Das Beste von gestern und heute … 24./25.04.2018

… waren meine Blümchen auf dem Balkon.
Defintiv.

Kann sich noch jemand an meine Hornveilchen für 4,9ct/Stück von Aldi erinnern?


Ich kaufte sie vor Wochen mit dem Wissen, dass noch frostige Tage bevorstehen.
Nachts habe ich sie herein genommen, manchmal auch vergessen.
Mittlerweile sahen sie so traurig aus, dass ich mir  fast sicher war, dass sie es nicht schaffen.
Mutig habe ich neue Pflanzen bestellt – Zauberglöckchen, meiner allerliebsten Lieblingsbalkonpflanzen.
Als der Versand vor ein paar Tagen angekündigt wurde, hatten sich meine Hornveilchen dank der letzten“Sommertage“ tatsächlich erholt.

Und nun?
Wegwerfen?
Nein, das geht gar nicht.
So habe ich eben neue Kästen gekauft, Platz auf meinen Geländer am Balkon habe ich noch genug.

Vorgestern kamen die Pflanzen und … und sie haben doppelt soviele eingepackt.
Was soll ich denn mit 12 Pflanzen?
Zuerst habe ich überlegt, sie zu verschenken.
Aber an wen?

Zweiter Gedanke: ich schicke sie zurück. Schließlich war die Rechnung auch doppelt so hoch und ich konnte ja nix dafür.
Ich habe mir dann vom Versandhändler ein Retourenmarke schicken lassen.

Das Problem dabei ist, dass sie es mit DPD zurückgeschickt haben möchten und ich das Paket in einem DPD-Shop abgeben soll.
Nix mit Abholen oder so.

Ich habe mir die Pflanzen beim Versandhändler bestellt, weil ich ein Transportproblem habe. Ich habe kein Auto und die Pflanzen mag ich nicht in eine Tasche quetschen.

Es ist wie es ist, ich habe das Paket mit den überzähligen Pflanzen wieder gut verpackt, zugeklebt, mit Versandmarke versehen und dann mich mit so einem Taschenrolli auf den Weg gemacht.

Mit der Bahn.
An der Haltestelle, wo ich meinte, aussteigen zu müssen, stieg ich aus.
Mist.
Eine Haltestelle zu zeitig.
Ich lief also.
Dann kam zufällig ein Bus.
Ich stieg mit meiner Karre ein, eine Haltestelle, dann wieder aus.

Wieder Mist.

Die letzte Haltestelle war doch die richtige.
Also lief ich den ganzen Weg zurück….
Mein Orientierungssinn lässt grüßen!
Ich habe nichts gegen das Laufen, ein bissel Bewegung tut doch ganz gut, zur Not auch mit dieser Karre.
Es ärgert mich nur wahnsinnig, dass ich mir nicht vorher richtig überlegt habe, wie ich zu dem Shop komme.
Dank GoogleMaps und Handy ist das doch gar kein Problem.
Man muss es einfach nur machen und nicht erst, wenn man dreimal hin- und hergelaufen ist.
Und das passiert mir immer wieder.
Ich bin einfach nicht lernfähig 🙁

Achja, und so sehen die neuen Bewohner auf meinen Balkon aus:

*      *      *      *      *

Interessiert jemand, wie es mit meiner „Magischen Spüle“ weitergegangen ist?

Vorgestern waren die Spinnenweben im Schlafzimmer dran (die bei mir nicht zu finden waren – nur ein solches Tier, ohne Netz herum).

Gestern stand das Bett auf dem Plan und das richtig gründlich ringsherum abstauben und putzen.

Bettwäschetausch stand bei mir sowieso an. Das ringsherum Putzen fiel nur mäßig aus. Ich habe doch erst vor Kurzem ein neues Bett bekommen, da ist noch alles neu und staubfrei. Wieder Glück gehabt.

Heute nun sollte ich den Nachtisch putzen und aufräumen. Das habe ich wegen dieser Pflanzenretoure-Geschichte nicht geschafft, muss ich auf morgen schieben. Als kleine Zusatzaufgabe war, Kühlschrank sichten und alles raus, was abgelaufen und nicht mehr gegessen wird. Dann dort auch putzen. Das habe ich gemacht.

