir zu Besuch war, kullerte der Würfel vom Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel unters Sofa.
Er bückte sich danach, um ihn wieder hervor zu holen.
Ohje, war mir das peinlich.
Unter dem Sofa waren jede Menge Staubflusen, Krümel und Hundhaare.
Mit meinem Staubsauger komme ich nicht drunter.
Und weil ich es nicht sehe (ich gucke nicht tagtäglich unter die Couch), ist es auch aus meinem Kopf raus.
Der Autistenfreund ist ein absoluter Pedant. Bei ihm hat jeder angespitzte Bleistift seinen sauberen, staubfreien Platz.
Er meinte, er ziehe einmal im Monat seine Couch vor und macht drunter sauber.
Aber ich kriege meine grüne Eckcouch nicht allein vor.
Und schon gar nicht monatlich.
Also bleibt es wie es ist.
Punkt.

Kürzlich war T. hier und wieder kullerte etwas runter.
Bei T. ist es mir nicht peinlich.
In ihrer Wohnung ist alles etwas chaotisch.
Nicht „etwas“, sondern sehrsehrsehr.

Sie meinte, sie mache unter Couch und Schränken mit dem „Swiffer“ sauber, wenn sie es tut.
Der ist so flach und gelenkig.

Das habe ich in meinem Kopf abgespeichert.

Vor drei Tagen nun rollte mir ein Radieschen drunter.
Und wieder sah ich die ganzen toten Flusen.
Oh, mein Gott!
Das Radischen konnte ich nicht hervorholen, es war zu weit gerollt.

Nun kam die Stunde der Wahrheit.

Ich kaufte mir einen Swiffer.
Und eins-drei-fix war alles sauber unter meiner Couch und das zwei Tage alte Radischen war auch wieder da.

Und von nun an können alle wieder zu mir kommen und mir ist nix peinlich, wenn wieder einmal irgendetwas unter meine Couch rollt.
Denn da ist es jetzt immer blitzeblank.

 

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12 von 12 #4

Beliebt bei vielen Bloggern ist, zu Beginn eines Jahres ein Motiv auszuwählen und dies über 12 Monate zu beobachten, das heißt, am Ende jeden Monats wird dieses Motiv vom gleichen Standort aus fotografiert, so dass man am Ende eines Jahres 12 Fotos von 12 Monaten hat, die den Wechsel der Jahreszeiten nachvollziehen. (Ohwei, was ist das für ein Satz. Ich habe ein halbes Glas Wermut getrunken).

Ich habe mich für den Eingang des Botanischen Volksparks entschieden. Und das ist er:

In den letzten Tagen ist die Natur derart explodiert, dass ich unheimlich neugierig war, wie denn mein Motiv im Botanischen Volkspark entwickelt hat. Noch vor 2 Wochen hatte sich noch kaum etwas getan.

Und so es gestern aus:

Das kleine Pflänzchen, was ich vor 2 Wochen ganz nah entdeckt hatte, hat sich als Tulpe entpuppt.

Und das waren die ersten drei Monate:

März 2018 (vor 2 Wochen!)


Februar 2018

Januar 2018

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PS: Vielen lieben Dank für die Kommentare zu meinen gestrigen Beitrag. Jeder einzelne ist mir wertvoll und ich beantworte sie auch noch alle. Heute habe ich es nicht mehr geschafft. Kommt also noch.

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Auf der Suche nach Struktur …

pxhere.com

Im vorletzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, dass ich wie ein Gummiball fühle.
Auf der einen Seite aufgeschlagen auf dem Boden, auf der anderen im Höhenflug nach oben.
Das Bild gefällt mir, weil ich eben momentan so fühle.
Ein Gummiball ist immer nur für kurze Zeit in Richtung Himmel, dann geht es wieder abwärts.
Nach dem Aufschlagen kullert er manchmal wochenlang am Boden umher.

Ich, der Gummiball.

Helfen würde mir eine klare Tages- und Wochenstruktur.
Die größte Hilfe dabei sind meine beiden Hundis.
Das aber reicht nicht, wenn ich zwischen den Gassi-Runden wieder in der Sofaecke sitze.
Dann greife ich wieder zur Fernbedienung und zum Tablet.
Ich weiß, dass das für Nicht-Depressions-Kenner so nach Habe-keine-Lust aussieht und man doch lediglich seinen Hintern mal aus den Polster zu heben braucht.

Wenn es denn so einfach wäre.

Und so suche ich nach Dingen, die mir Freude machen, mit den ich mich beschäftigen kann, um nicht so sehr abzustumpfen, dass letztendlich mich gar nichts mehr interessiert.
Mein Lieblingstherapeut, sagt dazu: Bloß nicht in der Ecke sitzen bleiben und suchen nach neuen Dingen, die helfen.

Nun habe ich mir so einiges ausgedacht, aber mir fällt es so schwer, es umzusetzen.

