Ich gründe eine Gruppe …

Wie hört sich denn diese Überschrift an?
Soetwas habe ich noch nie gemacht.
Nicht mal  als von Depressionen weit und breit nix zu sehen war.
Ich weiß nicht, ob ich das hinkriege.
Ich weiß nicht, ob ich das durchhalte.
Ich weiß nicht, ob ich das bereue.
Ich weiß gar nichts.

Das ist passiert:
Ich gehe ja oft montags in den Offenen Treff zum Spielen.
Es treffen sich dort Leute so wie ich mit einem psychischen Knacks im Kopf.
Gespielt wird vieles, Rommè, MauMau oder Phase 10.
Ich spiele furchtbar gern, wenn es nicht um komplizierte strategische Spiele handelt wie Siedler, Monopoli usw.
Würfeln und gucken, was raus kommt.
Da geht es nicht um Leistung, dass man irgendetwas perfekt kann, sondern um Spaß und Freude.
Einfach so.

Ich hatte schon einmal über M. geschrieben.
Weiß jetzt nicht mehr genau, ob es in diesem Blog hier war oder in dem, den ich zerschossen habe…
Ich finde es nicht mehr.
Als ich M dort zum ersten Mal getroffen habe und wir ins reden kamen, fragte er mich, ob ich eine Tochter habe.
Ich:   „Ja, habe ich. Aber schon groß. 38 Jahre.“
Er:     „Ah, 1979 geboren.“
Ich:   „Nein, 1978, im September.“
Er:     „Ist sie ein Sonntagskind?“
Ich:    „Nein.“
Er:     „Dann ist ist sie Mitte September geboren.“
Ich:    „Ja. Am 15.“
Er:     „Am 15.? Das war  ein Freitag, 21 Grad warm.“

Mir fiel die Kinnlade runter. Denn wenn man ihn sieht und wie er sich so verhält, könne man meinen, er gehört zu den „geistig Behinderten“ und ist in einer Gruppe für Leute mit nem psychischen Knall in der Birne  nicht richtig.
Und so wird er auch behandelt. Keiner will wirklich etwas mit ihm zu tun haben. Ja, er darf mitspielen, versteht er das Spiel nicht, wird man ungeduldig und muffelt rum.

Er tat mir einfach leid und ich beschloss in einem Anflug von Größenwahn, eine eigene Spielegruppe zu gründen.
Bei mir zu Hause.
Mit Kaffee und Kuchen.
Wo er sein darf wie er ist in seiner Andersartigkeit.
Keiner muffelt oder wird ausgegrenzt.
Und ich habe ihn gefragt, ob er mit macht.
Ja, hat er geantwortet.
Und nun?
Wer macht mit?

Aus dem Offenen Treff wollte ich nicht, denn dann hätte ich ja das Gleiche nur bei mir zu Hause.
Hier bei mir im Bezirk gibt es eine Nachbarschaftsseite, eine Art Marktplatz, wo man gebrauchte Dinge verkaufen kann, fragen, ob jemand mit dem Hund spazieren geht, irgendwer Löcher in die Wand bohrt oder sonstwie helfen.
Dort habe ich angefragt, ob jemand mitspielt.

Es haben sich genau 4 Frauen und zwei Männer gemeldet.
Keinen kenne ich davon persönlich und ich habe Null-Ahnung wie man das jetzt organisiert.
Also habe ich erstmal 2 für Samstag eingeladen, kommenden Samstag, 15 Uhr.
Als Test und gucken, was passiert.

Vielleicht schmeiße ich dann alles hin, weil es die blödeste Idee aller Zeiten war.
Vielleicht beginnt aber auch etwas Neues.
Aber das Unglaublichste ist, dass ich mich soetwas getraut habe.

ICH. UNGLAUBLICH. GEHT EIGENTLICH GAR NICHT. ICH.