Ergo: es macht mir langsam Freude, so einen kleinen Plan pro Tag.

Es hilft, es nützt, es macht Spaß und ist in meiner jetzigen Situation genau das Richtige – raus aus der Sofa-Ecke.

Geht doch…

*      *      *     *     *

 

 

 

Das Beste von gestern 23.04.2018

Das Beste von gestern war eindeutig: Dass es mir etwas besser ging.

Ich habe soetwas wie bisschen Alltag hinbekommen.
Routine üben.
Struktur geben.
Die größte Hilfe sind ganz klar meine Hundis.
4x am Tag ein Anker, wo ich MUSS.

Vor einiger Zeit habe ich von dem „Projekt Magische Spüle“ geschrieben, habe den Crashkurs begonnen.
Aber es dann doch nicht durchgehalten.
Gestern hat ein neues Projekt auf dieser Seite begonnen.
Das ist dann nicht das Ordnungs- und Ausmistendings, sondern der Frühjahrsputz.
Ich versuche es einfach nochmal.
Jetzt in meiner Situation passiert nichts im Selbstlauf, ich brauch jetzt eine Krücke.
Mir ist bewusst, dass das von vielen nicht verstanden werden kann.
Es geht nicht mit „Reiß dich zusammen und mach“.

Also jetzt mit Putzen.
In der gestrigen Mail hieß es dann kurz gefasst:

1. Küchenspüle frei und glänzend. JETZT!
(Wer hier die gesamte Zeit verbraucht, lässt das Schlafzimmmer heute weg).

2. Im Schlafzimmer, 15 Minuten:
* Das Bett machen
* Spinnweben an der Decke entfernen

Die Küchenspüle ist bei mir frei und glänzend, da ich noch (oder wieder) mit der Hand spüle. Folgedessen muss sie frei sein(wo sollte ich sonst das Wasser einlassen?)

Mein Bett mache ich auch immer. Immer.
Nach Spinnenweben habe ich gesucht, aber keine gefunden.
Später am Tag habe ich dann doch wenigstens eine Spinne entdeckt.

Nein, ich habe keine Spinnenphobie. Ich entferne sie mit den Handfeger und dann in die Freiheit über den Balkon.

Am Abend habe ich dann meine ersten Sprossen geerntet.
Ja, ich halte mich tapfer weiter an meine Trennkost.
Es tut mir gut.

Aber was auf die Stulle, wenn die Kohlenhydrate des Brotes nur Gemüse gestatten?
Radieschen, Gurke, Tomate, Paprika etc.   … und Kresse?

Nur Kresse aus dem Supermarkt?
Mit Wildkräuter kenne ich mich nicht wirklich aus.
Also habe ich wieder mit eigenen Sprossen begonnen, Samen gekauft und im Glas auf die Fensterbank gestellt.
Gestern nun die erste Ernte.
Sieht doch lecker aus. Oder?

 

Wenn ich mir so durchlese, was ich hier so zusammen geschrieben habe … Mein Gott, das interessiert keinen Menschen.

Und wieder muss ich mir sagen: Es ist mein Blog, es spiegelt meine jeweilige Lebenssituation im Kampf gegen die blöde Depression. Es zeigt die kleinen Schrittchen, das wieder Hinfallen und das wieder Aufstehen.

Jeder Tag ist ein neuer Tag.

*      *      *     *

 

 

Die Geschichte mit dem Radieschen

Die Pause zum letzten Blogbeitrag zeigt doch ganz deutlich, dass sich nichts verbessert hat an meinen Blockaden im Kopf.
Sch …
Selbst mein Therapeut, der immer einen guten Ansatz gefunden hat, ist ratlos.
Und zum ersten Mal bin ich aus der Praxis gegangen und hatte kein positives Gefühl.
Jeden Tag nehme ich mir soviel vor.
Jeden Abend sage ich mir, aber morgen… morgen wird es besser.
Meine Ärztin (nicht der Therapeut) sagte, ich solle mich nicht so sehr unter Druck setzen.
Stimmt.
Aber ich möchte, dass es mir jetzt und gleich besser geht.
Meine Ungeduld lässt grüßen.

