Blitzlicht #9

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Es war eine Erzähl-Frage-Stunde.
Herr M. lies mich erzählen, erzählen aus meinem Leben, von Gott, von J., von meiner Tochter…
Ab und zu stellte er eine Zwischenfrage.
Es war eine Stunde ohne Aha-Effekt.
Ohne offensichtlichen Therapieplan, jedenfalls für mich nicht zu merken.
Ohne Tränen.
Ohne neue Sichtweisen für mich.
Ohne neue nachdenkenswerte Gedanken.
Nur Erzählen, so wie es rauskam.
Es tat gut.
Ja, es tat mir gut.

 

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Blitzlicht #8

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Heute hatte ich eine richtig gute Stunde.
Wir haben über meinen Glauben und meine Wertevorstellung gesprochen.

Ich bin Christin und denke auch, dass die Bibel Gottes Wort ist und zwar die gesamte Bibel.
Nicht nur einzelne Bibelverse oder raussuchen, was gut zu mir passt, danach richte ich mich, was unangenehm ist, lasse ich unter den Tisch fallen. Nein, die gesamte Bibel, Altes und Neues Testament ist wichtig. Für mich. Jeder Vers.

Genau darüber haben wir gesprochen.
Dabei war der Therapeut ein toller Gesprächspartner, weil in in einer Pfarrersfamilie aufgewachsen ist. Er weiß also, wovon ich spreche, kennt sich aus in der Bibel.

Und deshalb war es heute wirklich richtig gut, weil ich ja sonst keinem habe, mit dem ich darüber reden kann, der sich auskennt, wo ich nichts erklären muss, sondern gegen hält.

DANKE

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Blitzlicht #7 und das Beste vom Tag

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Heute erstmal geklärt, was die letzte Stunde der Risikoforschung mit mir zu tun hat.

Seine Antwort: Er wollte mir sagen, dass die Ängste, die wir wahrnehmen, meist nicht realistisch sind und er mir dies auch an der Risikoforschung zeigen wollte.

Ok, abgehakt.

Während der Therapiestunde hatte ich zwei Anrufe.
Da das Handy lautlos gestellt war, sah ich es erst hinterher.
Es war J.

Er fragte, ob ich Zeit für eine Tasse Kaffee hätte, er sei in der Nähe.
Wir haben uns in einem Cafe in getroffen und es wurde ein sehr, sehr schöner Nachmittag.
J. zeigte sich genau von der Seite, die ich an ihn liebte.

ABER: (Ich bin ganz stolz auf mich) ich konnte es abgrenzen.

Ja, das ist das Beste an diesem Tag, eine schöne Stunde, von der ich wusste, dass es eben nur diese eine Stunde ist, sie genießen und das gute Gefühl mitnehmen konnte.

Keine Träne, keine Zweifel, kein Rückwärtsgang, keine Vorwürfe, kein Streit, keine Tavor nötig.

DANKE

 

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Blitzlicht #6

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Großes Thema heute „Risikoforschung“.

Hatte ich schon erwähnt, dass der Therapeut ein bissel „wissenschaftsverliebt“ ist?
Es gab ja letztens eine ganze Stunde Fragebogenauswertung mit lauter Zahlen, Punkten und Diagrammen.
Mich hatte nicht wirklich interessiert wie meine Fragenbogen-Antworten in Kurven ausgedrückt aussehen.
Aber egal.
Er mag es.
Wenn es ihm hilft, mich zu analysieren, bitteschön.

Heute nun Risikoforschung.
Seine Aussage: Der Mensch ist NICHT in der Lage vernünftig und realistisch mit Angst und den eventuell eintretenden Schaden umzugehen.
Kann er nicht.
Punkt.

Beispiele:

  • In Australien werden jährlich 4 Menschen von Haien getötet, 486 sterben durch defekte Toaster.
    Wovor haben Menschen mehr Angst? Vor Haien oder Toaster?
  • Viele Deutsche halten BSE noch immer für gefährlicher als das Rauchen. (Dieses Beispiel stammt aus der Zeit, als ganz Deutschland Angst hatte, Rindfleisch zu essen, weil sie dann an Alzheimer erkranken können – ist schon eine Weile her) An BSE starben in den letzten 30 Jahren 140 Menschen (gleichviele wie durch versehentliches Trinken von Lampenöl), an Rauchen ca. 140.000 je Jahr plus 3.300 am Passivrauchen. Wovor haben die Menschen mehr Angst, vor BSE oder Rauchen?
  • Statistiken der OECD zeigen, dass Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren in Industrieländern öfter durch Suizid sterben als durch Verkehrsunfälle. Wovor haben wir mehr Angst, dass ein Angehöriger sich das Leben nimmt oder  bei einem Verkehrsunfall stirbt?

