Blitzlicht #4

Unter der Kategorie „Blitzlicht“ schreibe ich  nach jeder Therapiestunde, einen Gedanken, eine Situation, einen Satz oder irgendetwas, was mir „danach“  noch im Kopf herumgeistert und ein Ventil braucht.
Es ist die Therapie, auf die ich solange gewartet habe, weil ich glaube, dass sie mir hilft, mit der Diagnose „Depression“ vernünftig umzugehen und große Abstürze in kleine verwandelt.

Heute haben wir den Antrag für die Krankenkasse fertig gemacht, mit einen Haufen Erklärungen drumherum.
Einfach „Unterschrift bitte hier …“ hätte auch gereicht.
Bis zum nächsten Mal soll ich mir drei Dinge überlegen, an denen wir die nächsten Wochen arbeiten wollen, können, müssen, dürfen.
Seitdem dreht es in meinem Kopf.
Die Spirale geht nach unten.
Alles wird hochgespült, was soll auf den Zettel drauf?
In den letzten Wochen war der Deckel zu und es ging mir soweit gut.
Nun wird aufgemacht und drin herumgewühlt, was als erstes angeguckt, gerichtet, gewaschen und wieder neu zusammengefaltet in den Schrank darf, nicht zurück in die Chaos-Tonne.
Genauso habe ich es gewollt, aber heute geht es mir bei der ganzen Wühlerei schlecht, obwohl noch gar nix passiert ist.
Das wird ja noch spaßig werden.

 

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6 Gedanken zu “Blitzlicht #4

    • Vielen Dank, ein bisschen Angst habe ich jetzt schon. Es ist ja meine erste Therapie und ich weiß noch nicht so recht, wie ich reagiere, wenn alles hochgeholt wird.

  1. Hallo Weena. Mach doch für dich Stichpunkte. Was du für dich am Wichtigsten findest kommt ganz nach oben..Und damit würde ich dann bei der Therapie starten wollen.

    • Ja, ich werde jetzt einen Zettel machen, alles aufschreiben und dann wegstecken. So hoffe ich, dass es dann erstmal raus ist aus dem Kopf und ich nicht weiter herum grüble.

  2. Ich hasse diese Situation: man hat endlich einen Therapie-Platz bekommen. Die Therapeutin ist sympatisch.
    Man beginnt zu entspannen. Und dann: BÄMM: holt einen das ganzer Elend wieder ein. Man soll sagen, worüber man sprechen will. Das erzeugt Druck. Druck, bloß das richtige auszuwählen. Schließlich soll mir die Therapie / die Therapeutin ja helfen. Und dann ist plötzlich der nächste Termin schon wieder da. Hilfe!!!
    So geht es mir immer.

    Ich wünsche dir, dass für dich alles gut läuft und die Therapie nicht so in Druck ausartet.

    Alles Liebe
    Katrin

    • Ich danke dir von ganzem Herzen für diese Worte. Genauso geht es mir. Da es für mich die allererste Therapie ist, war oder bin völlig durch den Wind. Hab auch in der Selbsthilfegruppe nachgefragt, wie es den anderen damit geht. Bei allen (!) war es nicht so. Da half ihnen jede Stunde weiter. Nun dachte ich schon, es stimmt mit mir etwas nicht, bin wiedermal übersensibel. Und es tröstet mich gewaltig, deinen Kommentar zu lesen, weil es mir sagt, dass ich doch nicht sooo unnormal bin.
      Vielen lieben Dank!

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