Das Beste vom Tag 31. Juli 2017

Am Vormittag war es dieses hier:

 

Ein langweiliger Karton.
Aber der langweilige Karton hat es in sich.

Ein Bistrotisch mit zwei Stühlen für den Balkon ….

Und das ist ein riesengroßer Schritt für mich.
Vor einem halben Jahr wäre das undenkbar gewesen.
Da dachte ich: Wozu Balkonmöbel?
Wozu dieses Geld ausgeben, wenn ich dieses Jahr wahrscheinlich nicht überlebe?
Ich hatte ganz große Zweifel, dass ich es schaffe.
Ja, ich habe fest geglaubt, dass ich sooo nicht leben kann.
Jeder einzelne Tag war ein Riesenkampf ums Überleben, jede Stunde.

Und nun?
Dank meiner Psychopillen habe ich zurück ins Leben gefunden und, und, und eine Therapie begonnen.
Endlich.
Ja, es geht mir vielvielviel besser und ich habe jetzt die berechtigte Hoffnung, dass ich es schaffe, mein neues Leben.
Ja, ich glaube es jetzt.

Jetzt ist Sommerschlussverkauf sind solch Balkonmöbel deutlich billiger.
Ja, ich habe sie gekauft als Zeichen, dass ich es schaffen werde.

Und das ist wirklich das Beste vom Tag, dieser olle Karton.
Morgen Vormittag werde ich ihn auspacken…

  • Danke, für die Pharmaindustrie (ich weiß, dass klingt abartig, aber ist ernst von mir gemeint), dass es solche Medikamende gibt.
  • Danke der Ärztin, dass sie das Richtige für mich gefunden hat.
  • Danke, dass ich den Therapeuten gefunden habe und so wie es aussieht, es auch gut klappen könnte.
  • Danke an Lidl, dass sie preisgünstig solche Möbel für Mini-Balkons im Angebot hat.
  • Danke, dass sie jetzt nochmal preisreduziert sind.
  • Danke an DHL, die mir das Paket in  den Flur gestellt hat.
  • Und zum Schluss: Danke an Gott, meinem Schöpfer, dass er alles so gefügt hat, zur richtigen Zeit am richtigen Ort, obwohl ich es ihm in meiner Verzweiflung einfach nicht zugetraut habe.  Eigentlich, ja eigentlich gehört dieses letzte Dankeschön an die Spitze, als Erstes.

Lacht jetzt bitte nicht, und ich weiß, dass es für viele die an Depressionen leiden einfach hohl klingt:

 


Ich selbst konnte dieses Lied in meinen allerschwersten Phasen nicht hören, habe es abgetan, konnte es nicht mehr glauben.
Meine Standleitung gen Himmel war gekappt.
Nichts ging mehr.
Nun weiß ich aber, er hat im Hintergrund gewirkt, geschoben und getan. …

Und ein dickes Dankeschön auch an Anja Schraal für dieses Lied… Danke

 

 

 

Das Beste von gestern und Foto von heute 30. Juli 2017

Nein, heute kommen keine Blümchen, keine krabbelnden Tierchen, kein Baum, kein Elefant, kein Hund …., sondern der Test, was man aus 500g Erdbeeren machen kann.
Und nein, es wird kein Koch-Blog draus.

Heute ist Sonntag, mein Eis-ausprobier-Tag.

pixabay.de

Ich hatte mir halt beim Anblick der Erdbeerstände mit heimischen Erdbeeren gedacht, dass ich einmal Erdbeereis probieren könnte.
Ich bin kein Erdbeereis-Fan, aber ich könnte ja vielleicht einer werden.
Ich bereite immer schon samstags meine Eis-Zutaten vor und stelle sie über Nacht in den Kühlschrank.
Das Eis wird bei mir einfach besser, wenn die Suppe schon vorgekühlt ist.
Also habe ich gestern Erdbeeren gekauft.
Leider gab es die nur in 500g Schalen.
Meine kleine Eismaschine macht aber nur 300g Eis.

Also was machen mit dem Rest?
Ist ja nunmal kein Problem, mag so mancher denken.
Einfach aufessen.
Geht bei mir nicht, weil meine ramponierten Schleimhäute den Fruchtzucker nicht vertragen.
Obst geht nur im gekochten Zustand.

Clever wie ich bin, dachte ich, ERDBEERMARMELADE.
Habe ich noch niiiiee gemacht.
Nachdem ich also die Eiszutaten zusammen gerührt und in den Kühlschrank gestellt hatte, war die Marmelade dran.