  1. Da wäre die Sache mit der „Magischen Spüle“, ein 14tägiger Crashkurs, dass Ordnung und System in die Wohnung kommt. Das Prinzip ist ganz einfach. Jeden Tag die Spüle auf Hochglanz polieren und jeden Tag sich nur 15 Minuten Zeit nehmen, um irgendetwas aufzuräumen, auszusortieren, neu zu ordnen. 15 Minuten sind wenig. Aber ich schiebe den ganzen Tag diese 15 Minuten vor mir her, bis der Tag zu Ende ist und ich mir sage: aber morgen schaffe ich es.
  2. Die neue Ernährung. Seit ich hier vor etwas mehr als einem Jahr gestrandet bin, habe ich mich jeden Tag gleich ernährt. Früh, mittags, abends – alles gleich. Klingt komisch, aber anders habe es nicht geschafft. Nun habe ich mir das Buch „Fit fürs Leben“ herausgekramt, eine amerikanische Art von Trennkost und Intervallfasten. Das heißt, bis Mittags nichts essen. Außer Obst, denn, so steht es im Buch, Obst wird nicht im Magen verdaut, sondern im Darm. Isst man Obst mit anderen Sachen zusammen, kann es nicht den Magen passieren und gärt im Darm. — Ich habe es versucht. Ich habe es nicht geschafft, bis mittags nur Äpfel & Co. zu essen. Es tat mir einfach nicht gut und ich wollte mich nicht zwingen. Nicht jetzt. Nicht, wenn es mir nicht gut geht. Und so habe ich für mich beschlossen: Intervallfasten NEIN, Trennkost JA. Das klappt gut. Es tut gut. Und ich beginne nachzudenken, was ich früh,mittags, abends esse, kein stumpfsinniges Kühlschranktür öffnen und immer zum gleichen zu greifen.
  3. Ich hatte mir auch vorgenommen, den Fotokurs wieder aufzunehmen, den ich vor einem Jahr abgebrochen habe. Das habe ich noch vor mir hergeschoben.
  4. Yoga. Ich hatte mir eine DVD mit Yoga für Späteinsteiger gekauft. Die Übungen finden alle im Sitzen statt. Das habe ich dann doch regelmäßig gemacht bis mir der Gedanke kam, wenigstens den „normalen“ Sonnengruß zu probieren und habe bei youtube eine sehr gute Anleitung gefunden. Das klappt gut und das gelingt mir inzwischen immer besser und dies tue ich morgens einige Male. Im Netz gegoogelt bin ich auf die „5 Tibeter“ gestoßen, eine besondere Art von Yoga-Übungen. Mal sehen, vielleicht liegt mir das…

Das sind diese vier Dinge, die ich mir vorgenommen habe, aber es erscheint mir viel zu viel, fühle mich dadurch unter Druck gesetzt.

Und nochmal: Ich weiß, dass das für Menschen, die nicht an Depressionen leiden, nur sehr schwer verständlich ist.

Morgen habe ich wieder eine Therapiestunde und wollte das mit dem Therapeuten besprechen und ich ahne, was er mir rät (das ist mir nämlich gerade eingefallen): Päckchen packen….

Päckchen packen heißt: Jedes Ding für sich allein nehmen, sich jeweils nur auf diese eine gerade aktuelle Sache konzentrieren. Dann wieder zuschnüren und weglegen. Ich weiß nicht, ob ich recht habe. Das werde ich morgen sehen.

Und dann, dann habe ich mir ganz ganz ganz fest vorgenommen, wieder täglich diesen  Blog  zu schreiben und den Tag so zu spiegeln.

Auf der Suche nach Struktur, nach regelmäßigen Dingen, die ich jeden Tag, jede Woche tue, die ein Hangeln von einem zum anderen ist, um nur nicht in der Sofaecke sitzen zubleiben – damit schließt sich der Beitrag – mit einem WOLLEN in der Hoffnung es auch zu KÖNNEN.

 

*     *     *     *      *

See the big picture J10 – Ich lerne fotografieren

„See the bigger picture“ ist ein Kartenspiel mit Lernaufgaben für das Fotografieren.
Pro Karte gibt es eine Aufgabe, was und wie man fotografieren soll.
Die Aufgaben sind aber mehr an die gerichtet, die schon mit dem Fotoapparat in der Wiege lagen.
Also meilenweit von mir und meiner Knipserei entfernt.
Aber ich habe entdeckt, dass es dieses Spiel auch für Kinder gibt.
Ich habe es mir gekauft und ziehe nun jede Woche eine Karte.
Und ja, es macht mir Spaß und bin jede Woche total neugierig auf das neue „Wochenprogramm“
Gestartet bin ich hier.

Ja, ich weiß, es ist seit der letzten Aufgabe sehr viel Zeit vergangen.
Aber ich brauchte zur neuen Aufgabe die Sonne und die nötige Zeit und Ruhe, um ein Motiv zu finden.4
Jetzt war sie da, die Sonne.

