Postkasten #2

Heute einer in minimalistischer Ausführung. Er ist tatsächlich in Betrieb. Ich kenne den Besitzer dessen.

 

Ich mag hier nicht nur ganz besonders schöne zeigen, sondern die ganze Unterschiedlichkeit als solches.

 

*     *     *     *     *

Der Kampf mit meiner Patientenverfügung

Seit gestern kämpfe ich stundenlang mit meiner Patientenverfügung.
Ich habe eine.
Seit vielen, vielen Jahren.
Sie ist beim Humanistischen Verband hinterlegt. Nun versuche ich schon seit einiger Zeit, etwas darin zu ändern. Ich habe schon zweimal desterwegen hingeschrieben. Null Reaktion.

In der vergangenen Woche habe ich in  einer Ratgebersendung so nebenbei von DIPAT gehört.
Dort kann man auch seine Patientenverfügung hinterlegen.
Online.
Von jeden Computer aus abrufbar. Im Notfall von den Ärzten oder wenn man etwas ändern möchte.
Alles zusammen in einer Stunde erledigt, schreiben sie.
Das hörte sich doch gut an.

Tja, aus einer Stunde sind bei mir ganz viele geworden.
Die Fragen selbst zu beantworten, ging recht fix.

Die ganzen 7 Seiten lädt man sich dann auf den eigenen Computer, druckt es aus, unterschreibt es, scannt es wieder ein, speichert es als pdf-Datei ab und lädt es dann letztendlich wieder bei DIPAT hoch.
Klingt nach Arbeit, ist aber machbar.
Dachte ich.

Das erste große Problem was ich hatte: Nach dem Einscannen kann ich die Seiten nur als jpg-Dateien abspeichern.
Wie ändert man eine jpg-Datei in pdf?
Ich weiß es schlichtweg nicht.

Nach vielen Googeln habe ich gefunden, dass man die jpg-Datei mit „Paint“ öffnen kann, dann einfach beim wieder abspeichern das „jpg“ durch pdf ersetzen.
Hat geklappt. Alles 7x für 7 Seiten.

Nur … beim Hochladen … kam die Fehlermeldung: „Generic excuse“.
Was bitte heißt das denn?
Woran liegt es, dass es nicht klappt?

Die Datei vielleicht zu groß? JPG-Dateien sind immer ziemlich groß.
Nun habe ich versucht, irgendwie diese Dateien zu verkleinern.
Das gelang mir eben nur, dass auch die Bilder kleiner wurden. Was nützt es dann, wenn es dann am anderen Ende nicht mehr lesbar ist?
Genervt habe ich gestern nach den vielen Stunden aufgegeben.

Heute nun neuer Start.
Habe die Dateien in die Tonne geworfen und neu eingescannt.
Dieses Mal mit nur 100 DPI, nicht wie gestern mit 300 DPI.
Macht das die Datei evtl. kleiner?
Keine Ahnung.

Gut, also wieder in jpg abgespeichert (es geht nicht aus dem windows-scan-Programm gleich in pdf abzuspeichern), dann das ganze durchs Knie in ein Word-Dokument eingefügt und dann das ganze in pdf abgespeichert.
Wieder alles 7x.
Es hat geklappt!!!

Nun ging es wieder ans Hochladen zu DIPAT.

Und was soll ich sagen?
Es kam wieder die Fehlermeldung: Generic excuse

Was heißt das bloß und was mache ich falsch?
Ich habe keine Ahnung.

Als letzte Handlung habe ich jetzt an die Leute von dort geschrieben, was dieses „generic excuse“ denn heißt bzw. gefragt, wie ich denn meine 7 Seiten online verfügbar machen kann.
Möglichst so erklärt, dass es auch für blonde Frauen über 60 zu verstehen ist (hihi, hab ich so natürlich nicht geschrieben)

Mal sehen, ob mir die Jungs antworten.

Sonst schaue ich mich nach anderen Anbietern um. Es kann doch nicht so schwierig sein, eine aktuelle Patientenverfügung hinzubekommen….

 

 

Postkasten #1

Und hier ist es, das neue Projekt: Briefkästen, die mir auf meinen Hunderunden begegnen.