*     *     *     *     *

See the bigger picture J40- Ich lerne fotografieren

See the bigger picture“ ist ein Kartenspiel mit Lernaufgaben für das Fotografieren.
Pro Karte gibt es eine Aufgabe, was und wie man fotografieren soll.
Die Aufgaben sind aber mehr an die gerichtet, die schon mit dem Fotoapparat in der Wiege lagen.
Also meilenweit von mir und meiner Knipserei entfernt.
Aber ich habe entdeckt, dass es dieses Spiel auch für Kinder gibt.
Ich habe es mir gekauft und ziehe nun jede Woche eine Karte.
Und ja, es macht mir Spaß und bin jede Woche total neugierig auf das neue „Wochenprogramm“
Gestartet bin ich hier.

Für diese Woche war es folgende Aufgabe:

Fotografiere eine Glühbirne. Gehe mit der Kamera nah an sie heran. TIPP: Für diese Aufgabe eigenen sich am besten herkömmliche Glühbirnen. Also keine Energiesparleuchten oder LED Strahler.

Habe ich vor einer Woche noch stolz herumgetönt, ich habe noch eine „alte“ Glühbirne – alles kein Problem, musste ich heute feststellen – ES GEHT NICHT.

Nein, nein, ich habe diese besagte Glühbirne noch, aber sie hat kein klares Glas, sondern ist milchig. Und damit kann ich nicht die Effekte erzielen, die hier in der Aufgabe erwünscht sind.

Nunja, was solls. Zu kaufen gibts diese Dinger nicht mehr. Also habe ich geknipst, was ich habe. Nämlich die milchige Birne und als Alternative noch ein Teelicht …

Es werde Licht:

Nun die neue Karte für die neue Woche:

Ja, das dürfte doch machbar sein. Deshalb habe ich noch eine Wissenkarte gezogen:

Na, dann mal los.

*     *     *    *     *

(Die bisher hier noch veröffentlichten GIMP-Lektionen bekommen eine eigene Serie und  Kategorie)

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Das Foto vom Tag

Es war einmal …

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Haltestellen-Romantik #7

Füße stillhalten, der Bus kommt. Irgendwann …

 

auto-0693.gif von 123gif.de

Die Geschichte zum Mittwoch #13

pixabay

Der Rabe auf dem Baum

Ein Rabe saß auf einem Baum und hielt im Schnabel einen Käse, den er in aller Ruhe verzehren wollte.

Da kam ein Fuchs sah er, der vom Geruch des Käses angelockt worden war.

„Guten Tag, verehrter Herr Rabe!“, rief der Fuchs. „Wie wunderbar Sie aussehen! Wenn Ihr Gesang ebenso schön ist wie Ihr Gefieder, dann sind Sie der Größte von allen hier im Wald!“

Das schmeichelte den Raben, und das Herz schlug ihm vor Freude höher. Um nun auch seine schöne Stimme zu zeigen, machte er den Schnabel weit auf – da fiel der Käse herunter.

Der Fuchs schnappte ihn auf und sagte:“Mein guter Mann, nun haben Sie es selbst erfahren: Ein Schmeichler auf Kosten dessen, der ihn anhört – diese Lehre ist wohl diesen Käse wert.“

Der Rabe war bestürzt und beschämt und schwor, dass ihm so etwas nie wieder vorkommen würde.

Jean de La Fontaine

                                

Und die Moral der Geschichte: Fall nicht auf irgendwelche idiotische Schmeichler rein. Es lohn sich nicht. Nie. Scheint der Rabe auch begriffen zu haben.