Aber davon wollte ich gar nicht schreiben, sondern nur Positives, kein Gejammere.
Und hier schlage ich den Bogen zu dem Radieschen aus der Überschrift.

Als vor Wochen der Autistenfreund hier bei mir zu Besuch war, kullerte der Würfel vom Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel unters Sofa.
Er bückte sich danach, um ihn wieder hervor zu holen.
Ohje, war mir das peinlich.
Unter dem Sofa waren jede Menge Staubflusen, Krümel und Hundhaare.
Mit meinem Staubsauger komme ich nicht drunter.
Und weil ich es nicht sehe (ich gucke nicht tagtäglich unter die Couch), ist es auch aus meinem Kopf raus.
Der Autistenfreund ist ein absoluter Pedant. Bei ihm hat jeder angespitzte Bleistift seinen sauberen, staubfreien Platz.
Er meinte, er ziehe einmal im Monat seine Couch vor und macht drunter sauber.
Aber ich kriege meine grüne Eckcouch nicht allein vor.
Und schon gar nicht monatlich.
Also bleibt es wie es ist.
Punkt.

Kürzlich war T. hier und wieder kullerte etwas runter.
Bei T. ist es mir nicht peinlich.
In ihrer Wohnung ist alles etwas chaotisch.
Nicht „etwas“, sondern sehrsehrsehr.

Sie meinte, sie mache unter Couch und Schränken mit dem „Swiffer“ sauber, wenn sie es tut.
Der ist so flach und gelenkig.

Das habe ich in meinem Kopf abgespeichert.

Vor drei Tagen nun rollte mir ein Radieschen drunter.
Und wieder sah ich die ganzen toten Flusen.
Oh, mein Gott!
Das Radischen konnte ich nicht hervorholen, es war zu weit gerollt.

Nun kam die Stunde der Wahrheit.

Ich kaufte mir einen Swiffer.
Und eins-drei-fix war alles sauber unter meiner Couch und das zwei Tage alte Radischen war auch wieder da.

Und von nun an können alle wieder zu mir kommen und mir ist nix peinlich, wenn wieder einmal irgendetwas unter meine Couch rollt.
Denn da ist es jetzt immer blitzeblank.

 

*    *     *     *     *

12 von 12 #4

Beliebt bei vielen Bloggern ist, zu Beginn eines Jahres ein Motiv auszuwählen und dies über 12 Monate zu beobachten, das heißt, am Ende jeden Monats wird dieses Motiv vom gleichen Standort aus fotografiert, so dass man am Ende eines Jahres 12 Fotos von 12 Monaten hat, die den Wechsel der Jahreszeiten nachvollziehen. (Ohwei, was ist das für ein Satz. Ich habe ein halbes Glas Wermut getrunken).

Ich habe mich für den Eingang des Botanischen Volksparks entschieden. Und das ist er:

In den letzten Tagen ist die Natur derart explodiert, dass ich unheimlich neugierig war, wie denn mein Motiv im Botanischen Volkspark entwickelt hat. Noch vor 2 Wochen hatte sich noch kaum etwas getan.

Und so es gestern aus:

Das kleine Pflänzchen, was ich vor 2 Wochen ganz nah entdeckt hatte, hat sich als Tulpe entpuppt.

Und das waren die ersten drei Monate:

März 2018 (vor 2 Wochen!)


Februar 2018

Januar 2018

*     *     *     *     *

PS: Vielen lieben Dank für die Kommentare zu meinen gestrigen Beitrag. Jeder einzelne ist mir wertvoll und ich beantworte sie auch noch alle. Heute habe ich es nicht mehr geschafft. Kommt also noch.

*     *     *     *     *

Auf der Suche nach Struktur …

pxhere.com

Im vorletzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, dass ich wie ein Gummiball fühle.
Auf der einen Seite aufgeschlagen auf dem Boden, auf der anderen im Höhenflug nach oben.
Das Bild gefällt mir, weil ich eben momentan so fühle.
Ein Gummiball ist immer nur für kurze Zeit in Richtung Himmel, dann geht es wieder abwärts.
Nach dem Aufschlagen kullert er manchmal wochenlang am Boden umher.

Ich, der Gummiball.

