Was wurde aus … meinen Zauberglöckchen?

Irgendwann im April kaufte ich für meinen Balkon Zauberglöckchen.
Sie hatten für mich einen unglaublichen Wert in diesen Wochen.
Damals war ich den Tod näher als dem Leben.
Ich wollte überhaupt nichts mehr kaufen, gar nichts, ich wollte weg aus diesem Leben.
Die Zauberglöcken symbolisierten dann der erste leise Hoffnung, dass ich es vielleicht doch irgendwie schaffe.

Und so sahen sie damals aus:

Dann wurden sie krank und ich war sehr unglücklich drüber.
Ich hatte sie in meinem Kopf derart mit meinem Schicksal verbunden, so dachte ich, wenn sie es nicht schaffen, dann …

Aber sie haben es geschafft.

Und ich auch!
Inzwischen kann ich auch wieder gerade aus denken und mich mental von den Balkonblumen trennen.
Mag für manchen völlig unverständlich klingen, wieso und warum mein Kopf mein Leben mit diesen kleinen Blümchen so derart verknüpft hat, aber wenn man so einen psychischen Dachschaden abgekriegt hat, ist vieles für Außenstehende nicht nachzuvollziehen.

Nun aber sehen die Zauberglöckchen mittlerweile ganz fürchterlich aus.

Ich weiß nicht, woran es lag.
Sie sehen aus wie vertrocknet.
Waren sie aber nicht.
Ich habe immer gegossen und auch gedüngt.
Vielleicht haben sie den Wechsel zwischen heißer Sonne und dauernder Platzregen nicht verkraftet.
Keine Ahnung.

Für mich ist es aber jetzt ein stimmiges Bild.
Ich brauche sie nicht mehr, die Verknüpfung mit meinem Leben.
Jetzt kann ich sie auch getrost in die Kompost-Tonne um- und drei neue Pflanzen einziehen lassen.

Bei Rossmann habe ich kleine Gießkegel entdeckt.
Ich weiß nicht, ob das nützlich ist und etwas bringt, aber ich werde es ausprobieren.

Und jetzt kann ich nur noch Danke sagen.
Danke dafür, dass wer auch immer dafür verantwortlich ist, ich nenne es Gott, dass sich letztendlich alles so gefügt hat und es ein rundes sinnvolles  Bild gibt.

Krank im Kopf suchte ich nach einem Strohhalm und hatte meine Gedanken auf die Zauberglöckchen projiziert.
Nun, da ich jetzt diese „Krücke“ nicht mehr brauche, konnten sie eingehen und Neues einziehen, an das mein Herz sich nicht mehr so zu klammern braucht, weil es mir viel viel viel besser geht und ich nun glaube, das dunkelschwärzeste Kapitel nun endgültig und dauerhaft verlassen zu haben.
Ja, es wird wieder Tage geben, an denen es mir nicht gut geht, aber es sind dann nur „Tage“ und keine Abwärtsspirale ins dunkle Loch.

Danke, dass es diese Zauberglöckchen gab.

Ein bisschen haben sie auch mich verzaubert.

Danke.
 

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