 

Das Wort zum Montag #6

Ich habe ein neues Buch von  Joyce Meyer entdeckt. Unter dem Titel „100 Dinge, die das Leben leichter machen“  fragt sie anhand von Bibelversen und ihrem eigenen Leben, ob das Leben möglicherweise gar nicht kompliziert ist, sondern es erst kompliziert wird durch die Art wie wir es anpacken.
Und genau diese 100 Dinge möchte ich jetzt in meinem Leben reflektieren.
Mal schauen, ob mir das gelingt und ich die nötige Ausdauer habe *seufz*

pixabay.com

Lassen Sie die Vergangenheit los

„Wir bauen auf unseren Versagen auf. Wir benutzen es als Trittbrett. Schließ die Tür der Vergangenheit. Man kann die alten Fehler nicht vergessen, aber man darf nicht daran festhalten. Man darf sich von Ihnen nicht die Energie oder die Zeit oder den Frfeiraum stehlen lassen.“
Johnny Cash

Denk nicht mehr daran, was war und grübelt nicht mehr über das Vergangene.
Jesaja 43:18

In Philipper 3:13 schreibt der Apostel Paulus, dass er um eine Sache wirklich ernsthaft bemüht ist: die Vergangenheit zu vergessen, das loszulassen, was vorbei ist. Ich glaube, Paulus hat versucht, die Fehler er Vergangenheit wiedergutzumachen und hat dabei festgestellt, wie kompliziert und unmöglich das ist. Mit der Vergangenheit kann man nur eines machen: sie Gott überlassen. Wenn wir ihm unseren Schutt überlassen und er ihn in etwas Schönes verwandelt, kann Gott aus unseren Fehlern etwas Gutes für uns machen – wenn wir ihm das zutrauen.

In Jesaja 61:3 heißt es, dass er uns „Kopfschmuck anstelle von Asche“ gibt. Aber viele Menschen behalten lieber die Asche auf ihren Kopf, die verkohlten Überreste der Vergangenheit, die sie an ihre Fehler und ihr Versagen erinnern sollen. Geben Sie die Asche auf, sonst werden Sie nie etwas anderes bekommen.  Jeder Tag ist etwas ganz Neues mit ungeheuren Möglichkeiten: neues Leben, neue Hoffnung, neue Träume. Aber wenn wir in den Fehlern und Enttäuschungen der Vergangenheit stecken bleiben, können wir diese Möglichkeiten nicht mal erkennen. Lassen Sie das Vergangenheit los und gehen Sie voran.ns

Wenn wir Gottes Plan für die Gegenwart erkennen wollen, müssen wir unsere Gedanken von der Vergangenheit lösen. Abraham war ein Mann, der viel verloren hat. Um Streit zu vermeiden, überließ er seinen Neffen Lot das fruchtbare Jordantal, so dass er selbst nur noch trockenes Land hatte. Er hätte in Selbstmitleid versinken und entmutigt sein können. Stattdessen hörte er auf Gott, der ihm Folgendes sagte:

Blick auf und schau von der Stelle, an der du stehst, nach norden und Süden, nach Osten und  Westen.
Das ganze Land nämlich, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen für immer geben.

1. Mose 13:14-15 (EU)

Vielleicht müssen Sie den Blick heben und sich umschauen, anstatt nach hinten und auf den Boden zu schauen. Schauen Sie auf und erkennen Sie die ungeheure Zukunft, die vor Hoffnung überquillt – Hoffnung in Gott für Sie! Verschwenden Sie Ihr Leben nicht damit, dem nachzutrauern, was Sie verloren haben und was vergangen ist Machen Sie Bestandsaufnahme von dem, was Sie haben. Gehen Sie vorwärts.  Setzen Sie einen Fuß vor den anderen. Denken Sie immer daran: Gott ist auf Ihrer Seite.