Helfen würde mir eine klare Tages- und Wochenstruktur.
Die größte Hilfe dabei sind meine beiden Hundis.
Das aber reicht nicht, wenn ich zwischen den Gassi-Runden wieder in der Sofaecke sitze.
Dann greife ich wieder zur Fernbedienung und zum Tablet.
Ich weiß, dass das für Nicht-Depressions-Kenner so nach Habe-keine-Lust aussieht und man doch lediglich seinen Hintern mal aus den Polster zu heben braucht.

Wenn es denn so einfach wäre.

Und so suche ich nach Dingen, die mir Freude machen, mit den ich mich beschäftigen kann, um nicht so sehr abzustumpfen, dass letztendlich mich gar nichts mehr interessiert.
Mein Lieblingstherapeut, sagt dazu: Bloß nicht in der Ecke sitzen bleiben und suchen nach neuen Dingen, die helfen.

Nun habe ich mir so einiges ausgedacht, aber mir fällt es so schwer, es umzusetzen.

  1. Da wäre die Sache mit der „Magischen Spüle“, ein 14tägiger Crashkurs, dass Ordnung und System in die Wohnung kommt. Das Prinzip ist ganz einfach. Jeden Tag die Spüle auf Hochglanz polieren und jeden Tag sich nur 15 Minuten Zeit nehmen, um irgendetwas aufzuräumen, auszusortieren, neu zu ordnen. 15 Minuten sind wenig. Aber ich schiebe den ganzen Tag diese 15 Minuten vor mir her, bis der Tag zu Ende ist und ich mir sage: aber morgen schaffe ich es.
  2. Die neue Ernährung. Seit ich hier vor etwas mehr als einem Jahr gestrandet bin, habe ich mich jeden Tag gleich ernährt. Früh, mittags, abends – alles gleich. Klingt komisch, aber anders habe es nicht geschafft. Nun habe ich mir das Buch „Fit fürs Leben“ herausgekramt, eine amerikanische Art von Trennkost und Intervallfasten. Das heißt, bis Mittags nichts essen. Außer Obst, denn, so steht es im Buch, Obst wird nicht im Magen verdaut, sondern im Darm. Isst man Obst mit anderen Sachen zusammen, kann es nicht den Magen passieren und gärt im Darm. — Ich habe es versucht. Ich habe es nicht geschafft, bis mittags nur Äpfel & Co. zu essen. Es tat mir einfach nicht gut und ich wollte mich nicht zwingen. Nicht jetzt. Nicht, wenn es mir nicht gut geht. Und so habe ich für mich beschlossen: Intervallfasten NEIN, Trennkost JA. Das klappt gut. Es tut gut. Und ich beginne nachzudenken, was ich früh,mittags, abends esse, kein stumpfsinniges Kühlschranktür öffnen und immer zum gleichen zu greifen.
  3. Ich hatte mir auch vorgenommen, den Fotokurs wieder aufzunehmen, den ich vor einem Jahr abgebrochen habe. Das habe ich noch vor mir hergeschoben.
  4. Yoga. Ich hatte mir eine DVD mit Yoga für Späteinsteiger gekauft. Die Übungen finden alle im Sitzen statt. Das habe ich dann doch regelmäßig gemacht bis mir der Gedanke kam, wenigstens den „normalen“ Sonnengruß zu probieren und habe bei youtube eine sehr gute Anleitung gefunden. Das klappt gut und das gelingt mir inzwischen immer besser und dies tue ich morgens einige Male. Im Netz gegoogelt bin ich auf die „5 Tibeter“ gestoßen, eine besondere Art von Yoga-Übungen. Mal sehen, vielleicht liegt mir das…

Das sind diese vier Dinge, die ich mir vorgenommen habe, aber es erscheint mir viel zu viel, fühle mich dadurch unter Druck gesetzt.

Und nochmal: Ich weiß, dass das für Menschen, die nicht an Depressionen leiden, nur sehr schwer verständlich ist.

Morgen habe ich wieder eine Therapiestunde und wollte das mit dem Therapeuten besprechen und ich ahne, was er mir rät (das ist mir nämlich gerade eingefallen): Päckchen packen….