 

Das ging ja nunmal mehr als einfach.
Erdbeeren schnippeln und zusammen mit Vanille- und Gelierzucker kochen und dann ab ins Glas.
Bissel Zitronensaft noch dazu.
Und heute morgen das Ergebnis:

 

 

Sehrsehrsehr lecker!

Uns nun schließe ich meine Dankeschön-Runde an.

  • Danke dafür, dass ich die Idee mit dem Erdbeereis hatte (das wird erst heute Nachmittag fertig)
  • Danke für die kleine Eismaschine, die wirklich eine gute Anschaffung war
  • Danke, dass es regionale Erdbeeren an Sonderständen gibt (ich mag keine Erdbeeren, die grün in Spanien, Portugal oder sonstwo geerntet werden und dann nach nüscht schmecken, außer sauer)
  • Danke, dass es nur 500g Schalen gab, so dass ich mich am Erdbeermarmelade-Kochen gemacht habe.
  • Danke, dass es Notebooks gibt, danke, dass es Internet gibt, danke, dass es chefkoch.de gibt, danke, dass ich dort Rezepte über Erdbeermarmelade finden kann.

Es ist übrigens nur ein kleines Glas Marmelade geworden, so mit 220g Inhalt.

Achja, wenn jetzt jemand denkt, warum der ganze Aufwand mit der Marmelade, man hätte doch auch die restlichen Erdbeeren einfrieren können und für die nächste Runde Erdbeereis verwenden.

Hätte, hätte ,Fahrradkette …

So habe ich meine für mich weltbeste Erdbeermarmelade gefunden …. wenn das nüscht ist ….

 

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Update:

Das Eis war soooo lecker.  Und ich kann das beurteilen, weil ich ja eigentlich gar kein Erdbeeereis mag.

Wirklich köstlich und so einfach: Erdbeeren, Milch, Sahne, Zucker und ein Eigelb. Keine Chemie oder sonstige E-Nummern:

 

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Das Foto von gestern 29. Juli 2017

… oder „Der Mensch denkt und Gott lenkt.

Freitags ist in meiner Wochenstruktur der „Im-Botanischen-Volkpark-Kaffee-und-Kuchen-essen-und-schauen-was-ich-vor-die-Kamera-bekomme-Tag“
Aber mir kam so einfach in den Sinn, mir doch mal den Schlosspark anzuschauen.
Mein kranker Hunde-Opi frisst seit Tagen nur die Nicht-verhungern-Ration an Futter und ist alles andere als fit.
Für ihn wäre selbst mit Hundekutsche der Botanische Volkspark zuviel.
Mit meinem Hundemädchen kann ich schon größere Sachen machen.

Also sitze ich in der Bahn und frage Google, wie ich am Besten von der Haltestelle zum Park laufen muss.
Und wie Gott will, steht da in meinem Handy eine Nachricht, die erst 2 Stunden zuvor gepostet wurde: Der Schlosspark ist komplett gesperrt wegen akuter Lebensgefahr. 
Kaputt geregnet.

Nun saß ich halt schon in der Bahn und da Gott nicht wollte, dass ich in den Schlosspark gehe, dachte ich mir, was er denn dazu meinen könnte, wenn ich in den Tierpark fahre.
Ja, gut, es ist weit, aber die Verkehrsanbindung ist sehr gut.
Mein Hundemädchen fit.
Wetter perfekt.
Also los.

Im Kopf hatte ich natürlich auch den Gedanken zu meiner neuen Fotoaufgabe, etwas zu knipsen, was sich ins Bild bewegt oder aus dessen heraus.
Was bewegt sich?
Menschen mag ich nicht fotografieren.
Diese Bilder darf ich nicht ohne deren Einwilligung ins Netz stellen.
Nur verpixelt.
Das ist doof.
Sonst bewegen sich noch Autos, Bahnen, Züge …
Aber eben auch Tiere.
Und das reizte mich sehr.

Ja, ja, ja, ich habe es geschafft, zwei Fotos zu knipsen.
Nein, ich habe gefühlt 100 geknipst, aber zwei kann ich nur davon nehmen.
Die Tiere sind einfach zu schnell und zu unberechenbar.
Und jetzt? Diese Fotos gibts erst am Donnerstag, wenn die neue Aufgabe dran ist.
Ich weiß, es ist gemein, da fasele ich hier herum und dann ätsch-bätsch, keine Fotos von der Fotoaufgabe …
Am Donnerstag.

Insgesamt war ich dann doch sehr angenehm überrascht, wie sich der Tierpark entwickelt hat.
Der Berliner Tierpark ist (im Gegensatz zum Berliner Zoo) mehr Park als Tier. Doch, doch, es gibt sehr viele Tiere, viele Anlagen, viele Arten, aber alles sehr weitläufig und zwischendrin auch schöne Spaßplätze für Kinder, viel Natur, viele, viele, viele Bänke und auch sehr ruhige Ecken.