Die Aufgabe war nun:

„Suche nach spiegelnden Flächen aus Wasser (Pfützen), Glas (Fenster) oder flache Objekte aus Chrom/Silber.Lege sie Kamera flach an, zum Beispiel die Scheibe/ auf den Boden,damit die Spiegelung gut zu sehen ist.“

Und das habe ich draus gemacht:

Man glaubt es nicht, aber ich bin mit meinen bescheidenen Knips-Künsten dann doch mal zufrieden mit den Foto.

Dies hier ist die neue Aufgabe:

Na,das ist doch machbar…

 

*     *     *     *     *

Ich bin wie ein Gummiball

Nein, ich komme wirklich noch nicht damit zurecht.

Ostern war gelinde gesagt: Mist
Ich saß hier allein zu Hause und war selbst schuld.
Ich hatte zweimal ein Angebot, dass ich besucht werde.

Einmal M., eine frühere Freundin.
Sie wollte Karfreitag kommen, weil da ihr Freund Nachtschicht hatte.
Ich habe abgesagt.
Empfindlich wie ich zur Zeit bin, wollte ich nicht  besucht werden, wenn es gerade mal besser ist, nicht zu Hause zu sein, weil der Partner schlafen möchte.
(Das Gefühl, Lückenbüßer zu sein)
Ich weiß, das ist idiotisch.
In unserer verrückten Zeit, muss man ja schauen, wie man alles am besten organisiert bekommt.
Blöd wie ich bin, wollte ich also nicht.

Der zweite Besucher war der Autistenfreund.
Ja, jener, der vor ein paar Wochen mir gesagt hat, dass seine Mutter meinte … ich wäre „nur“ eine Bekannte und keine Freundin.
Und er wollte eine richtige Freundin haben.
Eine richtige Freundin ist nach seiner Aussage eine, die man an die Hand nimmt und mit der man schläft.
Nungut, das wollte ich nicht, also hat er den Kontakt abgebrochen.
Aber bereits 4 Wochen später kam dann wieder die eine oder andere WhatsApp-Nachricht, die ich freundlich beantwortet habe.
Dann kam er mal zum Gottesdienst mit, dann auch zur Spielegruppe.
Zwei Tage vor Ostern meinte er, er kommt mich Oster-SA besuchen, weil er ein Geschenk für mich hat. (Nicht gefragt, ob ich es gut finden würde, sondern bestimmt: er kommt)
Nein, ihn hier bei mir zu Hause wollte ich ihn nicht haben, wollte nicht, dass er sich Hoffnungen macht.
Er meinte nämlich, ich sei zwar nur eine Bekannte, aber am Anfang ist man immer erst „Bekannte“ und manchmal dauert es eben etwas länger…. Ob ihn das seine Mama gesagt hat?
Jedenfalls habe ich auch abgesagt.

Dann wollte T.  am Ostersonntag mich besuchen, darauf habe ich mich gefreut, habe auch Schokoladenbecher für den Eierlikör gekauft.
Nur … hier hat T. abgesagt, es ginge ihr nicht gut.

Und so saß ich Ostern allein hier und draußen schneite es.
Ich war zerknautscht und habe an alles jedem gezweifelt.

Einen Tag nach Ostern sind bei mir alle Lebensgeister wieder erwacht.
Ich fing an zu putzen und zu saugen und puhlte nun endlich die aufgeklebten Schneeflocken von meinen Fensterscheiben ab.
Ich ging wieder raus mit den Hunden auf große Runden mit der Kamera in der Tasche.

Der Frühling war da.

Nun schmiedete ich wieder Pläne.

Das mit der „magischen Spüle“ wollte ich unbedingt nochmal beginnen, und  mich wieder auf Motivsuche mit meiner Kamera machen.
Ich habe sogar überlegt, ob ich den Fotokurs weitermache, den ich vor einem Jahr begonnen hatte, mir jedoch zu schwierig war und ihn gekündigt hatte.
Aber jetzt, nach einem Jahr Knipserei schaffe ich es vielleicht?

Von meinen Yoga für Ältere und Anfänger hatte ich ja schon berichtet.
Diese Übungen sind alle im Sitzen.
Deshalb habe ich mir überlegt, ob ich nicht wenigstens den „Sonnengruß“ richtig hinbekommen könnte.
Mit ein bisschen Übung?
Ich habe auch bei youtube ein passendes Video gefunden.
Und siehe da, ich kriege es hin.

Juhuu!

….

Nein, ich komme nicht wirklich damit klar, diese Auf und Ab’s, dieses Pläneschmieden und am nächsten Tag wieder in der Sofaecke hängenbleiben.
Das war doch früher nicht so.
Soll das jetzt mein Leben sein?
Soll ich damit lernen umzugehen?
Bleibt das so?
Oder wird das wieder besser?

Ich fühle mich wie ein Gummiball.
Mal auf den Boden schlagen und im nächsten Moment wieder gen Himmel zu fliegen.

Bleibt das wirklich so?

 

*     *     *     *     *

 

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