Päckchen packen heißt: Jedes Ding für sich allein nehmen, sich jeweils nur auf diese eine gerade aktuelle Sache konzentrieren. Dann wieder zuschnüren und weglegen. Ich weiß nicht, ob ich recht habe. Das werde ich morgen sehen.

Und dann, dann habe ich mir ganz ganz ganz fest vorgenommen, wieder täglich diesen  Blog  zu schreiben und den Tag so zu spiegeln.

Auf der Suche nach Struktur, nach regelmäßigen Dingen, die ich jeden Tag, jede Woche tue, die ein Hangeln von einem zum anderen ist, um nur nicht in der Sofaecke sitzen zubleiben – damit schließt sich der Beitrag – mit einem WOLLEN in der Hoffnung es auch zu KÖNNEN.

 

*     *     *     *      *

See the big picture J10 – Ich lerne fotografieren

„See the bigger picture“ ist ein Kartenspiel mit Lernaufgaben für das Fotografieren.
Pro Karte gibt es eine Aufgabe, was und wie man fotografieren soll.
Die Aufgaben sind aber mehr an die gerichtet, die schon mit dem Fotoapparat in der Wiege lagen.
Also meilenweit von mir und meiner Knipserei entfernt.
Aber ich habe entdeckt, dass es dieses Spiel auch für Kinder gibt.
Ich habe es mir gekauft und ziehe nun jede Woche eine Karte.
Und ja, es macht mir Spaß und bin jede Woche total neugierig auf das neue „Wochenprogramm“
Gestartet bin ich hier.

Ja, ich weiß, es ist seit der letzten Aufgabe sehr viel Zeit vergangen.
Aber ich brauchte zur neuen Aufgabe die Sonne und die nötige Zeit und Ruhe, um ein Motiv zu finden.4
Jetzt war sie da, die Sonne.

Die Aufgabe war nun:

„Suche nach spiegelnden Flächen aus Wasser (Pfützen), Glas (Fenster) oder flache Objekte aus Chrom/Silber.Lege sie Kamera flach an, zum Beispiel die Scheibe/ auf den Boden,damit die Spiegelung gut zu sehen ist.“

Und das habe ich draus gemacht:

Man glaubt es nicht, aber ich bin mit meinen bescheidenen Knips-Künsten dann doch mal zufrieden mit den Foto.

Dies hier ist die neue Aufgabe:

Na,das ist doch machbar…

 

*     *     *     *     *

Ich bin wie ein Gummiball

Nein, ich komme wirklich noch nicht damit zurecht.

Ostern war gelinde gesagt: Mist
Ich saß hier allein zu Hause und war selbst schuld.
Ich hatte zweimal ein Angebot, dass ich besucht werde.

Einmal M., eine frühere Freundin.
Sie wollte Karfreitag kommen, weil da ihr Freund Nachtschicht hatte.
Ich habe abgesagt.
Empfindlich wie ich zur Zeit bin, wollte ich nicht  besucht werden, wenn es gerade mal besser ist, nicht zu Hause zu sein, weil der Partner schlafen möchte.
(Das Gefühl, Lückenbüßer zu sein)
Ich weiß, das ist idiotisch.
In unserer verrückten Zeit, muss man ja schauen, wie man alles am besten organisiert bekommt.
Blöd wie ich bin, wollte ich also nicht.

Der zweite Besucher war der Autistenfreund.
Ja, jener, der vor ein paar Wochen mir gesagt hat, dass seine Mutter meinte … ich wäre „nur“ eine Bekannte und keine Freundin.
Und er wollte eine richtige Freundin haben.
Eine richtige Freundin ist nach seiner Aussage eine, die man an die Hand nimmt und mit der man schläft.
Nungut, das wollte ich nicht, also hat er den Kontakt abgebrochen.
Aber bereits 4 Wochen später kam dann wieder die eine oder andere WhatsApp-Nachricht, die ich freundlich beantwortet habe.
Dann kam er mal zum Gottesdienst mit, dann auch zur Spielegruppe.
Zwei Tage vor Ostern meinte er, er kommt mich Oster-SA besuchen, weil er ein Geschenk für mich hat. (Nicht gefragt, ob ich es gut finden würde, sondern bestimmt: er kommt)
Nein, ihn hier bei mir zu Hause wollte ich ihn nicht haben, wollte nicht, dass er sich Hoffnungen macht.
Er meinte nämlich, ich sei zwar nur eine Bekannte, aber am Anfang ist man immer erst „Bekannte“ und manchmal dauert es eben etwas länger…. Ob ihn das seine Mama gesagt hat?
Jedenfalls habe ich auch abgesagt.