Noch eine Tabelle:

Beispiel Schadensgröße Eintrittswahrschein-lichkeit Angst
Kernkraft-GAU besonders verheerend äußerst unwahrscheinlich unverhältnismäßig groß
Terror schätzbar unklar diffus
Klimawandel extrem groß sehr wahrscheinlich erst in ferner Zukunft
 Chemikalieneinsatz in Umwelt (Landwirtschaft) schwer einschätzbar allgegenwärtig wenig

Diese ganzen Daten hat Herr M. aus der Zeitschrift „Geo“.

Was sagt uns das ganze?
Um die Dinge, die uns wirklich Angst machen müssten, scheren wir uns wenig, aber die Sachen, die äußerst unwahrscheinlich sind, machen uns große Angst.

Und was hat das mit mir zu tun?
Nichts. …

Warum bespricht er es mit mir?
Weiß ich nicht.
Ich habe keine Angstproblem.

Fazit: Stunde verschenkt. (Nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand, vielleicht will er etwas darauf aufbauen. Keine Ahnung.)

 

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Blitzlicht #5

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Und weiter geht es mit der nächsten Therapiestunde …
Heute haben wir den Deckel, der über einem sehr großen psychischen Druck liegt, etwas angehoben, damit Herr M. darunter schauen kann, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
Meine Angst, dass ich mit geöffneten Deckel nach Hause gehe und kopflos über die nächste Suizid-Lösung nachdenke, hat sich zerstreut.
Nix mit Suizid.
Im Gegenteil.
Ich bin nach Hause gegangen mit dem Gefühl, dass wir das geregelt bekommen, dass es Lösungsansätze gibt.
Ja, das ist ein verdammt gutes Gefühl.
Auch wenn Herr M. hier nicht mitliest … ein großes dickes Dankeschön!
Irgendwie ist das doch auch sein Job, oder?

 

Blitzlicht #4

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Heute haben wir den Antrag für die Krankenkasse fertig gemacht, mit einen Haufen Erklärungen drumherum.
Einfach „Unterschrift bitte hier …“ hätte auch gereicht.
Bis zum nächsten Mal soll ich mir drei Dinge überlegen, an denen wir die nächsten Wochen arbeiten wollen, können, müssen, dürfen.
Seitdem dreht es in meinem Kopf.
Die Spirale geht nach unten.
Alles wird hochgespült, was soll auf den Zettel drauf?
In den letzten Wochen war der Deckel zu und es ging mir soweit gut.
Nun wird aufgemacht und drin herumgewühlt, was als erstes angeguckt, gerichtet, gewaschen und wieder neu zusammengefaltet in den Schrank darf, nicht zurück in die Chaos-Tonne.
Genauso habe ich es gewollt, aber heute geht es mir bei der ganzen Wühlerei schlecht, obwohl noch gar nix passiert ist.
Das wird ja noch spaßig werden.

 

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Blitzlicht #3

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Das letzte Mal hatte mir Herr M. vier Fragebögen zum Ausfüllen mitgegeben.
Drei davon sind Kreuzchen-Mach-Bögen und einer, in dem man selbst die Fragen formuliert.
Letzter war mehr die Biografie, die drei anderen der gegenwärtige Zustand.
Alles in allem sehr umfangreich, ich habe bestimmt 4 Stunden daran gesessen.

Heute die Auswertung.
Lauter Zahlen, Diagramme, Punkte.
Alles erklärt, erläutert, nachgefragt.

Wichtigste Aussage war, dass ich anhand der ganzen Pünktchen, eine SCHWERE Depression habe. (Alles, was oberhalb von 27 liegt, ist „schwer“, ich habe 33)

Das hat mich erschreckt.
Ich dachte, da bin ich durch, ich habe die schlimmen Tage hinter mir…
Das ist die Erkenntnis, die ich heute aus der Stunde mitnehme.
Nicht viel, ich weiß, aber ich sehe auch ein, dass ich für den Therapeuten ein fremdes Menschlein bin und er sich einen Überblick verschaffen muss, worauf er sich einlässt.