Joyce Meyer, 100 Dinge, die das Leben leichter machen, S. 32

*     *    *     *     *

Die Vergangenheit loslassen ….
Das erschien mir noch vor einem halben Jahr unmöglich.
Unmöglich, viel zu sehr hatte ich gelitten und viel zu sehr habe ich an den Dingen dort gehangen, an dem Leben im Wald, mit den 3 Hunden und Katze Ronja.
Immer in der Natur.
Eine neue Art zu leben, sich ausprobieren mit einem kleinen Garten, mit Kartoffeln und Möhren im Sack gezogen, mit eigenen Bienen und Katzenkindern, mit selbstgemachter Creme gegen Neurodermitis oder die weltbeste Orangennmarmelade.
Der Garten sollte größer und Hühner angeschafft werden, es gab einen eigenen Brunnen für den Notfall und einem Herd, mit dem man auch (im Notfall) mit Holz kochen konnte.
Diese Ursprünglichkeit habe ich geliebt.
All das, was ich so sehr an diesem Leben gemocht habe, sollte ich verlassen wegen eines einzigen wütenden Mannes, der voller Aggressionen war, der jeden Abend  trank, dem ich überhaupt nichts mehr recht machen konnte, der täglich getobt und verletzt hat, wegen dem mein Selbstwertgefühl stark in den Minusbereich rutschte.
Ich war der Versager.
Ich hatte keine Kraft.
Ich war schuld an allem und jedem.
Wenn ich verletzt, heulend und zitternd in der Ecke hockte, fast täglich, das hat ihn nicht interessiert.
Aus seiner Liebe zu mir wurde Hass.
Ich habe mir so sehr die Zeit zurück gewünscht, als alles noch gut war.
Gut war es bevor die vielen Flüchtlinge nach Deutschland kamen.
Das hatte bei ihm ein schreckliches Trauma zurückgebracht, seine Erinnerungen waren wieder da.
Das, was damals geschah als er vor vielen Jahren selbst in Afrika in einem Bürgerkrieg zwischen die Fronten geriet und Schlimmes erlebte.
Von abgehackten Armen und Köpfen hat er erzählt.
Diese Menschen kamen jetzt alle nach Deutschland, raste es in seinem Kopf…
Das hat ihm den Boden unter den Füßen weg gezogen und den Weg frei gemacht für Wut, Aggression und Hass, den er auf mich übertrug und nicht mehr aushaltbar war.

Das alles loszulassen habe ich bisher nicht geschafft.
Ja, es gibt kleine Fortschritte.
Ich nehme Medikamente, ein Therapeut, gehe in eine Selbsthilfegruppe, eine Frauengruppe und oft auch zum Offenen Treff. Ich liebe die Natur inzwischen sosehr, dass ich dort aufatmen kann, wenn raus gehe aus meiner kleinen Stadtwohnung, da fällt alles Schwere von mir ab und hab ein Herz fürs Fotografieren entdeckt.
Mittlerweile komme ich tagsüber ganz gut zurecht.
Nur abends und nachts …

Die Vergangenheit loslassen, irgendwie in einen Karton stecken, zuschnüren und ohne Absender wegschicken…
Ich arbeite daran…

Für J. ist es noch schlimmer.
Ja, er hat die Ursache erkannt, aber er denkt, er ist jetzt so wie er ist, eine Therapie lehnt er ab.
„Er ist Mann, er ist der Bestimmer, andere müssen sich nach ihm richten, egal wie sehr er tobt und um sich schlägt, er kann ja nichts dafür…“

Vergangenheit loslassen…

Aber vergessen werde ich es nie können, es war ein Teil meines Lebens.

*     *     *     *     *

  1. Regel: Eins nach dem anderen tun
  2. Regel: Lernen Sie Zufriedenheit
  3. Regel: Setzen Sie Gott an die erste Stelle
  4. Regel: Leben Sie zur Ehre Gottes
  5. Regel: Sorgen Sie sich nicht um Morgen

*     *     *     *     *

Schwarz-Weiß? Oder doch bunt?

 

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Placebo? Was sagt die Wissenschaft?

Eine sehr empfehlenswerte Sendung auf Arte über die Wirksamkeit von Placebos:

(aufs Bild klicken)

pixabay.com

 

Rostparade #3

Wer dieses Bild sieht, könnte denken, hier fährt schon lange keine Straßenbahn mehr …

Denkste!

Seit genau einer Woche ist hier Ruhe.

 

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