Dann wollte T.  am Ostersonntag mich besuchen, darauf habe ich mich gefreut, habe auch Schokoladenbecher für den Eierlikör gekauft.
Nur … hier hat T. abgesagt, es ginge ihr nicht gut.

Und so saß ich Ostern allein hier und draußen schneite es.
Ich war zerknautscht und habe an alles jedem gezweifelt.

Einen Tag nach Ostern sind bei mir alle Lebensgeister wieder erwacht.
Ich fing an zu putzen und zu saugen und puhlte nun endlich die aufgeklebten Schneeflocken von meinen Fensterscheiben ab.
Ich ging wieder raus mit den Hunden auf große Runden mit der Kamera in der Tasche.

Der Frühling war da.

Nun schmiedete ich wieder Pläne.

Das mit der „magischen Spüle“ wollte ich unbedingt nochmal beginnen, und  mich wieder auf Motivsuche mit meiner Kamera machen.
Ich habe sogar überlegt, ob ich den Fotokurs weitermache, den ich vor einem Jahr begonnen hatte, mir jedoch zu schwierig war und ihn gekündigt hatte.
Aber jetzt, nach einem Jahr Knipserei schaffe ich es vielleicht?

Von meinen Yoga für Ältere und Anfänger hatte ich ja schon berichtet.
Diese Übungen sind alle im Sitzen.
Deshalb habe ich mir überlegt, ob ich nicht wenigstens den „Sonnengruß“ richtig hinbekommen könnte.
Mit ein bisschen Übung?
Ich habe auch bei youtube ein passendes Video gefunden.
Und siehe da, ich kriege es hin.

Juhuu!

….

Nein, ich komme nicht wirklich damit klar, diese Auf und Ab’s, dieses Pläneschmieden und am nächsten Tag wieder in der Sofaecke hängenbleiben.
Das war doch früher nicht so.
Soll das jetzt mein Leben sein?
Soll ich damit lernen umzugehen?
Bleibt das so?
Oder wird das wieder besser?

Ich fühle mich wie ein Gummiball.
Mal auf den Boden schlagen und im nächsten Moment wieder gen Himmel zu fliegen.

Bleibt das wirklich so?

 

*     *     *     *     *

 

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12 von 12 #3

Beliebt bei vielen Bloggern ist, zu Beginn eines Jahres ein Motiv auszuwählen und dies über 12 Monate zu beobachten, das heißt, am Ende jeden Monats wird dieses Motiv vom gleichen Standort aus fotografiert, so dass man am Ende eines Jahres 12 Fotos von 12 Monaten hat, die den Wechsel der Jahreszeiten nachvollziehen. (Ohwei, was ist das für ein Satz. Ich habe ein halbes Glas Wermut getrunken).

Ich habe mich für den Eingang des Botanischen Volksparks entschieden. Und das ist er:

Ist unglaublich, wie schnell so ein Monat vergangen ist.

Ich war gestern dort als die Sonne schien. Wenn man das Foto so anschaut, mag es frustrierend sein, das 3. Foto, auf dem sich scheinbar nichts verändert hat.

ABER:  Am gleichen Standort einfach nur in die Hocke gegangen, sah ich dieses hier:

Dieses Pflänzchen mag wohl so 10 cm groß sein.

Und das war in den ersten beiden Monaten:

Februar 2018

Januar 2018

 

*     *     *     *      *

„Fit fürs Leben“

Gestern hatte ich von meinem ungesunden Essverhalten geschrieben.
Und jeden Tag das gleiche.
Früh Toast (nagut, es ist wenigstens Vollkorntoast) mit Orangenmarmelade, mittags ein Fertiggericht für die Mikrowelle, nachmittags meist Kuchen, abends wieder Vollkorntoast, einer mit Milram Kümmelkäse, der andere mit Ungarischer Salami.