Drei Punkte waren es, die behandlungsbedürftig seien:
die Depression, die Sozialkontakte und (Ganz, ganz, ganz neu für mich und nicht für mich erkenntbar), ZWANGSSTÖRUNG.
Huch, was ist denn das?
Nun ja,nachdem das alles besprochen und bepunktet wurde, geht es das nächste Mal hoffentlich ans Arbeiten.

Eigentlich wollte ich bei dem „Blitzlicht“ nur 1,2 oder 3 Sätze schreiben, eben wie ein Blitz.
Dann hieße der Blitz:

Auswertung Fragebögen, Ergebnis: schwere Depression, sozial gestört und unter Zwangshandlungen leidend.

Klingt das nicht furchtbar?
Das soll ich sein?
Wer will denn mit so einem Menschen etwas zu tun haben wollen?
So kurz auf den Punkt gebracht, zieht es mich noch mehr runter.
Hm.

Ich dachte: die schwere Phase der Depression ist vorbei, ich gehe in die Selbsthilfegruppe, ab und zu zum Offenen Treff und in die Frauengruppe (gut persönliche Kontakte haben sich da bisher noch nicht entwickelt) und Zwangstörungen? Ich gehe mich doch nicht 3x täglich duschen oder knabbere an meinen Fingernägeln? Ich habe auch keinen Putz- und Ordnungsfimmel.

Aber gut, ich werde sehen, wie es weitergeht.

 

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Blitzlicht #2

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Termin war heute 9.00 Uhr. War auch pünktlich da. Der Herr M. empfing mich ziemlich aufgeregt, bei seinem Auto ließe sich das Fenster nicht mehr schließen und es stände also offen auf dem Parkplatz. Er hat kein gutes Gefühl und müsse dringend in die Werkstatt. Ob wir denn den Termin nicht verschieben könnten …

Klar doch. Ich habe für so ziemlich alles Verständnis. So habe ich ihm die 4 Fragebögen, die er mir das letzte Mal mitgegeben hat, ausgefüllt in die Hand gedrückt, einen neuen Termin bekommen (Montag 9 Uhr) und hatte dann noch gemütlich Zeit, meinen Wocheneinkauf zu machen.

 

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Blitzlicht vom 27. Juli 2017

Ich habe mir eine neue „Reihe“, „Kategorie“ oder wie man es nennen mag, ausgedacht.

Ich hatte heute wieder einen Termin beim Therapeuten.
Der dritte nun schon.
Noch sind wir irgendwie in der „Kennlernphase“, aber ich habe ein sehr gutes Bauchgefühl.

Jetzt beginnt sie also, diese Therapie, von der ich mir so sehr viel erhoffe, dass es mir am Ende besser geht, dass ich mit meinem Leben besser zurecht komme.
Dass ich einen Plan im Kopf habe, wohin die Reisen gehen könnte.
Und nach jeder dieser Therapiesitzung möchte ich hier ein „BLITZLICHT“ hinterlassen.

Ein kurzer Gedanke, ein Gefühl oder irgendetwas, was ich aus diesem Termin mitnehme.
Einfach kurz, ohne großartige Ausführungen und  Hintergründe.
Ohne Fotos von mir oder pixabay.
Einfach so ein Gedanke, der danach sich in meinem Kopf fest gebissen hat.
Mal sehen, ob das so läuft.

Heute nun der erste.

Kurz nach der Begrüßung sagte Herr M., so wie er mich kennen gelernt hat, sei ich etwas Besonderes.
Anders als der Durchschnitt.
Habe mehr hinter mir als der Durchschnitt.
Habe anders gelebt als der Durchschnitt.
Ziehe andere Schlüsse daraus als der Durchschnitt.
Habe andere Erwartungen als der Durchschnitt.
Denke anders als der Durchschnitt.

Das war Puderzucker für mein Seelchen. (Ein Mensch, der SAGT, ich sei etwas Besonderes, ist mir bisher nicht begegnet oder nur im negativen Sinne: die kann dies nicht, die kann das nicht, bringt die Leistung nicht [J.] …)

Oder ob das nur ein „Therapeuten-Trick“ ist und er das zu jedem sagt?

 

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