 

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Blitzlicht #15

pixabay.com

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Und wieder war ich ein paar Tage nicht hier. Es ist eingetreten, wovor ich mich so sehr gefürchtet habe.

Ich bin abgestürzt.

Dabei sah es gar nicht so danach aus. Ich war dann doch noch guten Mutes bis mir meine Tochter ein Karton mit alten Fotos gebracht hat.

Das war der Auslöser, der Trigger.

Es ging nichts mehr.

Gott sei Dank hatte ich am Dienstag eine Therapiestunden.
Herr M. hat den Resetknopf bei mir drücken können.
Alles auf Null, ich fange wieder von vorn an.
Was jetzt wie eine Negativnachricht klingt, ist für mich der Ausweg: ich kann von vorn anfangen, ich muss nicht in meinem dunklen schwarzen Loch hocken bleiben.
Das, was mir damals (vor einem halben Jahr) geholfen hat, soll es jetzt wieder tun.

Achtsamkeit.

Ich werde wieder laufen, laufen mit meiner kleinen Kamera und achtsam sein, was mir vor die Linse kommt.
Ich habe mir Briefkästen ausgeguckt.
Ich werde jeden Tag einen Briefkasten suchen, den ich fotografieren kann.
So will ich wieder beginnen.
Ich werde es wieder schaffen-

Ganz bestimmt.

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Das Foto von heute …

Am letzten Sonntag brachte mir T. einen Strauß Kirschzweige.
Heute, eine Woche später, sind die ersten Blüten da.
Einfach schööön.

 

 

Das Foto von heute …

Tatsächlich, ja tatsächlich hat es über Nacht in der Hauptstadt wieder etwas Schnee gekrümelt …

PS: Seit gestern bekomme ich von allen Blogs, denen ich folge, keine Mail mehr, wenn ein neuer Beitrag erscheint. Von keinem. Das irritiert mich. Da ich nirgendwo herumgeschraubt habe, meine Frage an alle: Hat sich bei WP etwas geändert? Ist das bei euch auch? Im Reader erscheinen sie alle, nur den habe ich bisher nicht genutzt. Ich fand das so praktisch mit der Mail, ich konnte  unterwegs bei Wartezeiten auf Bus und Bahn, Blogbeiträge lesen.

Ist aber nicht schlimm, muss nur meine Lesegewohnheiten ändern. Nur … komisch ist das schon.

 

Zwei so schwere Tage …

Nun ist es soweit, meine Tochter zieht mit ihrer Familie weg.
Dorthin, wo ich sie nicht mehr mit den Öffis erreichen kann.
Das gab es bisher noch nie.
Nein, ich habe kein Problem mit dem Loslassen.
Sie ist schon vor 18 Jahren in eine eigene Wohnung gezogen.
Aber bei und mit mir ist in den letzten 9 Jahren so vieles passiert, dass ich immer so froh und dankbar war, sie in meiner Nähe zu wissen.
Die Krönung war letztes Jahr, als ich mit einem doppelten Beckenbruch im Rollstuhl saß und sie „Gott sei dank“ nur gegenüber wohnte…
Man wird nicht jünger …

Gestern haben sie noch den Keller entrümpelt.
Sie brachte mir am Vormittag ein Foto von meinem verstorbenen Mann.
Ich kannte es nicht.
Es zeigte ihn bei der Arbeit am Schreibtisch.
Er sah ausgebrannt aus mit einem leeren Blick.

Es hat mich so sehr berührt und es kamen Gedanken in mir auf, dass es besser für ihn war, dass Gott ihn vor 9 Jahren von dieser Erde genommen hat. Er war so ein Sonnenschein, voller Lebensfreude, jeder mochte ihn … und nun das Foto mit dem leeren Blick, überfordert und aufgebraucht.

Ich glaube, diesen ganzen Affenzirkus, der jetzt um uns herum ist, das hätte ihn völlig zerstört.
Und so habe ich ihn als den liebenswerten und weltbesten Ehemann in meiner Erinnerung.
Dafür kann ich so dankbar sein. Und bin es auch.
Ja, dieser leere Blick tat weh.