Das wars.
Und das inzwischen jetzt ein Jahr lang.
Mein Kopf war blockiert, stur jeden Tag das gleiche.
So blöd wie das klingt, aber es war eine feste Konstante, ein Strukturbaustein, an das ich mich festgehalten habe.
Es ist schwierig zu erklären.
Ich hatte es mal einer Frau mit Depressionen erzählt, sie antwortete darauf, dass sie immer nur Nudeln mit Ketchup isst.
Jeden Tag.
Und nur das.
Immerzu.
Es scheint ein Symptom der Depression zu sein.

Aber gestern hat es in meinem Kopf einen Klick gegeben.
Und als ich heute auch noch auf Piris Blog las, dass ihre Junioren meinten, sie müsse mal wieder eine Diät machen, stand es plötzlich ganz fest: Ich fange wieder an, gesund zu essen.

Und zwar nach dem Plan von Harvey und Marilyn Diamond.
Sie haben darüber ein Buch geschrieben: „Fit fürs Leben“.

Ich hatte das Buch schon vor 2 Jahren gelesen.
Zu Beginn mochte ich es nicht.
So typisch amerikanisch und alles dreht sich nur ums Abnehmen.
Ich wollte und will aber nicht abnehmen! Ich bin zufrieden mit meinen 57kg bei 160cm Größe (vielleicht auch inzwischen ein bisschen kleiner – man soll ja im Alter schrumpfen).

Aber dann hat mich das Prinzip neugierig gemacht.
Das wichtigste Prinzip ist, vormittags darf man nur Obst essen.
Nichts anderes.
Und ab Mittag dann Trennkost.
Und eben ganz wichtig: Obst nur auf nüchternen Magen und niemals mit anderen Lebensmitteln.
Auch nicht nachmittags.
Das hat etwas mit der unterschiedlichen Verdauung zu tun.
So steht es jedenfalls im Buch.

Und genau das möchte ich ausprobieren.
Eine Diät ist das auch nicht, sondern eine andere Art zu essen.
Nicht nur 4 Wochen oder so, sondern für immer.
Ich mache das auch nicht von jetzt auf gleich, ich muss erstmal meinen Kühlschrank leer essen. Und nicht militant und verbissen.
Aber ich habe schon mal heute Äpfel gekauft.

Ich probiere es halt aus.
Es ist bestimmt alles besser als mein Essen des vergangenen Jahres.

Ich weiß noch nicht, es gibt 13 Grundsätze bei dieser Ernährung, vielleicht stelle ich sie hier vor???
Mal sehen.

Aber das allerallerallerwichtigste ist doch, dass sich die Blockade in meinem Kopf zu lösen beginnt.

Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus …

 

*      *     *      *      *

Das Beste von gestern … 28.03.2018

Es hat mir geholfen, meinen Tag hier mit Bildern aufzuschreiben.
Nun versuche ich es noch einmal.
Nein,nein, keine Angst, das passiert jetzt nicht jeden Tag.
Wen interessiert schon, was ein depressiver Mensch so alles banales anstellt, um abgelenkt nicht frustierend in der Sofaecke stundenlang auf dem Tablet spielt?

Aufgestanden bin ich doch recht früh.

Draußen begann es gerade hell zu werden.

Anziehen und ab zur ersten Runde mit den Hunden …

Dann Bad und endlich Frühstück! Kaffeeeee …

Damit trödle ich immer so mindestens eine halbe Stunde herum.

Gestern nicht so, schließlich, wollte ich ja hier im Blog alles dokumentieren, raus aus meiner Sofaecke.Da macht es sich nicht gut, zu schreiben, ich saß ne Stunde dort und habe Löcher in die Luft geguckt.

Also, ran an die Arbeit und mein Bett frisch bezogen und die Wäsche rein in die Maschine .

