Die Geschichte zum Mittwoch

Die drei Siebe

Ganz aufgeregt kam einer zum weisen Sokrates gelaufen: „Höre Sokrates, das muss ich dir erzählen, wie dein Freund …“

„Halt ein!“ unterbrach ihn der Weise. „Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“

„3 Siebe?“ fragte der andere verwundert?“

„Ja, drei Siebe. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ –

„Nein, ich hörte es erzählen.“

„So, so. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft, es ist die Güte. Ist, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, so doch wenigstens gut?“

„Nein, das ist es nicht, im Gegenteil.“

Der Weise unterbrach ihn: „Lass uns noch das dritte Sieb anwenden und fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so erregt.“

„Notwendig nun gerade nicht.“

„Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“

Quelle Text: Axel Kühner, Überlebensgeschichten S. 122
Quelle Bild: pixabay.de

 

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2 Gedanken zu “Die Geschichte zum Mittwoch

  1. Als Geschichte sehr einfach – und jetzt kommt eines der schlimmsten Wörter, die ich kenne, ABER wenn mich das so belastet, dann muss ich es los werden. Der Kopf weiß, was der Bauch missachtet…

    • Ich bin auch so ein „Aber-Mensch“. Ich denke, bei der Geschichte geht es in erster Linie um das „Herumgetratsche“ von Dingen, bei denen man nicht weiß, ob sie wirklich stimmen.
      Unter der Geschichte steht noch ein Bibelvers:
      „Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten!“
      (Epheser 4:25)

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