Gestern habe ich mir erstmal ein Überblick verschafft.
Bin einfach rumgelaufen und habe MEINEN Platz gesucht, wo ich innehalten kann, ausruhen, genießen, mit der Kamera spielen.

Gefunden habe ich diesen Platz noch nicht.
Ich war viel zu sehr mit meiner Fotoaufgabe beschäftigt.
Aber ich weiß nun, dass ich wieder hinfahren werde, diesen MEINEN Platz finden und mich dann nur auf wenige Tierarten beschränken und nicht jedesmal den ganzen Tierpark ablaufen.

Nun schreibe und schreibe und schreibe ich….

Aber zwei Bilder habe ich dann doch noch:

 

 

Und nun kann ab morgen die heiße Sommerwoche kommen.
Wie oft ich meine Füße aus einer Schüssel mit kaltem Wasser nehme und rausgehen kann, wird sich zeigen.

Für heute ist erstmal Ruhe angesagt, hatte die Nacht ganz oft die schlimmen Bauchkrämpfe.
Vielleicht habe ich mich gestern doch ein bissel übernommen.
Aber egal, ich habs nicht bereut.

 

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Von grauen Spatzen … das Foto vom Tag 27. Juli 2017

Ich bin Ossi.
In meiner Jugendzeit gab es ein Lied von Gerhard Schöne, was mich damals sehr begeistert hat.

„Wellensittiche und Spatzen“

Wenn man es heute auch nicht glauben mag, es war für die damalige Zeit sehr sehr sehr mutig, solche Lieder zu singen, weil ja im Arbeiter- und Bauernstaat entweder alles Spatzen sind oder eben alles Wellensittiche.
Und genau dieses Lied ging mir heute durch den Kopf.
Besser gesagt, der Refrain:

„Als mein gelber Wellensittich aus dem Fenster flog, hackte eine Schaar von Spatzen auf ihn ein, denn er sang wohl etwas anders und war nicht so GRAU wie sie und das passt in Spatzenhirnen nicht hinein…“

Cut.

Heute vor der Selbsthilfegruppe bin ich mit meiner Kamera noch etwas in den Bürgerpark gegangen.

Und da mich Vögel nicht so recht leiden mögen, fliegen sie immer davon, bevor ich meine Kamera ausgepackt habe.

Nun wollte ich wenigstens mal ein paar Spatzen knipsen – im Kopf dieses Lied siehe oben.

Und … und … und …

Die sind gar nicht GRAU !!!

Hier der Beweis:

 

 

Aber zu seiner Ehrenrettung hatte er vielleicht so ein Bild im Kopf?

 

 

Sei euch gesagt, man lernt nie aus …

 

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Blitzlicht vom 27. Juli 2017

Ich habe mir eine neue „Reihe“, „Kategorie“ oder wie man es nennen mag, ausgedacht.

Ich hatte heute wieder einen Termin beim Therapeuten.
Der dritte nun schon.
Noch sind wir irgendwie in der „Kennlernphase“, aber ich habe ein sehr gutes Bauchgefühl.

Jetzt beginnt sie also, diese Therapie, von der ich mir so sehr viel erhoffe, dass es mir am Ende besser geht, dass ich mit meinem Leben besser zurecht komme.
Dass ich einen Plan im Kopf habe, wohin die Reisen gehen könnte.
Und nach jeder dieser Therapiesitzung möchte ich hier ein „BLITZLICHT“ hinterlassen.

Ein kurzer Gedanke, ein Gefühl oder irgendetwas, was ich aus diesem Termin mitnehme.
Einfach kurz, ohne großartige Ausführungen und  Hintergründe.
Ohne Fotos von mir oder pixabay.
Einfach so ein Gedanke, der danach sich in meinem Kopf fest gebissen hat.
Mal sehen, ob das so läuft.

Heute nun der erste.

Kurz nach der Begrüßung sagte Herr M., so wie er mich kennen gelernt hat, sei ich etwas Besonderes.
Anders als der Durchschnitt.
Habe mehr hinter mir als der Durchschnitt.
Habe anders gelebt als der Durchschnitt.
Ziehe andere Schlüsse daraus als der Durchschnitt.
Habe andere Erwartungen als der Durchschnitt.
Denke anders als der Durchschnitt.