Die Maschine wäscht und ich habe den Wäschetrockner leer gebügelt-

Nach dem Bügeln habe ich Yoga-CD ins Notebook geworfen und ja, ja, ich habe mit Yoga begonnen. Ich kann kein Yoga und habe mir eine CD für Senioren (mit 60 ist man das ja) und Späteinsteiger gekauft. Yoga wird dort auf dem Stuhl gemacht. Also wirklich für ÄLTERE Leute. Einen Lehrer habe ich nicht. Ich hatte in früheren Jahren schon 2x einen Yoga-Kurs begonnen, aber beide Male abgbrochen, weil die Kursteilnehmer immer schon mit Yoga-Erfahrungen ankamen (auch bei Anfängerkursen) und sich die Leiter dann doch mehr auf diese konzentriert haben. Das macht keinen Spaß, dieses „Kann-ich-noch-nicht-und-geht-irgendwie-nicht“.

Also nun die CD und den Selbstversuch.
Ziel ist nicht, dass ich irgendwann mal verknotet in einer Ecke sitze und meditiere, sondern einfach nur beweglich zu bleiben. Mal gucken, wie ich das hinbekomme.
15 Minuten.
Nur 15 Minuten.

Und dann, ja dann habe ich Hammer und Nägel genommen und ein paar kleine Bilder über meinen neuen Schreibtisch genagelt.

Es sind Fotos, die ich selbst gemacht habe und von Rossmann auf Leinen gezogen wurde. Habe ich trotz zweier linker Daumen doch geschafft.

Danach Mittagessen.

Dazu gibt es kein Foto, weil es so ein Fertigessen-Mikrowellen-Ding ist.

Ja, ich weiß, dass das ungesund ist.

Fertigessen ist ungesund.

Mikrowelle ist ungesund.

Aber seit ich in den Depressionen feststecke und das ist jetzt bereits über ein Jahr, schaffe ich es nicht, mir Essen zu kochen.
Überhaupt ist das Essen ein Problem.
Es gibt immer nur das gleiche. Morgens, mittags, abends.
Mein Kopf kriegt es nicht hin, da flexibel zu sein.
Ich hatte schon mal befürchtet, dass ich autistische Züge entwickelt habe, aber inzwischen weiß ich, dass das den meisten Menschen mit Depressionen geht.
Nur Kuchen, Kuchen geht gut und mit Kuchen kann ich mich belohnen.
Aber das andere … das ist schlecht.
Obwohl, ich habe schon eine Idee im Kopf, wie ich das verbessern kann.
Und das ich dieses Idee im Kopf habe, ist schon sowas von erstaunlich und super und gut und zeigt mir, dass noch nicht alles hoffnungslos mit mir ist.
Aber erstmal esse ich meinen Kühlschrank leer.

Nach dem Essen ist IMMER bei mir autogenes Training angesagt.
IMMER.
Das klappt bei mir richtig gut.
In letzter Zeit schlafe ich dabei aber immer ein.
Das tut mir gut und bleibt auch so der „Tagesteiler“.

Danach laufe ich die Hunderunde Nr. 2 des Tages.
Gestern bei Schneegestöber und Matsch.

Wieder zu Hause erledige ich meinen Mini-Abwasch. Da ich nicht koche, hält sich das in Grenzen. Einen Geschirrspüler habe ich in dieser Wohnung nicht. Ich sehe für mich allein nicht die Notwendigkeit. Da in der Küche das „Loch“ für den Geschirrspüler nur ein großer (60cm) infrage käme, ist das im Moment gar kein Thema.

Danach habe ich mir für den Spielenachmittag bei K.  fertiggemacht.
Fotos von diesen Stunden habe ich nicht.
Ich habe es schlechtweg vergessen.
Es war schön, es war unterhaltsam und es war wichtig für mich, nicht nur im eigenen Saft zu Hause zu schmoren.

Gegen 19 Uhr war ich wieder zu Hause.

Hunderunde Nr. 3

Abendbrot (wieder die stupiden Stullen wie all die 300 Tage zuvor auch)

Fotos auf den Rechner laden – das dauerte länger als ich dachte, deshalb habe ich dieses Post gestern Abend nicht mehr geschafft.

22:30 Uhr das letzte Mal mit den Hunden raus.

Und dann, dann war mein Tag zuende.

Und nein, ich mache das jetzt nicht jeden Tag.
Ich habe es wieder einmal geschafft, nicht mehr in der Sofaecke sitzen zu bleiben.
Dank diesem Blog.
Und das ist das Wichtigste für mich, egal wie langweilig es für andere sein sollte …

ufff

*     *      *      *

 

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