Das Wort zum Montag #3

Ich habe ein neues Buch von  Joyce Meyer entdeckt. Unter dem Titel „100 Dinge, die das Leben leichter machen“  fragt sie anhand von Bibelversen und ihrem eigenen Leben, ob das Leben möglicherweise gar nicht kompliziert ist, sondern es erst kompliziert wird durch die Art wie wir es anpacken.
Und genau diese 100 Dinge möchte ich jetzt in meinem Leben reflektieren.
Mal schauen, ob mir das gelingt und ich die nötige Ausdauer habe *seufz*

Setzen Sie Gott an erste Stelle

„Der Mensch hat sein Leben durch Gott, nicht durch seine Gaben, egal wie reichlich sie auch vorhanden sein mögen.“

Henry Alford, britischer Autor und Theologe

„Ich will dich segnen [und dich überreichlich beschenken] und du sollst in der ganzen Welt bekannt sein. Ich will dich zum Segen für andere machen [damit du das Gute weitergibst]

Mose 12:2

Schon oft habe ich gelesen, dass man nicht gleichzeitig erfolgreich sein und ein einfaches Leben führen kann. Das verwirrt mich, denn ich glaube, dass es Gottes Wille ist, dass seine Kinder in jedem Lebensbereich erfolgreich sind, auch im finanziellen und materiellen Bereich. In Psalm 35:27 steht, dass Gott seinem Diener mit Freuden zu Hilfe kommt. Ich kenne keine einzige  Bibelstelle, die sagt, dass Gott sich freut, wenn die Bedürfnisse seiner Kinder nicht erfüllt werden.

Es stimmt, dass in der Bibel steht, dass es für einen Reichen schwer ist, ins Himmelreich zu kommen (Matthäus 19:23), aber es ist nicht unmöglich. Geld kann uns von Gott und seinem Willen ablenken, aber das muss nicht so sein. Wir sollten keine Angst vor Reichtum haben, sondern lernen, richtig damit umzugehen. Wenn wir eine vernünftige Einstellung gegenüber Geld und materiellen Besitz haben, kann das zum Segen für viele werden.

Bei religiösen Fragen scheint es oft einfacher zu sein, den Menschen beizubringen, auf Dinge zu verzichten, als ihnen beizubringen, Maß zu halten. Ich sehe das anders, denn Gott hat alle Dinge erschaffen und sie uns gegeben, um sie genießen. Man kann sich an Reichtum freuen, ohne dass er von Gott ablenkt oder habgierig macht. Wir können reich sein und Gott trotzdem Gott an die erste Stelle in unserem Leben stellen.

Es würde doch keinen Sinn ergeben, wenn ich sagte, ich esse nichts mehr, aus Angst zu viel zu essen. Oder ich schlafe nicht mehr, aus Angst zu lange zu schlafen. Genauso wenig ergibt es Sinn, ein Armutsgelübde abzulegen, damit mir Geld nicht zur Versuchung wird. Noch einmal: Geld und Besitz sind nicht das Problem. Eine unausgewogene Haltung dem Geld gegenüber kann jedoch zum Problem werden. Ich glaube, dass Gott uns alles geben möchte, solange wir damit umgehen können und er immer noch an erster Stelle  in unserem Leben steht.

Wohlstand und Reichtum werden nur dann zum Problem, wenn sie uns besitze, statt wir sie. Wir sollten unseren Besitz nutzen, um anderen Gutes zu tun – und nicht der Versuchung erliegen, Menschen zu benutzen, um mehr  „Besitz“ zu erlangen. Geld wird nur zum Problem, wenn wir es horten. Die Bibel behauptet nirgends, dass Geld ein Problem ist. Sie sagt, dass Liebe zum Geld das Problem ist. Lernen Sie, ein Kanal zu sein, kein Auffangbecken. Lassen Sie es zu, dass der Segen zu Ihnen und durch Sie hindurch fließt. Gott hat Abraham  verheißen, dass er ihn segnen und ihn zu einem Segen für alle Menschen machen würde (1. Mose 12:2)

Wenn wir geben, freuen sich nicht nur die anderen, sondern es wird auch für uns zu Freude. Je mehr man gibt, desto glücklicher wird man. Je mehr man gibt, desto mehr bekommt man auch zum Geben, denn Gott hält Ausschau nach Menschen, die Geld besitzen können, ohne habgierig und egoistisch zu werden. Die wichtigste Frage, die wir uns immer stellen sollten, lautet: „Was für eine Einstellung habe ich zu Geld und Besitz?“ Steht Gott oder Geld an erster Stelle in ihrem Leben?

Ich habe gemerkt, dass ich niemals zu viel von irgendetwas besitze, wenn ich mich von Gottes Geist leiten lasse. Er beschneidet meinen Besitz regelmäßig, in dem er mir ständig Menschen über den Weg schickt, die etwas von dem, was ich im Überfluss habe, brauchen oder sich wünschen. Die Bibel lehrt uns, dass wir teilen sollen, wenn wir zwei Gewänder oder Mäntel haben und ein anderer nichts hat (Lukas 3:11).

Auf meiner Suche nach einem einfachen Leben habe ich entdeckt, dass anderen ein Segen zu sein, eine einfache Art ist, mir selbst und anderen Freude zu bereiten. Ich ermutige Menschen sogar, aktiv nach Möglichkeiten zu suchen, zu geben, weil die Bibel lehrt, dass Geben seliger ist als Nehmen (Apostelgeschichte 20:35). Gott freut sich, wenn er einen Menschen findet, den er reich segnen kann, der ihn an erster Stelle behält und mit seinem Besitz anderen zum Segen wird.

Joyce Meyer, 100 Dinge, die das Leben leichter machen, S. 16

*     *     *     *

Hm.