Das war Puderzucker für mein Seelchen. (Ein Mensch, der SAGT, ich sei etwas Besonderes, ist mir bisher nicht begegnet oder nur im negativen Sinne: die kann dies nicht, die kann das nicht, bringt die Leistung nicht [J.] …)

Oder ob das nur ein „Therapeuten-Trick“ ist und er das zu jedem sagt?

 

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See the bigger picture J08

Vor einer Woche hatte ich mit meinem „Projekt See the picture“ begonnen.

Die Aufgabe war, Tiere zu fotografieren.
Ich habe mich über dieses Startthema sehr gefreut.
Tiere … ich habe zwei Hunde, das passt doch.
Denkste.
Es war viel schwieriger als gedacht.
Es wurde vorgeschlagen, die Tiere dabei zu fotografieren, wenn sie sich mit etwas beschäftigen.

Nur meine Hunde beschäftigen sich mit NICHTS.
Sie schlafen.
Meistens.
Mein Hundemädel ist schon 13 Jahre und der kranke Hunde-Opi zwar „erst“ 10 Jahre, aber eben krank.

Nächste Idee, die Tiere im Botanischen Volkspark zu fotografieren.
Doch als ich dort war, taten sie auch NICHTS.
Nur Gucken.

Nächste Idee, die Katzen von meiner Tochter.
Sie sind noch jünger, 4 Jahre.
Sie hatten aber Angst vor der Kamera.
Liefen weg und kamen nicht wieder.

Nächste Idee, ich fahre in den Tierpark.
Aber es hatte 3 Tage geregnet, da hatte ich keine Lust, im Regen, nass, mit Schirm durch den Tierpark zu laufen.

Aaaaalso, dann also die vier Bilder, die ich habe.
Vom Nichtstun.

 

 

 

 

Aber die Aufgabe läuft mir ja nicht weg.
Ich habe sie in meinen grauen Gehirnkasten abgespeichert.
Der Plan vom Tierparkbesuch bleibt, wenn es nicht gerade regnet, wenn es nicht zu heiß ist, wenn ich keine „irgendwelche“ anderen Termine habe, wenn ich genügend Kraft habe, wenn… wenn …wenn
Nein, fest vorgenommen!

Nun die neue Aufgabe für die kommende Woche:

 

Bin gespannt, was mir da vor die Kamera läuft …

 

                               

 

 

Die Geschichte zum Mittwoch

pixabay.de

Auf der Durchreise

Im 19. Jahrhundert lebte in Polen ein bekannter jüdischer Rabbi mit Namen Hofetz Chaim.

Zu ihm kam eines Tages ein Besucher, um einen Rat von ihm zu erbitten.

Als der Mann sah, dass die Wohnung des Rabbi aus einem einzigen winzigen Zimmer bestand, in dem sich nur eine Bank, ein Tisch mit einem Stuhl und viele Bücher befanden, fragte er den Rabbi verwundert: „Meister, wo haben Sie ihre Möbel und den Hausrat?“

„Wo haben Sie Ihre?“ erwiderte der Rabbi.

„Meine?“ fragte der verblüffte Fremde, „ich bin doch nur zu Besuch hier. Ich bin nur auf der Durchreise!“

„Ich auch!“ sagte Hofetz Chaim.

Quelle Text: Axel Kühner „Überlebensgeschichten“, S. 191

 

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Das Foto am Morgen 26. Juli 2017

 

Was seht ihr?
Nichts?
Nur Parkett und sonst nichts?
Das ist gut so.

Mein kranker Hunde-Opi hatte nämlich die Nacht Durchfall und ich hab’s nicht mitgekriegt.
Heute Morgen war die braune Suppe teils angetrocknet im Flur.
Ich war echt verzweifelt, dass ich den Gestank aus dem Holz wieder rauskriege.
Erst „General“ pur ausgekippt und kurz einziehen lassen, hat es geschafft.
(Hättet mich mal sehen sollen, wie ich dauernd mit der Nase 1cm über dem Parkett lang geschnüffelt bin)

Zum Glück ist das Parkett nicht aufgeblüht.

DANKE

 

                                

 

 

Ein falscher Traum von Liebe

Gestern habe ich in der Nähe des Offenen Treffs ein kleines Cafe entdeckt.
Ich habe mich rein gesetzt und für 2,60€ eine Tasse Milchkaffee und Stück Himbeerkuchen bestellt.
Geht also.
Gut, der Himbeerkuchen war fürchterlich sauer.

Ich mag das zur Zeit sehr gern, mich irgendwo in ein Cafe setzen und die Atmosphäre genießen.
Es darf nur nicht voll sein.
Keine Hektik, kein überfordertes Personal.
Alles ruhig und friedlich.
Der Kaffee, der Kuchen und ich.
Vielleicht auch noch ein paar andere Gäste, aber nicht zu dicht.
Ich esse fürchterlich gern Kuchen, Torten und solch ein Süßkram.