Am Nachmittag brachte meine Tochter noch einen Karton mit Fotos und jede Menge anderes.
Und das war dann der Trigger pur.
Es ging abwärts mit mir.
Die Depressionen klatschten vor Freude in die Hände und ich saß heulend auf meiner grünen Couch.
Das war es jetzt.

Objektiv von anderen nicht zu verstehen, brach alles über mir zusammen.
Mit den Hunden konnte ich gerade mal noch vor die Haustür gehen, dann habe ich mich mit Tavor zugedröhnt.

Und heute fühle ich mich leer, fühle die Sinnlosigkeit dieser Welt, wozu das alles?
Die Nachrichten über den Supermann Schulz scheinen sinnbildlich.

In meinem Flur stapelten sich Dinge, die ich noch in ihrem Keller hatte.
Ich wurde panisch, mit letzter Kraft schleppte ich den ganzen Kram heulend zum Container.
Bloß weg damit. Weg, weg, weg. Bis auf den Karton mit den Fotos.
Ich bin wieder da, wo ich vor Wochen war.

Ja, ich funktioniere.

Ich werde weiter funktionieren bis Dienstag, dann habe ich den nächsten Therapietermin in der Hoffnung, dass Herr M. den Knoten wieder lösen kann, dass nicht alles umsonst war…

 

Das Foto vom Tag ….

Heute bei sonnigen Wetter im Botanischen Garten … einfach schööööön

 

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Die Geschichte zum Mittwoch

pixabay.com

Der Löwe und die Stiere

Eine zärtliche und enge Freundschaft verband vier junge kräftige Stiere. Ein Löwe, der in einem nahem Wald seinen Schlupfwinkel hatte, beobachtete aus sicherer Entfernung, und seine Begierde nach ihnen wuchs von Tag zu Tag.

„Vor diesen acht spitzen Hörnern“, sagte er sich aber, „müsste ich fliehen! Ja, diese vier Stiere könnten mich sogar töten, wenn sie sich gemeinsam angreifen. Aber ich weiß,was ich tun muss!“

Er verbarg sich am Rand der grünen, saftigen Wiese, auf der die Stiere weideten, und wartete geduldig, bis sich einer von den anderen ein wenig entfernte. Dann schlich der Löwe hin und flüsterte dem Stier zu: „Ah, du bist es, den die anderen drei verspotten!“

Dem nächsten Stier erzählte er: „Die anderen drei sind eifersüchtig auf dich, weil du größer und schöner bist als sie.“

Am Anfang hörten die Stiere nicht auf den Löwen, aber bald fingen sie an, sich gegenseitig zu misstrauen. Sie gingen nicht mehr gemeinsam auf die Weide, und nachts rückten sie voneinander ab. Das alles machte sie noch viel misstrauischer, und jeder dachte von den anderen: Sie warten auf eine Gelegenheit, mir etwas anzutun.

Als der Löwe schließlich die Nachricht verbreitete, die vier Stiere wollten sich gegenseitig bekämpfen, weil jeder der Stärkste sein und die anderen von der Weide verjagen wolle, da fielen sie einander sofort in heller Wut an. Bald sahen die vier prächtigen jungen Stiere nicht mehr prächtig aus. Sie schlugen mit ihren Hufen aufeinander ein und zerfetzten sich mit ihren Hörnern.

Als der Löwe einen von ihnen anfiel und fortschleppte, kamen die anderen ihren Gefährten nicht zu Hilfe. Der Löwe zerriss bald danach den zweiten, dann verschlang er den dritten, und auch der vierte Stier wurde einige Tage später, als der Löwe wieder hungrig, dessen Opfer.

Johann Gottfried von Herder

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Tja, so kriegt man Gruppen auseinander….

Funktioniert bei Menschen auch heute noch so.

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Bei Markus Lanz gestern gehört: ….

Ein Jugendlicher sieht eine Schreibmaschine das erste Mal: „Oh, cool, eine Tastatur, die gleich druckt!!!“

(Wer es genau gesagt hat, weiß ich nicht.)

 

 

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