Frage mich gerade, warum das  bei  Frau Joyce Meyer unter den 100 wichtigen Bibelversen, die das Leben leichter machen, dann erst auf Platz 3 kommt?

Ich stimme dem Ganzen vorsichtig zu.
Vorsichtig.

Bis zu meiner Bauchlandung anfang des Jahres war genau dies mein Lieblingsbibelvers:

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ Matthäus 6:33

Ich war 100% überzeugt von dem, was da steht.
Bis ich zu Beginn dieses Jahres derart auf der Nase lag und meine Standleitung gen Himmel nicht mehr da war.

Ich habe nichts mehr gespürt.
Ich habe Gott nicht mehr gefühlt.
Er war weg, ich war dem Tod näher als dem Leben und keine Antwort kam.
Wie ist das dann? Er konnte doch nicht den 1. Platz in meinem Leben habe  und sich dann wegducken?
Ich habe bis heute keine Erklärung dafür.

Vielleicht werde ich in einigen Tagen, Wochen, Monaten wissen, was da passiert ist zwischen uns, warum die Verbindung abgerissen ist.
Ich habe keinen Drang mehr, jeden Tag ein bissel in der Bibel zu lesen, mir Sendungen auf BibelTV anzuschauen.
Nein, ich sage auch nicht, die Bibel ist Sch… Gott hat versagt.
Nein.
Aber ich befinde mich wie in einem Schwebezustand, in dem man nicht sagen kann, wohin die Reise geht.
Aber ich hoffe, dass ich gut ankomme.

 

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3 Gedanken zu “Das Wort zum Montag #3

  1. Hm… selbst Jesus dem Tode nahe, fragte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Anscheinend weil er ihn nicht mehr bei sich fühlte. Ich finde man kann auch gläubig sein, ohne in der Bibel zu lesen. Und wie bei menschlichen Freundschaften gibt es eben auch Schwankungen beim Draht nach oben. Wahrscheinlich wird sich das irgendwann klären bei Dir. Vielleicht liegt es auch manchmal an überzogenen Erwartungshaltungen, gerade wenn es einem schlecht geht. Ohne Dir jetzt damit zu nahe treten zu wollen…
    Ich kann dem Text von J. M. in vielen Dingen zustimmen. Für mich ist die Einstellung zum Reichtum entscheidend. Reichtum kann viel Gutes tun, warum sollte er per se schlecht sein? Denn das Problem ist ja eher die Armut und die Geldgeilheit, die über jegliche Moral geht.

    • Der Ausspruch Jesu am Kreuz, verstehe ich auch nicht ganz. Da Jesus ja, die ganzen Sünden dieser Welt auf seinen Schultern hatte, hatte ihn Gott folgerichtig wirklich verlassen. ABER: Da die Dreieinigkeit lehrt, dass Jesus selbst Gott ist, wie kann er da verlassen sein? Ich verstehe es halt nicht und es hat bisher auch keinen gegeben, der mir das so erklären kann, dass es meine grauen Gehirnzellen begreifen.
      Aber letztendlich hat diese Situation nicht wirklich mit meiner etwas zu tun. Ja, auch in Freundschaften gibt es Schwankungen, aber doch nicht gerade dann, wenn es jemand lebensbedrohlich schlecht geht … Ist das dann noch Freundschaft? Gott lässt sich nicht mir menschlichen Maßstäben messen.
      Und ja, man glauben, auch ohne in der Bibel zu lesen. Ohne es negativ zu bewerten, dann ist es ein anderer Glaube als der, den die Bibel vermittelt. Nur wenn ich weiß, was in der Bibel drin steht, kann ich daran glauben.
      Ich respektiere auch jeden anderen Glauben. Jeder muss seinen ganz eigenen Weg durch dieses Leben gehen und hat seine ganz persönliche Beziehung zu Gott oder wen auch immer.
      Was J.M. zum Thema Reichtum zu sagen hat, finde ich auch in Ordnung. Was mich etwas irritiert hat, ist, dass sie den „Lehrpunkt Gott an die erste Stelle setzen“ ausschließlich an „Reichtum“ oder „Kein-Reichtum“ behandelt.
      Wenn jemand Gott an die 1. Stelle in seinen Leben setzt, dann tut er das in jeder Beziehung: Alltag, Arbeit, Ehe, Freizeit … Es ist eine Lebenseinstellung und nicht auf „Reichtum“ begrenzt.
      Liebe Grüße und einen schönen Dienstagabend noch
      Wenna

      • Ja, das Dich das verwirrt, kann ich verstehen. Ich glaube nicht an die Dreifaltigkeit. Für mich war zuerst Gott da und dann schuf er das Wort, also Jesus, zu dem er sprach: Lasset uns Menschen machen nach unserem Abbild. Deshalb ist der Ausspruch von Jesus für mich kein Widerspruch.
        Ich habe die Bibel früher sehr viel studiert und glaube auch heute noch an vieles. Allerdings habe ich mich von dem Dogmatismus gelöst, weil ich für mich erkannte, dass er mir nicht gut tut. Dennoch habe ich einen tiefen Glauben an Gott. Denn wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich heute nicht mehr da. Ich spüre seine Kraft, seine Gegenwart jeden Tag. Durch ihn habe ich wieder gelernt mir und meinem Leben zu vertrauen. Und das wünsche ich Dir auch wieder. Ich bin ganz sicher, dass er für Dich da ist. Und vielleicht ist das, über was wir beide hier gerade schreiben, ja auch gar kein Zufall! Normal schreibe ich nicht über solche Dinge, weil es oft zu Missverstandnissen kommt. Gott ist Liebe, warum sollte er Dich, wenn Du ihn suchst, nicht finden lassen? Ich bin davon ganz fest überzeugt. Alles Liebe für Dich! LG Simone

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