Das Beste an gestern war, dass in einer Ecke ein Kiste mit gebrauchten Büchern stand.

 

Ich habe mir eins genommen und angefangen zu lesen.

 

„Ein falscher Traum von Liebe“ von Christine Birkhoff.

Auf dem Buchdeckel steht:

„Vom Vater verprügelt, von der Mutter verachtet: Die kleine Christine ist froh, als ihr neuer Stiefvater Jürgen sich als Erster und Einziger auf ihre Seite stellt. Vielleicht gibt es das noch: Familienglück. Doch Jürgens Liebe ist nicht das, was sie zu sein scheint. Immer öfter will er mit Christine allein sein, immer mehr isoliert er sie von Freunden. Als er in seinem neuen Haus ein „Liebesnest“ für sie einrichtet, beginnt eine Tortur für sie, aus der sie sich erst 20 Jahre später befreien kann. Dass Christine heute ein glückliches Familienleben führt grenzt an ein Wunder.“

Ich habe erst ein paar Seiten gelesen und war schockiert, wie sie als ganz kleines Kind misshandelt wurde.

Und ich habe an meine Kindheit gedacht.
Ich wurde nicht geprügelt.
Ein paar Ohrfeigen vielleicht, wie es damals noch üblich war.
Wenn ich und meine Schwester mittags nicht schlafen sollten und Quatsch gemacht haben, hat meine Mutter schon mal den Teppichklopfer rausgeholt und auf die Bettdecke geschlagen.
Das hat keinem weh getan, unter der Decke merkte man es gar nicht.
Wir haben nur heimlich gegrinst und weiter gegackert.

Ich war ein ruhiges und stilles Kind.
Meine Mutter hat immer stolz allen erzählt, dass ich „so nebenbei“ groß geworden bin.
Ich kann mich aber auch nicht erinnern, dass ich mal von ihr in den Arm genommen wurde.
Nie.
Oder getröstet.
Nie.
Oder gar gesagt, dass sie mich lieb hat.
Nie.
Nein, keine Wertschätzung.
Im Gegenteil.
Ich sollte immer anders, besser werden.
Anderen hat sie dann immer gesagt: „Das wird schon noch…“

Vielleicht liegt es daran, dass ich heute noch gefühlsmäßig glaube, nicht gut genug zu sein, immer besser sein zu müssen.
Ich weiß es nicht.
Ich mache ihr auch keinen Vorwurf, sie ist eine (oder besser, sie war eine) sehr dominante Frau.
Wie ihre Mutter, kannte es also gar nicht anders.
Mein Vater hatte nichts zu sagen.
Er war wie ich.
Still und ruhig.

Nein, ich hatte keine schlechte Kindheit.
Ich wurde nicht schlecht behandelt, verprügelt und gar sexuell missbraucht.
Nur ein bisschen spürbare Liebe, die hat gefehlt…

Ich habe das Buch mitgenommen und werde es lesen.
Ich werde sicherlich an manchen Stellen sehr schockiert sein.
Und ich werde dankbar sein, dass mir soetwas erspart blieb.

DANKE

 

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Verkanntes Genie …

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Heute  Nachmittag war ich beim Offenen Treff  der KBS (Kontakt- und Beratungsstelle für psychische Kranke) zum Spielen.

Wir spielten „Phase 10“.
Wer es nicht kennt, es ist so ähnlich wie Kniffel, ein Würfelspiel.

Am Tisch saß auch ein Mann, den ich als doch sehr stark geistig behindert eingeschätzt habe. M., 52 Jahre.
Er verstand das Spiel nicht.
Auch beim 20. Mal begriff er nicht, was „eine Straße“ würfeln bedeutet.
Er hat es bis zum Spielende nicht erkannt.
Er freute sich vielmehr an den bunten Würfeln und strahlte über das ganze Gesicht.

Er fragte mich, ob ich Kinder hätte.
Ich: Ja, sie ist aber schon groß, schon 38.
Er: Ah, 1979 geboren.
Ich: Nein, 1978, im September.
Er: Ist sie ein Sonntagskind?
Ich: Nein.
Er: Dann ist sie Mitte des Monats geboren.
Ich: Ja, am 15.
Er: Das war ein Freitag. Es waren 21 Grad. … … …

Ich kriegte riesengroße Kulleraugen und verstehe bis jetzt nicht, wie er das wissen konnte. Es stimmte genau.

Er habe das mal gelernt, sagte er.

 

                                    

 

 

 

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